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Hintergrundbericht & Bilder zu Montes Azules

Gruppe B.A.S.T.A. vom 09.10.2003

  Hallo zusammen!

Hier ein Link zu einem interessanten & bebilderten Bericht zur aktuellen Lage einer Raeumungsbedrohten Gemeinde in den Montes Azules!

http://de.indymedia.org/2003/10/62906.shtml

solidarische Gruesse, Gruppe B.A.S.T.A.

Unter dem Link sind dann auch die Bilder zu finden. Hier der Text:

Montes Azules: Zapatistas bedroht!!

von Der Loewe und der Maulwurf − 05.10.2003 04:21

Wie schon im April dieses Jahres werden die zapatistischen Gemeinden Nuevo San Isidro und Nuevo San Rafael wieder durch sechs PRIistische und drei lakandonische Gemeinden mit Vertreibung aus dem Biosphärenreservat Montes Azules (Chiapas) bedroht. Campamentistas (MenschenrechtsbeobachterInnen) berichteten, dass zur Zeit die Gemeinden Nuevo San Isidro und Nuevo San Rafael von Vertreibung bedroht sind. Diese beiden zapatistischen Gemeinden befinden sich im Biosphärenreservat Montes Azules, welches aufgrund der enormen Biodiversität von großem Interesse für die Regierung und transnationale Konzerne, wie z.B. die Pharmakonzerne Monsanto (USA) und Novartis (Schweiz), ist. Im Rahmen des neoliberalen Megaprojektes Plan-Puebla-Panamá (PPP), bei dem es sich um verschiedene wirtschaftliche Projekte handelt, welche sich von dem mexikanischen Bundesstaat Puebla bis zum mittelamerikanischen Staat Panamá erstrecken sollen, ist insbesondere die rohstoffreiche Region Montes Azules im Südosten Chiapas von Ausbeutung und Biopiraterie bedroht. Angesichts dieser Bestrebungen sind den Pharmakonzernen und der Regierung Fox natürlich die zapatistischen Gemeinden ein Dorn im Auge, da sie nicht nur dieses Land für sich beanspruchen, um überleben zu können, sondern sich auch aktiv gegen die Zerstörung des Urwaldes und generell gegen solche neoliberalen Projekte wehren. Dieses schaffen die Zapatistas vor allem durch ihren Kampf für Autonomie und freie Selbstbestimmung, welchen sie zuletzt bei der Fiesta und der Geburt der Caracoles am 8.-10. August dieses Jahres in Oventik eindrucksvoll bewiesen und vorangetrieben haben.

Geschichte der Gemeinde Nuevo San Isidro

Die momentan in San Isidro lebenden fünf Familien stammen ursprünglich aus der zapatistischen Gemeinde Chavajeval in der Region Altos in Chiapas. Dort geschah am 10. Juni des Jahres 1998 ein Massaker durch die Bundesarmee, die von morgens bis nachmittags die Gemeinde bombardierte. Diesem Angriff fielen zwei Zapatistas und ein PRIista (Anhänger der ehemaligen Regierungspartei) zum Opfer. Sie blieben dort weiterhin wohnen, verließen die Gemeinde jedoch am 8. Februar 2001, da kein Ackerland für sie mehr zur Verfügung stand und sie Hunger litten. In der Region Montes Azules gründeten sie daraufhin die Gemeinde 8 de Febrero, in der sie zwei Jahre lang lebten und arbeiteten. Da der Boden in diesem Teil des Biosphärenreservates aber nicht sehr fruchtbar war und die Maisernten die Familien nicht ausreichend ernähren konnten, suchten sie nach einem neuen Siedlungsort. Diesen fanden sie nahe der guatemaltekischen Grenze direkt am Fluß Lacantún gelegen. Am 16. März 2003 gründeten sie dort Nuevo San Isidro. Im darauffolgenden April erfolgte der erste Vertreibungsversuch. Am 12. April kamen ca. 40 Lakandonen (1972 wurde den sogenannten Lakandonen von der mexikanischen Regierung ein großes Gebiet in diesem Reservat überlassen. Dies geschah aber nur mit dem Ziel, die Lakandonen der Regierungspolitik gefügig zu machen und um so die dortige Biodiversität langfristig ausbeuten zu können.) mit Macheten und Pistolen bewaffnet an das Ufer nahe der Gemeinde. Sie forderten die BewohnerInnen dazu auf innerhalb einer Woche die Gemeinde zu verlassen. Es waren aber auch zwei Beamte des Ministeriums für Umwelt und natürliche Ressourcen SEMARNAT (Secretaría del medio ambiente y recursos naturales) anwesend. Jedoch ließen sich die Zapatistas dadurch nicht beeindrucken und machten klar, dass sie die Gemeinde nicht lebend verlassen werden. Unterstützt wurden sie durch verschiedene chiapanekische Menschenrechtsorganisationen und die breite internationale Solidaritätsbewegung. Durch diese Öffentlichkeit konnte das Ultimatum nicht umgesetzt und die Vertreibung vorerst verhindert werden. Dieses obengenannte Ministerium SEMARNAT unterstützt auch weiterhin die Vertreibungsbestrebungen, in dem sie regelmäßig (fast jeden zweiten Tag) an der Gemeinde mit Booten vorbeifahren und so den Druck aufrechterhalten. Einige Male versuchten sie auch mit den BewohnerInnen zu verhandeln, was aber immer von den Zapatistas abgelehnt und sie auf das Caracol La Realidad verwiesen wurden. Eine ehemalige zapatistische Nachbargemeinde, welche sich auf die Versprechungen der Regierung eingelassen haben, wurde belogen und lebt nun schon seit mehreren Monaten auf der Straße in Comitán.

Aktuelle Situation

Die Vertreibungsbemühungen erreichten in den letzten Tagen einen weiteren vorläufigen Höhepunkt. Das Menschenrechtszentrum "Fray Bartolomé de Las Casas" veröffentlichte vor wenigen Tagen eine Pressemitteilung (siehe unten), um die nationale und internationale Zivilgesellschaft darüber zu informieren. Auf einer Versammlung der PRIistischen und lakandonischen Gemeinden am letzten Dienstag wurde ein Datum für die Vertreibung festgelegt. Jedoch ist dies leider noch nicht bekannt. Wir werden aber weiterhin versuchen, Informationen zu ekommen und euch auf dem Laufenden zu halten. Eins ist aber klar: die Situation ist äußerst brenzlig und die Zapatistas sind fest entschlossen in der Gemeinde zu bleiben, wie der folgende O-Ton zeigt: "Hier werden wir bleiben und wir sind bereit, unser Blut für die Würde zu geben. Wir sind bereit, unser Blut für unsere Kinder zu geben, die hier aufwachsen, und um unsere Mutter Erde zu verteidigen."

Centro de Derechos Humanos Fray Bartolomé de Las Casas, A.C.

San Cristóbal de Las Casas, Chiapas
25. September 2003

Pressemitteilung

Das Menschenrechtszentrum "Fray Bartolomé de Las Casas" erhielt von den BewohnerInnen der Gemeinde Nuevo San Isidro, die sich in der Region Montes Azules befindet, die Bekanntmachung über eine Versammlung, welche von den Autoritäten der Gemeinden 13 de septiembre, San Andrés, Loma Bonita, Flor de Café, Cacauatlán und Bella Ilusión abgehalten wurde. Dort diskutierten sie über die Situation, in der sich das Biosphärenreservat Montes Azules befindet, und kamen darüber überein, gemeinsam Maßnahmen zu ergreifen, um die BewohnerInnen der Gemeinden San Isidro und Nuevo San Rafael, die sich beide in dem Biosphärenreservat Montes Azules befinden. Es ist wichtig anzuführen, dass diese Handlungen von den Gemeinden FronteraCorozal, Nueva Palestina und San Javier unterstützt werden. Es besorgt uns, dass angesichts der Ineffektivität der Politik der sowohl bundesstaatlichen als auch staatlichen Verantwortlichen sowie SEMARNAT ("Secretaria del medio ambiente y recursos naturales", Ministerium der Umwelt und natürlichen Ressourcen) und PROFEPA ("Procuraduría Federal de Protección al ambiente", föderale Behörde für Umweltschutz), die legitimen Forderungen der dort ansässigen indigenen Gemeinden zu erfüllen, diese Konfrontation zwischen indigenen Gemeinden entsteht. Ein weiteres Mal verweigert die mexikanische Regierung die kollektiven Rechte der indigenen Bevölkerung anzuerkennen, welche durch die Konvention 169 der ILO ("International Labour Organization") anerkannt sind, die der mexikanische Staat vor mehr als zehn Jahren ratifiziert hat.

Dieses Menschenrechtszentrum hat den Prozess der Belästigung und Bedrohungen, welchen circa 50 Familien, die in den Gemeinden San Isidro und Nuevo San Rafael wohnen, ausgesetzt wurden, verfolgt. Genauso weisen wir in diesem Kontext auf die permanenten Zwangsumsiedlungen hin, welche die Choles (indigener Sprach- und Kulturzusammenhang) der Gemeinde Lucio Cabañas erlitten haben. Ihnen gegenüber hatten sich Beamte des selbigen SEMARNAT am Ende des Jahres 2002 verpflichtet, im Austausch für das Verlassen ihres Gebietes ein Grundstück mit guter Bodenqualität und 20 Hektar pro Familie zur Verfügung zu stellen. Jedoch sind sich die Familien nach einer mehr als fünf Monate anhaltenden Serie von aufeinanderfolgenden Täuschungen über das Fehlen politischen Willens der staatlichen Umweltbeamten, welche sich dem Einhalten des Vereinbarten verweigern, bewusst.

Dieses Menschenrechtszentrum ruft die Konfliktparteien dazu auf, einen Dialog zu führen, um eine angemessene Lösung des Problems zu erzielen.

Auf die gleiche Art und Weise bittet es die Verantwortlichen die Grundsätze der Konvention 169 der ILO bezüglich der vorherigen Konsultierung und der Zustimmung der betroffenen Gemeinden, genau so wie die Anerkennung des Rechtes auf freie Selbstverwaltung und Selbstbestimmung gemäß ihrer eigenen Werte und Gebräuche einzuhalten und die Stimme der indigenen Bevölkerung von Chiapas zu achten, wie es in den Vereinbarungen von San Andrés festgehalten wurde.

 Quelle:  
  http://www.gruppe-basta.de/ 
 

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