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Junta der Guten Regierung meldet Schüsse gegen die Gemeinde Comandante Abel

 

Angriff gegen Zapatisten durch Paramilitärs mit Verbindungen zu Paz y Justicia

La Jornada vom 11.09.2012
Hermann Bellinghausen, La Jornada, S.24
übersetzt von Dana

  Dienstag, 11. September 2012 Schwere Aggressionen bewaffneter Paramilitärs, identifiziert als Mitglieder der regierungstreuen Organisation Paz y Justicia, wurden in den letzten Tagen gegen die neue zapatistische Gemeinde Comandante Abel (vormals San Patricio) im autonomen Bezirk La Dignidad verübt. Dies meldete die Junta der Guten Regierung (JBG) »Neues Samenkorn, das fruchten wird«, in der nördlichen Zone von Chiapas.

Die Eskalation der Aggressionen, bei denen Schüsse hohen Kalibers gegen die Chol Gründer von Comandante Abel abgefeuert wurden, begann am 6. September, als »gegen 7:00 Uhr, 55 Personen mit Waffen verschiedenen Kalibers erschienen, um ein Gebiet unserer Unterstützungsbasen zu besetzen, etwa 200 Meter von der neuen Gemeinde entfernt«. Diese Gemeinde wurde letztes Jahr gegründet, infolge der unzähligen Gewalthandlungen gegen die zapatistischen Unterstützungsbasen von San Patricio. Die Regierungssekretärin von Chiapas hatte sich verpflichtet weitere Attacken der Regierungstreuen zu verhindern.

Die JBG identifizierte die Angreifer als Dorfbewohner von Unión Hidalgo und PRI-istas aus San Patricio (offizieller Bezirk Sabanilla), mit der Absicht »einzufallen und unseren Compañeros ihr Land und ihre Besitztümer wegzunehmen«. Sie stellten Unterkünfte und eine rote Fahne auf. »Gegen 11:00 Uhr vormittags fingen sie an, den grünen Mais der Compañeros zu rauben. Gegen 12:00 Uhr feuerten sie einen Schuss ab. Gegen 15:00 Uhr erschienen drei Beamte der schlechten Regierung an dem Ort an dem sich die Invasoren mit den Kindern der PRI-istas von San Patricio aufhielten, und gingen dann wieder weg ». Danach kamen weitere bewaffnete Männer, bis sich die Anzahl der Invasoren auf 70 Personen belief.

»Gegen 20:00 Uhr setzten sich die Paramilitärs in verschiedene Richtungen in Bewegung und feuerten 26 Schüsse ab«, berichtete die JBG. Um Mitternacht wurden zwei weitere Schüsse abgefeuert und Verstärkungen der Paramilitärs trafen ein, womit ihre Zahl am Morgen des 7. September auf 150 angewachsen war. Sie rissen Acahuales aus, und zerstörten »Torpfosten und Umzäunungen der kollektiven Weide unserer Compañeros«.

Gegen 10:10 Uhr »wagte sich ein Compañero aus seinem Haus um zu beobachten was passierte, und sie feuerten 30 Kartuschen großen Kalibers auf ihn«. Ein Projektil schlug in das Haus ein. Die Angreifer waren »3 Invasoren in Militäruniformen mit Skimasken«. Zwei von ihnen »feuerten Pistolen Kaliber 9mm und der andere ein AR-15 Gewehr mit Repetierfeuer. Gegen 10:30 Uhr umstellte die regierungstreue Gruppe die Gemeinde in einem Abstand von etwa 150 Metern, mit insgesamt 19 Schusswaffen.

Nach Angaben der JBG des zapatistischen Caracols von Roberto Barrios, gehören zu den »Anführern der bewaffneten Gruppe Paz y Justicia, die diese Enteignungsoperation leiten und drohen, anzugreifen und zu rauben wie ihre Chefs der schlechten Regierung sie anweisen«, unter anderem Polizisten, Ejidokommissare, ehemalige Bezirksfunktionäre und ein Ex-Kandidat der PRI aus San Patricio und Unión Hidalgo.

»Dies ist der gleiche Krieg zur Aufstandsbekämpfung, den die Reichen und Mächtigen gegen unsere Organisation und unsere Gemeinden im Widerstand führen. Die Regierung will Blutvergießen und Tod, während unsere Gemeinden in Widerstand versuchen ihr Leben mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln aufzubauen, nämlich der Mutter Erde, auf der wir leben«. Die rebellische Junta erinnert daran, dass sie »dieses Land in 1994 mit dem Leben und Blut unserer Kämpfer zurück gewonnen haben, und nicht zulassen werden, dass die schlechte Regierung mit ihren paramilitärischen Gruppen uns alles wegnimmt. Dieses Land gehört uns, es gehörte unseren Großväter und Urgroßväter. Wir werden es um jeden Preis verteidigen, selbst wenn die schlechte Regierung kein Einsehen und kein menschliches Herz hat. Wir wissen zwar bereits, dass sie ein unmenschliches Herz hat, aber das Traurigste ist, dass die schlechte Regierung nicht mal selbst die Bevölkerung angreift, sondern die gleichen armseligen Leute benutzt, um ihre Ziele durchzusetzen, zu rauben, zu töten und sich Reichtümer anzuschaffen«.

Für diese Aggressionen verantwortlich macht die JBG die Regierung von Felipe Calderón Hinojosa, Gouverneur Juan Sabines Guerrero, und die Bezirkspräsidenten von Sabanilla, Genaro Vázquez Pérez, und von Tila, Sandra Cruz Espinosa.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/2012/09/11/politica/024n1pol 
 

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