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Zapatisten werden UES Drohungen nicht nachgeben

La Jornada vom 01.08.2007
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

 
"Ihr glaubt doch wohl nicht, dass wir aufgeben werden?" antworten zapatistische Unterstützungsbasen zu den Drohungen der UES

Gemeinde 24 de Diciembre, Chiapas, 31. Juli. Praktisch gesehen, ist dies eine indigene Gemeinde, die von der Bundesarmee und der Sektorpolizei von Chiapas belagert wird, in offener Allianz mit den Mitgliedern der Ejido-Union der Selva (UES), die mit Vertreibung drohen, und ankündigen, dass sie diese mit "Schusswaffen" vornehmen würden, die bisher noch niemand zu sehen gekriegt hat. Es geht hier um die Verteidigung des Territoriums, die Wälder, die Wasserquellen, das Recht auf Land und Arbeit. Und um eine hinterlistige Kriegs- und Bestrafungsstrategie gegen die Tojolabales, die die Regierung und Großgrundbesitzer herausgefordert haben.

Diese Gemeinde des autonomen Bezirks San Pedro de Michoacán stellt den Knotenpunkt einer raffinierten Aufstandsbekämpfungskampagne dar, die sich seit vielen Jahren herangebildet hat. Der gegenwärtige "Konflikt" ist nicht aus dem Nichts entstanden. Es sind gerade Mitglieder der UES aus Nuevo Momón, Cruz del Rosario und andere Dörfer gewesen, mit denen der Bundesdelegierte für Frieden Chiapas, Luis H. Alvarez seine ständige Arbeit von Zuteilungen und Zuwendungen vorgenommen hat; sie sind zwischen 2001 und 2006 seine "feste Kunden" gewesen, und privilegiertes "Ziel" der öffentlichen Politik nach dem zapatistischen Aufstands.

Die laufende Operation gegen diese Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN), stützt sich auf eine ungewöhnliche ideologische und akademische Unterstützung, offen oder versteckt gefördert durch die Behörde für Soziale Entwicklung, die Nationale Kommission für die Entwicklung der Indigenen Völker, die Behörde für Agrarreform, die Bundeswahlbehörde, das Kollegium von Mexiko und der Nationalrat für Wissenschaft und Technologie. Es ist interessant, wie in diesem Teil des Tojolabal Tales die geduldige und aufwendige Arbeit der militärischen Nachrichtendienstes und die Militärbesetzung mit dem Anstrich der sozialen Wissenschaft und landwirtschaftlichen Forschung überzogen wird.

Es ist nicht von geringer Bedeutung, dass dieses Land einst einem General gehörte. Und nicht irgendein General. Absalón Castellanos Domínguez, Erbe einer Dynastie von Großgrundbesitzer aus Comitan, war Militärchef der Region unter Gouverneur Juan Sabines dem Älteren, und als solcher direkt verantwortlich für das Massaker von Wolonchán Anfang der 80er Jahre (heute fast unbekannt, aber größer als das Massaker von Acteal). Danach war er Gouverneur. Stets Unterdrücker. In den ersten Wochen von 1994 war er Kriegsgefangener der EZLN. In 1995 übergab er der Bundesarmee ein Grundstück auf einer seiner zahlreichen Fincas, El Momón, für die Einrichtung einer Operationsbasis, die bis heute den Zugang zum Tojolabal Tal kontrolliert, in dem es eine starke zapatistische und autonome Präsenz gibt.

Im März 2007, zeitgleich mit dem Beginn der Aggressionen der UES- Mitglieder, gegen 24 de Diciembre, wurde die ausführliche Studie "Die bewaffnete Rebellengemeinde und die EZLN", von Marco Estrada Saavedra veröffentlicht (El Colegio de México, 2007, S. 625), zu deren wichtigsten "lokalen" Informationsquellen die Berater der UES und deren Mitglieder in Cruz de Rosario, Nuevo Momón und anderen Dörfern zählen (wenn auch verdünnt oder durch Aussagen vermeintlicher Ex- Zapatisten).

Die Studie, die wie zu erwarten, von Rezensionen, Presseberichten und politischen Kolumnen gut aufgenommen wurde, untermauert soziologisch die Mediationsarbeiten, die von den Delegierten von Vicente Fox und bestimmten seiner Mitarbeitern in dieser Zone bewerkstelligt wurden, und den regierungsübergreifenden akademischen Zentren in Chiapas und Mexiko Stadt zugeschrieben werden.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist, dass einige der Campesinos der UES, die Anspruch auf dieses Land erheben, bereits Eigentümer von Farmen und Grundstücke in diversen Gemeinden sind. So wie zum Beispiel Lorenzo Juárez López, Mitwirkender und Förderer der paramilitarisierten Invasion in 24 de Diciembre, der Land in Nuevo Momón und Ojo de Agua besitzt. Sie sind alle an produktiven und kommerziellen UES-affilierten Unternehmen beteiligt, wie dem "Café der Selva"; sie sind Nutznießer verschiedener Regierungsprojekte und unterstützen vorbehaltlos die Anwendung des Programms zur Beurkundung der Ejidal-Kommunalen Rechte (PROCEDE). Kaziken eben, und "kollektive" Informanten für das erwähnte Buch des Kollegiums von Mexiko. Unabhängig von seinen möglichen Vorzüge als historiographische Synthese und soziologische "Fallinterpretation", funktioniert das Buch als Teil der Konfrontationsstrategie zwischen den Gemeinden.

Als Teil ihres politischen Stammbaums, ist die PRI-affiliierte UES mit der Gruppe Magisteriale Campesinogesellschaft (SOCAMA) liiert, und gehört zur so genannten "SOCAMA verde". Dieser Ausläufer der nationalen Gewerkschaft der Arbeitern im Bildungsbereich wird unverhüllt mit der Gründung paramilitärischer Gruppen wie Paz y Justicia (in der nördlichen Zone), und den bezahlten Mördern aus Los Altos in Verbindung gebracht, die das Massaker von Acteal verübten.

Angesichts der freimütigen Feindseligkeit der Invasoren des autonomen Gebietes, zeigen sich die Zapatisten überrascht, dass diese sich so "aufspielen", wenn sie ihre Absicht kundtun die 16 Hektar Mais- und Bohnenfelder der Zapatisten zu zerstören und ihre Häuser mit Benzin niederzubrennen. "Sie glauben doch wohl nicht, dass wir aufgeben werden?", fragen die Rebellen.


 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2007/08/01/index.php?section=politica&article4n1pol 
 

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