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Reise der EZLN-Delegation wird ausgesetzt

Kommunique vom 26.09.2007

  Kommunique des Geheimen Revolutionären Indigenen Komitees -
Generalkommandantur der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung

Mexiko 22. September 2007

An die Bevölkerung von Mexiko: An die Anhänger der Sechsten Erklärung
und der Anderen Kampagne:

Brüder und Schwestern: Compañeros und Compañeras:

Die EZLN teilt Ihnen die folgenden Erwägungen mit, die gemacht wurden, und die Entscheidungen die getroffen worden sind:

I. - ERWÄGUNGEN.-

Chiapas. − In diesen Augenblicken treiben die Staatsregierung von Chiapas und die Bundesregierung (respektive PRD-PRI und PAN), eine Kampagne gegen die Zapatistischen Gemeinden voran. "Offizielle" Vertreibungen, paramilitärische Attacken, von Staatsbeamten geförderte Invasionen, Verfolgungen und Drohungen, gehören wieder zum Umfeld der indigenen zapatistischen Gemeinden, die bestrebt sind, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern, ohne ihre indigene Identität zu verlieren.

Wie zu den schlimmeren Zeiten der PRI, von Absalón Castellanos und "El Croquetas" Albores Guillén, greift die PRD-Regierung von Chiapas die Armen und Bedürftigen an, und umwirbt und begünstigt die Mächtigen. Wie eine rechte Regierung, treibt die Regierung von Juan Sabines in Chiapas Repression und Enteignung voran, aber diesmal unter der Fahne der Linken, und mit dem doppelten Rückhalt beider "Präsidentschaften", die unser Land erleidet: die von Felipe Calderón (von der PAN), und die von Andrés Manuel López Obrador (von der PRD und vor allem, von sich selbst)

Im Gegensatz zu früher, konnten diese Aggressionen auf das Schweigen von Stimmen bauen, die früher erhoben wurden um zu protestieren und Gerechtigkeit zu fordern, und heute schweigen, vielleicht, um nicht daran zu erinnern, dass sie AMLOs Unterstützung für Juan Sabines applaudiert haben, und seinen jüngsten Aufruf zur Unterstützung der PRD Kandidaten bei den Bezirkswahlen und zum Lokalkongress.

So erfüllt sich das, was wir seit 3 Jahren gesagt haben: dort oben gibt es weder Prinzipien noch Überzeugungen; stattdessen gibt es Ambitionen und Zweckmäßigkeiten. Und wie wir gesagt haben, zeigt sich: die institutionelle Linke ist nichts weiter als eine versteckte Rechte, eine Rechte mit illustrem Rückhalt.

Das gleiche Verbrechen wird verschieden verurteilt: wenn die Repressionen von der PAN betrieben werden, gilt es sich zu mobilisieren, um den Faschismus aufzuhalten; wenn die PRD sie betreibt, gilt es zu vergessen, zu schweigen, lächerliche Kunststücke zu vollführen oder zu applaudieren. In Chiapas wird in der Regierungspolitik ein wahrer Salto rückwärts vollzogen, aber nicht unter dem Schild der konfessionellen Rechten, sondern der "modernen" und "legitimen" Linken.

Wir werden das tun, worauf wir uns verstehen: Widerstand leisten. Es spielt keine Rolle, dass wir allein sind. Das wäre nicht das erste Mal, und wir sind es schon gewesen, bevor wir zum Modetrend wurden.

Mexiko. − Es gibt viele Aspekte, über die es nachzudenken, eine Meinung zu bilden, und eine Position einzunehmen gilt. Dies wird an einem anderen Ort und in einer anderen Form erfolgen. Für nun sagen wir lediglich, dass das, was für unser Land entscheidend ist, nicht in der vermeintlichen "Neo-Unabhängigkeit" der Legislativen Gewalt von den Kommunikationsmedien liegt. Dort oben ist Politik die Kunst der Simulation, und die Absichten des Organisierten Verbrechens (das heißt, der Regierenden) treten in den Aussagen der Politiker nicht zu Tage.

Das, was wir jetzt sagen möchten, betrifft das doppelte zivile und friedliche Unterfangen, das wir derzeit als Zapatisten eingegangen sind: das Treffen der Indigenen Völker von Amerika, und die Andere Kampagne.

Das erstere stellt ein beispielloses Ereignis dar. Fern der offiziellen nationalen und internationalen Kreise, werden sich Delegierte und Repräsentanten der Indigenen Völker des Amerikanischen Kontinents treffen, um sich direkt kennen zu lernen, um sich gegenseitig zu sehen und zu hören. Das heißt, um zu beginnen sich gegenseitig zu respektieren. Die Tatsache, dass das Treffen auf dem belagerten Stammesgebiet des Yaqui Volkes, im mexikanischen Bundesstaat Sonora stattfindet, ist ein Symbol unseres ständigen Kampfes, uns sichtbar zu machen und uns selbst die Stimme und das Gehör zu verleihen, die uns dort oben verweigert werden.

Am 11., 12., 13., und 14. Oktober, in Vicam, in Sonora, in Mexiko, werden wir die indigenen Völker repräsentieren, die ihrem braunen Blut die zapatistische Farbe hinzugefügt haben.

Was die Andere Kampagne betrifft, so stellt sie für uns die einzige ernsthafte Anstrengung dar, eine nationale Bewegung von unten und links zu errichten.

Auffallenderweise benutzen jene, die diese Anstrengung zuvor kritisiert haben, jetzt die gleichen Worte wie wir, wenn sie sich auf die politische Klasse beziehen, auf die Notwendigkeit, zuzuhören und sich von unten zu organisieren.

Als Zeichen unserer Verpflichtung jenen gegenüber, die jetzt unsere Compañeras und Compañeros sind, werden zusätzlich zu den Treffen, die wir auf unserem Gebiet veranstalten, um uns besser kennen zu lernen, eine oder mehrere Delegationen der EZLN regelmäßig die Orte besuchen, an denen gekämpft wird, um mehr über sie zu erfahren.

Wir haben bereits eine erste Rundreise durch unser ganzes Land geführt, und nun, um einen Entwurf für ein landesweites Kampfprogramm aufzustellen, das die Gesinnung und das Denken aller enthält, die zur Anderen Kampagne gehören, haben wir eine zweite Reise im Norden Mexikos unternommen.

Wie bei anderen Gelegenheiten, hat die EZLN, wie jedes mal wenn wir unser Gebiet verlassen, um andere Orte unseres Landes aufzusuchen, sich an die bestehenden politisch-militärischen Organisationen gewendet, um sie respektvoll darum zu ersuchen, keine Aktionen durchzuführen, die das Leben und die Freiheit unserer Delegierten bei ihren zivilen und friedlichen Arbeiten gefährden.

In allen Fällen ist uns stets die volle Aufmerksamkeit und der Respekt dieser besagten revolutionären Organisationen zuteil geworden, und unsere politischen Initiativen konnten wiederholt auf ihre Sympathie zählen.

Es handelt sich dabei um Organisationen, deren Auffassungen über Struktur, Methoden, Analyse und Geschichte, sich von den unseren unterscheiden, aber die wir anerkennen und respektieren. Ihre Existenz und Beharrlichkeit, so wie die unsere, sind den schweren Lebensbedingungen entsprungen, die unser Volk erleidet, und dem Mangel an Räumen für die Beteiligung und den Kampf in der Politik. Eine dieser revolutionären Organisationen, die Revolutionäre Volksarmee (EPR) führt derzeit eine politisch-militärische Kampagne um das unversehrte Vorzeigen zweier ihrer Kampfgefährten zu fordern.

Die Forderung nach dem Vorzeigen dieser Verschwundenen ist nicht nur legitim, sie ist auch eine Denunzierung des Schmutzigen Krieges, den dieser vernarrte Liebhaber militärischer Uniformen, Felipe Calderón Hinojosa, derzeit neu inszeniert.

Als Zapatisten denken wir, dass wir von der Revolutionären Volksarmee nicht verlangen können einen Waffenstillstand auszurufen und die Kampagne, die sie mit der gerechten und legitimen Forderung nach dem Vorzeigen ihrer Verschwundenen führen zu unterbrechen, nur um unserer Delegation zu erlauben durch die Territorien zu reisen, die ihrer Präsenz oder ihrem Einfluss unterliegen.

Andererseits hat sich die nervöse Dummheit, unter der die Beauftragten der offiziellen Repression ohnehin leiden, durch die neuen Aktionen der EPR derart verschärft, dass selbst wenn die Leitung der Revolutionären Volksarmee großzügigerweise einen Waffenstillstand gewähren würde, um unserer Delegation zu ermöglichen ihre Arbeit durchzuführen, es der militärischen Regierung von Felipe Calderón zuzutrauen wäre, ein Attentat zu inszenieren, um zu versuchen der EPR die Verantwortung dafür unterzuschieben, und nicht existierende Konflikte als Motiv anzuführen.

Vor kurzem erklärte ein Regierungsbeamter, dass das von der EPR denunzierte Verschwinden nicht von der Regierung vorgenommen wurden, sondern von einer anderen revolutionären Organisation. Es ist jedoch bekannt, dass die Regierung die Verschwundenen festgenommen hat und sie in ihrer Gewalt hält, und es ist deshalb Sache der Regierung, sie unversehrt vorzuzeigen.

II. − BESCHLÜSSE. -

Compañeras und Compañeros:

Aus all diesen Gründen, die wir soweit wie möglich versucht haben zu synthetisieren, haben wir das folgende beschlossen:

Erstens. − Die Sechste Kommission der EZLN setzt die Reise der zweiten Etappe der Anderen Kampagne aus, die für die Staaten und Regionen des Zentrums und Südens des Landes, für die Monate Oktober, November und Dezember 2007 angekündigt wurde, und wird stattdessen zivile und friedliche Aktionen zur Verteidigung der Zapatistischen Gemeinden durchführen.

Zweitens. − Die EZLN wird ihre Verpflichtung einhalten, die sie als Teil der organisatorischen Kommission bei der Durchführung des Treffens der Indigenen Völker von Amerika übernommen hat. Eine Delegation der zapatistischen Leitung wird dorthin reisen, um an den Tagen des 11., 12., 13. und 14. Oktobers, auf dem Stammesgebiet der Yaqui-Volkes in Vicam, Sonora, Mexiko anwesend zu sein, und an diesem bedeutenden Treffen teilzunehmen, das ausschlaggebend für den zukünftigen Kampf der indigenen Völker dieses Kontinents sein wird.

Freiheit und Gerechtigkeit für Atenco!

Freiheit und Gerechtigkeit für Oaxaca!


Für das Geheime Revolutionäre Indigene Komitee - Generalkommandantur
der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung. Sechste Kommission
der EZLN

Aus den Bergen des mexikanischen Südostens

Subcomandante Insurgente Marcos Mexiko, September 2007

 Quelle:  
  http://enlacezapatista.ezln.org.mx/ 
 

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