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Erneut Angehörige der Ethnie Triqui in Oaxaca ermordet

Poonal vom 13.05.2008

  (Mexiko-Stadt, 12. Mai 2008, cimac-poonal).- Am vergangenen Donnerstag, den 9. Mai, ist im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca María Isabel de Jesús ermordet worden. Sie war Sympathisantin der Bewegung der Vereinigten Kämpfe der Triqui MULT. María Isabel wurde durch Machetenhiebe ermordet. Ihren Körper fand man am Freitagmorgen (10. Mai) auf dem Weg nach Agua Fría. Ihre Familienangehörigen wurden beschossen, als sie den Leichnam an sich nehmen wollten.

Die Ermordete, die in Santa María Asunción lebte, zog es vor, die Nächte mit ihrer Familie in Agua Fría zu verbringen, um den bewaffneten Übergriffen zu entgehen, die sich in der Zone regelmässig ereignen. Doch kam sie nie im Hause ihrer Familie an.

Anlässlich dieser neuen Gewalttat in der Triqui-Zone Oaxacas forderte die Abgeordnete der sozialdemokratischen PRD, Marisela Contreras Julián, Vorsitzende der Kommission für Geschlechtergleichheit der Abgeordnetenkammer, dass in Oaxaca ein "Geschlechteralarm" (alerta de género) ausgerufen werden solle. Oaxaca habe sich auf Grund der Gewalt gegen Frauen zum "gefährlichsten Bundesstaat für Frauen" entwickelt. Die Ausrufung eines solchen Alarms hatten im April schon soziale Bewegungen gefordert.

Damals hatten rund 60 Frauengruppen und Menschenrechtsorganisationen aus Mexiko und Lateinamerika, u.a. das Lateinamerikanische und Karibische Komitee für die Verteidigung der Frauenrechte und die Vereinigung für die Rechte der Frauen und Entwicklung darauf hingewiesen, dass Oaxaca den ersten Rang bezüglich sexueller Gewalt gegen Frauen einnehme.

In einer Erklärung wiesen die Organisationen damals darauf hin, dass die Triqui als indigenes Volk immer für ihre Rechte und ihre Selbstbestimmung gekämpft hätten. Seit einigen Jahrzehnten gebe es in ihren Gemeinden soziale Konflikte, die zu internen Spaltungen geführt hätten. Frauen seien die ersten Opfer dieser Entwicklung.

So rühre die Gewalt gegen Frauen aus den politischen Konflikten in der Zone und aus dem traditionellen System der Gewohnheiten und Bräuche (usus y costumbres) her, das bestimme, dass die Frauen v.a. für die Reproduktion und die Bewahrung der Familie zuständig seien. Eine Anerkennung ihrer Rechte als Bürgerinnen liege fern. Weiterhin erklärten die Organisationen, dass die häusliche Gewalt gegen die Triqui-Frauen und die Tatsache, dass sie von Entscheidungsfindungen ausgeschlossen seien, dazu führe, dass die Frauen bei den Auseinandersetzungen zwischen die Fronten gerieten. Sie würden Opfer von Vergewaltigungen, Bedrohungen, Angriffen, Entführungen und Vertreibungen. In diese Gewalt seien auch Kaziken und Angehörige des Militärs verstrickt, ohne dass die Bundesbehörden oder lokalen Autoritäten dagegen vorgingen.

Daten des bundesweiten Netzwerks für Zuflucht (Red Nacional de Refugios) zeigen auf, dass im Jahr 2006 in Oaxaca 81 Frauen ermordet worden seien. Die Taten trügen die gleichen Charakteristiken wie die Frauenmorde in Ciudad Juárez und der Großteil von ihnen sei bis heute ungesühnt.

In der von den Triquis bewohnten Zone Oaxacas verschwanden im letzten Jahr die Schwestern Daniela und Virginia Ortiz. Im April wurden die beiden RadioaktivistInnen Teresa Bautista und Felícitas Martínez vom Radiosender La Voz que Rompe el Silencio ermordet (siehe Poonal Nr. 798). Menschenrechtsorganisationen haben zahlreiche weitere Fälle von Angriffen Vergewaltigungen und Verschleppungen von Frauen und Mädchen dokumentiert. Neben Übergriffen innerhalb der Triqui-Gemeinde kam es am 31. März 2008 auch zur Vergewaltigung von zwei Frauen aus Mittelamerika in der Zone. Sie seien während einer Operation gegen MigrantInnen ohne Papiere von Angehörigen der Streitkräfte und der Migrationsbehörde vergewaltigt worden.

Die Liga zur Verteidigung der Menschenrechte LIMEDDH (Liga Mexicana por la Defensa de los Derechos Humanos) wies darauf hin, dass sie mindestens von zehn Fällen Kenntnisse habe, in denen Vergewaltigungen aus Angst nicht angezeigt worden seien.


Quelle: poonal
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