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2. Communiqé Moro

News vom 23.11.2014

  Neues Kommuniqué zur aktuellen Lage der willkürlichen verhaftung und Verbringung von Moro in ein Hochsicherheitsgefängnis.

Wie machen uns große Sorgen, da Moro nun in einem der schlimmsten Gefängnisse Mexikos eingefahren wurde. Das Gefängnis ist hinlänglich bekannt für Menschenrechtsverbrechen und brutalen Behandlungen der Inhaftierten. Von ehemaligen Inhaftierten weiß man, dass in diesem Gefängnis versucht wird die Häftlinge so gut wie möglich zu isolieren und sie psychisch zu brechen.

Es gibt eine Unterschriftenaktion, an der ihr euch solidarisch beteiligen könnt:

 Link  
  https://ayotzinapasomostodos.wordpress.com/brief-gegen-repression/

Hier das Communiqé:

Zweites offizielles Communiqé des Komitees Freiheit für Laurence Maxwell Ilabaca

An die allgemeine Öffentlichkeit,

Am 20. November fand in Mexiko Stadt eine weitere Demonstration für die 43 verschwundenen Studenten aus Ayotzinapa statt. Die Demonstration wurde von einer Breite an Menschen getragen, die in der Geschichte Mexikos seines Gleichen sucht. An ihr nahm die Zivilbevölkerung, studentische Bewegungen, Familien und Kinder teil. Alle taten sie ihre Unzufriedenheit kund ob der desolaten sozialen und politischen Situation in Mexiko. Ebenso haben sich weltweit tausende Personen der Proteste angeschlossen.

Im Kontext dieser Proteste versucht die Mexikanische Regierung diesen jegliche Legitimität zu nehmen und die Mobilisierungen zu kriminalisieren. Dies zeigen die willkürlichen und gewalttätigen Verhaftungen, wie sie auch Laurence Maxwell Ilabaca zu spüren bekommen hat. Maxwell ist ein anerkannter Akademiker und Student mit einem Doktortitel mit Auszeichnung im Literarischen Institut der UNAM (Universidad Autónoma Nacional de México, Nationale Autonome Universität Mexiko). Maxwell befand sich am Abend des 20. November in der Nähe des »Zócalos« der Hauptstadt und war mit seinem Fahrrad unterwegs, als er verhaftet wurde.

Laurence Maxwell wird kein fairer juristischer Prozess gemacht, im Gegenteil, dieser enthält einige Unklarheiten und Rechtswidrigkeiten: Maxwell wurde nicht, wie üblich, zuerst zur Staatsanwaltschaft der Delegation Cuauthémoc, sondern direkt der Spezialabteilung für organisierte Kriminalität (SEIDO) überführt. Dies ist bereits der erste Hinweis darauf, dass die polizeilichen Handlungen als irregulär bezeichnet werden müssen. Später wurde ihm ein Pflichtverteidiger zugewiesen, welcher selbst der anklagenden Stelle, der Procuradoria General de la Republica, PGR, untersteht. Der Pflichtverteidiger, Rafael Lomas Loya, verweigert jegliche Information bezüglich Maxwell an Personen, die nicht seiner Familie angehören. Er legt mit dieser Informationssperre eine feindselige Haltung an den Tag, wohlweisslich, dass Laurence Maxwell, gebürtiger Chilene, über keine Familie in Mexiko verfügt.

Als dritten Punkt in den Irregularitäten im Verfahren gegen Maxwell ist zu berichten, dass das Gesuch um den Austausch des Verteidigers zu erwirken, nicht akzeptiert wurde. Dies, obwohl Alejandro Jiménez, Anwalt des Mexikanischen Institutes der Menschenrechte (Instituto Mexicano de Derechos Humanos) mehrmalige Anstrenungen in dieser Sache unternommen hatte. Bis heute wird dieses Gesuch abgelehnt, ebenso wurden zwei Rekurse mit dem gleichen Begehren abgewiesen.

Schliesslich wurde Laurence Maxwell um 07 Uhr morgens des 22. Novembers in das Hochsicherzeitsgefängnis CEEFERESO Nummer 5, (Centro Oriente, Villa Aldama) in den Bundesstaat Veracruz überführt – ohne eine Begründung und ohne seine Familie davon zu unterrichten.

Laurence Maxwell ist eine anerkannte akademische und künstlerisch tätige Persönlichkeit. Er befindet sich nun in einem Hochsicherheitsgefängnis, bekannt unter dem Namen »El Perote«. In diesem Gefängnis befinden sich die gefährlichsten Personen des Landes, was uns sehr besorgt zurücklässt bezüglich der Wahrung der psychischen und physischen Integrität von Laurence Maxwell.

Ohne Beweise vorlegen zu können, werden Laurence Maxwell Delikte wie Aufstand, versuchter Mord und Verbindungen zum organisierten Verbrechen angelastet – ohne sein legitimes Recht auf eine angemessene Verteidigung und bis heute ohne Kontakte nach Aussen.

Diese Verhaftung hängt mit einer Serie von willkürlichen Festnahmen zusammen, die im Zusammenhang der Mobilisierungen für die Studenten von Ayotzinapa organisiert wurden.

Wir fordern die Chilenische Regierung dazu auf, dringliche und effektive Massnahmen zu ergreifen, um die sofortige Freilassung von Laurence Maxwell zu erwirken, der sich in einem ordnungswidrigen Prozess befindet, in welchem jegliche Beweise für eine Straftat fehlen und die Grundrechte fundamental verletzt.

Das Arbeitskomitee für die Freiheit von Laurence Maxwell solidarisiert sich mit den Familien und Freunden der Inhaftierten vom 20. November und mit den Familien der 43 Verschwundenen, von denen seit fast zwei Monaten jegliche Spur fehlt.

Schliesslich rufen wir Studenten, Akademiker, Künstler, das Chilenische Volk und die Internationale Gemeinschaft dazu auf, sich mit unseren Anliegen zu solidarisieren und Druck aufzusetzen, damit die Wahrheit ans Licht kommt und Gerechtigkeit geübt wird.

Sofortige Freilassung von Laurence Maxwell Ilabaca!


Michael Schlegel
Magister Soziologie - Kulturwissenschaften
Lehrer für Deutsch und Geschichte
Colegio Alemán Herradura Mexiko-Stadt

Calle Guanajuato, Col. Roma Norte,
Del. Cuauthémoc, 06700 D.F. México
55 52640437

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