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Kommuniqué Las Abejas: Unser Kampf hat kein Ende

News vom 22.11.2010

  Las Abejas
Zivilgesellschaftliche Organisation »Las Abejas«
Heilige Erde der Märtyrer_innen von Acteal
Acteal, Chenalhó, Chiapas, Mexiko

22. November 2010

An alle sozialen und politischen Organisationen
An alle Menschenrechtsverteidiger_innen
An die nationale und internationale Presse
An die Andere Kampagne
An die nationalen und internationalen Zivilgesellschaft

Brüder und Schwestern!

Unsere Großväter und Großmütter erzählen, dass die Herren der Unterwelt dachten, dass sie die Zwillinge Hunajpu und Ixbalanque besiegt und getötet hätten. Als sie es am wenigsten erwarteten, kehrten die Zwillinge mit anderem Gesicht und anderem Aussehen aber mit dem selben Kampfesziel zurück: Schluss zu machen mit der Ungerechtigkeit die die Herren von Xibalba gesät hatten. Dem Geist und den Elan jener beiden Zwillingsgötter begegnen wir heute bei Sonnenaufgang, bei der Dämmerung und beim Hereinbrechen der Nacht durch die Natur. Dann begleiten sie uns in unseren Träumen und, wenn wir aufwachen und unsere Augen öffnen, bemerken wir, dass unser Traum kein Traum ist.

Wir Mitglieder der zivilgesellschaftlichen Organisation »Las Abejas« und die Zeug_innen und Überlebende des Massakers von Acteal, unsere Herzen und unser Denken nehmen mit Wohlgefallen die Zulassung des Falles Acteal (Bericht 146/10 − Manuel Santiz Culebra und Andere `Massaker von Acteal`) auf, über den während der 140. ordentlichen Sitzung der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (Comisión Interamericana de Derechos Humanos; CIDH) ein Gutachten erstellt wurde – fast sechs Jahre nachdem der Antrag eingereicht wurde. Diese Entscheidung bedeutet, dass die CIDH Anhaltspunkte dafür sieht, dass der mexikanische Staat im Zusammenhang mit den Geschehnissen, die sich am 22. Dezember 1997 im Flüchtlingslager von Acteal, Landkreis Chenalhó, Chiapas, ereigneten, Rechte verletzt hat, die in der Amerikanischen Menschenrechtskonvention verbrieft sind.

Obwohl die schlechte mexikanische Regierung abstreitet, dass das Massaker von Acteal ein Staatsverbrechen ist, wird sie ihre Lüge gegenüber der Kraft der Wahrheit und des Bewusstsein der Bevölkerung nicht aufrecht erhalten können. Wir werden weiter voranschreiten in der Suche und der Schaffung einer würdevollen und wahrhaften Gerechtigkeit für unsere 45 großen und kleinen Brüder und Schwestern und 4 ungeborene kleine Geschwister. Die politische und wirtschaftliche Strategie der schlechten Regierung, die darauf abzielt, die »Abejas« aufzureiben und das Vorankommen des Falls Acteal zu hintertreiben, kann bei einer organisierten Gemeinschaft wie der unsrigen nicht funktionieren. Auch Dank des Umstandes, dass der Kampf gegen die Straflosigkeit nicht nur allein unserer gewesen ist, sondern dass er von der bedingungslosen Solidarität anderer Gemeinden und Kämpfe in Mexiko und der Welt begleitet wurde, damit Acteal nicht ungestraft bleibt und vor allem damit die geisti gen Anstifter_innen eine Strafe für ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit erhalten, und vermieden wird, dass sich so etwas wie in Acteal in Mexiko oder der Welt wiederholt.

Wir hoffen also, dass die CIDH nach einer gründlichen Untersuchung der Beweise, die wir gemeinsam mit dem Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas eingereicht haben, am Ende den Fall Acteal zu einem Staatsverbrechen erklären kann, einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mexiko und die Welt wissen, dass das Massaker von Acteal die Folge eines Krieges zur Aufstandsbekämpfung war, den der mexikanische Staat gegen die organisierten Gemeinden in Chiapas entwickelt hat.

Eine der wichtigsten Bestandteile der Gerechtigkeit ist die ERINNERUNG und das NICHT-Vergessen. Seitdem die Herzschläge unserer Brüder und Schwestern, aber nicht ihre Ideen, durch die mörderischen Kugeln der Paramilitärs erloschen sind, haben wir ihre Forderungen nach Frieden und Gerechtigkeit entzündet, denn dieses haben sie erbeten an ihrem Gebets- und Fastentag, als sie feige angegriffen wurden.

Brüder und Schwestern der Bevölkerung von Mexiko, jeden Tag und jede Nacht machen wir uns bewußt, dass eine Bevölkerung ohne Erinnerung ein Volk ist, dass auch wenn es noch lebt, schon tot ist. Wir müssen uns heute daran erinnern, dass 1910 viele Menschen und vor allem Indigenas kämpften, damit wir »Land und Freiheit« haben, aber traurigerweise verriet Carlos Salinas de Gortari [mexikanischer Präsident, 1988-94] Jahrzehnte später diesen Kampf, den unser Bruder Emiliano Zapata anführte, mit der Reform des Verfassungsartikels 27, um unsere Ländereien durch den Freihandelsvertrag zwischen Mexiko, den USA und Kanada an die transnationalen Konzerne auszuliefern. Heute sind die Nachfolger und Nachfolgerinnen von Salinas de Gortari damit beschäftigt, mit dem Ausverkauf und der Plünderung unseres Landes fortzufahren.

Die amtshabenden Marionettenregierungen feiern vorgeblich 200 Jahre »Unabhängigkeit« Mexikos und 100 Jahre Mexikanischen Revolution, während unsere Erde, unser Gebiet und unsere natürlichen Ressourcen von Minen, Staudämmen, Autobahnen, Landstädten usw. bedroht sind. Die genannten Projekte bedeuten Spott und Tod für unsere Gemeinden und unsere Bevölkerung. Wenn wir wirklich die »Unabhängigkeit und die Mexikanische Revolution feiern wollen, dann dadurch, dass wir alle durch die Transnationalen in unserem Gebiet aufgezwungenen Megaprojekte zurückweisen. Unsere Großväter und Großmütter haben uns gelehrt, dass eine Autorität, die nicht im Einklang mit ihren Worten steht, eine Schande für ihr Volk ist. In diesem Fall sind die Politiker, die man Regierende nennt, eine Schande für unser Vaterland, das Mexiko heißt, weil ihre ganze Show von Festen und Feierlichkeiten (mit denen sie Unsummen ausgegeben haben, die wir jetzt schon mit der Verteuerung von Benzin un d anderer Grundgütern bezahlen) nur dazu dient, das Volk von Mexiko zu betrügen und abzulenken.

Brüder und Schwester: Unser Kampf hat kein Ende, unser Kampf ist ein fortwährender Kreislauf. Unser Kampf ist wie die Sonne die geboren wird und stirbt und erneut geboren wird, um die Gedanken und die Herzen der Männer und Frauen zu erleuchten, die Pfleger_innen der Mutter Erde und Wächter_innen des historischen Andenkens sind, wie das an die 45 Menschen und 4 noch Ungeborenen. Daher laden wir Euch zum nächsten 22. Dezember ein, mit uns den 13. Jahrestag des Massakers von Acteal zu gedenken und zu begehen, um weiterhin gemeinsam die Wahrheit und das Nicht-Vergessen mit unseren Worten und unserem Bewusstsein auszufüllen.

Bestrafung für die direkten und geistigen Täter des Massakers von Acteal!
KEINE Minen, Staudämme und Landstädte!
JA zum LEBEN und der freien Selbstbestimmung der ursprünglichen Bevölkerungsgruppen Mexikos!

Hochachtungsvoll,
Die Stimme der zivilen Gemeinschaft »Las Abejas«
Für das Direktorium:

José A. Jiménez Pérez
Lásaro Arias Gómez
Agustín Gómez Pérez
Francisco López Sántiz


Übersetzung: Martin

Quelle: http://acteal.blogspot.com/

→ Lesetipp zum Thema: Acteal - Ein Staatsverbrechen

Infos: http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,363,4.html

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