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Solidaritätskarawane in Chiapas

 

Zapatistas berichten von Problemen und Fortschritten in den selbstverwalteten Gebieten

Gruppe B.A.S.T.A. vom 04.08.2008
Luz Kerkeling, Gruppe B.A.S.T.A., La Realidad, 4.8.2008

  Solikarawane

Seit dem 29. Juli 2008 bereisen verschiedene Brigaden der »Nationalen und Internationalen Beobachtungs- und Solidaritätskarawane mit den zapatistischen Gemeinden« den südmexikanischen Bundesstaat Chiapas.

Insgesamt nehmen an den Aktivitäten über 300 Personen aus dem spanischen Staat, Frankreich, Griechenland, Italien, Schweiz, Österreich, USA, Iran, Kanada, Argentinien, Deutschland sowie aus den mexikanischen Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas, Puebla, Mexiko-Stadt, Baja California Sur, México, Michoacán und Veracruz teil.

Ziel der Karawane ist, Solidarität zu demonstrieren und sich direkt in den Unterstützungsgemeinden der EZLN (Zapatistische Armee zur nationalen Befreiung) über die Repression und weitere Probleme in der Region, aber auch über die Fortschritte der linksgerichteten Bewegung zu informieren.

Militärische und paramilitärische Repression

In Mexiko gibt es seit über einem Jahr einen regelrechten Informationsboykott seitens der Massenmedien bezüglich der Situation der zapatistischen Bewegung, obwohl Paramilitärs, Polizei und die mexikanische Bundesarmee so repressiv gegen verschiedene Unterstützungsgemeinden der EZLN vorgegangen sind, wie schon seit etwa 10 Jahren nicht mehr. Ende 2007 attackierte beispielsweise die „Organisation zur Verteidigung der indigenen und bäuerlichen Rechte“ (OPDDIC), die von unabhängigen Organisationen als eine regierungsnahe Gruppierung mit paramilitärischen Verbänden betrachtet wird, mehrfach BewohnerInnen von zapatistischen Gemeinden, wobei einige Menschen schwer verletzt wurde. Im Juni 2008 fielen Polizei und Militär in mehrere zapatistische Dörfer ein, unter anderem in den Verwaltungssitz La Garrucha. Die BewohnerInnen drängten die Soldaten mit Stöcken und Steinen bewaffnet zurück.

Ziel dieser Menschenrechtsverletzungen seitens lokaler Machthaber und der staatlichen Sicherheitskräfte ist, die Angehörigen der zapatistischen Bewegung zu demoralisieren, sie zum aufgeben zu bringen, die Bewegung insgesamt zu schwächen und ihnen das 1994 im Zuge des Aufstands der EZLN besetzte Land zu entreißen - u.a. wegen zahlreichen Bodenschätzen und der immensen biologischen Vielfalt der Region. Vor allem die Zonen der Verwaltungssitze von La Garrucha und Morelia sind aktuell von Repression betroffen.

Die Repression hat nicht nur lokalen Charakter: sie wird auch durchgeführt, um ein Anwachsen der sogenannten »Anderen Kampagne« zu verhindern, einer 2005 von der EZLN in der »Sechsten Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald« angestoßenen mexikoweiten Mobilisierung, die außerparlamentarisch und pazifistisch für eine neue antikapitalistische Verfassung kämpft.

Fortschritte im autonomen zapatistischen Gebiet

Im Caracol (dt. Schneckenhaus), dem autonomen Verwaltungssitz von La Realidad, berichtete der dortige autonome zapatistische Rat - die „Junta der Guten Regierung“ - über die aktuelle Situation in der Zone Selva Fronteriza (Regenwald und Grenzgebiet zu Guatemala). Im Gegensatz zu anderen Zonen ist die militärische Situation dort relativ entspannt, so dass die Zapatistas am weiteren Aufbau ihrer autonomen Strukturen arbeiten können.
Die dortige Brigade der Solidaritätskarawane führte ein sechststündiges Interview mit der Junta und den Gesundheits- und BildungspromotorInnen durch. Sie berichteten von großen Fortschritten in Gesundheits- und Bildungsbereich, die Kindersterblichkeit und die Todesfälle von Frauen während der Geburt haben drastisch abgenommen und vor allem im Bereich Prävention hat sich die Situation deutlich verbessert. In den vier Landkreisen der Zone gibt es mehrere autonome Krankenhäuser und fast jede Gemeinde verfügt über eine kleine Gesundheitsstation und einen Gesundheitspromotor bzw. eine -promotorin.

Auch im Bildungsbereich der Zone von La Realidad gibt positive Entwicklungen. Heute hat jedes Kind in den zapatistischen Dörfern die Möglichkeit, die Schule zu besuchen. Der Analphabetismus hat dadurch deutlich abgenommen. Die BildungspromotorInnen, die die Kinder unterrichten, sehen sich explizit nicht als professionelle LehrerInnen, sondern als BegleiterInnen der Jungen und Mädchen, die ihre Bildung in verschiedenen Fächern in einem wechselseitigen und praxisorientierten Prozess vorantreiben. Auch Eltern und Großeltern werden in die Lehrinhalte und -formen einbezogen. In den zapatistischen Schulen gibt es keine Noten und der Bildungsprozess insgesamt ist stark an den Problemen und Lebensrealitäten vor Ort orientiert.

Die LehrerInnen der Regierung werden in den zapatistischen Gemeinden nicht mehr zugelassen. Viele staatliche LehrerInnen erfüllten ihre Arbeit nicht, das heißt sie kamen nur zwei oder drei Tage pro Woche in die Dörfer, außerdem war ihr Frontalunterricht in der Regel von einem extremen Rassismus durchtränkt; den Kindern wurde beigebracht, dass sie ihre zurückgebliebene indigene Sprache und Lebensweise vergessen sollten und sich auf eine berufliche Karriere in den größeren Gemeinden und Städten vorbereiten sollten. Heute lernen die Kinder neben Spanisch auch ihre jeweiligen indigene Sprache.

Die Frauen in La Realidad berichteten, dass sie tatsächlich immer weiter in alle Bereiche der Bewegung einbezogen werden. Als Hinderungsgrund für eine vollwertige Beteiligung nannten sie nicht nur den früher sehr ausgeprägten Machismo der Männer, sondern auch die Selbstwahrnehmung der Frauen, die sich früher nur sehr selten für kompetent einschätzten, heute jedoch immer mehr Selbstbewusstsein entwickeln und sich für die Einhaltung der Revolutionären Frauengesetze von 1993 einsetzen. Die Frauen betonten, dass es immer noch Schwierigkeiten gibt, sie aber klare Fortschritte erzielen konnten und Schritt für Schritt weiterkommen.

Einige Jugendliche berichteten zudem, dass sie sich vor kurzem zu einer revolutionären zapatistischen Jugendorganisation zusammengeschlossen haben, um sich in den Bereichen Kommunikation, Video, Radio, Internet u.a. fortzubilden.

Die Karawane wird sich noch bis zum 10. August in den zapatistischen Territorien aufhalten, um weitere Informationen einzuholen und Interviews durchzuführen.

Luz Kerkeling, Gruppe B.A.S.T.A., La Realidad, 4.8.2008

PS: Fotos vom Interview unter: http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=157999

weitere Informationen, Audios, Fotos und Videos (größtenteils Spanisch) unter:
=> http://chiapas.indymedia.org

 Quelle:  
  http://chiapas.indymedia.org/display.php3?article_id=157999 
 

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