Online Veranstaltung am 17.05.2022 - Gewaltsames Verschwindenlassen in Lateinamerika

Misereor vom 10.05.2022

 

Livestream: »Gewaltsames Verschwindenlassen als Trauma für die gesamte Gesellschaft«


am 17.05.2022 von 17:00 — 19:00 Uhr

Jeden Tag verschwinden Menschen auf der ganzen Welt spurlos. Das Schicksal der Opfer bleibt ungewiss. Viele Opfer werden gefoltert und getötet. Die sterblichen Überreste bleiben verborgen oder werden sogar gezielt vernichtet; in einigen Fällen wird den Toten eine falsche Identität zugewiesen. Das Verbrechen des gewaltsamen Verschwindenlassens ist dabei nicht nur eine erhebliche psychosoziale Belastung für die Angehörigen, sondern auch eine massive Belastung für die gesamte Gesellschaft. Zum einen verursacht das Verschwindenlassen Trauma- tisierungen und ein toxisches Klima voller Furcht, Schrecken und Ungewissheit, das die Gesellschaft spaltet und lähmt. Zum anderen ist das Verschwindenlassen auch ein Symptom für dysfunktionale staatliche Strukturen, die auf Mangel an Transparenz und Demokratie, auf Korruption, Gleichgültigkeit und falsche Prioritäten zurückzuführen sind und die es erst möglich machen, dass das Instrument des Verschwindenlassens systematisch und straflos bleibend genutzt werden kann. Im ersten Teil der Veranstaltung soll exemplarisch mit Hilfe von Erfahrungen und Reflexionen aus Kolumbien und Mexiko veranschaulicht werden, was das gewalt- same Verschwindenlassen mit einer Gesellschaft macht. Anschließend sollen im zweiten Teil der Veranstaltung die politischen Fragen diskutiert werden, die sich daraus ergeben, und Schlüsse gezogen werden, was dies für die deutsche Außenpolitik und Entwicklungszusammenarbeit bedeuten sollte.

Zeit: 17. Mai 2022, 17:00-19:00 Uhr

Das Fachgespräch wird per Livestream mit Übersetzung ins Deutsche und ins Spanische übertragen. Der Livestream kann über folgende Links aufgerufen werden:

Deutsch:



Spanisch:


Programm:

Begrüßung: Dr. Jörg Lüer, Justitia et Pax & Betina Beate, MISEREOR Einführung in die Problematik:

Betina Beate, Abteilungsleiterin Lateinamerika MISEREOR
1 Erfahrungen und Erkenntnisse aus Mexiko und Kolumbien: Was macht gewaltsames Verschwindenlassen mit ganzen Gesellschaften? Welche Auswirkungen hat das Verschwinden- lassen auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft?

Santiago Aguirre, Direktor des Centro de Derechos Humanos Miguel Agustín Pro Juarez (Mexiko)
María Herrera Magdaleno, Vertreterin der Familien der Opfer (Mexiko)
César Santoyo Santos, Colectivo Sociojurídico Orlando Fals Borda (Kolumbien)
Eulalia Luango, Vertreterin der Familien der Opfer (Kolumbien)

Podiumsdiskussion: Welche politischen Schlüsse sollten daraus gezogen werden? Was sollte dies für die deutsche Außenpolitik und Entwicklungszusammenarbeit bedeuten?

Dunja Kreiser, Vorsitzende Deutsch-Mexikanische Parlamentariergruppe
Barbara Lochbihler, Mitglied im UN-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen
César Santoyo Santos, Colectivo Sociojurídico Orlando Fals Borda (Kolumbien)
Santiago Aguirre, Direktor des Centro de Derechos Humanos Miguel Agustín Pro
Juarez (Mexiko)

Moderation: Prof. Dr. Michelle Becka
Das Fachgespräch findet am Dienstag, den 17. Mai 2022, von 17:00-19:00 Uhr statt
und wird unter folgendem Link per Livestream übertragen:


 

Quelle: https://www.misereor.de/


 

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