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Schicksal der Studenten in Mexiko muss endlich aufgeklärt werden

 

PM Brot für die Welt

Brot für die Welt vom 22.10.2014

  Berlin, 22. Oktober 2014. Brot für die Welt beklagt die schleppende Aufklärung der Vorfälle um die getöteten und verschwundenen mexikanischen Studenten Ende September. Ende September wurden in Guerrero u.a. drei Lehramtsstudierende erschossen. 43 wurden entführt und sind seitdem vermisst. Bei inzwischen eingeleiteten Suchmaßnahmen wurden bislang 16 Massengräber mit einer Vielzahl noch nicht identifizierter verstümmelter Leichen entdeckt.

»Unsere Partner in Mexiko beklagen die schleppende Aufklärung der Ereignisse«, so Claudia Warning, Vorstand Internationale Programme und Inlandsförderung Brot für die Welt. »So wurden unabhängige Gerichtsmediziner in ihrer Arbeit behindert, das erschwert die Identifizierung der Toten und damit die Gewissheit für die Angehörigen.« Die Partnerorganisationen von Brot für die Welt sind seit Wochen an der Suche und Identifizierung der Opfer beteiligt und bieten den Angehörigen der Verschwundenen Halt und psychosoziale Beratung. »Diese jüngsten Entwicklungen belegen eine dramatische Zunahme von Verbrechen, die in einem Geflecht von organisierter Kriminalität und staatlichen Instanzen begangen werden und von einer fast völligen Straflosigkeit gekennzeichnet sind«, so Claudia Warning. Bereits vor zwei Jahren wurden in derselben Region zwei Studenten bei einem Polizeieinsatz erschossen, bei dem auch illegal nach Mexiko exportierte deutsche G36 Gewehre von Heckler & Koch zum Einsatz kamen. In Mexiko sind in den letzten sechs Jahren mindestens 70.000 Menschen ermordet worden, mindestens 26.000 Menschen gelten als vermisst.

Ende vergangener Woche empfing Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Vertreter von Brot für die Welt und anderer Organisationen, um sich über die Situation in Mexiko auszutauschen. Sie wird in dieser Woche nach Mexiko reisen und dabei auch Partnerorganisationen von Brot für die Welt treffen. Während des Treffens in Berlin kam auch der anvisierte Abschluss eines Sicherheitsabkommens zwischen der Bundesrepublik und Mexiko zur Sprache. Es sähe eine Zusammenarbeit im Bereich der Polizei zwischen beiden Ländern vor. Da sich am Beispiel Guerreros die enge Verflechtung von Behörden und Drogenkartellen zeigt, sieht das evangelische Hilfswerk in so einem Abkommen eine Gefahr für Menschen, die sich gegen Gewalt, Kriminalität und Korruption einsetzen. Die diesjährige Trägerin des Martin-Ennals-Menschenrechtspreises, Alejandra Ancheita aus Mexiko, weiß von diesen Gefahren zu berichten. Sie ist Direktorin und Gründerin von ProDESC, deren Arbeit Brot für die Welt unterstützt. Mit dem Preis wird auch auf die sich zunehmend verschlechternde Menschenrechtslage in Mexiko aufmerksam gemacht: Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten erleben täglich Gewalt, sie verschwinden spurlos oder werden ermordet. Alejandra Ancheita ist am 10. November zur Lottje-Lecture zu Gast bei Brot für die Welt in Berlin, um über die aktuelle Situation in Mexiko zu berichten.

Pressekontakt:

Svenja Koch, 030 65211 1834, E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt

 Quelle:  
  http://bit.ly/1ymjvmm 
 

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