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Einsatz von Drohnen zum Schutz indigener Territorien

Poonal vom 10.11.2018
Paloma Carreño Acuña

  Bei dieser Gelgenheit sei an den Spendenaufruf vom August erinnert:

 Link  
  https://www.chiapas.eu/news.php?id=9908


Unser Vor-Ort-Gespräch mit Ralph Eichenberger im Oktober ergab:

(a) dass der Spendenaufruf nach wie vor aktuell ist;
(b) dass wir, zur Senkung der Hemmschwelle (statt Überweisung in die Schweiz) das Vereinskonto von Partner Südmexikos zur Verfügung stellen:

Stichwort: Drohnen
Partner Suedmexikos e.V.
Volksbank Böblingen
IBAN: DE30 6039 0000 0459 3900 07
BIC: GENODES1BBV


Einsatz von Drohnen zum Schutz indigener Territorien



Drohne
Drohne - Foto: CONACYT

(Morelia, 29. Oktober 2018, Agencia Informativa Conacyt).- Angesichts der Bedrohung indigener Gemeinschaften werden neue Möglichkeiten gesucht, diese vor Eindringlingen zu schützen, die auch der Umwelt und der Sicherheit innerhalb der Gemeinden Schaden zufügen. Drohnen können hierzu einen Beitrag leisten.

Der Geograph Nicolás Vargas Ramírez ist Professor an der Staatlichen Hochschule ENES (Escuela Nacional de Estudios Superiores) in Morelia, der Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Michoacán. Sie gehört zur renommierten staatlichen Universität UNAM in Mexiko-Stadt. Vargas Ramírez hat im Rahmen eines Projektes erforscht, wie sich Drohnen zur Überwachung der Umwelt und zum Schutz indigener Gebiete einsetzen lassen. »In Mexiko und Lateinamerika insgesamt hat die neoliberale Politik im Lauf der vergangenen Jahrzehnte stark zugenommen. Dies hat wiederum zu einer stärkeren Präsenz externer Akteure und Interessen geführt, die der Ausbeutung der Rohstoffe Tür und Tor geöffnet haben — zum Leidwesen indigener und ländlicher Gemeinden«, so der Professor. Vargas Ramírez hat bereits in Kolumbien zu Themen der »partizipativen Kartographie« gearbeitet, die als Empowerment-Strategie für Gemeinden gilt. Hierbei ging es um die Rückgabe von Ländereien, die aufgrund des bewaffneten Konfliktes von ihren Bewohner*innen verlassen worden waren. Im Rahmen dieser Arbeit stellte sich heraus, dass Drohnen ein nützliches Werkzeug sein können, um an Informationen über den Zustand der Ländereien und der Umwelt zu gelangen. In diesem Fall konnte die Verseuchung der Flüsse von afrokolumbianischen Gemeinden durch illegales Goldschürfen nachgewiesen werden. Mit diesem Hintergrundwissen reiste Vargas Ramírez nach Mexiko.

Drohnen lassen sich auch bei schlechtem Wetter einsetzen



Die herkömmlichen Landkarten trügen nicht immer den Realitäten der Gemeinden Rechnung und könnten daher ungenau sein, so Professor Vargas: Die partizipative Kartographie setze dagegen auf die aktive Teilnahme der Gemeindemitglieder und beziehe dabei ihre Realitäten und Interessen ein. Hier kommen die Drohnen ins Spiel, die sich im Unterschied zu Satellitenbildern mit einer größeren Autonomie einsetzen ließen und mehr Details erfassen könnten. Ein großer Vorteil der Drohnen: Sie verrichten ihre Arbeit auch an bewölkten Tagen zuverlässig, einige Drohen selbst bei Regen. Eine indigene Gemeinde kann somit detaillierte Informationen über ihr Gebiet erhalten und Drohnen dieses überwachen lassen, um Eindringlinge per Kamera auszumachen. Illegaler Holzabschlag zum Beispiel oder die Expansion landwirtschaftlicher Anbauflächen finden somit nicht mehr im Verborgenen statt. Das stärke die Gemeinden in der Verteidigung ihrer Territorien.

Doch heißt dies nicht zwingend, dass indigene Gemeinschaften den Einsatz von Drohnen gutheißen. Zu welchen Problemen und Konflikten es kommen kann, wurde im Rahmen von Fallstudien in vier indigenen Gemeinden in Mexiko untersucht. Es sollte herausgefunden werden, inwiefern die Drohnen helfen können, Veränderungen der Umwelt zuverlässig zu identifizieren; inwiefern der Einsatz von Nutzen für die Gemeinden auf indigenen Territorien ist; wie die Gemeinden sich gegenüber dem Einsatz von Drohnen für die Verteidigung der Territorien und der Umwelt positionieren und inwiefern der Einsatz von Drohnen zu Konflikten führen kann.

Folgen der Urbanisierung lassen sich beobachten



Eine von einer Drohne gemachte Aufnahme der Jardines de la MintzitaEine von einer Drohne gemachte Aufnahme der Jardines de la Mintzita. Foto: Conacyt
Die Gemeinde Jardines de la Mintsita, am Stadtrand von Morelia gelegen, befindet sich in der Nähe der Quelle Mintzita, aus der 30 bis 40 Prozent des Trinkwassers für Morelia kommen. Untersucht wurde, wie sich die Ausbreitung des städtischen Siedlungsraums, die Umnutzung der Böden, der Müll und die Brände auf diese Quelle auswirken. Der Fall dieser Gemeinde sei sehr interessant, so Vargas, da »die detaillierte und aktuelle Kartographie, die mit Hilfe der Drohnen erstellt wurde, dazu geführt hat, dass sich die Wahrnehmung des Territoriums innerhalb der Gemeinde verändert hat«.

Hier wurden die Drohnen für die Erforschung eines international bedeutsamen Feuchtgebietes und eines Naturschutzgebietes eingesetzt: »Die Gemeinde kannte nicht die genauen Grenzen des Gebiets und so wurde eine kartographische Recherche in Gang gesetzt. Das hat zu einem Perspektivwechsel geführt, denn es wurde festgestellt, dass das Feuchtgebiet weitaus größer war als bisher angenommen«, erklärt der Geographie-Professor. Die Jardines de la Mintzita wurden 2009 wegen ihrer Bedeutung für die Biodiversität zum Schutzgebiet gemäß der Ramsar-Konvention erklärt.

Die indigene Gemeinde Cherán K’eri in Michoacán hat sich 2011 gegen die illegale Abholzung durch Gruppen des organisierten Verbrechens zur Wehr gesetzt, die ihre Wälder und die Trinkwasserversorgung verwüstet hatten. »In Cherán haben wir Workshops (...) zur Funktionsweise der Drohnen gegeben, zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, zu Kartographie, der Informationsverarbeitung und der Analyse der Ergebnisse«, erzählt Vargas. Sie nutzen die Aufnahmen der Drohnen, um einschätzen zu können, wie viel Arbeit es bedeutet, die gerodeten Flächen wieder aufzuforsten.

In der Gemeinde San Felipe Tepatlán ermöglichten es Drohnen, die Auswirkungen des Baus eines Wasserkraftwerkes zu beobachten. Nicolás Vargas Ramírez gibt allerdings zu bedenken, dass die festgestellten Umweltschäden auch auf andere Aktivitäten in der Gegend zurückzuführen sein könnten. Im Fall des Straßenbauprojektes Ramal Camelinas habe sich nicht eindeutig ermitteln lassen, ob die Bauarbeiten auf Naturschutzgebiete übergegriffen hätten, da es dem verwendeten GPS an der erforderlichen Präzision gefehlt habe.

Drohnen sind kein Allheilmittel



Für seine Untersuchungen geht der Professor an einen Ort, an dem es einen Umweltkonflikt gibt, analysiert gemeinsam mit den Anwohner*innen die Situation und schreitet in einigen Fällen schließlich ein. Dabei werden die Karten politisch gebraucht: Eine »Gegenkartierung«, die mit Hilfe der Anwohner*innen erstellt wird, könne als Werkzeug dienen, um den Karten, auf die das Großkapital oder der Staat zurückgreifen kann, etwas entgegen zu setzen.

Doch der Professor ist sich der Grenzen des Einsatzes der Drohnen bewusst. Drohnen könnten andere Werkzeuge nicht ersetzen; so führe etwa am Ablaufen eines Gebietes kein Weg vorbei. Und er schließt: »Es wäre naiv zu denken, dass eine Drohne ein Territorium verteidigen oder die Konflikte in einer Gemeinde lösen wird, denn wenn die Bedingungen nicht gut sind, kann der Einsatz von Drohnen auch zu einer Gefahr werden oder die Gemeinden von anderen, wirklich wichtigen Aspekten ablenken«, schließt der Professor.

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Quelle: poonal
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 Quelle:  
  https://www.npla.de/poonal/einsatz-von-drohnen-zum-schutz-indigener-territorien/ 
 

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