Länderfokusseminare Mexiko

Digitale Veranstaltungsreihe zu Mexiko

Das Welthaus Bielefeld vom 10.10.2022

 

Welthaus BielefeldAn vier Abenden in diesem Herbst öffnen wir unseren virtuellen Raum zum Wissensaustausch und Gespräch für alle Mexiko-Interessierten mit oder ohne Vorerfahrungen. Die Veranstaltungen finden kostenlos über Zoom statt. Wir laden Euch ein, gemeinsam mit unseren Referent*innen genauer hinzuschauen und Euch auszutauschen.

Anmeldung erwünscht unter: ronja PUNKT benner (AT) welthaus PUNKT de  

Zoom-Link für alle Veranstaltungen:
https://uni-bielefeld.zoom.us/j/64124500285?pwd=MjZaakcxWE1rb3R3VmFpZXpEbzVHQT09


Donnerstag, 27.10.2022, 20 Uhr (deutsche Zeit)

Transmigration in Mexiko, Vortrag auf Spanisch mit deutscher Übersetzung



Die Migrationsströme in dieser Region sind derzeit sehr komplexer Natur. Seit der Flucht von Tausenden von Mittelamerikaner*innen infolge der Bürgerkriege in den 1980er Jahren begann Mexiko mit einer deutlicheren und konstanteren Migrationspolitik an seiner Südgrenze, und nach und nach konsolidierte sich ein Migrationsregime, das die Migration in dem heute als Korridor zwischen Mittelamerika und den Vereinigten Staaten bekannten Gebiet kontrollierte. Heute ist die Transmigration durch Mexiko zu einem Thema geworden, das von Mexiko und den Vereinigten Staaten als »humanitäre Krise« oder »nationales Sicherheitsproblem« betrachtet wird. In diesem Vortrag werden wir uns mit dem Hintergrund, der Natur, den Herausforderungen und den Folgen der Transitmigration in Mexiko befassen. Wir werden einige konkrete Beispiele für die Erfahrungen untersuchen, die einige Migrant*innen auf ihrer Reise durch Mexiko machen.

Referentin: Dr. Yaatsil Guevara González, Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Universität Mainz mit dem Schwerpunkt Migrationsströme in Mexiko.


Donnerstag, 10.11.2022, 20 Uhr (deutsche Zeit)

LGBTIQ* und Menschenrechte, Vortrag auf Spanisch mit Übersetzung ins Deutsche



Wie hat sich die Situation der LGBTIQ* Community in den letzten Jahren in Mexiko entwickelt? Wie ist sie historisch gewachsen, welche rechtlichen Aspekte sind zu bedenken und was hat die Zivilgesellschaft bereits zur Durchsetzung der Menschenrechte der Community erreicht.

Die drei gut vernetzten LGBTIQ* Aktivistinnen aus Pachuca, Hidalgo werden in ihrem Vortrag auf historische, konzeptuelle und rechtliche Aspekte eingehen, aber auch von ihrer Praxis als Menschenrechtsorganisation in Hidalgo sprechen.

Referent*innen: Rafael Castelán Martínez, Menschenrechtsaktivist, Mitbegründer und aktueller Geschäftsführer von SEIINAC (Servicios de Inclusion Integral), Pachuca;

Ashley Odeth Pedraza Cerón, dissidente Frau, Lesbe, Menschenrechtsverteidigerin, arbeitet im Bereich, der sich für ein Leben ohne Gewalt für Frauen, einsetzt;

Alan Javín Álvarez Ríos, „Maricón y Joto”, Menschenrechtsaktivist, der sich für dissidente Genderidentitäten und Sexualitäten einsetzt.


Donnerstag, 24.11.2022, 20 Uhr (deutsche Zeit), Vortrag auf Deutsch mit Übersetzung ins Spanische wenn nötig

Die Auseinandersetzung um Territorien und die Menschenrechte in Südmexiko



»Wenn ich das Territorium verteidige, verteidige ich auch mein Leben, ich bin Teil des Territoriums, ich bin auch ein Territorium und deshalb ist es wichtig, mein Leben zu verteidigen, meine Leute, die Gemeinde, das Land, auf dem ich lebe... die Verteidigung ist Teil meiner Existenz«. Dies sagt Felipe Neri, afromexikanischer Biobauer und Menschenrechtsverteidiger in Oaxaca. Gegen den drohenden Zugriff von Staat oder Großunternehmen auf Ressourcen wie Wasser, Mineralien und Land organisieren sich immer mehr Gemeinden in Südmexiko. Im Zentrum stehen dabei zwei Narrative: Die Verteidigung des Territoriums und die Einforderung der Rechte, insbesondere der kollektiven Menschenrechte.

Die aktuelle Regierung in Mexiko setzt verschiedene Schwerpunkte anders als die Vorgängerregierungen und versucht, die indigene Bevölkerung in Entscheidungen in ihren Territorien einzubinden. Dennoch bleiben verschiedene soziale Organisationen skeptisch und sehen eine Kontinuität, insbesondere im Zugriff auf die indigenen Gebiete. In dieser Veranstaltung werden wir das Spannungsfeld von Großprojekten, Territorien und Menschenrechten anhand von konkreten Beispielen in Südmexiko diskutieren.

Referent: Philipp Gerber, freier Autor und Mitarbeiter der NGO EDUCA in Oaxaca, sowie Doris Carmona Domínguez, ebenso EDUCA


Donnerstag, 08.12.2022: 20 Uhr (deutsche Zeit)

¡YA BASTA! Zapatistas , Indigener Kongress CNI in Mexiko — und hier?, Vortrag auf Deutsch, mit Übersetzung ins Spanische, wenn nötig



Wie ist heute der Alltag in den zapatistischen Gemeinden und in den Dörfern der Gruppen und Gemeinden, die auf Initiative der Zapatistas eine landesweite Vernetzung emanzipatorischen Widerstands unter dem Namen »Nationaler Indigener Kongress« (CNI) gegründet haben?

Wie steht es um die Situation und die Kämpfe der Frauen in der Bewegung? Wie arbeiten die Kaffee-Kooperativen der Zapatistas bzw. die Importkollektive in Europa und welche Bedeutung hat der solidarische Handel für die Bewegung?

Erstmals hat 2021 eine Delegation der zapatistischen Bewegung Europa besucht. Eine zweifellos historische Reise. Ziel war und bleibt die Stärkung von Kämpfen von unten und links - auch in hiesigen Regionen sowie die Vernetzung mit den eigenen Kämpfen. Es geht um eine globale, emanzipatorische und kontinuierliche Organisierung gegen Kapitalismus und Patriarchat.

Referent*innen sind Dorit Siemers und Luz Kerkeling, aktiv beim Kaffeekollektiv Aroma Zapatista (Hamburg), Gruppe B.A.S.T.A., Zwischenzeit e.V. (Münster) und im Ya-Basta-Netz.
 

Quelle: https://www.welthaus.de


 

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