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Außer der Reihe: Minenprotest - Massaker unweit Guatemala-Stadt

Außer der Reihe 13.09.2013
übersetzt von Guatemala-Solidarität Österreich

  Dank an die Guatemala-Solidarität Österreich für die Übersetzung.

Massaker unweit Guatemala-Stadt - Es wird der Polizei (PNC) schwer fallen, die Täterschaft zu leugnen

Am späten Abend des 7. September fuhren schwer bewaffnete Personen mit einem Auto durch die Maya Kakchikel Gemeinde San José Nacahuil und erschossen von ihrem Fahrzeug aus elf Personen und verletzten weitere 15 schwer, Kinder und Erwachsene. Das Dorf, nur etwa 20 km von Guatemala-Stadt entfernt, beteiligt sich aktiv am Widerstand gegen Bergbau in der Region.

Die Gemeindeverantwortlichen gaben bekannt, das Massaker habe sich im Kontext einer Einschüchterungs-kampagne gegen die DorfbewohnerInnen ereignet, an der die Polizei (PNC) maßgeblich beteiligt war.

Die Gemeinde hatte sich seit acht Jahren in Eigenverantwortung um die Sicherheit in ihrem Bereich gekümmert und es gab keinen Polizeiposten im Ort.

Die BewohnerInnen setzen sich sehr aktiv für die Verteidigung ihres Lebensraums und Territoriums ein, die von Bergbauunternehmen bedroht werden, und beteiligten sich am gewaltfreien Widerstand von La Puya gegen die Goldmine El Tambor.

Der Widerstand von La Puya:

Die BewohnerInnen der Bezirke San José del Golfo und San Pedro Ayampuc, wo der Ort des Massakers liegt, haben sich seit drei Jahren zu einer Bewegung sozialen Widerstands gegen Gefahren, die für sie vor allem von Großprojekten ausgehen, zusammengeschlossen und stützen sich dabei auf gesetzliche Bestimmungen.

Vor zwei Jahren begann der Bau des Bergwerks El Tambor des US-amerikanischen Unternehmens Kappes Kassiday & Asocciates KCA und des guatemaltekischen Unternehmens Exploraciones Mineras de Guatemala S.A. (EXMINGUA). Der Weiterbau wurde durch den gewaltfreien Widestand der BewohnerInnen der beiden Bezirke zum Stillstand gebracht.

Seit März vergangenen Jahres ist das friedliche Protestcamp in La Puya, am Mineneingang, das wichtigste Instrument, mit dem sich die Widestandsbewegung gegen die Umweltzerstörung in ihrer Gegend wehrt.

La Puya wurde durch das seit über eineinhalb Jahren bestehende Protestcamp, an dem sich Menschen aus mehreren Dörfern der Umgebung beteiligen, zu einem emblematischen Beispiel für gewaltfreien Widerstand gegen Großunternehmen und ihre ausbeuterische Wirtschaftsweise und Umweltzerstörung, die für viele Orte in Guatemala eine große Gefahr darstellen.

Das Dorf San José Nacahuil hat sich von Anfang an an der Bewegung beteiligt und vor kurzem die Durchfahrt von Fahrzeugen eines Elektrizitätsunternehmens verhindert.

Einschüchterung und Reaktion:

Die friedliche Widerstandsbewegung von La Puya machte einige Tage vor dem Massaker auf Einschüchterungen aufmerksam, der sie ausgesetzt waren und die u.a. von ortsfremden Polizeipatrouillen ausgingen.

Auf Nachfrage bei der Behörde konnte diese nicht erklären, warum Polizeiautos aus anderen Gegenden in der Gegend von La Puya auftauchten. GemeindevertreterInnen wandten sich an die staatliche Menschenrechtsombudsstelle (PDH) und brachten beim Sekretär des Polizeidirektors eine Beschwerde ein, ohne eine Erklärung für diese Vorgänge zu erhalten.

In einer Pressemitteilung zu diesen Vorfällen heißt es, »Aktionen wie diese dienen als Vorspiel für Unterdrückungsmaßnahmen gegen den Widerstand«. Die Polizei nutze ihre Ressourcen nicht für die Sicherheit der Bevölkerung, sondern zur Einschüchterung einer Protestbewegung.

Das Massaker von 7. September:

An diesem Samstag hatten in San José Nacahuil schulische Aktivitäten und ein Fest stattgefunden, sodass man nicht früh schlafen ging. Um 22:45 Uhr kam eine Polizeistreife in den Ort und durchsuchte Geschäfte mit Produkten des täglichen Bedarfs und alkoholischen Getränken. Sie fragten nach den Namen der Ladenbesitzer und verlangten mit ihnen zu sprechen. Die Leute mussten sich an die Wand stellen und wurden einzeln durchsucht.

Wenig später kam eine Gruppe Bewaffneter mit einem Auto (Marke unbekannt) in den Ort und feuerte von diesem Fahrzeug aus auf der Hauptstraße und in anderen Gassen des Ortes wild um sich, und hatte es dabei hauptsächlich auf die Geschäfte abgesehen, die kurz zuvor von der Polizei durchsucht worden waren. Die schreckliche Billanz des Massakers sind mindestens elf Tote und fünfzehn schwer Verletzte.

Erste Berichte nach der Tat sprachen von einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Jugendbanden. Dies wurde von VertreterInnen der Gemeinde jedoch scharf zurückgewiesen, die den Medien und dem Innenministerium Manipulation vorwerfen und fürchten, dass das Massaker in ihrem Dorf auch dazu dienen kann, den gewaltfreien Widerstand von La Puya zu ersticken.

Das Massaker geschah wenige Wochen vor dem ersten Jahrestag des Massakers von Totonicapán (4. Oktober 2012), bei dem das Militär bei einer Kundgebung gegen Bergbau und Großprojekte acht indigene Demonstranten ermordete. Beide Verbrechen sind Teil einer Strategie, in der der Staat nicht die Interessen seiner BürgerInnen schützt, sondern jene der nationalen und transnationalen Unternehmen, die den Dörfern und indigenen Völkern ihr Land und Territorium entreißen.

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