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Zapatistas

 

Gustavo Esteva

La Jornada vom 30.06.2008
übersetzt von Thomas

  Wir müssen die Schwere der Situation vollständig begreifen. Übertreibungen sind unangebracht, aber ebenso auch Verschleierungen, die dem Schlimmen seine Bedeutung absprechen, um diskret mit den Schultern zu zucken und sorglos zum Alltag zurückzukehren. Es ist Zeit zu handeln. Nur mit einer abgestimmten und effektiven Mobilisierung können wir das Desaster verhindern, das uns bedroht.

Im November 2007 hat Paz con Democracia (dt. Frieden mit Demokratie), eine Gruppe unabhängiger Denker, die weder dogmatischen noch parteiischen Überschwangs beschuldigt werden kann und durch die Ausgeglichenheit und Solidität ihrer Urteile hervorsticht, gemeint, dass „Mexiko sich in einer Notfallsituation befindet“. Die Gruppe gab zahlreiche Fakten und Argumente, die diese Aussage fundierten.

Der Ton ihres jüngsten Aufrufs des letzten Monats zeigt, dass die von ihnen in dieser unserer Realität beobachteten Zeichen ihre Sorgen verstärkten. Aufgrund der Notfallsituation signalisierten sie, „ist die Organisation autonomer Gemeinden im ganzen Land notwendig und nicht weiter herauszuzögern. Gemeinden, deren Mitglieder sich als solche identifizieren und demokratisch selbst regieren, um die Produktion, den Austausch und die Versorgungsicherheit ihrer Nahrungsmittel, ihrer Lebensmittel, ihrer Bildung und Bewusstseinsbildung zu gewährleisten. Kinder, Frauen, Ältere und Männer, die ihr Leben, die Allgemeingüter, die Bevölkerung und das Land verteidigen, die Umwelt schützen, die laizistischen Sphären und den Raum für Dialoge stärken, sich einen inmitten ideologischer Differenzen und gemeinsamer Werte.“ Ihr Aufruf macht die Dringlichkeit deutlich.

Ihre Botschaft verschwand nicht im Nirgendwo. Wir können auf aktive und aufmerksame soziale Kräfte zählen, die in verschiedenen Momenten ihre Lebendigkeit und Handlungskapazität bewiesen haben. Jedoch haben diese Kräfte Anzeichen von Lethargie gezeigt. Sie haben kein klares Bewusstsein der Situation und auch nicht die notwendige Bereitschaft geäußert. Dies, weil sie unter den Bedingungen, die Teil des landesweiten Notfalls sind, ums Überleben kämpfen, oder weil sie durch interne Konflikte bzw. nebensächliche Streitigkeiten abgelenkt sind.

Einmal mehr zeigen sich die Zapatisten als Federpunkt wie eine sensible Antenne angesichts dessen, was in Mexiko und der Welt passiert. Diesmal geht es nicht um eine neue mobilisierende Initiative, wie sie mehrmals seit dem 1. Januar 1994 das Land geweckt haben. Jetzt geht es um eine Grenzsituation: Die Angriffe auf die zapatistischen Gemeinden, die seit 1994 nicht aufgehört haben, gelangen an einen Punkt, wo nichts mehr als der bewaffnete Widerstand zu bleiben scheint.

Paz con Democracia hat nun mit einer bedeutenden Zahl von sozialen und politischen Organisationen zusammen einen sehr genauen Bericht dessen geliefert, was in Chiapas passiert, und einen Eilaufruf formuliert. Wir dürfen diesen nicht verstreichen lassen. Es ist kein weiterer Aufruf, in die Wüste: Es ist eine Aufforderung zum Handeln.

Es sollte allen klar sein, dass die Zapatistas nicht von ihrem Land, ihrem Territorium vertrieben werden können und sich unter keinen Umständen ergeben werden.

Aber das ist es nicht. Die lokalen und föderalen Behörden könnten die Illusionen nähren, dass die relative Isolierung die Möglichkeit geschaffen haben könnte, sie loszuwerden. Wie heißt es, dass Talleyrand in einer analogen Situation gesagt hat: Es ist ein Verbrechen und zudem ein Fehler. Ein ähnlicher Kalkulationsfehler, wie Ulises Ruiz dachte, die Isolierung der LehrerInnen würde ihm eine folgenlose Repression erlauben, welche den oaxaquenischen Bevölkerungsaufstand stimuliert hat. Diesen verbrecherischen Fehler im Falle der Zapatistas zu wiederholen, hätte verheerende Konsequenzen. Wir müssen klarstellen, dass die Zapatistas nicht allein sind, ohne Vorbehalte und Färbungen. Dies machen zahlreiche Gruppen in über zwanzig Ländern klar. In Mexiko sollten wir es noch deutlicher machen.

Zugleich müssen wir uns für die Aktion abstimmen. Die Zeichen mehren sich, dass das Gesetz oder die Menschenrechte keine wichtigen Referenzpunkte für jene sind, die derzeit in den Regierungsbehörden sitzen. Und dass sie keine politische Kompetenz oder Besonnenheit zeigen in ihrem Versessenheit, das Land denen zu überlassen, die schon auf die Übergabe der Ware drängen.

Nach und nach, entstehen über das ganze Land verteilt die autonomen Gemeinden, die Paz con Democracia meinte. Sie sind bei jedem Schritt zu finden, in Stadtvierteln und Dörfern, im unteren Mexiko. Aber das reicht nicht. Es steht an, den Schritt zu beschleunigen und die öffentlichen Initiativen zu vervielfachen. Angesichts der unverantwortlichen Welle von Entscheidungen und Initiativen, die den Notfall herbeigeführt haben und uns der Felswand näherbringen, werden effektive Dämme gebraucht.

Der Krieg, der vonstatten geht, konzentriert sich nicht nur auf die Zapatistas. Aber eine Reihe von Faktoren und Umständen stellen sie erneut ins Zentrum der Konfrontation und verbinden ihr Schicksal mit dem des Landes. Es wäre Selbstmord, dies nicht zu beachten.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2008/06/30/index.php?section=politica&article=022a2pol 
 

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