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Oaxaca, die "Ordnung" will zurückkehren

Indymedia vom 02.10.2006

  Im seit 4 Monate dauernden "Sommer der Anarchie" im südmexikanischen Oaxaca, wird es immer brenzliger für die Akteure der sozialen Bewegung.

Die Leute dort, die mit der APPO eine Art Räteselbstregierung, ein neues soziales Experiment, an die Stelle des verjagten Gouverneurs Ulises Ruiz(URO) und seinem parlamentarischen Anhang, setzten, sollen eventuel in den nächsten Stunden oder Tagen, durch einen Angriff Polizei und/oder des Militärs überfallen werden. Von folgendem möglichen Szenario wird auf Chiapas.ch berichtet:

"Infos vom 27. September: Innenminister Abascal fordert ebenfalls die Intervention der PFP, Fox soll heute dazu Stellung nehmen. Die APPO hat Alarmstufe Rot ausgerufen, die Bevölkerung bereitet sich auf eine Intervention von PFP und Militär vor! Ein föderaler PRD-Abgeordneter warnt vor einem Plan, von dem er erfahren hat: Morgen Donnerstag − an dem ein eintägiger Generalstreik geplant ist − sollen sogenannte "grupos de choque" des CROC, bewaffnete Provokateure der PRI, einen Gewaltakt begehen, der dann definitiv das Einschreiten der PFP "notwendig" mache. Dieses Einschreiten der Polizei- und Militäreinheiten sei für Freitag geplant..." http://www.chiapas.ch

Ob das was der Sozialdemokrat von der PRD rausbekommen haben soll, oder eine PolizeiAktion in ähnlichem oder massieveren Ausmasz geschehen wird, das Thema ist Brennpunkt in Mexio und die von Oben wollen ihre Macht zurück.

Schon vor dem Innenminister, hatte auch URO beim noch-Präsident Fox angeklopft, dass dieser den Marschbefehl setze. An der Entscheidungsmacht des Staatsoberhauptes soll es nun liegen, was desweiteren geschehen wird.

Es ist dort die Rede von einem "präventiven Einsatz", die APPO antwortet darauf, am 25.September, in einem kämpferischen Kommunique

"(...)Wir kennen ihre Präventivaktionen, vor etwas mehr als einem Monat, fiel der Compañero Lorenzo San Pablo, ermordet durch ihre Meuchelmörder, während einer dieser "Präventivaktionen"."Aufräumaktion" nannte er es dann, die Aggressionen hielten alle Nächte lang an und im grösser oder kleinerem Ausmass wurden Schüsse auf die Compañeros der verschiedenen Camps, registriert.Durch den Kurs den URO fährt geschieht das, was wir schon seit vielen Tagen verurteilen, die mörderische Gewalt gegen die Leute aus Oaxaca. Es wird UROs letzter Schlag werden.(...)Wir rufen ganz Oaxaca dazu auf die Camps und die Barrikaden zu verstärken, alle Mittel der Verteidigung müssen stärker werden, stärkt die Barrikaden, URO ist völlig verloren und wenn ein Tyrann sich verloren fühlt, sucht er jemand der ihn mitnimmt wie er es in einem Treffen, vor seinem Kabinett, ausdrückte.wir werden diesem letzten Schlag entschlossen und organisiert gegenübertreten, der Sieg ist nah, der Tyrann ist verloren.Also los, mit allen zusammen, bis das er fällt."

Wie die Verteidigungsstrategie und wie der Angriff aussehen werden , wird also in diesen Stunden in Oaxaca bzw. in der Haupstadt ausgehandelt.Einmal von Unten im Süden, in Versammlungen wird analysiert und überlegt wie der "Tyrann" schlussendlich verjagt wird, aber auch ob das was aufgebaut wurde nicht erhalten bleiben soll, und solange diese Dinge geklärt sind, wird alles daran gesetzt das neue Oaxaca, wie es in den letzten Monaten entstanden ist, zu verteidigen.Und derweil Oben, in der Haupstadt des Landes, treten die gewaltstaatlichen Stäbe zusammen und überlegen wie sie Oaxaca platt machen und zurückerlangen ohne all zuviel Aufregen zu erzeugen.Wobei natürlich weder die APPO noch "die Oben" eine homogene Masse darstellen. Teile der APPO sind darüber hinaus in der anderen Kampagne, initiiert von den Zapatistas, organisiert.

Die andere Kampagne wurde nach dem brutalen PolizeiÜberfall auf Atenco,(Indyfeature) einem Ort mit junger rebellischer Vergangenheit, zwei Busstunden südlich der Hauptstadt gelegen, unterbrochen.Zapatistensprecher Subcommandante Marcos reiste zuvor einige Monate durchs Land, um den einfachen Leuten, den alltäglich diskriminierten Leuten, von denen viele an − oder unter der Armutsgrgenze leben, zuzuhören. Ihre Kämpfe und Träume für ein anderes Mexiko, eine andere Welt wollen sie austauschen und verbinden, und dabei niemanden alleine lassen.So kam es dass die Andere nach dem Überfall eine zeitlang unter der Fahne der Freiheit, für die politischen Gefangenen, weiterkämpfte.In Attenco starben ein Junge und ein Student durch Polizeigewalt, viele Leute sind festgenommen worden wobei, die brutalvorgehenden Polizisten, in einem fast ungekannten Ausmass, sexuelle Gewalt gegen die Gefangenen anwendeten.Wochenlang gab es weltweit Demos und Aktionen für die Freiheit der Festgenommenen, doch nachwievor, befinden sich viele von ihnen ,ca.30, im Knast Santiaguito. Kürzlich gab es weitere Verhaftungen von BewohnerInnen Atencos, einige die dort wohnen,- müssen sich verstecken.

Marcos ist vor ein paar Tagen zurück in die autonomen Gemeinden in Chiapas gefahren, kurz nachdem er ankündigte die unterbochene Rundreise, in den Norden des Landes, Anfang Oktober fortzusetzen.Da Atenco aber nicht allein bleibt, wird er zusammen mit einigen Commandant@s der EZLN wieder in dieses Dorf zurückkehren und sie dort im Kampf für die Freiheit der Gefangenen, "absetzen".Er veröffentlicht z.Z. eine Kommuniqueserie zu den Wahlen und über die Andere, und im 4.Teil äussert sich die EZLN zu Oaxaca:

"(...)Oaxaca.Das Unten bricht auch in Oaxaca hervor und nimmt Form und Weg in der APPO. Das Vetorecht dieser Bewegung wurde würdevoll wahrgenommen . Es ist nicht wichtig ob sie teilnehmen, wählen werden oder nicht(und wenn sie es für die Koalistion(AMLO) oder eine andere Parteikraft machen).Dies ist nicht das Bedeutungsvolle, sondern bedeutend ist, dass sie Vertrauen in ihre eigene Stärke haben, welches weiter geht als das ihrer Dirigenten und der Konjungturen.Dieses Vertrauen hat ihnen bis jetzt erlaubt, ihre Taktiken für sich selbst zu entscheiden, ohne dem Druck von Aussen und den Räten zum "guten Gewissen", nachzugeben.Als EZLN unterstützen wir diese Bewegung und versuchen durch die compañer@s der Anderen, die dort kämpfen, zu sehen was geschieht und zu lernen.Aus zwei Gründen wird unsere Unterstüzung nicht darüberhinaus gehen: Einer ist, weil es sich um eine sehr komplexe Bewegung handelt, direktere Unterstützung könnte "Lärm", Ängste und Verwirrung verursachen;der andere ist, weil die Leute in Oaxaca mehrmals beschuldigt wurden, Verbindungen zu bewaffneten Organisationen zu haben ,dann könnte die Medienkampagne dagegen die schon im Gange ist durch unsere direkte Präsenz, wachsen.(...)"

So wird die Reiseroute in den Norden, von Leuten der EZLN, Anfang Oktober wohl nicht über Oaxaca führen, und was bis dahin, dort passieren wird, werden die nächsten Tage zeigen.

 Quelle:  
  http://germany.indymedia.org/2006/09/158024.shtml 
 

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