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Infos zu Ciudad Juárez

Initiative Mexiko vom 09.03.2011
übersetzt von Harald

  Ciudad JuárezEnde August 2008 verschwand die 16-jährige Rubí Marisol Frayre Escobedo in Ciudad Juárez. Ihr Freund, Sergio Rafel Barraza Bocanegra, gestand das Verbrechen und führte die Polizei zu einer Mülltonne, in der die Leiche von Rubí, verstümmelt und verbrannt, aufgefunden wurde Er widerrief vor Gericht und wurde im April 2010 mangels Beweisen frei gelassen.

Die Mutter der Ermordeten, Marisela Escobedo Ortiz, kämpfte vor Gericht und mit öffentlichen Aktionen gegen die Straffreiheit des Täters. Am 20. Mai 2010 hob ein Appellationsgericht den Freispruch auf, verurteilte den Täter in Abwesenheit zu 50 Jahren Gefängnis und ordnete seine Festnahme an, welche die Staatsanwaltschaft innerhalb von 200 Tagen zu vollziehen hatte. Die für den Freispruch verantwortlichen 3 Richter wurden suspendiert. Da es keine Anzeichen für eine ernsthafte Suche nach dem Verurteilten gab, nahm Marisela sie in eigene Hand. Sie stellte den mutmaßlichen Täter in Fresnillo, Zacatecas, 774 Kilometer weiter südlich, der jedoch wegen der Untätigkeit der Behörden entkam. Sie reiste auch in die Hauptstadt und ersuchte Präsident Calderón und Generalstaatsanwalt Arturo Chávez Chávez um Audienz. Sie wurde ihr verweigert. Im November bzw. Dezember kamen Kontakte mit Beamten des Innenministeriums und dem Staatsanwalt von Chihuahua zustande, in denen sie auf ihre Gefährdung hinwies.

Am 16. Dezember 2010 wurde Marisela gegen 20 Uhr bei ihrem 2 Wochen andauernden Protest vor dem Palast des Gouverneurs Cesar Duarte erschossen.

Susana Chávez (36), Menschenrechtsaktivistin und Dichterin, wurde am 6. Januar 2011 in Ciudad Juárez, Colonia Cuauhtémoc, erwürgt aufgefunden. Eine Hand war ihr abgehackt worden. Die mutmaßlichen Täter, 3 Jugendliche, wurden gefasst.

Am 3. Januar 2010 wurde Josefina Reyes Salazar erschossen. Der Täter wurde nicht gefasst. Jahrelang hatte sie gegen die Gewaltakte des Militärs gekämpft, die Inhaftierung ihres Sohnes Miguel Angel und die Ermordung ihres Sohnes Julio Cesar durch Paramilitärs (November 2009).

Am 18. August 2010 wurde ihr Bruder Rubén Reyes (49) erschossen. Auch dieser Mord wurde nicht aufgeklärt.

Am 7. Februar 2011 wurden ihre Geschwister María Magdalena und Elías Reyes sowie dessen Frau Luisa Ornelas Soto in Guadalupe, Distrito Bravos, Valle de Juárez östlich von Ciudad Juárez, verschleppt. Die Mutter von Josefina Reyes Salazar, Sara Salazar, und ihre Tochter im Kindesalter, die im gleichen Lastwagen unterwegs waren, wurden nicht behelligt. Am 25. Februar wurden die Leichen der Entführten gefunden. Die überlebenden Schwestern Marisela und Claudia, kämpfen weiter.

Am 15. (16.) Februar 2011 wurde das Wohnhaus der Familie in Guadalupe von einer bewaffneten Bande mit Molotow-Cocktails in Brand gesteckt. Einen Tag später wurde auch das Haus von Maria Luisa Andrade, Aktivistin von Nuestras Hijas de Regreso a Casa, die an den Protesten gegen die Entführung teilnahm, angezündet. Marilú ist die Schwester der damals 17-jährigen Lilia Alejandra García Andrade, die am 21.2. 2001 vergewaltigt, gefoltert und erwürgt aufgefunden worden war.

Seit den 90er Jahren wurden in Ciudad Juárez Hunderte von Frauen ermordet, viele von ihnen vergewaltigt, gefoltert und dann in die Wüste geschmissen.

Mehr als 3000 Menschen wurden allein im Jahr 2010 in Ciudad Juárez umgebracht.

Seit Beginn der von Präsident Felipe Calderón ausgerufenen Offensive gegen die Drogenkartelle fielen der Gewalt über 35 000 Menschen zum Opfer.


Erklärung der Organisationen von Ciudad Juárez zu dem Fall der Familie Reyes Salazar.

An Frau Sara Salazar Reyes und Familie
An die Gemeinschaft von Ciudad Juárez
An die Gemeinschaft von Mexiko
An die Internationale Gemeinschaft.


Wieder einmal bezeugen wir mit Empörung und Entsetzen, wie die Straflosigkeit – die im Land vorherrscht und sich in Ciudad Juárez zuspitzt – das Leben der Unsern überzieht. Elías Reyes Salazar, Magdalena Reyes Salazar und Luisa Ornelas Soto reihen sich in die endlose Liste von Männern und Frauen ein, alle Opfer einer sich auf die Gewalt stützenden Politik des Staates, die ihren grässlichsten Ausdruck in der Verfolgung, dem Verschwindenlassen, der Folter und dem Mord findet.

Der Fall der Familie Reyes Salazar belegt die Widrigkeit, in der der soziale Aktivismus und Protest sowie die Verteidigung der Menschenrechte in Ciudad Juárez. stattfinden. Es genügt, die vier Todesfälle unter den Angehörigen der Familie – innerhalb von 3 Monaten – zu erwähnen, denen die Ermordung von Josefina Reyes Salazar vorausgegangen ist, einer Aktivistin und Verteidigerin von Valle de Juárez. Deshalb ist es kein Zufall, dass es bis jetzt keinerlei Untersuchung dieser Todesfälle gibt und der Umstände, unter denen sie sich ereigneten. Und dies trotz des Einspruchs der Familie und der sozialen Organisationen unserer Stadt.

Besorgnis erregend ist, was die Familie bestätigt, dass die Untersuchungsakten über die Fälle von Josefina und Fubén Reyes Salazar leer bleiben. Leer wie die Worte der Regierungsvertreter, die Kontakt mit ihnen aufgenommen haben. Leer wie die Versprechen einer regierenden Klasse, die unfähig ist zuzuhören und erst recht auf die Forderung nach Gerechtigkeit dieser und anderer Familien von Ciudad Juárez einzugehen, die heute im Wort und in der Forderung von Doa Sara, Marisela, Claudia und Saúl Reyes Salazar Anklang finden. Sie sind die vier, die – wie die übrigen Bewohner von Ciudad Juárez – die Barbarei und das Blutbad überlebt haben, in das die lokale, bundesstaatliche und zentrale Regierung uns getaucht haben.

Heute, wo die Gefahr wächst, wächst auch das, was rettet. Inspiriert von der Tapferkeit dieser Familie, geleitet von dem Vermächtnis von Frauen und Aktivisten wie Josefina, stehen wir zueinander in Solidarität, Engagement und dem unerschütterlichen Willen, gemeinsam den Weg zur Gerechtigkeit zu bauen. Deshalb schicken wir den Organisationen in Mexiko und der Welt unseren Dank und unsere Grüße, die uns seit jeher und während dieser kritischen Stunden, die wir mit der Familie Reyes Salazar geteilt haben, ihre Hilfe, ihr Wort und ihre Arbeit angeboten haben. Wir bitten sie, dass sie durch ihre Arbeit und Netzwerke auch weiterhin, in jedem Winkel dieses und anderer Länder, unsere Anklage und Forderung nach Gerechtigkeit verstärken. Ebenso laden wir andere ein, unseren Einsatz für den brüderlichen Dialog, die deutliche und reflektierte Aktion zu begleiten.

Auf dass wir vom Schmerz zu einer Neubegründung der Stadt gelangen und zusammen versuchen, sie in den Ort zu verwandelt, den die Regierungen uns verweigert haben.

Brüderlich
Die Gerechtigkeit steht an erster Stelle, nichts in Juárez ohne Gerechtigkeit.


Frente Plural Ciudadano/Redes Universitarias Ciudad Juárez/Red Mesa de Mujeres/Movimiento   Pacto por la Cultura/Casa Amiga Esther Chávez Cano/Centro de Estudios Itziar Lozano/Colectivo Comunidad, Arte y Equidad/El Camino/Telón de Arena/Centro de Derechos Humanos Paso del Norte/Comisión de Solidaridad y Defensa de Derechos Humanos, A.C. (COSYDDHAC)/Comité Médico Ciudadano/ Pastoral Obrera/Plan Estratégico de Juárez/Consejo Ciudadano por el Desarrollo Social/Organización Popular Independiente (OPI)/CASA Promoción Juvenil/La Gota/Doble Resistencia (Chihuahua, Chihuahua)/La Red de Defensoras y Defensores de DDHH (Chihuahua, Chihuahua)/Frente Democrático Campesino (Chih, Chihuahua)/Paz y Justicia Sin Fronteras (El Paso, Texas).

Anhang:  
  Text als PDF mit Bildern


 Quelle:  
  http://www.ini-mex.org 
 

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