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Erklärung der internationalen Solidaritätskarawane

News vom 20.08.2008
übersetzt von Katja (B.A.S.T.A.)

  Erklärung der Nationalen und Internationalen Beobachtungs- und Solidaritätskarawane mit den zapatistischen Gemeinden in Chiapas

28. Juli – 12. August 2008

Seit nunmehr 14 Jahren beantworten die Zapatistas tagtäglich die Frage: "Können wir in Zeiten des andauernden Krieges die Rebellion leben und erschaffen, ohne dass sich diese Rebellion in Terror und Krieg verwandelt?" In dieser ganzen Zeit haben sie die Antwort in der Praxis gefunden, indem sie ihre Autonomie in Chiapas weiter ausgebaut und eine Alternative geschaffen haben und Mexiko und der Welt ihre Initiativen "der anderen Art, Politik zu machen", gezeigt haben. Wir, die Anhängerinnen und Anhänger der Zezta Internacional und der Anderen Kampagne, haben diese nationale und internationale Karawane formiert und indigene Gemeinden im Widerstand von 4 der zapatistischen Caracoles bereist:

La Realidad, Oventik, Morelia und La Garrucha. Unser Ziel war es, die politische, soziale und ökonomische Situation der Compañer@s zu beobachten, ihnen durch unsere Anwesenheit unsere Solidarität zu demonstrieren, ihnen mitgebrachte Güter zu überbringen und um den drei Regierungsebenen zu demonstrieren, dass unsere Compañer@s der zapatistischen Unterstützungsbasis und die EZLN nicht allein sind.

Wir wurden Zeugen der Rückgewinnung von Mutter Erde und des Territoriums, das in den Händen der Grundbesitzer war und heute der ursprünglichen Bevölkerung gehört. Die Zapatistas bearbeiten und bebauen das Land auf gemeinschaftliche und kollektive Art, wodurch sie ihre Autonomie auf dem Gebiet der Ernährung entwickeln können. Das wiederum ermöglicht ihnen die Umsetzung ihrer eigenen Systeme auf dem Gebiet der Gesundheit, Bildung, und in vielen anderen Bereichen, mittels ihrer eigenen Regierungsformen, wo das Volk befiehlt und die Regierung gehorcht.

Bezüglich des Gesundheitssystems erfuhren wir, dass früher Kinder, Erwachsene und alte Menschen an heilbaren Krankheiten starben. Heute fanden wir Gesundheitspromotoren, Kliniken, Krankenwagen und Diagnoseapparate vor. Außerdem werden traditionelle Medizin und Pflanzenheilkunde weiter praktiziert. Es ist wichtig zu erwähnen, dass bei in diesem System die Menschen unterschiedslos behandelt werden, auch die, die keine Zapatistas sind.

Zum Thema Bildung waren wir sehr überrascht, als wir die Schulen besuchten, wo die Kinder an ihrer eigenen Bildung beteiligt sind, über ihre eigene Geschichte hören und daraus lernen. Wir erfuhren, dass früher die Bildung von außen auferlegt war, mit den Bedürfnissen der Menschen nichts zu tun hatte und nur in einer Sprache erfolgte. Heute sind die Bildungspromotoren Jugendliche aus der Gemeinde selbst, und das Bildungsmodell basiert auf den eigenen Bedürfnissen und der Realität der Menschen vor Ort, auf aktive Art und zweisprachig. Es ist wichtig zu erwähnen, dass diese Tätigkeit, wie alle gemeinschaftlichen Aktivitäten, nicht vergütet wird.

Uns wurde auch erklärt, wie die Entwicklung der Autonomie seit der Schaffung der Autonomen Zapatistischen Landkreise in Rebellion und später der Räte der Guten Regierung mit der Geburt der Caracoles vor fünf Jahren irreversibel voranschreitet. Die indigenen Gemeinden im Widerstand entwickeln die Selbstregierung durch ein System des gehorchenden Befehlens aus ihrer eigenen Anstrengung heraus und durch die Unterstützung vieler Anderer. Die verschiedenen Ebenen der autonomen Regierung sind: die Gemeinden, die Autonomen Zapatistischen Landkreise in Rebellion, und die Räte der Guten Regierung. Sie ermöglichen es, auf kohärente Art ihre Systeme der kollektiven Arbeit, Bildung, Gesundheit, Ernährung und alles, was mit ihrer Autonomie zu tun hat, zu entwickeln. Die Mitglieder werden in der Versammlung ausgewählt (von Männern und Frauen jeden Alters). Die Aufgaben sind ehrenamtlich (ohne Bezahlung) und können jederzeit von der Versammlung zurückgenommen werden. Außerdem tragen sie zur Klärung von Konflikten und Schwierigkeiten derer bei, die den Rat der Guten Regierung aufsuchen, auch wenn sie nicht der Zapatistischen Unterstützungsbasis angehören, getreu der Idee: Für alle alles. Die Räte der Guten Regierung ermöglichen die Verbindung mit den nicht-zapatistischen Gemeinden, Kollektiven, Organisationen und Individuen bezüglich der Entwicklung ihrer Prozesse zur Autonomie.

Wir beobachteten die Teilnahme der Frauen in allen Bereichen der Autonomie: sie übernahmen verschiedene Aufgaben, zum Beispiel als lokale Autoritäten, Ratgeber auf Landkreisebene, Mitglieder der Räte der Guten Regierung, sowie als Bildungs-, Gesundheitspromotorinnen etc. Sie erzählten uns, wie die Frauen vor dem Revolutionären Frauengesetz (1993) vergessen waren, keine Rechte hatten, weder über die Anzahl der Kinder, die sie wollten, entscheiden konnten, noch darüber, wann oder wen sie heiraten wollten, und auch keinen Zugang zu Bildung oder dem Gesundheitssystem hatten. Jetzt gibt es eine Klinik für reproduktive Gesundheit und Kooperativen, mittels derer die Frauen ihre Freiheit erlangen, nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis, denn sie können sich selbst organisieren, ohne jemanden um Erlaubnis zu bitten.

Was diese fortwährende Realität möglich gemacht hat, ist ohne Zweifel die WÜRDE und der WIDERSTAND, die von den zapatistischen Männern und Frauen Tag für Tag gelebt werden, gemeinsam mit der geteilten Solidarität. Dank der gewaltigen Kraft dieser Würde, dieses Widerstandes und dieser Solidarität konnte das LEBEN an die Stelle des Todes und die friedliche REBELLION an die Stelle des Krieges treten, den die Allianz der politischen und wirtschaftlichen Kräfte in Mexiko schon immer erzwingen wollen. Und die gleiche zapatistische und solidarische Kraft hat das Entstehen der HOFFNUNG auf eine Alternative der Art und des Wortes der Bewegungen und Widerstände des Planeten Erde ermöglicht, der gleichermaßen unter der Barbarei des Kapitalismus und seines neoliberalen Modells leidet.

Aber die Bedrohung bleibt latent bestehen, weshalb es – heute, wie gestern auch – weiter darauf ankommt, die SOLIDARITÄT als gemeinsamen Raum und Weg zu teilen, die REBELLISCHE WÜRDE zu verteidigen, die in den Bergen des mexikanischen Südostens lebt und Widerstand leistet, und gleichzeitig unsere eigenen Kämpfe, Hoffnungen, Formen und Praktiken nährt, gemeinsam eine Andere neue, bessere und mögliche Welt zu schaffen. Es liegt auch bei uns, die Katastrophe zu verhindern und es der mexikanischen Regierung nicht zu erlauben, ihre Pläne des Todes durchzusetzen. Wir müssen JETZT handeln! Die Solidarität ist unsere Waffe. Ihre Kraft und Imagination muss erneuert werden. Wir müssen den Zapatistas, der Gesellschaft, der Welt und den Regierungen zeigen, dass der Zapatismus weiter Inspiration, Hoffnung, Leben und SOLIDARITÄT ist. Bekannt machen und zeigen, dass DIE ZAPATISTAS NICHT ALLEIN SIND. Dass wir selbst nicht allein sind.

Erklärung

Wir als Anhängerinnen und Anhänger der Zezta Internacional und der Anderen Kampagne unterstützen den Autonomieprozess der zapatistischen Gemeinden auf ihrem Territorium und erkennen uns in dieser anderen Art, unten links Politik zu machen, wieder.

Auch wenn wir nicht hier in Chiapas bleiben, wiederholen wir, dass die Zapatistas nicht allein sind und wir uns verpflichtet fühlen, den Kampf zur Schaffung einer anderen Welt, in die viele Welten passen, weiterzuführen.

Wir werden weiter energisch die drei Regierungsebenen wegen jeglicher Übergriffe, Festnahmen, Drohungen und Provokationen, mit denen sie versuchen, den Autonomieprozess der zapatistischen Gemeinden zu zerstören, anklagen.

Wir fordern außerdem die Entmilitarisierung und das Ende der Reaktivierung der Paramilitärs auf zapatistischem Gebiet. Uns ist klar, dass die Angriffe gegen die indigene Bevölkerung mit der Politik des Kapitalismus, seinen Gesetzen und Programmen, die von uns abgelehnt werden, in Zusammenhang stehen.

Wir fordern die sofortige Freilassung der politischen Gefangenen.

Und wenn man uns fragt, ob wir lieber gewinnen oder verlieren würden, entscheiden wir uns dafür, zu kämpfen.

Nationale und Internationalen Beobachtungs- und Solidaritätskarawane mit den zapatistischen Gemeinden in Chiapas.

August 2008


(Anm.: Die Erklärung wurde auf der Abschlusspressekonferenz der Karawane am 12. August im CIDECI, San Cristóbal de las Casas, verlesen).

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