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Polizeiübergriffe in Chiapas

La Jornada vom 03.08.2001
Korrespondent Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

 
Gewalttätiger Polizeiüberfall in der Region Marques de Comillas
Die Judicialpolizei verhaftete sechs zapatistische campesinos und schlugen Frauen und Kinder

(San Cristobal de las Casas, Chiapas, 2 August.) — Sech Campesino EZLN Unterstützungsbasen sind am 27 Juli, in Barrio San Jose in der Region von Marques de Comillas, gewaltsam festgenommen worden. In dem was offiziell als eine "Räumung" gegen die Regionale Unabhängige Campesino Bewegung (MOCRI) zur Rettung von sechs Beamten des Secretariats für Soziale Entwicklung bezeichnet worden ist, ging die Judicialpolizei mit äusserster Gewaltanwendung gegen die Bevölkerung vor: sie verprügelte Frauen und Kinder, raubte Geld und zerstörte Eigentum, zusätzlich zur Festnahme Dutzender Unschuldiger.

Gemäss der Denuncia des autonomen Bezirksrates von San Pedro de Michoacán, waren 16 Polizeifahrzeuge und 5 Hubschrauber an der Hetzjagd beteiligt.

Erst heute, sind fünf zapatistische Zivilisten die während des Überfalls festgenommen worden waren, in Tuxtla Gutierrez freigelassen worden, während der Minderjährige Orbelin Sanchez Cruz dem Vormundschaftsrat für Jugendliche Verbrecher in Villa Crisol übergestellt wurde.

Gestern wurden 11 MOCRI-Militanten verhört und in das Gefängnis von Cerro Hueco eingewiesen, unter Anklagen von illegaler Freiheitsberaubung und kriminelle Zugehörigkeit.

Bei der Polizeioperation hatte es sich offiziell um eine "Rettungsaktion" für die entführten Beamten gehandelt.

Entführungen gegen Entführungen?

Die autonomen Autoritäten distanzierten sich von den Handlungen der auch als San José Zamora Pico de Oro bekannten Gemeinde:

"Als zapatistische Unterstützungsbasen kennen wir die Bewegungen und den Kampf für die Bedürfnisse der armen Dörfer, sie werden immer gerechtfertigt sein", bestätigt die Denuncia. "Wir die Zapatisten von Marques de Comillas nahe Pico de Oro, insbesonders in dem Ejido Barrio San José, haben nichts mit den Handlungen der MOCRI-CNPA Angehörigen zu tun, und nicht weil wir dagegen wären für Forderungen zu kämpfen, sondern weil dies mit dem Auftrag der Menschen geschehen sollte, und nicht durch Manipulationen, wie die Anführer dieser Organisation es getan haben."

Bei der "Antwort" der Staatsregierung gegen die MOCRI erklärt die Denuncia weiter, "haben sie auch EZLN Unterstützungsbasen geschlagen und sechs Compañeros festgenommen. Sie haben unser Geld, unsere Waren, Kleidung, Werkzeuge und persönliche Dokumente geraubt, zerstörten Häuser und Küchenutensilien, und raubten und zerstörten auch Geräte. Das ist es was die öffentliche Sicherheit getan hat, als ungefähr 16 Fahrzeuge und 5 Hubschrauber in das Dorf einfielen. Wir lehnen diese Haltung energisch ab."

Die Gefangenen die heute entlassen wurden und von der Polizeistrenge ziemlich verprügelt aussahen, sind Gilberto Sanchez Cruz, Andrés Sanchez Ovando, Hermelindo Sanchez Cruz, Pepe Sanchez González und Francisco Hernandez Juárez, mit Ausnahme von Orbelín Sanchez Cruz, der bis heute ein Gefangener bleibt.

Barbarische Repression

In ihrer Aussage berichteten die Autonomen von Barrio San José: "Jene von uns die dem Sturm von Lärm und Schlägen entkamen, blieben ohne Medikamente, Frauen, Kinder und Männer verprügelt ohne Unterschied." Während der Flucht durch das Dickicht gingen zwei Frauen verloren.

Später denunzierte die Regionale Koordination der Zivilgesellschaft im Widerstand aus dem Hochland von Chiapas, die San Jose besuchte um die Polizeigewalt zu dokumentieren, ebenfalls: "Die Polizeioperation wurde in einem Rahmen der eindeutigen Verletzung der Menschenrechte der gesamten Bevölkerung ausgeführt, und unterdrückte barbarisch Menschen, die mit der Festnahme der Regierungsbeamten durch einige MOCRI-Mitglieder nichts zu tun hatten".

13 Mitglieder der Regionalen Koordination von Marques de Comillas, die an den Taten die von der Öffentlichen Sicherheit mit so viel Eifer unterdrückt wurden, nicht beteiligt gewesen waren, wurden in der Operation ebenfalls verhaftet. Am 29 Juli wurden diese 13 Angehörigen der Zivilgesellschaft freigelassen, wurden jedoch bald darauf hin von der MOCRI gezwungen an einem Treffen in der Hautpstadt von Chiapas am darauffolgenden Tag teilzunehmen.

Die Koordination von Los Altos erklärte deshalb die Distanzierung der Zivilgesellschaft, und rief den immer noch ungestraften Doppelmord an zwei zapatistische Unterstützungsbasen am vergangenen 28. Oktober "durch einige MOCRI-Mitglieder in der Gemeinde von Rio Salinas". Seit diesem Vorfall leben die meisten Bewohner von Rio Salinas als Vertriebene, ohne Land oder Eigentum.

Es handelt sich dabei um mehr Campesinos, die zu den 20.000 Vertriebenen hinzugezählt werden müssen, die entgegen der offiziellen Versionen und den heiteren Berichten des Internationalen Roten Kreuzes, weiterhin in der sogenannten Konfliktzone existieren. Für die Vertriebenen von Chiapas haben die Regierungswechsel die schwierigen Bedingungen von Verfolgung und Beraubung nicht gelöst. Tausende indigener Familien bleiben weiterhin in dieser Situation.

In diesem Sinn, forderte die Regionale Koordination von Los Altos die Regierung und die PRD-zugehorige MOCRI auf, "ihre Differenzen mit Ernsthaftigkeit und politischer Bereitschaft zu lösen, und ohne Menschen hineinzuziehen, die mit ihren Misshelligkeiten nichts zu tun haben. Wir sind von der Möglichkeit neuer Vertreibungen besorgt, die durch die unbestrafte Gewalt verursacht werden könnten."

Verstärkte militärische Vorstösse in Flores Magón

Die Autoritäten des autonomen Bezirkes Ricardo Flores Magos, denunzierten neue Militäraktionen in ihren Gemeinden.

"Den Bundessoldaten die das Militärlager in der Gemeinde von Cintalpa in den letzten Monaten gefüllt haben, reicht es nicht mehr täglich mehr Waffen zu haben, die Menschen von ihren Kontrollposten aus zu belästigen und ihre Rechte zu verletzten, und die umliegenden Wege mehrmals am Tag zu patrouillieren. Seit einer Woche haben die Miltärs die Strassen der Gemeinde mit ihren Waffen und ihrer Kampfausrüstung betreten, und haben nicht das geringste Respekt vor den Menschen, da sie sich so verhalten als ob sie innerhalb ihres Lagers wären", bestätigt ein diese Woche veröffentlichtes Dokument.

Der aggressive Vorstoss der Bundestruppen in dieser hauptsächlich von Tzeltales bewohnten Region, in der sich auch Gemeinden der Chol, Tzotziles und Lacandones befinden, ist von den autonomen Autoritäten seit mehreren Wochen dokumentiert worden. Sie versichern auch, dass die Soldaten "die Paramilitärs bewaffnen": "Die Bundesarme erkundet unser Gebiet, verstärkt ihre Positionen und sperrt die Wege mit Kontrollposten ab. Seit 20 Tagen behaupten die Militärs, sie würden die Berge von Laguna Menzaboc bis zu ihrem Lager in Ocotalito aufforsten. Und währenddessen sind die Wege voller Kontrollposten und Soldaten, die ständig Patrollen durch die umliegenden Gemeinden ausführen. Die Soldaten gehen auch durch das Dickicht und suchen nach Pfade und lokalisieren Bäche und Wasserquellen."

Der Bezirksrat von Flores Magón sagt aus, dass am 15 Juli nahe der Gemeinde von Nahá, zwei artilleriebestückte Militärfahrzeuge voller Soldaten sich von einer Patrouille absetzten, und in das Ejido El Tumbo ankamen, wo sie anfingen Menschen zu verhören."

Ihre Ablehnnung "dieser Handlungen der Einschüchterung und Militärstrategie" bekundend, denunzierten die Autonomen: "Die Soldaten belästigen Menschen, bewaffnen Paramilitärs und tragen ’Kriege’ niederer Intensität aus. Die Regierung lügt wenn sie sagt es würde weder Militärbewegungen noch Kontrollposten geben. Die schlechte Regierung lügt weiter, anstatt die Vereinbarungen und die gerechten Forderungen unserer Gemeinden in Widerstand zu erfüllen.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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