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Exil - Eine harte Schule für die Vertriebenen von Chiapas

La Jornada vom 09.09.2001
Korrespondent Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

  Polhó, Chiapas. 8. September. — Die Tapferkeit hat auf das Leben im Exil zwei verschiedene Auswirkungen: die Vertriebenen setzen ihren Widerstand fort, bleiben aber ihrer Häuser und Länder beraubt. Und sie müssen — wie hier in Polhó — alle 20 Minuten Patrouillen der Bundesarmee und der Öffentlichen Sicherheit ertragen. Oder, in der nördlichen Region, die fortgesetzten Drohungen von Paramilitärs, die sich nun als Mitglieder der PAN, PRD oder der PT ausgeben, aber weiterhin Zapatisten vertreiben, wie gerade erst in August, in San José Bascán, im Bezirk Salto de Agua.

Die Las Abejas Familien, deren Rückkehr in die Puebla Gemeinde erst vor kurzem mit grossen Fanfaren begleitet worden ist. leben heute in Furcht, umzingelt von denselben feindseligen Paramilitärs die sie in 1997 vertrieben haben, und später an den Acteal Massaker beteiligt gewesen sind. Niemand hat ihnen ihre Waffen weggenommen. Sie kontrollieren weiterhin die Gemeinde, und nur wenige von ihnen sind ins Gefängnis gekommen.

Trotz des Problems hat das Internationale Rote Kreuz Komitee aufgehört sich der Vertriebenen in der Selva anzunehmen, und hat seine Beiträge für die Flüchtlinge aus Polhó, Acteal, X’oyep und Yaxjemel drastisch eingestellt.

Der eigene Bericht der Institution für August gibt an, dass — anstatt der zwei täglichen Nahrungszuteilungen für die Vertriebenen — jetzt nur noch eine einzige verteilt wird. Und der Beitrag, der bis April noch bei 80% lag, liegt jetzt bei nur 50%. Dies in Flüchtlingslager, in denen die Familien weder Land anbauen, noch für ihre Nahrung zahlen können.

Der Autonome Rat von Polhó hat dies seit längerer Zeit bemerkt. Nun bittet das Repräsentantenkomitee der Kriegsflüchtlinge, das die Betroffenen anderer Bezirke vereint, das Rote Kreuz die Niederlassungen weiterhin zu unterstützen.

Der Exil ist eine sehr harte Schule gewesen, für die fast 8000 vertriebene Tzotziles, die sich noch immer in Chenalhó befinden, oder für die mehr als 4000 Choles aus Sabanilla und Tila. Wie eine Forscherin des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de las Casas bemerkte: "Sie sind nicht mehr die selben." Sie nennt die Frauen von Yaxjemel als Beispiel, sowohl Zapatistinnen als auch Las Abejas. Sie haben einen Grad der politischen Bildung erreicht, den sie 1997 nicht hatten.

Die Offensive der Aufstandsbekämpfung produziert, zusätzlich zu den tausenden Vertriebenen, drei Arten von Opfer: jene die von den Paramilitärs direkt ermordet werden; die Verschwundenen, und die Kranken und die Kinder, die weiterhin ihre Leben verlieren, weil nicht rechtzeitig medizinische Hilfe erhalten können, wegen den Blockaden, insbesonders in der nördlichen Region, oder wegen des Mangels an Resourcen in Chenalhó.

Die Vertriebenen fordern Gerechtigkeit. Zusätzlich zu der Entschädigung für die materiellen Verluste (Ernten, Haustiere, Werkzeuge), fordern sie auch Wiedergutmachung. Das Repräsentantenkomitee der Kriegsflüchtlinge erklärt, ähnlich wie die zapatistischen Unterstützungsbasen von Chenalhó, dass diese Wiedergutmachung die Ausführung von Haftbefehle und die Wiedereröffnung legaler Prozesse gegen Paramilitärs beinhalten sollte, um diese zu entwaffnen und unter Anklage zu stellen. Darüberhinaus, die Rückerstattung ihrer Häuser, Länder und Kapellen, die ihnen gewaltsam entrissen wurden.

Die Lebensbedingungen der Kriegsflüchtlinge, und das Fehlen von Gerechtigkeit in dieser Hinsicht, stellt die Bereitschaft der Regierung den Konflikt in Chiapas zu lösen auf die Probe. In diesem Fall sollte man zum Wort "Gerechtigkeit" noch den Zusatz "elementare" hinzufügen.

Die Anwälte und die NGO’s die mit der vertriebenen Bevölkerung arbeiten, haben Verletzungen der Verfassung, von Gesetze und internationale Vereinbarungen zu folgenden Rechte dokumentiert: das Recht auf Leben, auf physische und moralische Sicherheit, das Recht auf Eigentum, auf Freiheit, auf Kindheit, auf Gesundheitsfürsorge, auf Unterkunft, auf Arbeit, auf Bewegungsfreiheit, auf Versammlung und Ausübung der Religion, und zusätzlich als Indigenas, das Recht auf ihre eigenen Gebiete, Kultur und Sprache.

Erst kürzlich ereignete sich ein Fall, der diese Woche denunziert wurde: den Vertriebenen von El Cimarrón, in Villa Corzo, die nun auf der La Piedrita Ranch überleben, wird der Zugang zu den öffentlichen Schulen und medizinische Versorgung in den zivilen Krankenhäusern von Villa Corzo und Villaflores verweigert.

Für die Wiedergutmachung moralischer Schäden, fordern die Vertreter der Vertriebenen unter anderem, dass der Staat die Existenz der vom Krieg verursachten Vertreibung anerkennt, für die er verantwortlich ist. In dutzenden Flüchtlingslagern in Los Altos und der Nordregion, leiden Tausende Indigenas unter den Verwüstungen eines Krieges, der weiterhin Krankheit, Furcht und Tod verursacht.

Nichtsdestotrotz besteht die Antwort daraus, das Problem zu verdecken, was — nicht nur im metaphorischen Sinne — von den Skeletten demonstriert worden ist, die von der PGR am 2. Februar in Tila aufgefunden worden sind. Obwohl sie in der Umgebung einer Gemeinde entdeckt wurden, die von Paz y Justicia dominiert wird, und alles darauf hinwies, dass sie zu Personen gehörten die während des Schmutzigen Krieges verschwunden worden sind, ist die ganze Angelegenheit schnell zu den Akten gelegt worden...

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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