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Argentinisches Forensik-Team warnt vor vorschnellen Schlüssen

 

bezüglich der Leichen in mexikanischen Massengräbern

Proceso vom 15.10.2014

  Mexiko: Unabhängiges Forensikteam warnt vor vorschnellen Feststellungen zu Leichen in Massengräbern

Das international anerkannte Argentinische Team für Forensische Anthropologie (EAAF) mahnt zur Vorsicht bezüglich definitiver Aussagen über die 28 in mehreren Massengräbern in Iguala gefundenen Leichen. Noch könne es nicht ausschließen, dass die 28 Körper nicht die der Studenten aus Ayotzinapa seien, sagte ein Sprecher gegenüber der zur Zeitschrift proceso gehörenden Nachrichtenagentur apro. »Wir respektieren die Erklärung des Staatsanwaltes, aber unsere eigenen Resultate liegen noch nicht vor.« Das EAAF arbeitet auf Bitten der Familienangehörigen und Kommilitonen der 43 Verschwundenen sowie mehrerer Menschenrechtsorganisationen eine eigene Expertise unabhängig von der mexikanischen Bundesgeneralstaatsanwaltschaft aus. Diese soll »innerhalb von drei Wochen« vorliegen, so der Sprecher.

Das EAAF arbeitet vor Ort mit einem elfköpfigen interdisziplinären ExpertInnenteam aus verschiedenen Ländern. Das Labor, das die Analysen für EAAF durchführt, befindet sich in Virginia, USA. »Wir sind unabhängige Sachverständige und die Familien sind über den Zeitraum informiert, der uns für die Ergebnisse zur Verfügung steht«, zitiert apro den Sprecher, dessen Name aus Sicherheitsgründen nicht von der Agentur erwähnt wird. Das EAAF hat von den mexikanischen Behörden nur Beweisproben von 28 Leichen aus den ersten fünf entdeckten Massengräbern bekommen. Ursprünglich war von sechs Gräbern die Rede, der Widerspruch ist bisher nicht aufgeklärt worden.

Zu Anfang seiner Präsenz in Iguala wurde den Mitgliedern des EAAF die Arbeit vor allem durch die Behörden des Bundesstaates Guerrero erschwert. Dies verhinderte, dass die MitarbeiterInnen direkt an der Exhumierung der Leichen teilnahmen. Vor allem die Familienangehörigen der 43 verschwundenen Studenten haben nachdrücklich auf der unabhängigen Begutachtung durch das EAAF bestanden. Sie erklärten ihr mangelndes Vertrauen in die technischen Kapazitäten der mexikanischen Forensik sowie in eine rückhaltlose und transparente Aufklärung durch Landes- und Bundesbehörden.

Das Argentinische Team für Forensische Anthropologie hat an der Identifizierung der sterblichen Überreste vieler mutmaßlicher Opfer von Menschenrechtsverletzungen in einer Vielzahl von Ländern mitgearbeitet: Argentinien, Kolumbien, Chile, El Salvador, Guatemala, Honduras, Haiti, Peru, Bosnien, Kosovo, Kroatien, Sierra Leone und Irak. In Mexiko untersuchte das EEAF in den vergangenen Jahren geheime Gräber ermordeter Frauen in der Stadt Juárez im Bundesstaat Chihuahua sowie die Massengräber ermordeter Migranten in San Fernando, Bundesstaat Tamaulipas.

 Quelle:  
  http://www.proceso.com.mx/?p=384824 
 

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