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Zapatisten denunzieren Räumung und Vernichtung einer indig. Gemeinde

 

Regierung beabsichtigt ökotouristische Zentren einzurichten

La Jornada vom 31.01.2010
Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

  San Cristóbal de las Casas, Chiapas. 30 Januar. Die Junta der Guten Regierung (JBG) »Pfad der Zukunft«, mit Sitz im Caracol von La Garrucha, denunzierte am Freitag die gewaltsame Räumung und Zerstörung der indigenen Gemeinde Laguna San Pedro, im autonomen Bezirk Ricardo Flores Magon, am 22. Januar dieses Jahres. Die Regierung beabsichtige die »Wiederaufforstung« der Gegend, um in Montes Azules, innerhalb des Biosphärenreservats, private Ökotourismuszentren einzurichten.

Während sie die Häuser der Indigenas niederbrannten, berichtet die JBG, wurden die Zapatisten gezwungen in die Regierungshubschraubern zu steigen, um in die Stadt Palenque transportiert zu werden, wo sie in einer Notunterkunft unter »Hunger und Kälte« zu leiden hatten, bis unabhängige Zivilorganisationen sich ihrer annahmen.

Wie schon in der Vergangenheit, ging dem Einsatz ein opportuner »Antrag« im Namen der lakandonischen Autoritäten mit Sitz in Lacanjá Chansayab, gesetzmäßige Eigentümer von 600.000 Hektar Urwald, und traditionelle Speerspitze für die Räumung der Einwohner von Montes Azules.

Die mobilisierten Kräfte der »schlechten Bundesregierung, der PRD-Staatsregierung von Juan Sabines Guerrero und dem (PAN-angehörigen) Bezirkspräsidenten von Ocosingo, Carlos Leonel Solórzano, führten vor der Räumung gemeinsam mit Bundespolizisten einen Einsatz durch, begleitet von Regierungsbeamten der Bundesstaatsanwaltschaft für Umweltschutz (PROFEPA)", die mit vier Hubschraubern das Dorf Laguna San Pedro überflogen, »um die Bevölkerung in Schrecken zu versetzen«, berichtet die JBG.

Wie weiterhin angezeigt, waren an dem Einsatz staatliche und bundesstaatliche Polizisten, Soldaten der Mexikanischen Armee, Regierungsbeamte, Kameraleute und Journalisten beteiligt. Nachdem sie gelandet waren, »redeten die Regierungsbeamten mit den Männern und Frauen, während die Polizisten die Gelegenheit nutzten, um die Häuser der zapatistischen Unterstützungsbasen anzuzünden«.

Wie ist es möglich, dass »die schlechte Regierung von Dialog redet, während ihre Polizei und Soldaten das Eigentum der Compañeros niederbrennt«, fragt die JBG aus dem Caracol »Widerstand für einen Neuen Morgen«. »Wie ist es möglich, dass die schlechte Regierung die Indigenas von Chiapas und ganz Mexiko vertreibt, während sie ihr Land besetzt um Ökotourismusprojekte für Ausländer darauf zu errichten«?

Nach der Räumung gab die Staatsregierung bekannt, dass in den nächsten Tagen sechs weitere Dörfer geräumt werden würden, einschließlich der Gemeinde »6 de Octubre«, ebenfalls zapatistisch, sowie Nuevo San Gregorio, Ranchería Corozal und Salvador Allende unter anderen. Sie summieren sich zu den Gemeinden Suspiro Buen Samaritano, Nuevo Salvador Allende, und das erwähnte Laguna San Pedro, das von der Regierung »San Pedro Guanil« genannt wird.

Der ehemalige PAN-Gouverneur von Yucatán, Patricio Patrón Laviada, neuer Leiter der PROFEPA, besuchte Chiapas in den letzten Tagen und sprach die besagten Aktionen mit dem Regierungsminister von Chiapas, Noé Castañón León ab, der am Dienstag, den 26. Januar das Abkommen zur Wiederaufforstung und der Gründung eines Zentrums für Ökotourismus innerhalb von Montes Azules veröffentlichte. Dieser soll vermutlich der Obhut der Einwohner von Nueva Palestina anvertraut werden, sekundäre Mitglieder der so genannten »Lakandonengemeinde«, und ungestrafte Täter des Massakers von Viejo Velaso Suárez in 2006, ebenfalls in Montes Azules.

Der »Ausbau des Ökotourismus« gehört zu den Investitionsprojekte des Unternehmers Moisés Saba, der vor einigen Wochen bei einem Hubschrauberabsturz vor Mexiko Stadt ums Leben gekommen ist. Zu seinen Projekten gehörte auch Produktion von Biotreibstoff auf 1000 Hektar Urwald. Seine Projekte werden scheinbar fortgesetzt, zumindest seitens der Staats- und Bundesregierungen. Castañón León zufolge, soll »der nachhaltige Nutzen« der natürlichen Ressourcen angetrieben werden, durch Projekte für »Gemeindeentwicklung« (für die Lakandones und ihre Freunde), »Bildung zum Umweltschutz, und Tourismusprojekte entlang der Maya-Route«.

Die JBG klagt die »lügnerische und betrügerische Regierung an, die Häuser von Indigenas niederbrennt«, während die Zeitungen von der Umsiedlung der Zapatisten von Laguna San Pedro berichteten, deren Häuser zerstört und Gemeindeladen geplündert wurde, und die den Verlust von Obstbäumen, Mais, Bohnen, Kleidung und Arbeitswerkzeuge erleiden mussten. Die Sachschäden belaufen sich auf 585.000 Pesos, zusätzlich zu dem verlorenen Land, der wie die Zapatisten zu sagen pflegen, preislos ist.


Weiterführende Links:

1) Zum Vergleich: die letzte gewaltsame Räumung in Montes Azules, die nach dem gleichen Strickmuster ablief:

Denuncia von Fray Bartolomé vom 23.08.2007
https://www.chiapas.eu/news.php?id=3126

Urgent Action Amnesty International
https://www.chiapas.eu/news.php?id=3109

Zapatisten ein Hindernis für Privatinvestitionen in Chiapas (La Jornada, 24.02.2008)
https://www.chiapas.eu/news.php?id=3725

2) Zum Zusammenspiel von Lakandonengemeinde und Regierung

Zum neuen Enteignungsdekret der Calderon- Regierung zugunsten der Lakandonengemeinde:
https://www.chiapas.eu/news.php?id=2462

Der Fall des Reservats Montes Azules im Lacandonischen Urwald, Chiapas
https://www.chiapas.eu/news.php?id=768

3) Zum Massaker von Viejo Velasco

Urgent Action Viejo Velasco
https://www.chiapas.eu/ua.php?id=15

Pressemitteilung der Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko zur Jährung des Überfalls auf Viejo Velasco und der Inhaftierung von Diego Arcos Meneses
https://www.chiapas.eu/news.php?id=3446

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2010/01/31/index.php?section=politica&article=007n2pol 
 

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