Überfall auf die Wohnung von Gloria Muñoz Ramirez

La Jornada vom 26.08.2007
übersetzt von: Dana

 

26. August 2007Im Verlauf der letzten Woche wurde die Wohnung der Kolumnistin Gloria Muñoz Ramírez überfallen. Die Täter entwendeten Dokumente, Bücher, Zeitungen und die gesamte Arbeitsausrüstung der Journalistin, was auf einen Einschüchterungsversuch aufgrund ihrer journalistischen Arbeit in Chiapas hindeutet, wo sie den zapatistischen Konflikt seit 1994 mitverfolgt.

Die Autorin der Kolumne "Los de Abajo (Die von Unten)" ist nicht zum ersten Mal solchen Aggressionen ausgesetzt. Sie musste bereits Drohungen und Telefonspionage erdulden, sowie das Abfangen ihrer Emails und die Überwachung ihrer gesamten Aktivitäten über sich ergehen lassen.

Am letzten Donnerstag nach der Berichterstattung des Zweiten Zapatistischen Treffens mit den Völkern der Welt, meldete Muñoz, bei ihrer Rückkehr in Mexiko Stadt ihre Wohnung im verwüsteten Zustand vorgefunden zu haben

"Es herrschte ein sehr auffallendes und einschüchternes Durcheinander", erklärte sie und gab weiterhin an, die Diebe hätten Dokumente aus ihrem Archiv über die zapatistische Bewegung und eine Kiste mit persönlichen Fotografien entwendet, ein Koffer mit Büchern, Zeitungen, Zeitschriften, sowie ihre ganze Arbeitsausrüstung, die aus einem Computer, einem Fotoapparat, einer Videokamera und einem DVD- Player bestand.

Die Täter nahmen außerdem keine wertvollen Gegenstände mit − von den Computern entwendeten sie lediglich den zentralen Netzwerkrechner − sondern lediglich Artikel, die Informationen enthalten könnten.

Einer ihrer Nachbarn berichtete, am letzten Mittwoch zwei Männer mit kurzem Militärhaarschnitt beim Verlassen des Gebäude beobachtet zu haben, die zwei Koffer trugen, deren Beschreibung auf jene zutrifft, die sich in Gloria Muñoz Wohnung befanden. Die Männer hatten Schlüssel zum Gebäude und vermutlich zur Wohnung der Journalistin, weshalb die Tür auch nicht aufgebrochen wurde.

Gloria Muñoz wies darauf hin, dass diese Aggression im Kontext der aktuellen Repression gegen die indigenen und Campesino Bewegungen erfolgt, die sie dokumentiert, darunter die kürzlich erfolgten Zwangsräumungen in Montes Azules, Chiapas.

Die Journalistin informierte über das Geschehen, und erstattete bei den gerichtlichen Behörden Anzeige, die gestern bereits eine erste Untersuchung durchgeführt haben.
 

Quelle: https://www.jornada.com.mx/2007/08/26/index.php?section=politica&article=012n2pol


 

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