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Der Transnationale Plünderung des Mexikanischen Südostens

La Jornada vom 26.08.2002
von Carlos Fazio
übersetzt von Dana

  Montag, 26. August 2002 — Es gibt ein wiedererstarktes Interesse einiger offiziellen diplomatischen Missionen in Mexiko, zu wissen was die EZLN tun wird, wenn das Urteil des Obersten Gerichtshof über die Legalität der konstitutionellen Gegenreform für indigene Rechte, erwartungsgemäß ungünstig ausfallen wird. Der überraschende Wechsel in der administrativen Leitung des Puebla-Panama Plans hat ebenfalls Interesse geweckt, nachdem Florencio Salazar (jetzt für soziale Kontrollaufgaben für das Regierungsministerium wiederverwertet) ersetzt wurde, und das Amt von Tlatelolco die Leitung übernahm.

Beide Angelegenheiten sind miteinander verbunden. Und beide haben sie mit den hegemonischen Plänen der Vereinten Staaten für die gesamte Region zu tun. Und auch mit Präsident Fox’ Verrat bei der Elektrizitätsgegenreform, die durch die Modifikation der Artikel 27 und 28 der mexikanischen Verfassung, die Öffnung des Energiesektors für das transnationale private Kapital anstrebt. Dies ist nicht bloß irgendeine Verschwörungstheorie, sondern es sind fest stehende Tatsachen. Die Gegenreformen für indigene Rechte und die Elektrizität sind Teil des gleichen Pakets, der im Rahmen des PPP auch eine logistische polizeilich-militärische Repositionierung für Aufstandsbekämpfung im Tehuantepec/Cañadas (Chiapas) Isthmus Korridor vorsieht. Diese wurde früh im voraus und im Geheimen ausgearbeitet, um präventive Aktionen und/oder blitzartige Angriffe ausführen zu können, ganz wie die Situation es erfordert.

Mit seinen enormen natürlichen und mineralen Ressourcen (Wasser, Wälder, Biodiversität, natürliches Gas) ist das feuchte zentrale Bergmassiv des Maya Urwaldes — das Chimalapas und die Selva Lacandona in Mexiko umschließt und sich über den gesamten mittelamerikanischen biologischen Korridor erstreckt — die große Beute, die Washington, transnationale Konzerne und Vertreter der mexikanischen Oligarchie zu kontrollieren wünschen. Die Gründe sind offensichtlich. Wasser als Ressource, kann für große Geschäfte für private Konzerne in den Bausektor übernommen werden (Megaprojekte, Autobahnen, Dämme, Elektrizitätsverbindungen mit Mittelamerika, technische Infrastruktur) — unter den Firmen befinden sich die zweimal geretteten ICA und Tribasa — und im Zementsektor insbesondere Cemex (Lorenzo Zambrano / Amigos del Fox (*Wahlvereinigung "Freunde von Vicente Fox"). Diese Firmen werden darüber hinaus auf offizielle Subventionen zählen können, legale Garantien und repressive Sicherheit für ihre Investitionen durch die Armee und die Präventive Bundespolizei.

Wasser ist auch eine unverzichtbare Ressource für die Entwicklung der transnationalen Landwirtschaftsindustrien, die Bewässerungsanlagen für ihre Anbauflächen in den Ebenen und für ihre Treibhäuser benötigen. Das gleiche gilt für Softdrink-Konzerne, wie Coca Cola (Fox und Zedillo / Union Pacific), das nach Vicente Fox’ Wahlsieg seine Einrichtungen in Chiapas verstärkt hat, indem sie eine Änderung der Grundverwendung für die Extraktion, Verarbeitung und Abfüllung von Wasser in dem reichsten Wasservorkommen im Jovel Tal durchsetzte (San Cristóbal de las Casas), in den Hügeln von Huitepec, ein ökologisches Reservat, das von Pronatura verwaltet wird (eine Umweltschutz NGO, die teilweise von Coca-Cola Mexiko finanziert wird).

Die Biodiversität, mit ihrem genetischen Reichtum ist ihrerseits das große Appetithäppchen für Biotech Industrien (Pharmazeutika, Gesundheitswesen und biologische Waffen), die bereits seit längerer Zeit Bioprospektionen (Biopiraterie, Biopatentierungen) in ganz Chiapas vorangetrieben haben, ganz besonders in den Montes Azules, durch multinationale Konzerne wie Novartis, Monsanto und Arturo Romos (Monterrey Gruppe/ Amigos del Fox) Pulsar (Savia / Géminis).

Der Reichtum an Biodiversität ist ebenfalls ein geostrategisches Ziel in Washington, das seit mehreren Jahren durch Diplomaten in der US Botschaft in Mexiko daran gearbeitet hat, sowie durch anhaltende Missionen in der Selva Lacandona und im Usumacinta Basin, mit offizieller und/oder getarnter USAID (Amt für Internationale Entwicklung der Regierung der Vereinigten Staaten, mit ihren grenzüberschreitenden "sozialen" Infrastrukturprogrammen).

Dieses Plünderungsprogramm hat auch in den internationalen Institutionen "Partner", die von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden (wie die Weltbank und die Interamerikanische Entwicklungsbank, Sponsoren des PPP), und mit den Diensten angeblicher NGOs, wie Conservation International.

Die Zusammenhänge zwischen der indigenen Gegenreform, der Privatisierung der Elektrizität, Wasser, Biodiversität und der Aufstandsbekämpfung, sind ebenfalls in dem bi-nationalen PPP Megaprojekt vorhanden, das für die nächste Zeit geplant ist: der Bau eines hydroelektrischen Komplexes im Usumacinta Basin (das Usu / Tulha System), das fünf Dämme umfassen wird.

Dieses Mammut-Projekt, das an der Grenze zwischen dem Petén von Guatemala und Marqués de Comillas, Chiapas, beginnen, und in Tabasco enden wird, wird die Überflutung einer Region von schätzungsweise 12.000 Quadratkilometern zur Folge haben, und 800 archäologische Anlagen und kollektive Gemeinden mit mehr als 50.000 Personen treffen. Es wird den millionenfachen Verlust von Edelholzbäumen und Waldleben beinhalten. Das erklärt zum Teil weshalb der Bezirk Ocosingo in Chiapas und von Petén in Guatemala, die am stärksten militarisierten Regionen Mittelamerikas sind. Und weshalb autonome Bemühungen und das Recht auf Selbstbestimmung der Maya-Gemeinden von Montes Azules und Usumacinta "gesetzlich" und militärisch erstickt werden müssen: weil sie die Plünderungspläne des großen Kapitals behindern.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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