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SIPAZ BERICHT: März 2005, Jahr X - Nº 1

SIPAZ-News vom 15.03.2005

  Analyse

Der bewaffnete Konflikt geht weiter, andere Konflikte vervielfachen sich Im Januar, während seines Besuchs in Chiapas, erklärte Präsident Vicente Fox aus der "Konfliktzone" heraus, die EZLN (Zapatistische Nationale Befreiungsarmee) sei ein Thema, das "praktisch in der Vergangenheit liegt, während alle nach vorn schauen". Diese Erklärung löste eine Polemik aus. Die COCOPA (Kommission für Einigkeit und Befriedung, legislatives Unterstützungsorgan in den lange zurückliegenden Verhandlungen wischen EZLN und Regierung) drückte eine "ernsthafte Befremdung" aus, wenn auch nicht offiziell, da in der eilig einberufenen Sitzung nicht genügend Personen anwesend waren.

Der Gouverneur von Chiapas, Pablo Salazar Mendiguchía, deutete in gewissem Maß den unglücklichen Satz von Fox um: "Ich teile seine Ansicht, daß der Zapatismus als bewaffnete Option eine Sache der Vergangenheit ist. Wir sprachen von den neuen Äußerungen des Zapatismus, die zivil sind, Anstrengungen in ihrem eigenen Territorium, sich neue Formen des Zusammenlebens zu geben." Verschiedene Nichtregierungsorganisationen betonten, daß der Konflikt in Chiapas in seinen strukturellen Ursachen weiterbesteht (siehe ERKLÄRUNG DES NETZWERKS FÜR DEN FRIEDEN CHIAPAS - hier ist der Link in der spanischen Version auf die Hauptseite statt auf den Artikel, der wohl gemeint ist, gesetzt). Sie bestätigten, daß die Strategie des "Zermürbungskrieges" nicht mehr durch eine direkte Konfrontation ausgeübt wird, sondern durch eine Reihe militärischer, politischer und wirtschaftlicher Strategien, die beabsichtigen, die Zapatistas zu isolieren und Konflikte auf Gemeindeebene hervorzurufen. Mehr als alles andere zeigten die Worte von Präsident Fox, daß die EZLN nicht das Hauptproblem der aktuellen Regierung ist, wenn sie sich völlig auf die nächsten Präsidentschaftswahlen 2006 konzentriert, bedrängt vom wachsenden Einfluß des Drogenhandels und mit unvollendeten Gesetzesinitiativen, die für sie mehr Bedeutung haben. Auf der anderen Seite hält die EZLN eine Art unerklärten Waffenstillstand mit den bundesstaatlichen Autoritäten ein. Sie hat sich für eine Strategie der Nichtkonfrontation entschieden, die ihr erlaubt, ihren Prozeß der Autonomie durch Tatsachen weiter zu verstärken (siehe Fokus).

Neue Konflikte, alte Konflikte

Auf bundesstaatlicher Ebene läßt sich eine Vervielfachung der Konflikte verschiedener Art beobachten. Einerseits gibt es eine Reaktivierung verschiedener Bauernorganisationen und damit eine erneute Konfrontation mit der Bundesstaatsregierung. Einige dieser Organisationen, wie die CIOAC (Unabhängige Zentrale der Landarbeiter und Bauern), die früher die Regierung von Pablo Salazar unterstützten, wenden sich nun von ihr ab, weil sie ihre Forderungen nicht erfüllt sehen. Andere Fronten gibt es bei den Lehrern und der wachsenden Bewegung gegen die Bezahlung der Strompreise (siehe letzten SIPAZ-Bericht).

Darüber hinaus geht der Konflikt um das Biosphärenreservat Montes Azules weiter. Im Januar wurden mehr als 800 Tseltal-Indígenas, die in sieben Gemeinden im Bezirk Ocosingo lebten, in das Dorf "Nuevo Montes Azules" im Bezirk Palenque umgesiedelt. Es ist wichtig zu betonen, daß diese Umsiedlung neue, zwischenethnische Konflikte hervorrufen kann, wenn Familien mit verschiedenen Sprachen zusammen angesiedelt werden. Der Staat verlagert das Problem weiterhin, statt es zu lösen.

Drei weitere Phänomene, die bisher hauptsächlich auf die Grenzregion beschränkt waren, breiten sich in andere Regionen des Bundesstaates aus: das Anwachsen der "maras salvatruchas" (kriminelle Banden) und des Drogenhandels sowie eine sich immer mehr ausbreitende Tendenz zum "Femizid". Chiapas liegt auf nationaler Ebene unter den fünf ersten Plätzen in der Zahl ermordeter Frauen.

Steigende Besorgnis in den Gemeinden und den Städten erregt die Migration aufgrund von mangelnden wirtschaftlichen Perspektiven im Bundesstaat. Die Regierung hat bekanntgegeben, daß im Jahr 2004 Chiapas 500 Millionen Dollar erhielt, die Tausende von Migranten an ihre Familien in der Heimat überwiesen, ein Zuwachs von 40% gegenüber dem Vorjahr. Die genannten Probleme bestehen jedoch nicht nur in Chiapas, sondern in ganz Zentralamerika.

Im Vorfeld des 1. Januar, Tag der Amtsübernahme der im letzten Oktober gewählten Bezirksautoritäten, gab es in mehreren Bezirken, wie Oxchuc, Tila und Sabanilla, Demonstrationen, Straßenblockaden und Auseinandersetzungen.

Die gewaltsamsten Ereignisse fanden in Tila statt. In diesem Bezirk in der Nördlichen Zone gewann die PRI (Partei der Institutionellen Revolution) mit weniger als 100 Stimmen gegen die Allianz PRD (Partei der Demokratischen Revolution)-PT (Partei der Arbeit). Beide Gruppen verkündeten ihren Sieg. Da es keine Einigung gab, wurde der Fall den zuständigen Wahlbehörden übertragen. In letzter Instanz sprach das Wahltribunal der Föderalen Justiz (TEPJF) der PRI und ihrem Kandidaten Juan José Díaz Solórzano den Sieg zu. Die Mitglieder der Allianz erkannten diese Entscheidung nicht an und errichteten Ende Dezember eine Mahnwache vor dem Rathaus, um die Amtsübernahme des neuen Bürgermeisters zu verhindern. Es wurde versucht, durch die Einbindung der Allianzmitglieder in den Bezirksrat eine Einigung zu finden, die von diesen aber abgelehnt wurde, da es sich um niedrigere Posten handelte.

Am 15. Februar wurde die Mahnwache gewaltsam geräumt, wobei laut Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas 54 Personen (49 nach offiziellen Zahlen) festgenommen wurden; außerdem wurden sechs Häuser abgebrannt, drei Autos zerstört sowie Straßen blockiert. Mindestens 800 bewaffnete Kräfte der Kreispolizei und der Bundesstaatlichen Untersuchungsagentur (AEI) waren an den Auseinandersetzungen beteiligt.

Ein erster Einsatz fand am Morgen statt. Mitglieder der Allianz zündeten mehrer Häuser an und nahmen fünf Personen gefangen (sie wurden im Laufe des Tages freigelassen), um sie gegen die 19 Festgenommenen auszutauschen. Am Nachmittag kam ein schwerbewaffnetes Polizeikontingent zurück, um willkürlich einige Häuser zu durchsuchen. Es wurden 35 weitere Personen festgenommen. Am selben Tag entschieden sich viele Einwohner Tilas, mehrheitlich Anhänger der Allianz, in die Umgebung, in andere Städte des Bezirks oder sogar in andere Bundesstaaten zu flüchten. Am 28. Februar wurden 30 Festgenommene freigelassen, der Rest bleibt weiterhin in Haft. Der Pfarrer von Tila, Heriberto Cruz, warnte, daß sich die Spannungen in der Region sowieso schon durch die postelektoralen Probleme und die Reaktivierung der paramilitärischen Gruppe "Paz y Justicia" wiederbelebt haben und in diesem Zusammenhang die polizeiliche Räumung "die Wunden der Indígenas in Tila wieder aufgerissen" und "den Frieden gefährdet" hätten.

In den Tagen nach der Räumung wurde Samuel Sánchez Sánchez, Gründer und Anführer von "Paz y Justicia", festgenommen. Diese Festnahme wurde vom Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas als "spät und unzureichend" beurteilt. Petalcingo, die Hauptstadt eines weiteren Bezirks in der Nördlichen Zone, bleibt weiterhin besetzt, und eine weitere Räumung wird befürchtet.

Diese Vorfälle bringen uns erneut zu der Frage, wer in der letzten Wahlen gewonnen und wer verloren hat. Der ständige Wechsel von Kandidaten zwischen PRI, PRD und PT, der in der Nördlichen Zone so auffällig ist, ist ein Zeichen der tiefen Identitätskrise, in der sich die politischen Parteien befinden. In Tila beispielsweise stritten sich zwei Fraktionen von "Paz y Justicia" um das Amt des Bezirkspräsidenten. Auf der einen Seite besteht die PRI hauptsächlich aus Mitgliedern der UCIAF (eine Abspaltung von "Paz y Justicia"), auf der anderen Seite finden sich in der Allianz PRD-PT ebenfalls alte Anführer von "Paz y Justicia".

Obwohl der Streit sich auf interne Kämpfe bezog, waren an der Zurückweisung des PRI-Kandidaten auch traditionell an die PRD gebundene Personen beteiligt. Der gewaltsame Polizeieinsatz berücksichtigte nicht diese komplexe Situation und das delikate Klima in der Nördlichen Zone. Der unverhältnismäßige Polizeiangriff berührte einen empfindlichen Punkt: die Auflösung des sozialen Gefüges.

Um den Kontext, in dem dieser Konflikt sich entwickelte, besser zu verstehen, hilft es, sich Elemente in Erinnerung zu rufen, die einige als vergangen bezeichnen. Am 9. Februar veröffentlichte das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas eine Beschwerde über Menschenrechtsverletzungen in der Nördlichen Zone von Chiapas, die im Oktober 2004 der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) präsentiert wurde. Die Veröffentlichung wurde verzögert, um die Sicherheit der Kläger zu garantieren, aber das Datum wurde auch nicht zufällig gewählt.

Am 9. Februar 1995 startete die Regierung von Ernesto Zedillo eine Militäroffensive, um die zapatistische Kommandantur festzunehmen. Nach diesem Datum wechselte die Strategie der Regierung, und es gab eine Eskalation der Gewalt gegen die Zapatistas und die Zivilbevölkerung von seiten paramilitärischer Gruppen wie "Paz y Justicia", mit Tausenden Vertriebenen, Dutzenden Toten und Verschwundenen. Die Beschwerde bezichtigt den Expräsidenten Ernesto Zedillo als ehemaligen Oberbefehlshaber der Mexikanischen Streitkräfte, den General Cervantes Aguirre, ehemaliger Verteidigungsminister, und den General Mario Renán Castillo, ehemaliger Kommandant der Siebten Militärregion, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Das Zentrum Fray Bartolomé stellte klar, daß nicht nur in der Ch’ol- Region (im Norden von Chiapas), sondern auch im Fall von Acteal, wo im letzten Dezember der siebte Jahrestag des Massakers begangen wurde, sowie in weiteren Fällen die Gerechtigkeit noch aussteht. Es wies darauf hin, daß die paramilitärischen Strukturen weder aufgelöst noch entwaffnet wurden, die materiellen und intellektuellen Urheber nicht bestraft wurden, den Opfern der Vertreibungen, Morde, des Verschwindenlassens und der Folter keine Entschädigungen gezahlt wurden. Die Anklage des Zentrums unterstreicht, daß in Chiapas ein "unsichtbarer Krieg" weiterbesteht.

Die nationale Ebene: genauso komplexe Situation

Das Amtsenthebungsverfahren gegen Andrés Manuel López Obrador bleibt eine zentrale Achse der nationalen politischen Debatte. Zur Erinnerung: Die Generalstaatsanwaltschaft hat beantragt, dem hauptstädtischen Bürgermeister das Amt zu entziehen, um ihn für seine mutmaßliche Verantwortung für Vergehen des Amtsmißbrauchs und Nichtbefolgung juristischer Entscheidungen bezüglich der Einstellung von Straßenbauarbeiten vor Gericht zu stellen. Dies könnte seine Präsidentschaftskandidatur verhindern. Die Medien verlieren langsam das Interesse an dem Fall, was Teil der Strategie sein könnte. Es gibt weiterhin Widerstand der Bevölkerung gegen das willkürliche Verhalten der Regierung. In den letzten Monaten fanden mehrere Demonstrationen statt, und es entstehen immer noch neue Bürgerkomitees zur Unterstützung. López Obrador selbst erklärte zu den Angriffen: "Präsident Fox ist mein bester Wahlkampfleiter". Präsident Fox und seine Partei, die PAN (Partei der Nationalen Aktion), äußern sich entweder direkt gegen den hauptstädtischen Regierungschef oder beschränken sich darauf, sich für die "Legalität" auszusprechen. Die PRI hat es in einem gewissen Rahmen geschafft, sich von der Debatte abzugrenzen, und versucht, ihre internen Streitigkeiten zu klären und sich in den Wahlen der Bundesstaaten zu stärken. Nachdem sie die nördlichen Staaten zurückgewonnen und in Veracruz, Oaxaca und Puebla gewonnen hat, hat sie bereits den Norden, Osten und Süden des Landes unter Kontrolle und treibt die PAN- und PRD-regierten Staaten im Zentrum und im Westen in die Enge. Der Sieg der PRD in Guerrero schlägt jedoch ein wichtiges Loch in den Süden, traditionell Bastion der PRI.

Selbst die EZLN mischte sich in die Debatte um die Amtsenthebung ein, mit einer scheinbar unparteilichen Stellungsnahme. Seit der Indigenen Reform von 2001, die sie als "Verrat" ansah, hat sie den Dialog mit den politischen Parteien aufgekündigt. Dennoch erklärten die Zapatistas ihre Ablehnung des Amtsenthebungsverfahrens. Sie betonten, daß sie zwar weder mit López Obrador noch mit der PRD sympathisieren, jedoch das Verfahren ablehnen, weil es "nicht nur illegitim, sondern illegal" und "ungerecht" sei. Sie bezeichnen es als "präventiven Staatsstreich".

Die Vertreter der Banken in Mexiko betonten angesichts eines möglichen Sieges der PRD in den kommenden Präsidentschaftswahlen, ein linker Präsident würde keine Gefahr für die Wirtschaft des Landes darstelle; dies steht im Gegensatz zu früheren Aussagen, in denen sie ein Desaster voraussagten, wenn die Linke an die Regierung käme. Auf der anderen Seite waren die letzten Monate vom Kampf des Drogenhandels gegen die Bundesregierung gekennzeichnet, mit Dutzenden ermordeter Polizisten in mehreren Bundesstaaten und mehreren Festgenommenen, die beschuldigt werden, staatliche Stellen, einschließlich des Regierungssitzes Los Pinos, unterwandert zu haben. Angesichts der Unterwanderung des Gefängnispersonals durch den Drogenhandel wurden das Hochsicherheitsgefängnis La Palma sowie weitere Strafanstalten militarisiert.

Das Außenministerium der USA gab seinen jährlichen Bericht über die Menschenrechtslage Mexikos heraus, in dem schwerwiegende Probleme der Korruption in Polizei und Militär, Entführungen und Erpressung durch bundesstaatliche und bezirkliche Polizisten, willkürliche Festnahmen, unter Folter erpreßte Geständnisse und außergerichtliche Tötungen durch Polizei und Militär erwähnt sowie ein "schlechtes" Menschenrechtsklima besonders in den Bundesstaaten Guerrero, Oaxaca und Chiapas beschieden werden.

José Luis Soberanes, Präsident der Nationalen Kommission für Menschenrechte (CNDH) sagte, die USA hätten kein moralisches Recht, Mexiko zu kritisieren, gab aber zu, daß "es leider stimmt". Dennoch versicherte US-Außenministerin Condoleezza Rice während ihres Besuchs in Mexiko, daß das Weiße Haus "nicht mit dem Finger auf Mexiko zeigt". Bezüglich der kommenden Präsidentschaftswahlen betonte sie, daß die US-Regierung eine mexikanische Regierung jedweder Richtung akzeptieren würde, "solange sie im demokratischen Rahmen bleibt". Ende Februar versicherte der Vertreter des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte in Mexiko, Anders Kompass, Mexiko sei bei der Durchsetzung der Gerichtlichkeit an letzter Stelle in Lateinamerika, und drängte auf Verbesserung des legislativen und juristischen Rahmens, um die individuellen Rechte der Bürger zu schützen. Kompass führte aus, es sei nötig, sozialen Druck auf die öffentlichen Beamten auszuüben, die sich nicht an die Empfehlungen der Verteidigungsinstanzen der Individualrechte halten.

Obwohl im Fall des Todes von Digna Ochoa die Akte geschlossen wurde und im Fall Noel Pável (siehe Eilaktionen von SIPAZ) kurz vor der Schließung ist, bleiben beide Fälle ungelöst. Im Januar kritisierte Subcomandante Marcos in einer Antwort auf den Brief des Generalstaatsanwalts von Mexiko-Stadt (PGJDF) Bernardo Bátiz Vázquez vom vergangenen September: "Was die Generalstaatsanwaltschaft machte, Herr Bátiz, war nicht, die Wahrheit aufzudecken noch Gerechtigkeit auszuüben. Das einzige, was sie beantragt und auch erreicht hat, war die Gunst der Rechten zu gewinnen, indem sie das Leben von zwei Personen in den Schmutz zog, die mehr taugten als alle Funktionäre der Regierung von Mexiko-Stadt zusammen. Und sie hat das in der niederträchtigsten Weise getan: indem sie ihren Tod beschmutzte." Er bat den Generalsstaatsanwalt, den Fall Digna wieder zu öffnen und seine Mitarbeiter zu verpflichten, den Fall Pável mit Verantwortlichkeit, Ernsthaftigkeit und Effizienz weiterzuführen. Bátiz seinerseits ratifizierte das Untersuchungsergebnis, die Menschenrechtsverteidigerin habe sich selbst umgebracht, das gleiche geschah im Fall Pável. Dessen ungeachtet verpflichtete das zweite Strafgericht im Februar die Generalstaatsanwaltschaft, die Untersuchungen über den Tod von Digna Ochoa wiederaufzunehmen.

FOKUS

Der Weg der Schnecke (Caracol) zur Autonomie

"Die Autonomie ist die Arbeit. Damit das Volk entscheidet, seine Rechte durchzusetzen. Sie ist eine gerechte Form des Kampfes. Für Gesundheit und all die anderen Dinge zu arbeiten, ist eine Waffe des Kampfes, die keine Kugeln schießt, sondern Worte, und sie ruft die Menschheit auf"

(Rat der Guten Regierung von Morelia)

Wer durch Chiapas reist, entdeckt immer wieder Schilder wie diese: "Sie befinden sich in rebellischem zapatistischen Territorium. Hier befiehlt das Volk, und die Regierung gehorcht".

Dies bedeutet, Sie reisen durch ein von UnterstützerInnen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) bewohntes Gebiet.

Die zapatistischen Gemeinden haben sich seit 1994 in autonome rebellische zapatistische Bezirke (MAREZ) gruppiert. Diese werden von autonomen Räten regiert, die aus Repräsentanten der Dorfgemeinschaften bestehen. Die MAREZ formieren sich geografisch und politisch unabhängig von den verfassungsmäßigen Gemeindeverwaltungen und funktionieren parallel zu den Offiziellen. Sie entscheiden über eigene Organisation von Bildung, Gesundheit und Recht. Der Widerstand bedeutet auch, keine Projekte oder Gelder der Regierung zu empfangen. Im Jahre 2001 wurde eine Verfassungsreform über indigene Rechte und Kultur verabschiedet, welche vorgibt, die Abkommen von San Andres (ASA, 1996 zwischen EZLN und mexikanischer Regierung unterschrieben) einzuhalten. Für die EZLN und den Nationalen Indigenen Kongress (CNI) bedeutet diese Verfassungsreform die Fortsetzung des staatlichen Paternalismus gegenüber den Indigenen, der deren Selbstregierung nicht anerkennt. Deshalb entschieden sie sich, ihre Autonomie durch Taten aufzubauen, wobei die ASA als gültiges Gesetz in ihren Territorien gelten.

Seit August 2003 haben die Zapatisten zusätzlich ihre Räte der Guten Regierung (JBG) als neue Ebene autonomer Organisation aufgebaut. Die JBG sind zusammengesetzt aus Vertretern autonomer Räte. Je nach Region wechseln sie alle 7, 15 oder 30 Tage.

Es gibt 5 JBG mit Sitz in den 5 Caracoles, welche aus den früheren Aguascalientes, Orte des Treffens zwischen Zivilgesellschaft und Zapatisten, entstanden sind. Die Caracoles repräsentieren symbolisch eine offene und direkte Tür zum autonomen Leben der Zapatisten. In allen Caracoles entdecken wir Wandmalereien mit Emiliano Zapata und Subcomandante Marcos, MärtyrerInnen der Kriege und Menschen mit Gesichtsmasken. In Oventik verkaufen Frauen in Kooperativen ihre Handarbeiten, in Roberto Barrios gibt es Hängematten. In La Garrucha befindet sich das Cyber pozol (Internetcafe) in der Cafeteria Smaliyel. In La Realidad und Morelia werden im Cafeteria-Restaurant Filme gezeigt. In allen Caracoles sind Zivile Friedenscamps die für MenschenrechtsbeobachterInnen und SympatisantInnen der Bewegung aufgebaut worden.

In den Caracoles berichten uns die JBG von ihrer Autonomie, ihren Fortschritten, ihren Grenzen und Herausforderungen.

Gehorchend befehlen

Die zapatistischen Caracoles machen den Aufbau der Autonomie, welche von den UnterstützerInnen der Zapatisten auch schon vor 1994 praktiziert wurde, sichtbar. Außerdem repräsentieren sie die Tatsache, dass seit Jahrhunderten die indigenen Völker kulturellen Widerstand gegen Kolonisation und Marginalisierung praktizieren. "Die Autonomie ist seit einigen Jahren auf dem Weg und sie erhält die eigenen Gewohnheiten, Entscheidungsformen, ihre eigene Sprache. Sie kommt langsam und braucht Zeit, denn die Lebensart der Indigenen entspricht nicht der der offiziellen Regierung. Und wir bestimmen, gehorchend regierend, mit unseren eigenen Autoritäten, damit sie uns helfen und wir uns selber helfen, die Autonomie ist etwas für alle." (JBG La Garrucha)

Die zapatistische Autonomie geht von dem Recht aus, ihre Autoritäten mit dem Prinzip ’gehorchend regieren’ zu wählen. ’Die Idee der Völker ist, sich selbst zu regieren und sie handeln nach dem Prinzip des Kampfes, dass die Macht dem Volk gehört. In unserem Dorf wird eine zeitlang diskutiert, was wir als Autoritäten vorschlagen sollen. Wir Autoritäten sind nur Repräsentanten. Über uns ist eine Macht, die Macht des Volkes. Wenn die Bevölkerung Probleme hat und diese nicht diskutiert, dann ist es ihr Problem. Aber wenn wir etwas tun, was unsere Bevölkerung nicht weiss, dann kommt Kritik, die wir akzeptieren müssen.’ (JBG La Realidad)

Die Autonomie wird nicht nur im politischen, sondern auch im kulturellen und wirtschaftlichen Bereich praktiziert. ’Die Autonomie wird in der Praxis aufgebaut, z.B. auf dem Maisfeld, wo geerntet wird ohne chemische Pestizide. Wir wissen, dass Pestizide Gift für uns sind. Wir suchen nach natürlichem Insektenschutz, der auf dem Feld hergestellt wird und den das Volk benutzen kann. Das Volk selber benutzt diese, denn unsere Vorfahren haben keine Chemikalien benutzt. Die Autonomie wird in verschiedener Form gemacht, für uns heißt es, in allem nicht mehr von der Regierung abhängig zu sein: in Produkten, die uns indigenen Völkern schaden, wie die Gentechnik.’ (JBG Roberto Barrios)

Die Gemeinden bauen ihre eigenen Bildungsprogramme auf, ihre Gesundheit, ihren Handel, und sie suchen Formen eigener Ernährungssicherung, in Zeiten, in denen das Freihandelabkommen mit Nordamerika die Existenz von fairem Markt für Agrarprodukte wie Kaffee, Mais und Bohnen entscheidend eingeschränkt hat.

Der Weg der Autonomie geht langsam, denn wie sie uns mitteilten: ’Das schwerste ist die Praxis. Reden ist leicht, aber es tun ist eine andere Sache. Die Theorie hat ihren Wert, aber nicht den höchsten.’ (JBG Morelia).

Bildung

In fast allen Bezirken gibt es Schulen mit indigenen Bildungspromotoren der eigenen Gemeinde. Diese werden in Workshops ausgebildet, die von der mexikanischen und internationalen Zivilgesellschaft entweder direkt oder durch wirtschaftliche Hilfen unterstützt werden. Im Gebiet von Oventik wurde eine autonome Oberschule initiiert, um damit die Grundschulen weiterzuführen. Jugendliche aus verschiedenen Bezirken besuchen dort diese Oberschule. Im Gebiet von Morelia gibt es Grund- und Oberschulen in mehreren Gemeinden und sie träumen von einer eigenen Universität. ’Wir wollen die Bildung der Regierung nicht vergleichen oder anpassen. Aber sie taugt weder für die indigenen Völker noch für die Zapatisten, deshalb hat unsere Bildung eine andere Ansicht zur Regierung. Diese ist individualistisch und egoistisch, sie bereiten den Schüler darauf vor, dem Besitzer der Betriebe zu dienen, damit dieser im Geschäft nicht verliert. Die Beziehung zur Natur wird nicht gelehrt. Die autonome Bildung hilft dem Volk und der Organisation, weil die Jugendlichen lernen, nicht einem Chef zu dienen, sondern ihr Wissen in den Dienst des Volkes zu stellen.’ (JBG Morelia) In Roberto Barrios beginnen die Kinder im Bildungsprojekt ’Semillita del Sol’ (Samen der Sonne) zu lernen. Später kommen sie in das Autonome Zapatistische Technische Kulturzentrum (CCTAZ), und die SchülerInnen können selber entscheiden, was sie weiter lernen wollen. Im Gegensatz zum Bildungssystem der Regierung gibt es keine Zensuren und Versetzungen, niemand soll ausgeschlossen werden und alle sollen nach ihren Fähigkeiten gefördert werden.

Der Bildungsinhalt wird aus ihren Bedürfnissen geboren: ’Wir entwickeln andere pädagogische und politische Bildungsformen und benutzen nicht die offiziellen Materialien. Wir unterrichten in unseren eigenen Sprachen und auf spanisch. Es wird auch mit Geschichten gearbeitet, um zapatistische und andere Kämpfe gegen die Unterdrücker einzubeziehen. Es wird für «Leben, Umwelt und Umgang mit natürlichen Ressourcen« gearbeitet.’ (JBG La Garrucha).

Im autonomen Bildungs- und Gesundheitswesen werden Menschlichkeit und Würde dem Geld übergeordnet. Den Sinn für gute Gemeinschaft wiederzugewinnen ist unerlässlich, um das Gute Leben für alle zu erreichen. ’In unserer Organisation gibt es nicht die Vision, für Geld zu dienen, die Arbeit wird aus dem Bewusstsein geboren’ (JBG Morelia). Die Promotoren werden von der Gemeinde gewählt und erhalten keinen Lohn. Eine der größten Herausforderung autonomer Bildung ist es daher, dem Abspringen der Promotoren vorzubeugen, wenn die Gemeinden sie nicht ausreichend unterstützen.

Gesundheit

Große Fortschritte machen die autonomen Bezirke auch im Gesundheitswesen. Es gibt regionale Kliniken in La Garrucha und Oventik. In der Region von La Realidad haben sie ein Krankenhaus in San Jose del Rio aufgebaut. Hier wurden schon, dank den solidarischen Ärzten von Comitan, mehr als zehn Operationen in der eigenen Chirurgie durchgeführt.

Es wird versucht, in jedem Bezirk eine kleine Apotheke und in jedem Dorf einen Gesundheitspromotor zu haben. Die Ausbildung der Promotoren ist ähnlich wie im Bildungsprojekt. Im Gesundheitswesen wird versucht, die Promotoren auch in verschiedenen Spezialgebieten auszubilden: Gynäkologie, Zahnmedizin, Labor, Kinderkrankheiten und Pflanzenheilkunde. ’Alte Leute kennen viele Heilpflanzen. Junge Leute wissen nicht, wofür die Pflanze nützt. Deshalb müssen wir diese Weisheit erlernen, bevor sie 2 Meter unter der Erde begraben sind.

Die Alten haben sich organisiert und sind nun die Lehrer. Es werden Promotoren in chemischer und andere in Naturmedizin ausgebildet’ (JBG La Realidad).

Wenn die Apotheke gut mit Medikamenten gefüllt ist (durch Spenden der Zivilgesellschaft), brauchen die zapatistischen Patienten nicht dafür zu bezahlen, aber wenn diese knapp sind, dann zahlen sie die Unkosten. Auch die Behandlung ist für sie gratis. Die nichtzapatistischen Patienten dagegen zahlen einen kleinen Beitrag für die Behandlung und die Unkosten der Medikamente. Viele Patienten anderer Organisationen ziehen es vor, in zapatistische Gesundheitszentren zu gehen, weil die Promotoren ihre Sprache sprechen und sie mit Respekt behandeln: «Die Gesundheit gehört der Menschheit. Es gibt großes Problem mit der Medizin und der Behandlung. Vor allem die Frauen haben große Angst vor dem Krankenhaus. Wir werden von den offiziellen Krankenhäusern diskriminiert, es gibt dort keinen würdigen Raum für uns’ (JBG Morelia).

In den Gesundheitsprogrammen wird der gesundheitlichen Vorbeugung durch bessere Hygiene und Ernährung besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Deshalb wurde im Caracol La Garrucha ein ganzheitlicher Plan begonnen, welcher Latrinenbau, Körperhygiene, Gemüseanbau und Impfungen einbezieht. In Morelia ist persönliche und kollektive Gesundheit Teil des Bildungsprogramms in der autonomen Schule.

Autonome Wirtschaft

In den letzten Jahren haben die autonomen Bezirke Lebensmittelläden und Kooperativen aufgebaut, um mit dem Verdienst ihre Projekte, die kein Geld erwirtschaften (Gesundheit und Bildung), unterstützen zu können und um mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen: "Im Handel haben wir schon einiges geleistet, zum Beispiel in der Kaffeekooperative. Der Kaffee wird ins Ausland exportiert (Mut Vitz, Yachil Xojobal). Wir haben auch die Kunsthandwerkskooperativen der Frauen: Frauen für die Würde, Xiluchon und Niximrosa. Außerdem haben wir eine Schuhwerkstatt. Hier werden alle möglichen Schuhe hergestellt, die die Leute brauchen. In den Dörfern wird Gemeinschaftsarbeit geleistet. Z.B. die Frauen arbeiten in der Bäckerei, in der Tierzucht und auf dem Gemüsebeet. Dies sind Beispiele der Arbeiten, die von Männern und Frauen geleistet werden, damit unsere Zapatistengemeinden überleben und den Widerstand weiterhin aushalten. Wir sorgen uns nicht so sehr um die Brotkrumen der Regierung. Wir haben unsere eigene Arbeit" (JBG Oventik) Es gibt Gemeinschaftsarbeiten mit Rindern, Kaffee und Mais. Doch das Schwierigste ist, einen Verkauf mit gerechten Preisen zu finden.

Dieses Jahr gelang es, den Kaffeepreis in der Region La Realidad zu erhöhen, weil er vom Caracol gekauft und nach Tapachula transportiert wurde, wo ein besserer Preis als der der Koyoten (Händler) erreicht wurde: ’Wir beginnen zu merken, wenn wir den Chompiras (Lastwagen der Region) haben, können wir besser im Kaffehandel arbeiten. Wir hassen die Scheisskoyoten. Diese zahlen 12.5 Pesos pro Kilo. In Tapachula werden sie bis zu 17 Pesos zahlen. Wir beginnen zu rechnen und wir sehen, mit Hilfe unseres Lastwagens können wir den Bauern bis zu 14,5 Pesos auszahlen. Auch den Nichtzapatisten. Am Tag, als wir dies bekannt machten, begannen sofort die Leute zu uns zu kommen, und der Koyote konnte nicht mehr kaufen. So begannen die Koyoten, mehr zu zahlen als wir: 15 Pesos pro Kilo. Das wichtige ist, sie zahlen zwar mehr, die Bauern wissen aber, was die JBG verdient, wird der Bevölkerung zu Gute kommen. Die Koyoten hörten auf zu kaufen. Die wirtschaftliche Eigenständigkeit ist unsere schwierigste Aufgabe’ (JBG La Realidad).

Die Herausforderung, weniger von externen Produkten abhängig zu sein und für den eigenen Konsum zu produzieren, ist eine ständige Sorge der autonomen Regionen. In Roberto Barrios begannen sie den Arbeitsbereich Ökologische Landwirtschaft, um den Anbau zu vervielfältigen und auch zu verkaufen. Sie denken daran, ihre Produkte mit anderen Regionen auszutauschen.

Es ist schwer, die Produkte internationaler Konzerne nicht mehr zu konsumieren: ’Wir haben das noch nicht verhindern können, weil es am Bewusstsein unserer Leute mangelt. Wenn wir Durst haben, dann haben wir Lust auf Coca Cola und auf Sabritas. Doch wir glauben uns organisieren zu können, um darauf zu verzichten. Doch das ist sehr schwer. Nach und nach sehen wir, was dem Volk nützt und was nicht, das geht Schritt für Schritt. Unser Weg wird es zeigen. Es geht nicht darum, zu verbieten, sondern Bewusstsein zu erreichen. Es geht um Erziehung und Information, die Medien haben dabei ein großes Gewicht.

Das wichtige ist, Fragen und Reflexion anzuregen, auf die Erde zu kommen, das stärkste ist die Handlung, die Tat. Es ist sinnlos wenn die JBG verbietet’ (JBG Morelia).

Rechtsprechung, Justiz, Konfliktlösungen

Die meisten Konflikte, die wir in diesem Regierungsjahr gesehen haben, gingen um Land. Die JBG suchen die Mediation zwischen den Streitparteien, um diese Konflikte gewaltfrei zu bearbeiten. ’Wir glauben, es gibt andere Formen, das Recht anzuwenden. Es ist kein Geld im Spiel. Der erste Schritt ist die Nachforschung, zu sehen, was passiert ist, wir arbeiten viel in Versöhnung, mit Mediation, neutral zu sein. Anschließend werden die in den Streit verwickelten Personen zusammengeführt. Es wird viel mit Traditionen und Gebräuchen gearbeitet. Wir wissen, es gibt auch schlechte Traditionen. Die Alten sind sehr wichtig für die Bewusstseinsbildung .Wenn jemand gestohlen hat, ist es wichtig zu sehen, warum er gestohlen hat, denn alle haben Not. Es wird mit beiden Seiten gearbeitet. Es wird ein Urteil gesprochen, und wenn die Person es einsieht, macht sie eine Gemeinschaftsarbeit.’ (JBG Morelia).

Im Grenzgebiet zu Guatemala (La Realidad) gibt es viele Probleme mit dem Menschenhandel. Zur Zeit unseres Besuches hatten die Zapatisten einen Pollero (Händler illegaler Einwanderer) festgenommen. Auf zapatistischem Territorium ist der Handel mit Menschen, Drogen, Alkohol und Waffen verboten. Der Pollero wurde von der JBG verurteilt, 6 Monate am Bau einer Brücke für die Dörfer mitzuarbeiten, um dabei über seine Taten nachzudenken.

Zu den JBG kommen auch Nichtzapatisten, um ihre Konflikte zu lösen, da die offizielle Justiz Straflosigkeit und Korruption fördert. In einer JBG erzählten sie uns von einem Angehörigen einer nichtzapatistischen Organisation, der von einem offiziellen Rathaus Fahrgeld bekam, um die JBG zu besuchen, nachdem er seine Vorladung der JBG vorgewiesen hatte.

Durch ihre Autonomie erreichen die Zapatisten, nicht nur ihre Kultur wiederzugewinnen und zu erhalten, mit Hilfe ihrer eigenen Sprachen, Anbaumethoden und eigener Weisheiten, sondern sie versuchen auch, eine partizipative Demokratie zu realisieren. Paradoxerweise verwandelt sich eine so klare Logik in einen Kampf des Widerstands gegen eine Welt, die ihrer Zerstörung entgegengeht, einer Welt, in welcher der Schrei nach Menschlichkeit bedeutet, sich gegen die ’Entwicklung’ aufzulehnen, die vom System der kapitalistischen Welt auferlegt wird. Die zapatistische Autonomie leistet einen Beitrag, eine Spalte in das Gerüst dieser Weltordnung zu schlagen, in der das Kapital über menschlichen Werten steht und der Markt über die Ethik regiert. Die Zapatisten zeigen einen Weg, ihren Weg. Sie tun, sie gehen und fragen. Wir, vor ihnen sitzend, können nur in uns selber schauen und uns fragen: Was tun wir, um diese Welt zu verändern, in der Ungleichheit und Gewalt nötig sind, um den Reichtum Weniger zu nähren?

Artikel

V. Weltsozialforum: Politischer Tourismus oder Errichtung von Alternativen?

Vom 26. bis am 31. Januar fand das fünfte Weltsozialforum (WSF) in Porto Alegre, Brasilien, statt, zeitgleich mit dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, bei welchem sich die wirtschaftlichen und politischen Führungskräfte der Welt treffen. Das WSF versucht ein Gegenpol zum WEF zu sein, indem es "ein offener Begegnungsraum (ist), um effiziente Aktionen vorzustellen (...), welche sich dem Neoliberalismus und der Herrschaft des Kapitals über die Welt oder jeglicher Form des Imperialismus entgegenstellen’." (Grundsatzerklärung des WSF).

Die Zahlen des WSF 2005 scheinen einen großen Erfolg widerzuspiegeln: Mehr als 150’000 TeilnehmerInnen aus 135 Ländern, 6800 JournalistInnen, 2500 Aktivitäten, 2800 Freiwillige und 352 Schlussdokumente (siehe z.B. den "Aufruf der Sozialbewegungen gegen den Krieg, den Neoliberalismus, die Ausbeutung und den Ausschluss; für eine andere Welt, die möglich ist.").

Das WSF wurde zu einem riesigen Raum, welcher bei weitem die Idee der Gründer übersteigt. Außerhalb der eigentlichen Foren (der weltweiten, der kontinentalen und der thematischen), welche seit dem Jahr 2001 mit reger Teilnahme aufgebaut wurden, kommt dem WSF auch eine Schlüsselfunktion im weltweiten Protest gegen den Krieg zu, welcher am 15. Februar 2003 zehn Millionen Menschen in vier Kontinenten mobilisieren konnte.

Dennoch teile ich, nachdem ich dieses Forum erlebt habe, nicht vollumfänglich den Enthusiasmus des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez, der es als "der wichtigste politische Anlass der Welt bezeichnete.

Ein riesiger Karneval?

Beim Eintreffen bei den weiträumigen Örtlichkeiten, wo sich das Forum abspielte, an den Ufern des Río Guaiba, kam man nicht an der Frage vorbei, ob man sich zu einem Treffen über "eine andere Welt ist möglich" bewegte oder ob man an den Strand ging. Einerseits wegen der - hinsichtlich der sommerlichen brasilianischen Hitze völlig verständlichen - Art und Weise, wie sich die Leute kleideten, andererseits wegen des entspannten Ambientes und dem Duft nach Sonnencreme. Außerdem stellte sich die Frage, ob auch wirklich jemand in den beinahe 500 Zelten unterschiedlicher Größe sein würde, in denen sich gemäss Programm die "offiziellen" Aktivitäten abspielen sollten oder ob die "Aktion" nicht viel eher auf der Strasse stattfinden würde.

In Porto Alegre ist das Sympathisieren mit dem brasilianischen Präsidenten Lula Da Silva nicht gern gesehen, da er bei der Mehrheit der hier versammelten lokalen Bevölkerung heftig umstritten ist. Trotzdem bin ich auf gewisse Art und Weise einverstanden mit seinem Vergleich des WSF mit einer "Ideologienmesse". Tatsächlich hinterfragten in den "Gängen" viele das Format und die Gültigkeit dieses Raumes. Andere sprachen von den Risiken, welche das Forum konfrontiert. Zum Beispiel Paul Nichols von Vía Campesina, als er forderte, dass das WSF "nicht mehr bloß ein Tourismus von Forum zu Forum sei, sondern ein Ort des sozialen Kampfes gegen den Neoliberalismus."

Oder der portugiesische Literaturnobelpreisträger Saramago, als er die Gefahr erwähnte, dass sich dieser Raum in ein "simples Mekka von linken Pilgern und Diskussionen über Utopien konvertiere" oder James Petras: "Das Forum hat keinen politischen Inhalt, es ist ein großes Happening, wo sich alle Welt trifft und alle über ihre Dinge sprechen, jedoch ohne jegliche Kohärenz oder Aussagekraft." Persönlich erlebte ich nicht einmal in der Massendemonstration die Kraft eines militanten Engagements oder eines wirklichen Konstruierens, sondern eine Suche nach Antworten auf Fragen aller Art, individueller oder sozialer. Ich fühlte also viel eher "eine so beliebte Form der Einsamkeit" (Benedetti)... Das WSF gegenüber seinen eigenen Widersprüchen Manchen zufolge könnte das WSF Opfer seines eigenen Erfolges werden: wegen der enormen Größe, welche es erreichte, und wegen der Vielfalt der Themen und Problematiken. Auf der anderen Seite erscheinen Widersprüche, welche diesen Raum beschädigen könnten: Elitismus versus gesellschaftliche Beteiligung Auch wenn in diesem Gebiet Fortschritte gemacht wurden, ist es offensichtlich, dass direkte RepräsentantInnen der sozialen Bewegungen nur sehr schwer für solch eine Reise aufkommen können. Durch verschiedene Aspekte, nicht zuletzt durch die Wahl des Tagungsorts Porto Alegre, eine nach Kriterien des Nordens "entwickelte" Stadt, zeigt sich, dass es ein Forum ist von und für die erste Welt. Deswegen wird auch auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht, den Prozess zu dezentralisieren: Im Jahr 2007 sollte das WSF in einem afrikanischen Land stattfinden. Bis dahin sind die meisten TeilnehmerInnen, welche nicht zur am stärksten vertretenen Gruppe der BrasilianerInnen gehören, aus dem Norden oder werden von Partnerorganisationen aus dem Norden finanziert.

Ein weiteres Gebiet, wo ein gewisser Elitismus andauert, ist der Raum, welcher bekannten Persönlichkeiten zugestanden wird. Dafür tragen jedoch nicht nur die OrganisatorInnen die Verantwortung, sondern auch die Teilnehmenden. Es scheint, dass wir bessere Fähigkeiten haben zum Zuhören, wenn wir die vortragende Person mehr wert schätzen.

Pragmatismus versus Utopie

Es gibt zwei große Blöcke: Der erste ist der Meinung, dass das WSF nicht praktisch oder konkret sei und dass es Zeit werde, von den Anklagen und Reden zur Suche nach Lösungen und Aktionen zu schreiten. Um die Verzettelung und Vereinzelung zu überwinden, schlagen sie vor, einige wenige Achsen des Kampfes auszusuchen.

Die andere Gruppe ruft auf, den horizontalen Raum des Dialoges ohne Diskriminierung und Hierarchie aufrechtzuerhalten. In diesem Sinn stellt sie die Prioritätensetzung in Abrede als eine Verneinung des eigenen Geistes, welcher sich im Satz der Grundsatzerklärung widerspiegelt, dass das WSF "ein offener Raum der Begegnung sei", welcher "nicht vorgibt, eine repräsentative Instanz der weltweiten Zivilgesellschaft zu sein."

Offensichtlich gibt es Unterschiede zwischen jenen, die zum ersten Mal teilnehmen und jenen, die schon an früheren Foren waren und auf eine andere Ebene fortschreiten möchten. Dort könnte sich das "Manifest von Porto Alegre. Zwölf Vorschläge für eine andere mögliche Welt" ansiedeln, welches von verschiedenen Persönlichkeiten unterzeichnet wurde (obwohl diese Persönlichkeiten vorgeben, nicht im Namen des Forums zu sprechen). Ich erinnerte mich an die Bedeutung des zapatistischen Mottos in Chiapas: "Im Schritt des Langsamsten gehen."

Auf einer anderen Ebene existiert auch eine Spannung zwischen mehr reformatorischen Haltungen (welche die staatlichen Strukturen respektieren) und den Optionen, welche eine totale Veränderung des Systems vorschlagen.

Die Gefahr der Kooptation

Eine andere Gefahr, welche offensichtlicher wird und welcher vollständig auszuweichen dem WSF nie gelang, ist jene der Kooptation seitens eher klassischer politischer Akteure.

Die Radikalsten fragen sich, ob es sich nicht in einen Raum der Katharsis verwandelt hat, um die direkte Konfrontation mit dem kapitalistischen System zu umgehen. Um den Vergleich mit dem Karneval wieder aufzunehmen, wie man ihn in meinem Dorf feiert (gewiss jedoch ohne so viele Konfettis und Rhythmen wie in Río de Janeiro): einen Tag im Jahr darf man sich ungestraft lustig machen über die anderen und vor allem über die Autoritäten. Aber am nächsten Tag kehrt alles zur "Normalität" zurück.

Ein letzter Punkt der Besorgnis ist die beinahe systematische Abwesenheit von wirklichen Debatten. Das "klassische" Format aller Aktivitäten sind "Vorträge" und danach "Diskussion zwischen allen Teilnehmenden".

Oftmals wird dieser zweite Moment zu einem Dialog zwischen Tauben. Was auch immer das behandelte Thema war, sehr häufig kehrte jeder zu seiner eigenen Thematik zurück, mit welcher er ans Forum gekommen ist.

Und dennoch: Es gibt viel hervorzuheben...

Größere Übereinstimmung

Zuerst einmal zog man von der elitären Katholischen Universität von Porto Alegre weg hinaus auf Felder, wo 205 Auditorien aufgebaut worden waren und 295 Zelte, zu einem guten Teil aus wiederverwerteten oder natürlichen Materialien. Die Verschmutzung des Flusses stellte einen krassen Kontrast dazu dar. Diese Bemühung um größere Kongruenz mit den Wechseln "nach außen" macht sich auch in anderen Details bemerkbar, wie die Rucksäcke für die Teilnehmenden, die Toiletten- Anlagen, die Essensstände innerhalb des WSF usw., welche die Logik der solidarischen Wirtschaft respektieren. Es wurden auch organisatorische und methodologische Veränderungen vollzogen, um stärker einen Prozess "von unten nach oben" zu erreichen: Alle Aktivitäten wurden von den Teilnehmenden angeregt, keine wurden im Gegensatz zu früher von den Organisierenden aufgezwängt, als diese noch über die Themen und die Personen der großen Vorträge entschieden.

Vielfältige Begegnungen

Inmitten dieses Babels scheinen die Möglichkeiten von Begegnungen unbegrenzt: Nord-Süd, Süd-Nord, Süd-Süd, Süden im Norden, Norden im Süden. Eine neue Sprache wird erfunden. Aufgrund der Notwendigkeit und wie man es ganz selten tut, wenn man in seinem Herkunftsland ist, gibt man sich große Mühe bei der Kommunikation. Nicht alles ereignet sich im Diskurs, im Theoretisieren, in der Effizienz eines Beschlusses, in einem konkreten Produkt, sondern in formellen oder informellen Begegnungen mit so vielen anderen Personen. Die guten Absichten von jeder und jedem einzelnen dürfen nicht gering geschätzt werden, das Zusammenlaufen von so vielen Wegen an einem Ort. Bei erneutem Durchschauen des enorm breiten Programms wird deutlich, dass alle Richtungen der Suche und alle Bedeutungen anwesend sind. Es fehlt kaum irgend etwas, das mit sozialer Transformation zu tun hat. Es gibt keinen anderen Raum, wo solch eine Vielfalt sichtbar ist. Das WSF ist nicht "ein" Forum, es sind viele Foren gleichzeitig.

Samen der Hoffnung?

Der Reichtum des WSF liegt gerade in der Vielfalt. Man kämpft gegen ein hegemoniales Modell, indem die Vielfalt gefördert wird. Es geht nicht darum, ein hegemoniales Modell durch ein anderes zu ersetzen. Jorge Santiago von der Organisation DESMI (Wirtschaftliche und soziale Entwicklung der mexikanischen Indígenas) aus Chiapas, der auch in Porto Alegre war, sagte uns nach dem WSF: "Es ist wie ein großes Geschenk, von dem man wohl viel Papier wird wegwerfen müssen. Erinnert euch auch an die biblische Parabel des Unkrauts. Es werden Samen der Veränderung gesät. Sie werden nicht 150’000 Früchte tragen, nicht alle werden zu Agenten der Veränderung. Aber daraus kann zumindest das neue Element herauskommen. Auf alle Fälle wird sich die Welt nicht dort, in Brasilien, verändern, sondern dort, wo du bist. Es ist eine Einladung, da wo du bist, mit der Arbeit fortzufahren, an deinem eigenen Ort des Engagements." Ich bin völlig einig mit ihm: An die Arbeit!"

AKTIVITÄTEN VON SIPAZ
Januar bis März 2005


KONTAKTE;
INTERNATIONALE PRÄSENZ UND BEGLEITUNG SOZIALER PROZESSE:

Im Februar und März besuchten wir die "Räte der Guten Regierungen" (JBG) in den 5 Caracoles der Zapatisten, vor allem um Interviews zu machen für das Schwerpunktthema dieses Berichts. Im Februar beteiligten wir uns an einem Austausch des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de las Casas zu Internationaler Begleitung. Daran nahmen verschiedene internationale Organisationen teil, die eine Form von Präsenz in Chiapas durchführen. Im März waren wir im Tiefland von Tila, in der nördlichen Region von Chiapas, um mit verschiedenen Akteuren über die politische Lage der Region zu sprechen. Nach den Wahlen im Oktober 2004 gab es hier Konflikte in der Kreisstadt, und eine Polizeiaktion führte im Februar zur Räumung des Rathauses. Im März trafen wir uns mit Juan Esponda, dem Leiter der Kommission für Versöhnung in gespaltenen Gemeinden der Regierung von Chiapas, um auch mit ihm über die Situation im Norden von Chiapas zu sprechen. Wir hatten verschiedene Treffen und Interviews mit Persönlichkeiten unterschiedlicher Religionen. Im März nahmen wir teil am runden Tisch über "Frieden" innerhalb eines Workshops der Baptistenkirche mit indigenen Teilnehmern aus ganz Chiapas.

Information

Wir empfingen Besuche, Delegationen, Studierende und Journalisten, um ihnen von der politischen Situation in Chiapas und der Arbeit von SIPAZ zu berichten. Viele kamen aus Europa. Wir empfingen mehr Delegationen als üblich, besonders hervorzuheben sind aus den USA eine Delegation von Afroamerikanern, die Karawane für Nachhaltige Lösungen, Rechtsanwälte, Studierende der Quäkerschule; aus Kanada eine Studierendendelegation sowie VertreterInnen verschiedener indigener Völker Kanadas. Im März hielten wir einen Vortrag in San Cristobal de las Casas über die nördliche Region (Region von Chiapas, in welcher SIPAZ seit 1998 besonders präsent ist) in einem öffentlichen Raum für Reflexion und Analyse über aktuelle Themen sozial Interessierter: "Mit lauter Stimme denken." Wir wurden im Fernsehprogramm "En la barra" des 10. Kanals interviewt, um über das Friedenskonzept und die Arbeit von SIPAZ zu sprechen. Ein Mitglied des Teams ist weiterhin auf einer Vortragsreise in Deutschland unterwegs, um in verschiedenen Städten und Gruppen über Chiapas und die Arbeit von SIPAZ zu berichten. Wir beteiligen uns weiterhin an den Seminaren "Das Werk von Immanuel Wallerstein: eine Grammatik, um die aktuelle Welt aus kritischer Perspektive zu betrachten", welche vom "Zentrum für Studien, Information und Dokumentation Immanuel Wallerstein" der Universität der Erde-Chiapas im Indigenen Zentrum für ganzheitliche Bildung (CIDECI) veranstaltet wird.

Beziehungen und Austausch

Vom 26. bis 31. Januar waren wir beim V. Weltsozialforum, welches in Porto Alegre in Brasilien stattfand. Wir beteiligten uns aktiv an der Veranstaltung "Für ein lateinamerikanisches Friedenskonzept", welches vom Lateinamerikanischen Netzwerk der Friedensarbeiter (REDLAPAZ) unter dem Motto; "Kultur des Friedens durch soziale Bewegungen aufbauen" angeboten wurde. Wir beteiligen uns weiterhin am Friedensnetzwerk, einem Aktions- und Reflexionsbündnis, welches durch 15 Organisationen getragen wird, die Prozesse von Frieden und Versöhnung in Chiapas unterstützen. Im Februar sprachen wir als Netzwerk mit der Gruppe "Frieden mit Demokratie", im Rahmen einer Reise von mexikanischen Akademikern, die Chiapas besuchten, um die "Räte der Guten Regierungen" zu befragen. Vom 18. bis 20. Februar waren wir beim Zweiten Treffen der Gemeinden und Bauern, die in Naturreservaten leben: "Für die Verteidigung unseres Landes und seine natürlichen Ressourcen" in der Gemeinde Nuevo Francisco Leon, Chiapas. Es beteiligten sich über 350 VertreterInnen aus ca. 50 indigenen Gemeinden. In diesen Monaten haben wir zwei Ausländer in Aspekten und Bedeutung von Internationaler Begleitung ausgebildet. Diese werden Raul Gatica, Mitglied des Indigenen Volksrates von Oaxaca "Ricardo Flores Magon" CIPO-RFM, als Teil der durch die Interamerikanische Menschenrechtskommission, CIDH in Washington, USA, verhängten Schutzmassnahmen, begleiten. Vom 16. bis 18. März beteiligten wir uns am Workshop "auf Konflikte antworten". Dieser wurde von PROPAZ (Schweizer Plattform für Frieden in Chiapas) organisiert und von Sue Williams der Birmingham-Schule geleitet.

 Quelle:  
  http://www.sipaz.org/fini_deu.htm 
 

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