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Lehrer streiken

Mexiko: Heftige Auseinandersetzungen um eine »Bildungsreform«, die die Privatisierung des Schulwesens vorsieht

junge welt vom 14.10.2008
Andreas Knobloch

  In Mexiko tobt weiter eine regelrechte Schlacht um die Schulen. Dabei geht es um eine sogenannte Bildungsreform, die sich »Allianz für Bildungsqualität« (Alianza por la Calidad de la Educación — ACE) nennt. Erneut räumte die Polizei am Wochenende Straßenblockaden streikender Lehrer im Bundesstaat Morelos. Es gab mehrere Verletzte. Die Regierung erklärte, daß der Staat alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen werde, die Straßenblockaden aufzuheben und die daran Beteiligten zu bestrafen. Auch werde es keine Verhandlungen über die ACE geben. Zudem sollen den streikenden Lehrern die Löhne gestrichen und neue Lehrer eingestellt werden, um den Schulbetrieb in Kürze wieder aufzunehmen. Die Regierung befürchtet, daß sich die aktuellen Proteste zu einer ähnlichen Volkserhebung wie in Oaxaca 2006 ausweiten könnten.

Bereits Mitte der Vorwoche hatten in Mexiko-Stadt Tausende Lehrer gegen eine weitere Privatisierung der Schulbildung demonstriert. Lautstark gaben sie ihrer Ablehnung der Bildungsallianz Ausdruck und verlangten die Einstellung der Gewalt gegen ihre streikenden Berufskollegen in Morelos. Nachdem die Regierung es ablehnte, eine Kommission aus 30 Lehrern zu Gesprächen zu empfangen, versuchte ein Teil des Demonstrationszuges, die Absperrungen zu durchbrechen. Daraufhin kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei mit Verletzten auf beiden Seiten. Mehrere Dutzend Lehrer wurden festgenommen.

Fast gleichzeitig räumten mehr als tausend Polizisten die von streikenden Lehrern in der Nähe der Gemeinde Amayuca blockierte Bundesstraße Cuautla—Puebla. Das Resultat: 49 Festnahmen, 20 Verletzte, einige »Verschwundene«, ein niedergebrannter Anhänger und eine nicht genannte Zahl zerstörter Autos. Mit Steinen, Stöcken und Molotow-Cocktails bewaffnet versuchten die Blockierer, die Polizei zurückzutreiben, doch diese setzte sechs Hubschrauber und Tränengasgranaten ein. Nach über einer Stunde gelang es ihr schließlich, die Blockade aufzulösen.

Am Donnerstag räumte ein massives zweitausendköpfiges Polizeiaufgebot die Blockade der Bundesstraße Cuautla-Jojutla unweit von Xoxocotla. Auch hier gab es 16 Festnahmen, viele Verletzte und zerstörte Pkw. Seit dem 29. September hatten hier Familienväter eine Straßenblockade errichtet, um die Regierung zu Verhandlungen mit den streikenden Lehrern zu zwingen und so dafür zu sorgen, daß das Schuljahr ihrer Kinder beginnen könne.

Seit mehreren Wochen schon demonstrieren und streiken vor allem im Bundesstaat Morelos die Lehrer. Der Protest richtet sich gegen die sogenannte Allianz für Bildungsqualität. Diese war von der von Elba Esther Gordillo geführten Nationalen Gewerkschaft der im Bildungswesen Beschäftigten (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Educación — SNTE) und der Regierung ausgehandelt worden und sieht eine schleichende Privatisierung des öffentlichen Bildungssektors in Mexiko vor. Sie wird vor allem von den großen Unternehmen unterstützt, die bei der geplanten Verbesserung der technischen Ausstattung der Schulen ein gutes Geschäft wittern. Das hehre Ziel einer Verbesserung der Qualität der Bildung, die das Programm im Namen trägt, wird hier zu einem Euphemismus, der die geplante Ökonomisierung der Schulbildung verschleiert. So sollen Lehrer in Zukunft an den Lernergebnissen ihrer Schüler, die unter »Humankapital« firmieren, anhand eines einheitlichen Examens bewertet werden, das aber unterschiedliche sozioökonomische Faktoren ausblendet. Die streikenden Lehrer, die sich zum Teil in der Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación (CNTE) organisiert haben, verlangen dagegen die Suspendierung dieser Bildungsreform und die Ablösung Gordillos.

 Quelle:  
  http://www.jungewelt.de/2008/10-14/001.php?sstr=mexiko 
 

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