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Marcos, »Sie und Wir« (Teil 6) - P.S. zu Teil 5

Kommunique vom 29.01.2013
übersetzt von Dana

  Subcomandante Insurgente Marcos

P.S. zur »Sechsten«, das wie der Name schon sagt der fünfte Teil von »Sie und Wir« war.

Januar 2013

P.S. MIT EINIGEN RATSCHLÄGEN UM IHRE VERDÄCHTIGUNGEN ZU BESTÄTIGEN:

1.- Wenn irgendeine Person …

… alle, einige oder einen einzigen der folgenden Anklagepunkte aufweisen kann, zum Beispiel: Frau sein, Mann sein, Kind sein, Jugendlicher sein, Student sein, Angestellter sein, rebellisch sein, lesbisch sein, schwul sein, indigen sein, Arbeiter sein, Stadtteilbewohner sein, Campesino sein, arbeitslos sein, gläubig sein, Sexarbeiter sein, Künstler sein, Domestike aber nicht domestiziert sein, wird zur Vorsicht geraten, diese Person könnte der Sechsten angehören.

… anders ist, und sich dessen nicht nur nicht schämt und es nicht zu verbergen sucht, sondern im Gegenteil, unverblümt gewissenhafte Leute herausfordert, wird zur Vorsicht geraten, diese Person könnte der Sechsten angehören.

… Teil einer Organisation, oder eines freien/libertären Kollektiv oder einer Gruppe ist, wird zur Vorsicht geraten, diese Person könnte der Sechsten angehören.

… jemand ist, der/die in keine andere Liste außer die der »Entbehrlichen« passt, wird zur Vorsicht geraten, diese Person könnte der Sechsten angehören.

… jemand ist, der/die sich von niemanden etwas sagen lässt, außer vom eigenen Gewissen, wird zur Vorsicht geraten, diese Person könnte der Sechsten angehören.

… jemand ist, der/die nicht auf allmächtige Retter wartet oder hofft, wird zur Vorsicht geraten, diese Person könnte der Sechsten angehören.

… jemand ist, der/die Samen pflanzt, wohl wissend, dass sie deren Frucht niemals sehen werden, wird zur Vorsicht geraten, diese Person könnte der Sechsten angehören.

… jemand ist, der/die, wenn man ihnen geduldig und gutmütig (das heißt, beinahe hysterisch), darlegt, dass die Maschinerie allmächtig und unbesiegbar ist, lächeln – nicht so als ob sie es nicht verstanden hätten, sondern so als ob es sie nicht kümmert, wird zur Vorsicht geraten, diese Person könnte der Sechsten angehören.

MULTIPLE CHOICE P.S.

Stellen Sie sich vor, Sie unterhalten sich mit einem anderen Compa, über was auch immer, das geht nur Sie beide etwas an. In dem gleichen Augenblick, wo Sie zum Compa sagen: »Schön, also wir sehen uns dann noch«, taucht irgendein Herr auf, mit einem Gesichtsausdruck der besagt »ich bin sehr respektabel und äußerst kenntnisreich«, faltet vor Ihren Augen eine ganze Packung revolutionärer Beglaubigungsscheine auseinander, die ihn als revolutionären Analysten für alle vergangenen und zukünftigen Revolutionen ausweisen, und fängt an, Ihnen mit schriller Stimmte zu erklären, dass Sie ihm gehorchen und tun sollen, was er anweist/empfiehlt/anordnet. Und als Sie gerade zu Ihrem Compa sagen wollen »was ist denn mit diesem Idioten«, wird der Mann lautstark und skandiert, unter Zurschaustellung seines hohen Intellekts und mit zugehaltenen Ohren »Ich kann nichts hören, Ich kann nichts hören! Ich bin aus Holz und habe Fischohren« [*1] und zieht erbost ab. Daraufhin, Sie:

a) Sie laufen ihm nach und flehen ihn an, Sie nicht der Finsternis der Unwissenheit (Ihrer eigenen, versteht sich) preiszugeben, sondern Sie weiterhin mit Brillanz (seiner eigenen, versteht sich) zu illuminieren.

b) Sie sagen schluchzend »Es stimmt. Ich bin verrückt und undankbar gewesen, aber ab jetzt werde ich immer brav sein«.

c) Sie beenden den Satz »was ist denn mit diesem Idioten«, den Sie vorhin begonnen hatten.

d) Sie sagen zu Ihrem Compa »Junge, ein Augenblick lang dachte ich schon, die Tira taucht hier auf, das heißt, die andere Tira« [*2]

e) Sie murmeln zu sich selbst »meine Fresse, mit dieser Stadt geht es auch langsam abwärts«

f) Sie nehmen nichts davon zur Kenntnis, sondern starren gebannt auf diese Wand, die so nackt, so einsam, so rein ist, und Sie denken darüber nach wo sie die Knete für ein Paar Spraydosen herkriegen sollen, weil, so denken Sie bei sich, einer Wand wie dieser kann man ein Gekritzel oder eine Graffiti nicht völlig verweigern, Sie müssten sich nur mit Ihrer »Crew” verabreden und sich auf eine Zeit und einen Ort einigen, oder wie man sagt, auf einen Kalender und eine Geografie. Außerdem wissen Sie schon genau, was Sie schreiben würden, zum Beispiel, dieses Zitat von Mario Benedetti, das besagt: »Vor zwei Gefahren muss sich der neue Mensch vorsehen: der Rechten, wenn sie schlau ist [* spanisch diestra = »schlau, geschickt; rechts”], und der Linken wenn sie links ist« [* spanisch siniestra = »unheilvoll, verhängnisvoll; links«]

g) Sie gehen nach Hause, in ihre Bude, Hütte oder wie sie es auch immer nennen, und sagen zu Ihrem Partner/ihrer Partnerin: »ich glaube ich esse nie wieder so ein Sandwich/Taco/Pastete. Heute habe ich mitten auf der Straße halluziniert ich wäre in der Laura Bozzo Show [*3], und als das Geschrei »Bringt das arme Schwein herein” losging, schubste mich jemand an und sagte »jetzt geh schon, du bist dran«

h) Sie denken, »Hmm, es ist also wahr, Drogen und Alkohol sind schändlich fürs Gehirn«

i) Sie fragen sich "wen kann er damit nur gemeint haben?"

Wenn Sie die Antworten a) und/oder b) angekreuzt haben, haben Sie Zukunftschancen, aber ihnen fehlt der Schliff. Zum Beispiel hätten Sie dem Mann anbieten können, seine Bücher zu tragen. Wenn Sie das aus Boshaftigkeit tun und nicht aus Unterwürfigkeit, könnten Sie ja auf dem Buchhaufen noch das Buch von Pascal Quingard draufwerfen können, mit dem Titel "Butes" oder "Boutes" (wie ich sehe ist Französisch in Mode), vom Verlag Sextopiso (ich liebe diesen Namen). Vielleicht liest er es ja, und lernt dann wie man die Allegorie von den Sirenen kreativer einsetzen kann. Ah, aber er wird Sie auf jeden Fall anweisen weiter zu rudern, um den Helden nach Hause zu bringen.

Wenn Sie c), d), e), f), g) oder h) angekreuzt haben, gibt es für Sie keine Hoffnung, Compa, und natürlich auch keinen Tribünenplatz in der unvermeidlichen-Weltrevolution-die-den-geknechteten-Massen-das-Licht-bringen-wird-unter- Anleitung-der-Weisen-Analysten-und-deren-tiefgründiger-und-konkreter-Analyse-der-Realität. Nun, das haben Sie davon, wenn Sie mit diesen unanständigen Ideen von Rebellion, Freiheit und Autonomie herumhängen.

Wenn sie i) angekreuzt haben, machen Sie sich keinen Kopf, das lohnt sich überhaupt nicht.

P.S. DAS ZU IHRER ORIENTIERUNG DIENT UND IHNEN SAGT:

Sie vergeuden Zeit wenn…

1) Sie mit jemanden darüber argumentieren, ob Sheldon Cooper [*4], mit den Worten »Angst vor der Höhe ist unlogisch. Angst vorm Herunterfallen andererseits ist umsichtig und evolutionär«, seine eigene Version von »unten« bekundete und sich für die Ratsamkeit dortselbst zu bleiben aussprach. Ihr Gesprächspartner, geht im Kopf die Namen aller klassischen revolutionären Autoren und aller Generalsekretäre aller Parteien durch und fragt dann »Wer zum Teufel ist Sheldon Cooper, noch so’n Gauner von der Sexta«

2) Sie sagen laut vor sich hin: »Es gibt immer eine kleine Chance. Alles dreht sich jetzt um kleine Chancen. Wir haben eine lange und harte Reise vor uns, vielleicht härter als ich es mir vorstellen kann. Aber sie kann nicht härter sein als es unsere Reise bisher gewesen ist. Wir sind jetzt weniger als zuvor. Deshalb müssen wir zusammenhalten, füreinander kämpfen, bereit sein, wenn nötig, füreinander zu sterben« [*5]

Und jemand unterbricht Sie und sagt: »Oh, hör doch endlich auf, diesen Wischlappen-Wollsocken-Strickkondom-Träger zu zitieren. Ich habe die Nase voll von diesen Einfaltspinseln. Und diese Erklärung über die nächste Etappe der Sexta ist nichts als billige Literatur vom Subkomödianten Marcos. Ist Dir nicht klar, dass er die Indigenas nur ausnützt, um Geld zu machen und in Europa mit Cassez [*6] herumzuhängen? Jeder weiß doch, dass die Haartolle [*7] die Freilassung dieser Französin mit diesem Clown Marcos ausgehandelt hat, um im Rückzug die PRI vom Wahlbetrug zu entlasten«

Der Sprecher geht dann wieder, zufrieden Sie aufgeklärt zu haben, und lässt Ihnen keine Gelegenheit zu erklären, dass es sich bei diesen Zeilen eigentlich um einen Zitat des Charakters von Rick Grimes handelt (gespielt von Andrew Lincoln) aus der ersten Episode der zweiten Staffel der TV-Serie »The Walking Dead«, entwickelt von Frank Darabont, auf der Basis der gleichnamigen Comicreihe von Robert Kirkman und Tony Moore und produziert von AMC.

Anmerkung von Marquitos Spoil: Ja, ich finde auch, dass weder Daryl Dixon (dargestellt von Norman Reedus) noch Michone (dargestellt von Danai Guirra) sterben dürfen, aber vielleicht befürchten die Drehbuchautoren ja, dass sie sich beide der Sexta anschließen könnte, es würde zu ihrem Wesen passen. [*8]

P.S. DAS WEITERE RATSCHLÄGE ERTEILT

Sie können ein wenig verlorene Zeit wieder wettmachen, wenn Sie sich nach den zwei oben genannten Episoden und einigem Nachdenken fragen »Was zum Teufel ist die Sexta«

Also geben Sie in die Suchmaschine Ihrer Wahl die Worte ein: »Sexta” und…

das gesamte Bildschirm wird von allen bekannten und unbekannten WARNMELDUNGEN überflutet, von »Vorsicht, diese Seite kann ihre mentale Gesundheit schwer beeinträchtigen«, und »bösartiges URL« (ah, großartige unfreiwillige Hommage vom Antivirus Programm, vielen Dank), bis hin zum klassischen »libertärer Virus entdeckt. Stellt keine Gefahr für Hardware dar, wird aber ihr Denksoftware völlig durcheinanderbringen«; und im Anschluss die Optionen: »Virus sofort eliminieren«, »Virus unter ’Zu Vermeiden’ in Quarantäne stellen«, »Virus in die Sektion für hoffnungslose Anliegen versetzen«, »Virus unter ’Einfältigkeiten’ archivieren«, etc.

Sie sind natürlich darüber ungehalten (wenn nicht, wieso würden Sie sonst weiterlesen?) und es kotzt sie an (Zensur beep), soll heißen, es ärgert sie, das man Ihnen sagt, was Sie tun können oder dürfen und was nicht. Also klicken Sie auf den Link, und bedauern es fast augenblicklich, da Ihr Bildschirm nun, um es in nicht-kybernetischen Ausdrücken zu umschreiben, ein heilloses Durcheinander ist, mit mehr Farben als es sich jeder psychedelische Bildschirmschoner einfallen lassen könnte, später auch alle Arten von Musik (aber ohne auf den Leser störend zu wirken). Sie fragen sich natürlich was der Programmierer geraucht haben könnte, und wenn wir schon beim Thema sind, seien Sie nicht knausrig und lassen Sie das Zeug die Runde machen, aber im gleichen Augenblick, ta-daa, wirbeln Worte auf, viele Worte, die sich nach einer Weile niedersetzen und gelesen werden können:

»Die Sexta«. – 1) Name, mit dem sich die Zapatisten der EZLN die Sechste Erklärung aus dem Lakandonischen Urwald bezeichnen, und/oder die Unterstützer/innen dieser Erklärung. 2) Name, der als Selbstbezeichnung einer kleinen, sehr kleinen, winzig kleinen Gruppe von Männer, Frauen, Kinder, Alte und Anderen dient, die gegen den Kapitalismus Widerstand leisten und kämpfen, und vorschlagen eine bessere Welt zu errichten, keine perfekte Welt, aber eine bessere. 3) Name, der zur Bezeichnung einer dreckigen, hässlichen, bösartigen, rüpelhaften und rebellischen Menschengruppe dient, die beabsichtigen eine andere Art von Politik zu errichten (die also gegen den Wind pissen, weil dabei weder ein Budget, noch bezahlte Positionen, noch anerkanntes soziales Prestige vorgesehen ist). 4) Name, mit dem sich eine unbekannte aber zu vernachlässigende Anzahl von Personen identifizieren, die sich von den Zapatisten aufgerufen aber nicht ihnen untergeordnet fühlen, die sich ihre eigene Autonomie, ihren eigenen Kalender und ihre eigene Geografie bewahren (die meisten von ihnen sind nicht kreditwürdig und somit völlig entbehrlich.) Erwähnte ich schon, dass sie dreckig, hässlich, bösartig und rüpelhaft sind? Nun, das sind sie wirklich. Für Zapatisten siehe auch unter »zapatos« (span.: »Schuhe«], »zapatillas« [span.: »Hausschuhe«], »zapateros« [span.: »Schuhmacher«], »rebellisch«, »ärgerlich«, »störend«, »überflüssig«, »respektlos«, »ohne Wählerausweis«, »nicht-existent«, »rüpelhaft, einfach nur rüpelhaft«, »und auch dreckig, hässlich und bösartig«.


P.S. ÜBER DAS VERFLIXTE (in etlichen Hinsichten) PASSWORT:

Compas der Sexta und nicht der Sexta: ich habe eine unbestimmte Anzahl (was eine elegantere Art zu sagen »eine Scheißmenge«) nicht-so-netter Beschwerden über das Passwort erhalten [*9]. Aber wenn Sie kurz vom Gaspedal treten, kann ich das erklären:

Wie Sie selbst feststellen konnten, stürzt unsere Webseite bei jedem siebten Klick ab. Und ich könnte mich da gewissen Verschwörungstheorien anschließen und das auf einen Cyberangriff des jeweiligen Bösewichts des Tages schieben, die höchste Regierung, das Pentagon, die MI6, DGSE, CIA oder KGB (gibt es den KGB eigentlich noch? Da haben Sie den Beweis, dass wir in der Steinzeit leben), aber die Wahrheit ist, dass wir einen Server haben, der auf der alternativen Welle mit Pozole [*10] betrieben wird, und wenn wir den zuständigen Compas sagen, sie sollen mal »Saft geben”, trinken sie die Pozole selbst aus, und für den Server bleibt nichts übrig. Also haben wir gesehen, dass es Compas gibt, die das wissen, und die ihre eigenen freie Medien, Blogs, Webseiten und so weiter unterhalten. Und sie laden unsere Texte und manchmal auch unsere Videos dort hoch. Die Videos sind für die Texte sehr wichtig, so wichtig, dass wir uns für sie genauso viel Zeit nehmen, wie für die Texte. Deshalb veröffentlichen wir sie über die Webseite »Enlace Zapatista«, weil es besser ist, wenn die bloßen Worte von Musik oder einem Video ergänzt werden, wie ein sehr postmodernes P.S., das ist hier bei uns sehr angesagt. Wie auch immer, ich erzählte gerade, dass die Compas von den unabhängigen und libertären Medien, sowie Gruppen, Kollektive und Einzelpersonen, unsere Worte übernehmen, und sie so noch viel weiter und an noch mehr Orten verbreiten.

Also machen wir wie man das so sagt, Tests. Wir wissen, dass es für diese Compas kein Passwort gibt, der sie aufhalten könnte, und dass auch wenn sie das Passwort nicht wirklich kennen, dann klicken sie mal hierhin und mal dorthin, und schon können sie alles lesen. Also dachten wir uns, was wohl passieren würde, wenn die schlechte Regierung unser Wort blockiert und die kommerziellen Medien uns mit der Peitsche ihrer Verachtung strafen und dann geht gar nichts mehr? Das haben sie schon einmal gemacht, deshalb gibt es ja das ganze Gerede von wegen wieso wir so lange geschwiegen hätten, und wieso erst jetzt und bla bla bla. Also dachten wir uns, wenn sie uns blocken, könnten diese Compas dann unser Wort aufgreifen und für andere hochladen? Weil uns die Leute, die sich über die Medien dieser Compas informieren auch als Gesprächspartner interessieren. Also dachten wir uns ein Test zu veranstalten, um zu sehen was diese Compas da draußen, vor allem jene, die noch gar nicht wissen, dass sie unsere Compas sind (wir wissen das auch nicht, aber das ist nicht der Punkt), in einem solchen Fall tun würden. Würden sie woanders nach uns suchen? Oder was? Und das haben wir auch getan. Und wir konnten folgendes feststellen: das Passwort hat unsere Cybercompas nicht mal ansatzweise aufgehalten, oder wie man das so schön sagt, es hat sie nicht die Bohne gekümmert, sie sind sofort auf die Webseite mit dem verborgenen Text gekommen und haben ganz schnell den gesamten Text auf ihre Webseiten veröffentlicht, und die meisten von ihnen auch die Videos. Und dann sahen wir, dass nicht nur unsere Webseite die ganze Zeit abstürzt, sondern es bei uns auch mit nicht-so-netten Beschwerden hagelte, und dann tauchten die anderen Medien und Blogs und so weiter auf, und sagten »hier ist der gesamte Text«, und zeigten den hocherhobenen Mittelfinger, wenn Sie wissen was ich meine. Ok, ok, ok, keine Witze mehr. Also dachten wir uns, »wenn sie einen von uns beleidigen, beleidigen sie uns alle«. Ok, ok, nicht wirklich, aber inzwischen wissen Sie auch selbst, Compas, dass wenn Sie unsere Seite nicht öffnen können, Sie auf die Webseiten anderer Compas suchen können. Und bei diesen freien und/oder libertären Compas mit ihren Medien, Blogs, Webseiten oder was auch immer, möchten wir uns vom ganzen Herzen bedanken. Und glauben Sie mir wenn ich sage, dass es (nach allem was wir durchgemacht haben) für uns als Zapatisten nicht einfach ist diese Worte zu sagen. Denn Worte haben für uns einen hohen Wert, so sehr, dass wir um ihretwillen sogar einen Krieg geführt haben.

Jedenfalls wird es von Zeit zu Zeit einige Texte mit einem Passwort geben, aber nur in sehr konkreten Fällen, um die Leserschaft nicht mit Dingen zu langweilen, die vielleicht keinen interessieren, na ja, außer vielleicht die Leute von der Sexta, aber nicht alle, nur sehr wenige. Zum Beispiel: wenn wir annehmen würden, dass wir eine Einladung für August dieses Jahres, 2013, aussprechen, wenn die Juntas der Guten Regierung 10 Jahre freier Autonomie feiern werden; und dass es zu diesem Anlass in den zapatistischen Gemeinden ein kleines Fest geben wird, und dass es in diesem Zeitraum sehr viel regnet, und dass dann hier außer Würde Schlamm das einzige ist, was in Überfluss vorhanden sein wird, und wenn Sie herkommen, sollten sie alles Notwendige mitbringen wenn Sie nicht die Farbe der Erde annehmen möchten. Aber solche Dinge, Compas, werden wir hinter einem Passwort setzen, weil die meisten sich für diese Information nicht interessieren werden, nur die Leute von der Sexta, und noch ein paar andere, die eingeladen sein werden. Also verbleiben wir so. Ich hoffe, dass die Beschwerden jetzt etwas freundlicher ausfallen werden.

Vale. Salud und ehrlich, man schickt uns alles zu was sie uns schreiben, Positives und Negatives, von überallher, und wir lesen es. Wir wissen nämlich, dass die Welt sehr groß ist, dass sie viele Welten umfasst, und dass völlige Einstimmigkeit nur in den Köpfen der Faschisten des gesamten politischen Spektrums existiert, die versuchen ihre Homogenität allen aufzuzwingen.

Aus irgendeiner Ecke irgendeiner Welt .

SupMarcos.

Januar 2013.


Videos und Musik zum Kommunique:

»Black«, mit Kari Kimmel. Soundtrack zum Trailer für die dritte Staffel von »The Walking Dead". Video editiert und untertitelt von MultiMarisa1.


"Rap Zapatista Hope«. Curva Sud Tunisi. Tunesische Republik, mediterranes Afrika.


»Being Different«, mit dem Superhelden Calcetín und Rombos Man in den Hauptrollen. Clip aus Kapitel 1 der ersten Staffel der Serie »31 Minuten«, eine Kinderserie produziert von APLAPLAC (kreiert von Álvaro Díaz und Pedro Peirano) in 2003 and übertragen vom Chilenischen Nationalfernsehen.



Anmerkungen der Übersetzung

  1. Mexikanischer Kinderreim, mit dem Kinder sich mit zugehaltenen Ohren weigern etwas zu hören, was sie nicht hören wollen (orig.: »no oigo, no oigo, soy de palo, tengo orejas de pescado«). Andererseits ist »Sumpffisch« (»El Peje«) auch ein eingebürgerter Spitzname für Andres Manuel Lopez Obrador.
  2. Laut den Compas von El Kilombo möglicherweise ein Wortspiel: »tira«, umgs. »Polizei, Bullen«, und »Tira«, Titel einer Stand-Up Comedy Show des spanischen Fernsehsenders »La Sexta«.
  3. Laura Bozzo: Moderatorin reißerischer Talk Shows, in denen Gäste traditionell mit dem Aufruf »Bringt das arme Schwein heraus« auf die Bühne geführt werden.
  4. Sheldon Cooper: Charakter der TV-Serie »The Big Bang Theory« (CBS) mittlerweile zur Ikone der Geek-Community aufgestiegen. https://de.wikipedia.org/wiki/The_Big_Bang_Theory
  5. Rick Grimes, »The Walking Dead«, zweite Episode der zweiten Staffel. Deutsche Untertitel waren unauffindbar, meine Übersetzung könnte sich daher von der offiziellen unterscheiden. https://de.wikipedia.org/wiki/The_Walking_Dead_%28Fernsehserie%29
  6. Florence Cassez: Französische Staatsbürgerin, unter Anklage der Entführung 7 Jahre lang in Mexiko inhaftiert, am 23. Januar 2013 freigelassen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/florence-cassez-franzoesin-nach-haft-in-mexiko-freigelassen-a-879353.html
  7. El Copetes – die Haartolle: Geläufiger Spitzname für Enrique Peña Nieto, inspiriert durch seine glamouröse Haarfrisur.
  8. Die Übersetzerin wagt es an dieser Stelle stark zu bezweifeln, ob Daryl Dixon sich tatsächlich der Sexta anschließen würde. Er neigt dazu Menschenansammlung zu meiden, da diese zwangsläufig Zombies anziehen, und er außerdem seine selbstgerösteten Eichhörnchen mit anderen teilen müsste.
  9. Auf der Webseite Enlace Zapatista war der Fünfte Teil der Kommunique-Reihe »Sie und Wir« einige Zeit nach der Veröffentlichung nur teilweise zu lesen. Um den gesamten Text einzusehen wurde man aufgefordert ein Passwort einzugeben.
  10. Pozole: https://de.wikipedia.org/wiki/Pozole


übs. von Dana

 Quelle:  
  http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2013/01/29/pd%C2%B4s-a-la-sexta-que-como-su-nombre-lo-indica-fue-la-quinta-parte-de-ellos-y-nosotros/ 
 

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