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Untersuchungsergebnis Zinacantan

La Jornada vom 21.04.2004
übersetzt von Thomas

  Die Autonomen Autoritäten geben ein Ergebnis der Untersuchungen über die jüngste Aggression heraus Gewalt, die Antwort der PRDistas auf den Aufruf der Zapatistas zum Dialog Rat der Guten Regierung "Zentrales Herz der Zaptistas vor der Welt"

Untersuchung des Rates der Guten Regierung "Zentrales Herz der Zaptistas vor der Welt", Caracol 2, Oventic, Autonomer Landkreis San Andrés Sakamchén de los Pobres, zu der Aggression gegen Unterstützungsbasen der EZLN. April 2004

An die Bevölkerung Mexikos und der Welt:
An die nationale und internationale Zivilgesellschaft:
An die nationale und internationale Presse:
An alle Schwestern und Brüder:

Dieser Rat der Guten Regierung gibt bekannt, dass der Krieg, der von den schlechten Regierungen mit ihren lokalen Kaziken, den Landkreispräsidenten und ihren Paramilitärs, geplant wurde, jeden Tag wächst. Ebenso steigt die Zahl ihrer Drohungen und Angriffe gegen die Gemeinden im Widerstand und ihre autonomen Autoritäten. Als klares Beispiel das Folgende:

Wir haben die Gemeinden Jech’vó, Elambó Alto und Elambó Bajo des Landkreises Zinacantán, denen seit Dezember 2003 das Recht auf Wasserversorgung genommen wurde. Ihnen wurden die in den genannten Dörfern vorhandenen Schläuche abgetrennt, ihre Brunnen und Wasserlöcher wurden ihnen vorenthalten. Bis zum heutigen Tage verschärft sich das Problem. Die zapatistischen Unterstützungsbasen bleiben noch immer ohne Recht auf ihr Wasser, denn die PRDistischen Landkreisautoritäten, ihre Landkreispolizei und ihre lokalen Kaziken verbieten ihnen den Zugang zum Wasser. Diese verhindern zudem, dass jenen Familien Wasser gebracht wird, und dies wegen des einzigen "Deliktes", Zapatistas zu sein, für ihre Rechte zu kämpfen, im Widerstand zu sein, keine Brotkrümel der schlechten Regierung anzunehmen und keiner politischen Partei anzugehören. Der Rat der Guten Regierung des Caracols 2 richtete einen Brief an den Präsidenten jenes Landkreises, in welchem sie ihm sagten, er solle das Problem auf gute Art und Weise lösen und den zapatistischen Unterstützungsbasen das Recht auf Wasser geben. Aber der Landkreis- präsident antwortete nicht positiv.

Deshalb entsandte der Rat der Guten Regierung am 12. Februar eine Kommission der Autonomen Landkreise der Altos von Chiapas, um tausende Liter Wasser zu den betroffen Familien zu bringen. Auch, um den Gemeinden und ihrem Landkreispräsident zu sagen, dass sie den Zapatistas das Recht auf Wasser nicht vorenthalten sollten und sich die Brüder und Schwestern derselben Dörfer nicht untereinander streiten sollten. Sie sollten sich trotz ihrer Differenzen in den Ideen, der Organisation, der Partei oder Religion respektieren. Wenn es ein Problem gibt, kann es auf gute Weise gelöst werden, ohne dass es zu Zusammenstössen zwischen Brüdern des gleichen Landkreis kommen muss.

Zudem nahm dieser Rat der Guten Regierung an einem Treffen teil, womit sie auf eine Einladung des — vermutlich mit dem Willen zum Dialog bereiten — Landkreis-Präsidenten antwortete. Das Treffen, welches am 15. März stattfand, nützte überhaupt nichts, denn der Landkreis-Präsident und seine Leute beharrten auf einer radikalen Position. Nach dieser sollten die Zapatistas Ämter bekleiden, von denen mehrere Plänen und Erfordernissen des Bundesstaates entsprechen (z.B. agente municipal, Landkreispolizei, Vertreter von Arbeiten, etc.) Ohne die Bekleidung dieser Ämter haben die Unterstützungsbasen kein Recht auf Wasser.

Aus diesem Grund wurde für den 10. April diesen Jahres eine friedliche Mobilisierung mit dem Ziel organisiert, den in Jech’vó betroffenen Familien tausende Liter Wasser zu bringen, an der mehr als 4.000 Zapatistas teilnahmen. Bevor diese die genannte Gemeinde erreichten, hielten sie vor dem Landkreis-Gebäude (cabecera municipal) von Zinacantán eine Kundgebung ab. Damit wollten sie den Landkreis-Präsidenten und die BewohnerInnen des Ortes wissen lassen, dass die Zapatistas Dörfer im Widerstand sind, dass sie gegen die Ungerechtigkeit, Erniedrigung und Unterwerfung kämpfen. Deswegen werden sie sich keinen Plänen und Anordnungen weder irgendeines Landkreis-Präsidenten noch des Staates beugen. So sollen die indigenen Brüder, die nicht mit uns zusammen kämpfen wollen, wenigstens den Widerstand und Kampf der Zapatistas respektieren. Nach der Kundgebung begab sich die Karawane nach Jech’vó, um den betroffenen Familien 45.000 Liter Wasser zu übergeben. Vor Erreichen dieser Gemeinde muss jedoch das Dorf Pasté durchquert werden. Auf dem Hinweg wurde diese Gemeinde ohne Probleme passiert und so kamen sie gut nach Jech’vó. Die Menschen versammelten sich im Zentrum des Dorfes, wo der kleine politische Akt begann. Die KoordinadorInnen richteten ihr Wort an die PRDistischen BewohnerInnen des Dorfes, um ihnen zu sagen, dass sich die zapatistischen Unterstützungsbasen dieses Landkreises an keine Anordnungen des Landkreis-Präsidenten noch irgendeiner Partei mehr halten werden. Denn sie sind Gemeinden, die für ihre Autonomie sowie für das Wohl der indigenen und nicht- indigenen Bevölkerung Mexikos und der Welt kämpfen, weswegen ihr Widerstand und ihr Kampf respektiert werden sollte.

Kaum hatten sie ihre Worte gesprochen, wurden die Fahrer und andere Compańeros angegriffen, die bei den letzten Wagen geblieben waren. Als einige Chauffeure geschlagen wurden, begannen andere Compańeros über Funk mit den Koordinatoren der Veranstaltung zu kommunizieren. Noch in jenem Moment wurden ihnen die Funkgeräte weggenommen und einige Aggressoren begannen, ihre Pistolen zu zeigen und die Compańeros zu bedrohen.

Die Koordinatoren gaben die Anweisung, die Veranstaltung zu beenden und es wurde mit dem Rückzug begonnen. Aber der Weg wurde schon am Eingang von Pasté blockiert, auf langer Strecke schleppten die PRDistas Steine und Stöcke (im Original steht noch "trozos", was auf dt. soviel wie Stücke heißt) auf die Straße. Die zapatistischen Demonstranten begannen mit der Beseitigung der Blockade, damit die Karawane weiterkommen konnte. Zu diesem Zeitpunkt begannen die PRDistas den Angriff mit Haufen von Steinen, Stöcken, Knallkörpern und Kristallflaschen, während die Karawane weiter versuchte voranzukommen. Dies war ihnen jedoch unmöglich, denn nun kamen drei Autos, ein ziviles und zwei Patrouillen der Landkreispolizei von Zinacantán, von denen eine vom Polizeikommandanten José López González gefahren wurde. Die Autos stellten sich quer auf die Straße, um so ein Weiterkommen zu verhindern. Die Compańeros der Karawane versuchten, auf einer Seite an diesen Wagen vorbeizukommen, und nun begannen noch mehr Attacken mit Steinen, Knallkörpern, Stöckern und Kristallflaschen. Zudem wurden Schüsse aus Waffen verschiedener Kaliber abgefeuert und so kam die Karawane nicht mehr voran. Die Compańer-at-s verließen die Wagen und die Frauen und Männer flüchteten unter Stein- und Schusshagel. Viele erfassten die Steine und Kugeln, so dass einige der Compańeros begannen, sich mit den Steinen zu wehren, die gerade noch auf sie geworfen worden waren, die PRDistas griffen jedoch noch stärker an. So wurden viele Compańeros und Compańeras geschlagen und verletzt, einige davon schwer. Als konkretes Resultat dieser feigen Aggression und Attacke der friedlichen Karawane der Zapatistas wurden folgende Personen verletzt: [hier folgt die Aufzählung der Verletzten siehe Denuncia?]

Auch an den Fahrzeugen, mit denen die tausenden Compańeros transportiert wurden, wurde beträchtlicher Schaden angerichtet.

Neben diesen 35 Compańeros, die schwer verletzt wurden, gibt es noch viele Compańeros und Compańeras mit leichten Verletzungen. Noch am Tage des Angriffs auf die Karawane mussten die Zapatistas der Dörfer Jech’vó, Elambó Alto und Elambó Bajo sowie anderer Gemeinden ihre Orte verlassen, aus Angst von den bewaffneten PRDistas angegriffen oder massakriert zu werden.

Und diese Compańeros irrten sich nicht, denn einige Stunden nach dem Angriff auf die Karawane gingen die PRDistischen Angreifer ins Dorf Jech’vó um einige der Häuser unserer Compańeros zu zerstören und die 45.000 Liter Wasser zu verschütten, welche die zapatistische Karawane von ihren verschiedenen Regionen und Landkreisen gebracht hatte. Sie zerstörten auch die Wasserdepots der betroffenen Familien und überfielen mehrere Läden, die den zapatistischen Unterstützungsbasen gehören.

Obwohl in diesem Moment die gesamten Schäden dieser Aggression nicht exakt bestimmt werden kann... wissen wir jedoch, dass es gerade 109 vertriebene Familien (484 Personen) gibt, die nicht in ihre Dörfer zurück können.

Als intellektuelle und beteiligte Autoren dieser feigen Aggression machen wir folgende Personen verantwortlich : Martín Sánchez Hernández, PRDistischer Präsident des Landkreises Zinacantán; Mateo Pérez Sánchez, erster konstitutioneller Ratsherr von Zinacantán; José López González, Kommandant der Landkreispolizei von Zinacantán, ursprünglich aus Elambó Bajo, und José Pérez Conde, Leiter der PRD von Zinacantán.

Verdächtige Beteiligte aus Elambó Bajo: Marcos López López, erster agente municipal von Elambó Bajo; Mariano López González, stellvertretender agente derselben Gemeinde; Manuel Sánchez López, Repräsentant von Elambó Bajo; Martín López González, Beteiligter an der Attacke, und Mariano Alejandro López Pérez, patronato de obras. Anführer der Aggression aus Elambó Alto: Juan Montejo López, erster agente municipal der Gemeinde; Andrés Pérez T’anjol, Repräsentant der Gemeinde; Mariano Pérez Pérez, Repräsentant der Gemeinde; Mariano Pérez Hernández, Polizist der Gemeinde; Manuel Margarito López Pérez, am Angriff Beteiligter; Domingo Montejo López, integrante de la autoridad de bienes comunales, und Mariano López Hernández, an der Attacke Beteiligter.

Anführer der Aggresion aus Pasté: Martín Méndez Vázquez, agente municipal von Pasté; Mariano López Vázquez, Richter (juez rural) von Pasté; Antonio Martínez Hernández, stellvertretender agente von Pasté; Mariano Méndez López, stellvertretender Richter (juez rural) von Pasté; José Méndez Méndez, an der Attacke Beteiligter; Mariano Vázquez López, an der Attacke Beteiligter; Mariano López Pérez, an der Attacke Beteiligter; Juan Martínez López, an der Attacke Beteiligter; Antonio Martínez López, an der Attacke Beteiligter; Mariano Jiménez Pérez, Repräsentant der Gemeinde; Juan Hernández López, consejo de vigilancia del comisariado, und Agustín López Hernández, an der Attacke Beteiligter.

Anführer der Aggression aus Jech’vó: Mariano Gómez de la Torre, erster agente municipal; Martín López Gómez, zweiter agente municipal; Pedro Hernández Pérez, dritter agente municipal; Mariano López Hernández, Repräsentant der Gemeinde; Mariano Pérez Pérez, an der Attacke Beteiligter; Mateo Martínez Pérez, dritter stellvertretender Ratsherr des Landkreises; Manuel López Gómez, an der Attacke Beteiligter; Antonio López Martínez, an der Attacke Beteiligter; Pedro Sergio Hernández Vázquez, an der Attacke Beteiligter; Mariano Ambrosio Gómez Martínez, an der Attacke Beteiligter; Miguel Rafael Pérez Pérez, Präsident des Kommittes für Bildung; Pedro Pérez Pérez, primer principal de Jech’vó; Manuel López López, patronato de agua; Domingo Gómez de la Torre, secretario del patronato de agua; Mariano Gómez de la Torre, an der Attacke Beteiligter, und Mariano Javier Vázquez González. Wir hoffen, dass die Regierung Gerechtigkeit walten lassen wird, sowie die Angreifer der friedlichen Demonstration der zapatistischen Unterstützungsbasen und jene bestrafen wird, welche seit Monaten die zapatistischen Gemeinden des Landkreises Zinacantán bedroht und angegriffen haben. Wir hoffen auch, dass gegenüber den zapatistischen Gemeinden die Verweigerung ihres Rechts auf Wasser nicht weiter zugelassen wird, denn sie kämpfen nur für ihre Rechte und für Gerechtigkeit für Alle.

Der Rat der Guten Regierung wird mit einer Untersuchung fortfahren, um die Namen derer zu erfahren, die zusammen mit dem Landkreis- Präsidenten, der PRD und der Landkreispolizei die Compańeros der Unterstützungsbasen der EZLN angegriffen hat. Und wenn es keine Gerechtigkeit gibt, reicht der Rat der Guten Regierung die Untersuchung an die Generalkommandantur der EZLN weiter. Hochachtungsvoll

Rat der Guten Regierung "Zentrales Herz der Zapatisten vor der Welt", Oventic, Caracol "Widerstand und Rebellion für die Menschheit". 15. April 2004.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/023n1pol.php?origen=politica.php&fly=2 
 

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