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Chiapas: Die Gewalt, die sie oben zu verbergen suchen

CNI vom 24.06.2023
übersetzt von lisa - colectivo malíntzin

  Erst am vergangenen 8. Juni 2023 haben wir uns in 72 verschiedenen Geographien des Planeten mobilisiert, um die Angriffe der paramilitärischen Gruppe ORCAO vom 22. Mai 2023 gegen Gemeinden der zapatistischen Unterstützungsbasis öffentlich anzuprangern. Bei diesem Angriff, der fünf Tage andauerte, wurde der Compañero Jorge López Sántiz durch eine Kugel verletzt − mit der Folge, dass sein Darm dadurch schwer geschädigt wurde.

Die Mobilisierungen waren die organisierte Antwort tausender von Menschen, die wir alarmiert sehen, wie die Gewalt gegen die zapatistischen Comunidades, gegen die Pueblos in Chiapas und Mexiko anwächst. Unsere Aufrufe, den Krieg zu stoppen, gelangten in viele Ohren und viele Herzen; sie erreichten jedoch nicht den mexikanischen Staat und seine politische Klasse.

Vom 19. Juni bis 22. Juni 2023 setzte die paramilitärische Gruppe [der ORCAO] ihre Belagerung der zapatistischen Unterstützungsbasen fort. Unter der Einwilligung oder Untätigkeit der drei Regierungsebenen [Staat, Bundesstaat, Landkreis] wird gesucht, den Krieg zu eskalieren − indem mit Schusswaffen drei zapatistische Ortschaften pausenlos und koordiniert angegriffen werden: Emiliano Zapata, San Isidro und Moisés y Gandhi im [offiziellen] Landkreis Ocosingo.

Der Saldo beträgt mehr als 800 Schüsse aus groß- und kleinkalibrigen Waffen, die sich gegen Häuser, Schulen und autonome Klinken richteten, zusätzlich noch das Niederbrennen von Grundstücken, die die Familien der zapatistischen Unterstützungsbasis bearbeiten.

Obwohl diese Angriffe Teil einer Strategie des paramilitärischen Krieges gegen die zapatistische Bewegung bilden − welche [bereits] aus dem Jahr 1994 herrührt − fügen sich die Angriffe nun innerhalb eines Kontextes wachsender Gewalt ein. Diese wird geschürt durch eine ökonomische Krise, in der die nicht-zapatistischen Dörfer leben: Sie sind ohne weitere Ressourcen, sind abhängig und unterworfen den Pfründen von Sozialprogrammen wie Sembrando Vida. Nicht-zapatistische Dörfer sehen sich gezwungen, Geld gegen Hektare an Land einzutauschen. Dies hat paramilitärische Organisationen wie die ORCAO dazu veranlasst, von 2019 bis heute mehr als 100 Angriffe durchzuführen − mit dem Ziel [zapatistisches] Land zu rauben, sich anzueignen.

In seiner morgendlichen Presse-Konferenz hat der mexikanische Präsident − begleitet von der Sekretärin der Regierung [sprich: Innenministerium], dem Sekretär für nationale Verteidigung [sprich: Verteidigungsministerium] und dem Gouverneur von Chiapas − die Angriffe gegen die zapatistischen Gemeinden und die heftige, breit dokumentierte Situation, die im Bundesstaat Chiapas zu leben ist, kleingeredet, heruntergespielt. Darüber hinaus stieß er [der mexikanische Präsident] dort Diskreditierungen aus gegen Personen und Organisationen, die Land und Menschenrechte verteidigen, wie auch gegen Organisationen, die die Gewalt dokumentieren und öffentlich anprangern .

Dieses Verhalten erscheint uns nicht nur alarmierend, sondern wir befürchten auch, dass dies der Auftakt eines noch größeren physischen und/oder medialen Angriffs sein könnte. Die Minimierung von Gewalt fördert paramilitärische Gruppen, indem sie sie mit dem Mantel der Straffreiheit bedeckt. In unser Gedächtnis sind die Worte [des mexikanischen Präsidenten] eingegraben, welche sich gegen den Compañero Samir Flores Soberanes richteten, bevor er ermordet wurde. Ein Verbrechen, das bis heute ungestraft bleibt.

Angesichts dieser Situation rufen wir Organisationen, die hier unterschreiben, dazu auf:

  1. Die Gewalt gegen die zapatistischen Gemeinden, gegen die Pueblos von Chiapas und Mexiko anzuprangern und gegen das Leugnen vorzugehen, mit dem paramilitärischen Gruppen Straffreiheit gewährt wird.
  2. Menschen guten Herzens aus allen Geographien aufzufordern, Protestschreiben bei/vor den mexikanischen diplomatischen Vertretungen zu präsentieren.
  3. Die Aktionen, die in den nächsten Tagen angekündigt werden, im Rahmen der Möglichkeiten von jedem Kollektiv und jeder Person, zu begleiten und eigene Aktionen selbst zu organisieren.


Wir machen den mexikanischen Präsidenten und den Gouverneur von Chiapas verantwortlich für jeglichen möglichen Angriff gegen die zapatistischen Comunidades, gegen Menschenrechtsorganisationen, Journalist*innen, solidarische Begleitorganisationen.

Hochachtungsvoll,

Espacio de Coordinación Nacional.


Stoppt den Krieg gegen die zapatistischen Pueblos!

Wenn sie eine*n angreifen, greifen sie uns alle an!


[... Es folgen viele Unterschriften ...]

 Quelle:  
  http://www.congresonacionalindigena.org/2023/06/24/chiapas-la-violencia-que-arriba-pretenden-ocultar 
 

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