Bank sperrt NGO-Konten

Direkte Solidarität Chiapas vom 03.06.2005

 

In der klammheimlichen Aufstandsbekämpfung in Chiapas wird seit einigen Jahren vor allem über Geldmittel versucht, die aufständischen Familien und Gemeinden zu kaufen. Anscheinend ist dies nicht erfolgreich genug, denn die zapatistische Autonomie macht trotz viel geringeren Ressourcen grosse Fortschritte. Seit April scheint nun eine Strategie zu greifen, welche die Zapatistas finanziell trockenlegen möchte. So wurde erst das unabhängige Menschenrechtszentrum Frayba in San Cristobal Opfer eines Raubs: per Internet zogen unbekannte Täter alle Gelder der Frayba- Konten ab. Fast gleichzeitig schloss die Bank Bilbao (BBVA-Bancomer) die Konten der zapatistischen Gesundheitsorganisation Osimech und im Mai sperrte dieselbe Bank die sieben Konten der NGO Enlace Civil, die eng mit den Zapatistas zusammenarbeitet. Vorwand: Sie müssten sich vor Geldwäscherei schützen. Die Empörung über die tendenziöse Vorgehensweise der Banken ist gross, viele Organisationen haben ihre Bankkonten bei BBVA geschlossen − so auch Frayba und der Frente Zapatista − und rufen zum Boykott der Bank auf.

Wir haben uns den Protestschreiben in Mexiko angeschlossen und empfehlen folgende Artikel zum Thema:

Banken als Mittel der Aufstandsbekämpfung?
In Mexiko wird pro-zapatistischen Organisationen der Geldhahn abgedreht
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20195/1.html

Bank Bilbao Vizcaya-Bancomer sperrt der Solidaritätsorganisation ENLACE CIVIL die Konten
https://chiapas.ch/index.php?artikel_ID=489&start=0&j=10

Fluchtgelder schützen − Flüchtlinge ausweisen

Die Bank Bilbao hat in Mexiko alles andere als eine weisse Weste, wie im Artikel "Banken als Mittel der Aufstandsbekämpfung?" nachzulesen ist.

Sie gehört zu den grossen PrivatisierungsgewinnerInnen der Neunziger Jahre. Übrigens: Die Schweizer Niederlassung der Bank Bilbao erwähnt auf ihrer Homepage (http://www.bbvasuiza.ch) zum Standort Schweiz als
erstes das Bankgeheimnis −Diskretion wird also gross geschrieben und das Bankgeheimnis soll am Wochenende im Zuge des Abkommens Schengen/Dublin zementiert werden...

Um dieser bankenfreundlichen Politik bei gleichzeitiger Illegalisierung der Menschen aus Krisenregionen entgegenzutreten, möchten wir Euch noch auf die antirassistische Grossdemo in Bern vom 18. Juni hinweisen, die unter dem Motto "Wir sind die Schweiz" stattfindet. Kommt alle an die

GESAMTSCHWEIZERISCHE GROSSDEMO
Sa. 18. Juni 2005 (am Flüchtlingstag),
14 Uhr, Waisenhausplatz Bern

Infos und Flugis unter:
http://www.ohneuns.ch


Quelle:
Direkte Solidarität mit Chiapas/Café RebelDía:
Quellenstrasse 25, 8005 Zürich

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Quellenstrasse 25
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