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Nach Honduras?

Zapapres-Import vom 26.08.1996

  FSK - Mittelamerika News 26.8.96, Hamburg, gh/ZAPAPRES
Quelle: IPS 8.8. und 22.8.96


Die Regierung in der Hauptstadt Tegucigalpa winkt ab: UNO-Beobachter an der Grenze zu El Salvador seien trotz der jüngsten Vorkommnisse nicht notwendig. Zur Not könne man auch die eigenen Truppen an der Grenze verstärken.

Anfang August hat eine bewaffneten Bande aus El Salvador das früher unstrittene Grenzgebiet zwischen beiden Ländern überfallen, die Bevölkerung mit dem Tod bedroht und zum Verlassen ihrer Felder gezwungen. Dabei gab es zwei Verletzte.

Der Vorfall wird von der salvadorianischen Seite geleugnet. Für die honduranische Regierung ist es anderseits ein willkommener Anlaß, in der Grenzregion, die sonst gänzlich vernachlässigt wird, die Muskeln spielen zu lassen.

Der Konflikt um die Grenzregion artete bereits im Jahr 1969 zu einen 100 Stunden langen Krieg aus, der von beiden Seiten auch dazu genutzt wurde, im Inneren nationalistische Stimmungen zu schüren und gegen die linke Opposition vorzugehen. Im Jahr 1992 gestand der internationale Gerichtshof in Den Haag mehr als 60% des umstrittenen Gebietes Honduras zu.

Der Bevölkerung in der Grenzregion hatte das internationale Urteil wenig genutzt. Da sie auf einer doppelten Staatsbürgerschaft beharrt, wurden ihr bislang die meisten honduranischen Rechte verweigert. Von den Friedensvereinbarungen zwischen der salvadorianischen Regierung und der ehemaligen

Befreiungsbewegung FMLN, die ihre Basis vor allem in der Grenzregion hatte, wurde sie ausgeschlossen. Wenigstens die zur Oppositionspartei gewandelte FMLN, die seit 1994 auch mehrere BürgermeisterInnen in den Grenzgemeinden stellt, hat ihre ehemalige Basis nicht ganz vergessen. Die frühere Guerillakommandantin Ana Guadalupe Martinez, heutiges Mitglied der Parlamentskommission für auswärtige Angelegenheiten, bekräftigt, da¬∑ "ihre Partei nicht passiv bleiben könne und Initiativen ergreifen müsse, damit sich die Probleme nicht vertiefen. Die ständigen Beschuldigungen gegen die FMLN, sie habe die Konflikte an der Grenze verursacht, müßten endlich aufhören." Sie ist es auch gewesen, die UNO- Beobachter für die Grenzregion eingefordert hat.

Doch in seltener Eintracht mit seinen Kollegen jenseits der Grenze hat sich der stellvertretende Außenminister von Honduras gegen den Vorschlag von Ana Guadalupe Martinez ausgesprochen. "Solange sich nicht das salvadorenische Außenministerium für UNO-Beobachter ausspreche, sehe er auch keinen Anlaß dafür".

Es scheint ganz so, als wollten sich beide Seiten bei einem neuen miltärischen Kräftemessen nicht von internationalen Beobachtern stören lassen.


Quelle: Zapapres
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