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Vier Tote bei Überfällen von Paramilitärs in Chiapas

Poonal vom 02.09.2002

  (Mexiko-Stadt, 2. September 2002, poonal). Vier Tote und mindestens 20 Verletzte sind das traurige Ergebnis von fünf Überfällen mutmaßlich paramilitärischer Gruppen in Chiapas in den letzten vier Wochen. Während die Generalstaatsanwaltschaft des mexikanischen Bundesstaates (PGJE) sowie der Gouverneur Pablo Salazar Mendriguda erneut die Existenz von paramilitärischen Organisationen in Chiapas in Abrede stellten, sprachen das zapatistische Befreiungsheer EZLN sowie zahlreiche Menschenrechtsorganisationen von eindeutigen Beweisen, dass Paramilitärs für die Angriffe verantwortlich seien.

Am 31. Juli überfielen 40 Männer das autonome zapatistische Municipio Ricardo Flores Magón und verletzten sieben Personen. Nach Berichten von Augenzeugen gehörten die Angreifer zur paramilitärischen OPDIC (Organización para la Defensa de los Derechos Indígenas y Campesinos). Die OPDIC steht dem Militär sowie dem Abgeordneten der Ex-Staatspartei PRI (Partei der institutionalisierten Revolution), Pedro Chulin, nahe. Sie gilt als Nachfolgeorganisation des MIRA (Movimienta Indígena Revolucionario Antizapatista).

Auch bei einem Angriff am 19. August von etwa 200 Personen auf einen Straßenposten der Zapatisten soll die OPDIC beteiligt gewesen sein. Bei dieser Aktion wurden neun Menschen verletzt. Der Posten soll dafür sorgen, dass kein Alkohol in das von der EZLN kontrollierte Gebiet gebracht wird und kein Handel mit Edelhölzern stattfindet.

Wenige Tage zuvor, am 7. August, kam im autonomen Municipio 17 de noviembre der Zapatist José López Santiz ums Leben. Sein 12jähriger Sohn, der Zeuge des Verbrechens geworden war, sagte aus, dass sein Vater von dem Transportunternehmer Baltazar Alfonso mit einem Gewehr erschossen wurde. Alfonso wurde dort zusammen mit zwei anderen Männern gesehen, alle drei waren früher an einer Wahlkampagne der Partei der Demokratischen Revolution (PRD) in der Gegend beteiligt.

Am 25. August erschossen vier Personen, die als Mitglieder der bewaffneten Gruppe Los Aguilares bekannt sind, den Zapatisten Antonio Mejía im Municipio Olga Isabel. Die Mitglieder der "Aquilares" rekrutieren sich u.a. aus ehemaligen Soldaten, das Militär bewegt sich noch heute auf ihrem Boden im Municipio Chilon.

Am selben Tag wurde auch erneut das Municipio Flores Magón Schauplatz zweier Morde: Auf der Ranch Amaytik wurden zwei Zapatisten erschossen. 16 Familien, die dem EZLN nahestehen, mussten den Ort verlassen. Während die Strafverfolger der PGJE in einer einseitigen Anzeige in der Tageszeitung "La Jornada" von einem "Familienstreit" sprechen, widersprechen Zapatisten und Menschenrechtsorganisationen auch in diesem Fall. Es sei offensichtlich, so heißt es in einer von mehreren Gruppen verbreiteten Erklärung, dass Gouverneur Salazar mehr darum bemüht sei, "sein Gesicht in den Medien reinzuwaschen, als den Konflikten Beachtung zu schenken,die im Bundesstaat Chiapas kontinuierlich geschaffen wurden".

Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen fordern nun von Salazar, dass der Gouverneur aufhört, "die Existenz von paramilitärischen Gruppen zu leugnen" und dass er diese Gruppen strafrechtlich verfolgen lässt. Der mexikanische Präsident Vicente Fox solle dafür sorgen, dass die Armee aus der Region abgezogen wird. Schließlich sei es das Militär, das die Angriffe gegen die autonomen Gemeinden unterstütze, anstatt den Frieden zu sichern.


Quelle: poonal
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