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Mehr zu Folterung politischer Gefangener im Gefängnis El Amate, Chiapas

La Jornada vom 17.07.2006
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

 
Folter und Zusetzungen gegen politische Gefangene in El Amate Gefängnis denunziert
Die Opfer sind zwei Tzotziles aus Huitiupán, Chiapas, Anhänger der Anderen Kampagne
Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas fordert Gefängnisdirektor auf, den erforderlichen Schutz zu garantieren

Zivile Organisationen in Chiapas denunzierten die Folter und die Zusetzungen gegen "politische Gefangene" im Gefängnis El Amate, in Cintalapa, auf Initiative des Gefängnisdirektors, Armando Fabricio Maldonado Gómez, sowie physische Aggressionen gegen Familienmitglieder und Freunde der Gefangenen, die zur Gruppe Die Stimme von El Amate" gehören und Anhänger der Anderen Kampagne sind.

Bei den Gefangenen, die Opfer der Folter geworden sind, handelt es sich um Aureliano Alvarez und Tiburcio Gómez, zwei Tzotzil Indigenas aus Huitiupán. Die Stimme von El Amate, eine Organisation von 12 politischen Gefangenen, die Anhänger der Sechsten Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald sind, denunzierten, sie seien zuerst "mit dem Tod bedroht worden, und sind schon einmal bewusstlos auf der Krankenstation des Gefängnisses gelandet, aufgrund der Folter und der Schläge im Zentrum für Soziale Rehabilitierung (CERESO) Nr. 14, Hochsicherheitstrakt". Alvarez und Gómez sind am 29. Juni in das Gefängnis eingewiesen worden, nachdem sie 55 Tage in der Haftanstalt Quinta Pitiquitos verbringen mussten, incomunicado und "nachweislichen Misshandlungen unterworfen ".

Im Gefängnis selbst wurden sie andauernd bedroht und gefoltert, trotz der Beschwerden des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de las Casas (CDHFBC), das den Direktor aufforderte, den Gefangenen den Schutz zu gewähren, zu dem er verpflichtet war. "Die Mitglieder der Stimme von El Amate, die ihren Status als politische Gefangene einfordern, und seit dem 1. Januar diesen Jahres einen unbefristeten Proteststreik geführt haben, standen diesen Vorgängen nicht gleichgültig gegenüber, und boten den Compañeros, die sich in einem sehr schlechten physischen und psychologischen Zustand befanden, ihre Hilfe an", bestätigt die Menschenrechtsorganisation. Dieses solidarische Handeln wurde vom Gefängnisdirektor und der Gefangenenstruktur zu seinen Diensten, mit Drohungen, Aggressionen und Zusetzungen beantwortet.

Nach sechs Monaten im Proteststreik, denunzierte die Stimme von El Amate "die Repression und Tyrannei des Gefängnisdirektors", der die Vertreter der Gefangenenblocks dazu benutzte, Unterschriften ihrer Mitgefangenen zu erzwingen, um die politischen Gefangenen als "Aufrührer" auf andere Gefängnisse zu verlegen. Sie erwähnten "das cholerische Wesen unseres Direktors, der am 13. Juli anordnete unseren Compañero Julio César Pérez Ruiz zusammenzuschlagen".

Das CDHFBC denunzierte auch, dass am gleichen Tag Aureliano and Tiburcio "von anderen Mitgefangenen (wahrscheinlich auf Anordnung des CERESO Direktors) zusammengeschlagen wurden, die als die "Los Precisos" bekannt sind: Andrés Balcaser, alias ’El Cachorro’ und Filadelfo González, ’El Cochero’ ". Am 14. Juli versuchte das CDHFBC El Amate zu besuchen, aber auf Anordnung von Maldonado wurde es ihnen nicht gestattet weiter als bis zum Besuchsraum einzutreten. "Aureliano und Tiburcio, mit Atemschwierigkeiten und Schmerzen im Unterleib, Brustkorb und Rücken, wiederholten eindringlich, dass sie bedroht werden. Dabei befanden wir uns die ganze Zeit in der Anwesenheit dreier ’Wachposten’ (Häftlinge, die Mitgefangene aus dem Gefängnisinneren zum Besuchsraum eskortieren") mit einschüchterndem Gehabe."

Die Gefangenen denunzierten, man habe sie am Donnerstag, den 13. Juli, bereits zum zweiten Male "in den Brustkorb geschlagen, sie stülpten uns Säcke über den Kopf, tauchten uns in eine Wassergrube, sie schlugen uns schlimmer als beim ersten Mal". An diese Übergriffe waren mindestens 10 Personen beteiligt. Infolgedessen mussten sie die gesamte Nacht auf der Krankenstation verbringen. Aureliano und Tiburcio bestätigten, dass die ’Los Precisos’ angedroht haben, sie wieder zu verprügeln, wenn sie am nächsten Sonntag wieder in den allgemeinen Wohntrakt zurückkehren.

Alles begann in Mai

Dem CDHFBC zufolge wurden die Indigenas seit dem 5.Juli "von anderen Häftlingen mit exzessiver Brutalität geschlagen, die sie in eine Abwassergrube tauchten, und sie am ganzen Körper mit Chlor bewarfen, der Verbrennungen verursachte. Darüber hinaus raubten sie ihr Geld und ihr Eigentum, weil sie die 250.000 Pesos nicht gezahlt haben, die von jedem von ihnen gefordert wurden, damit sie nicht geschlagen werden, um mit ihren Familien sprechen zu dürfen, ein Schlafplatz zu erhalten, und keine Bäder schrubben zu müssen. Ihre Verwandten bemerkten die Verbrennungen und Prellungen, und informierten, dass die Gefangenen damit bedroht würden "totgeschlagen zu werden, wenn sie nicht zahlen".

Die Aggressionen und die Folter, die Aureliano und Tiburcio im Gefängnis zu erleiden haben intensivierten sich nach der Intervention des CDHFBC vor dem Staatlichen CERESO Generalkoordinator, Eduardo Coutiño Remy, und Roger Grajales González, Regierungssekretär von Chiapas.

Das CDHFBC hat den Fall seit Mai verfolgt. "Aureliano Alvarez Gómez wurde am 5. Mai willkürlich festgenommen, ohne Haftbefehl und ohne einen Grund anzugeben. Am 7. Mai wurden Aurelianos Vater, Juan Alvarez Juárez, und seine Töchter, Alberta und Seferina, von Elementen der Staatspolizei unter falschem Vorwand nach Tuxtla Gutiérrez gebracht. Man sagte ihnen, ihr Verwandter sei beschuldigt an der Entführung des Vaters des Bezirkspräsidenten von Huitiupán, Maximiliano González Perez, beteiligt gewesen zu sein, und dass man ihnen in Tuxtla die gesetzliche Situation von Aureliano erklären würde. Hier wurden Alberta, Seferina und Aureliano auf Anordnung des Richters des Distriktsstrafgerichtes von Tuxtla Gutiérrez festgenommen. Don Juan Alvarez wurde als einziger freigelassen, mit der Drohung ihn wieder einzusperren, sollte er "irgendetwas unternehmen".

Alberta und Zeferina Alvarez Gómez wurden jeweils 10 und 12 Tage lang gefangengehalten, "in unzumutbaren Bedingungen und ohne die medizinische Behandlung die sie bedurften, da Alberta nach einer Nierenspende eine eingeschränkte Diät halten musste, und Zeferina in der Stillzeit kurz nach einer Entbindung war.

Aureliano und Tiburcio wurden fast zwei Monate lang gefangengehalten, ohne dass die Ministerialbehörden ihre legale Situation definiert hätten. "Die gesetzliche Ausführung der Festnahme wurde vom Obersten Nationalen Gerichtshof als verfassungswidrig bezeichnet", so die Verteidiger. Aureliano berichtet während der Gefangenschaft gefoltert und gezwungen worden zu sein eine selbstbeschuldigende Aussage zu unterzeichnen. Die Verhöre zielten darauf hin, Informationen über die Struktur der EZLN und den Standort zapatistischer Enklaven in Huitiupán zu erhalten", betont das CDHFBC.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2006/07/17/020n1pol.php 
 

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