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Drogenfelder nicht auf zapatischem Gebiet

Poonal vom 28.06.2005

  (Buenos Aires, 23. Juni 2005, púlsar-poonal).- Der Sprecher des Präsidenten Vicente Fox, Rubén Aguilar Valenzuela, räumte ein, dass dem Außenminister Luis Ernesto Dérbez ein Fehler bezüglich der Drogenplantagen im Staat Chiapas unterlaufen sei. Dérbez hatte vom Sprecher des Zapatistischen Befreiungsheeres EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional), Subkommandante Marcos gefordert, er müsse erklären, warum auf dem von der EZLN kontrollierten Gebiet Drogen angebaut würden. Aguilar dagegen musste nun richtig stellen, dass die jüngst vom Militär enttarnten Plantagen nicht innerhalb des zapatistischen Gebietes liegen. "Es muss klargestellt werden, dass tatsächlich [...] die drei Gebiete, in denen diese 44 Plantagen gefunden wurden, nicht im Einflussgebiet der Zapatisten liegen, sondern an dessen Rande", bestätigte er.

Das Verteidigungsministerium hatte drei Tage zuvor die Zerstörung von 3,8 Hektar Marihuanafeldern in den Gemeinden von Pueblo Nuevo, Tapilula und Rayón in den Altos de Chiapas "innerhalb des Einflussgebietes" des Zapatistischen Befreiungsheeres EZLN gemeldet. Diese Meldung erlangte nicht nur besondere Brisanz, weil sie quasi zeitgleich zur zapatistischen Ausrufung der "Alarmstufe rot" erschien. Die mexikanische Regierung geht zudem derzeit im Rahmen der Aktion "México Seguro" − "Sicheres Mexiko" medienwirksam gegen einen Teil der Drogenmafia vor. Schlagzeilen wie "Die EZLN − eine Narcoguerilla" stoßen also auf offene Ohren.

Die parlamentarische Kommission zur Einheit und Befriedung (Cocopa) für Chiapas zog die Erklärung der mexikanischen Armee sofort in Zweifel. Sie traf sich am Tag, nachdem die EZLN "Alarmstufe Rot" in den von ihnen kontrollierten Gebieten ausgerufen hatte. Diese "Alarmstufe Rot", die eine Vorsichtsmaßnahme der Zapatisten darstellt, beinhaltete die vorübergehende Schließung ihrer "Räte der Guten Regierung", mit denen die indigenen Rebellen ihr Gebiet verwalten.

Aguilar signalisierte, dass der Schritt der EZLN nichts mit dem Militär zu tun haben könne, weil die Soldaten gar nicht bis auf zapatistischem Gebiet vorgedrungen seien. "Ich kann bestätigen, dass sich die Armee von einigen Posten zurückgezogen hat, um sich auf größere Posten zu konzentrieren", sagte er. Weiter erklärte der Präsidentensprecher: "Es gibt keinen Anlass von Seiten der Regierung, von einer Alarmsituation auszugehen. Die Regierung wird immer aufmerksam sein gegenüber der Entwicklung der Ereignisse und immer besten Willens, eine Lösung der Probleme in Chiapas im Rahmen eines Dialoges zu finden."

Die EZLN formierte sich am 1. Januar 1994, akzeptierte nach zehn Tagen des Kampfes mit 150 Toten einen Waffenstillstand und nahm später Friedensgespräche auf. Das 1996 mit der Regierung ausgehandelte Abkommen von San Andrés, das grundlegende Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos garantiert, wurde jedoch von der Regierung bis heute nicht umgesetzt.


Quelle: poonal
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