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Staatliches Versagen bei Frauenmorden verurteilt

Poonal vom 17.12.2009

  (Lima, 17. Dezember 2009, noticias aliadas).- In einem Urteil hat der Interamerikanische Menschenrechtsgerichtshof (CIDH) festgestellt, dass der mexikanische Staat versagt hat, die brutalen und mysteriösen Morde an Hunderten von jungen Frauen, die in Ciudad Juárez in den letzten 16 Jahren geschehen sind, angemessen aufzuklären und zu vermeiden.

In ihrem Beschluss vom 16. November 2009 wiesen die sieben RichterInnen des Gerichtshofs der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) die mexikanische Regierung an, die Verbrechen gründlich zu untersuchen und zukünftige Vorfälle zu verhindern.

Das Urteil wurde am 10. Dezember veröffentlicht. Am darauffolgenden Tag erkannten die mexikanischen Behörden den Richterspruch an. »Die Regierung von Mexiko wird das Urteil eingehend analysieren und alle erforderlichen Anstrengungen unternehmen, um dem Richterspruch Folge zu leisten« bekräftigte das mexikanische Innenministerium.

Der Gerichtshof behandelte einen Fall, der vor zwei Jahren von Familienangehörigen dreier Opfer vorgelegt wurde. Die Frau und zwei Mädchen wurden in Ciudad Juárez ermordet, einer Industriestadt mit zwei Millionen EinwohnerInnen an der Grenze zu den USA. Die 165-seitige Urteilsbegründung prangert vor allem die ungenügende Herangehensweise Mexikos an die ungelösten Fälle an. Die Untersuchung dieser brutalen Verbrechen war zudem zeitweise durch Korruption beeinträchtigt.

»Dieser Fall ist überaus repräsentativ für das gesamte Klima der Gewalt gegen Frauen in Ciudad Juárez«, betonte Ariel Dulitzky, Juraprofessor und Experte für Menschenrechte an der Universität Texas in Austin. »Die RichterInnen des Interamerikanischen Gerichtshofs gehen über den konkreten Fall von diesen drei Frauen hinaus. Wir hoffen, dass der Richterspruch einen positiven Effekt auf die allgemeine Situation hat, insbesondere auch auf andere Formen von Gewalt«.

Die Serie der Morde an Frauen begann im Jahr 1993. Seitdem wird die Zahl der Opfer von Menschenrechtsorganisationen auf über 500 geschätzt. Die Körper waren größtenteils Fabrikarbeiterinnen zuzuordnen, sie wiesen Anzeichen von sexueller Gewalt auf. Einige wurden verstümmelt aufgefunden.

Ciudad Juárez liegt inmitten der Wüste und befindet sich an vorderster Front des blutigen Drogenkrieges. Banden aus dem Bundesstaat Sinaloa an der Pazifikküste kämpfen auf grausame Weise um die Kontrolle der lukrativen Routen des Kokainschmuggels. Dadurch ist die Mordserie an den Frauen, die den Begriff Femizid geprägt hat, von der Gewalt des Drogenhandels überschattet worden.


Quelle: poonal
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