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ua von ai: Menschenrechtlerin erschossen

amnesty international vom 05.01.2010

  Mexiko
UA-001/2010
Index: AMR 41/005/2010
05. Januar 2010

erschossen:
JOSEFINA REYES, Menschenrechtsverteidigerin

in Gefahr:
CIPRIANA JURADO, Menschenrechtverteidigerin
und weitere MenschenrechtlerInnen

Die Menschenrechtsverteidigerin Josefina Reyes ist am 3. Januar von Unbekannten erschossen worden. Sie hatte sich gegen die organisierte Kriminalität eingesetzt und gegen die unzähligen Menschenrechtsverletzungen protestiert, für die das in der Region stationierte Militär verantwortlich ist. Amnesty befürchtet nun, dass weitere MenschenrechtlerInnen in Lebensgefahr sind.

Am 3. Januar 2010 versuchte eine Gruppe von bewaffneten Männern Josefina Reyes zu entführen. Die Menschenrechtlerin befand sich gerade vor einem Geschäft in der Gemeinde Guadalupe, östlich der Stadt Ciudad Juárez im Bundestaat Chihuahua. Ein Augenzeuge berichtete, dass Josefina Reyes versucht habe, sich zu wehren, als die Männer sie entführen wollten. Daraufhin sagten die Männer offenbar zu ihr: »Du hältst dich wohl für besonders stark, weil du in diesen Organisationen bist« (te crees muy chingona porque estás con las organizaciones). Dann schossen sie ihr in den Kopf.

Josefina Reyes hatte sich seit 2008 aktiv an Protesten beteiligt, die sich sowohl gegen die organisierte Kriminalität und die Gewalttätigkeit in der Region richteten als auch gegen die durch das Militär begangenen Menschenrechtsverletzungen. Im August 2009 nahm sie an einem Forum gegen die Militarisierung und Unterdrückung (Foro Contra la Militarización y la Represión) in Ciudad Juárez teil, um gegen die immer häufiger werdenden Menschenrechtsverletzungen zu protestieren, die Angehörige des Militärs zu verantworten haben.

Amnesty International befürchtet, dass auch andere MenschenrechtsverteidigerInnen in Ciudad Juárez, die gemeinsam mit Josefina Reyes protestiert haben und einem Verband zivilgesellschaftlicher Organisationen in Ciudad Juárez (Coordinadora de Organizaciones de la Sociedad Civil) angehören, in Gefahr sind, eingeschüchtert und angegriffen zu werden. Insbesondere die Menschenrechtsverteidigerin Cipriana Jurado könnte in großer Gefahr sein. Sie hat bei der Aufdeckung und Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen des Militärs eng mit Amnesty International zusammengearbeitet.

Hintergrundinformationen

Seit 2007 werden Gewaltverbrechen in Zusammenhang mit organisierter Kriminalität in Mexiko immer häufiger. Medienberichten zufolge sind mehr als 14.000 Menschen bei gewalttätigen Zwischenfällen, die mit Drogenkartellen in Verbindung gebracht werden, getötet worden. Die Regierung unter Staatspräsident Calderón versucht, die Drogenkartelle zu zerschlagen, indem sie in den am stärksten betroffenen Gebieten - insbesondere in Ciudad Juárez - tausende BundespolizistInnen und mehr als 50.000 SoldatInnen einsetzt. Ein Rückgang der Kriminalität ist jedoch nicht zu verzeichnen.

Stattdessen häufen sich laut der staatlichen Menschenrechtskommission Berichte über Menschenrechtsverletzungen durch das Militär: gesetzeswidrige Hausdurchsuchungen, willkürliche Inhaftierungen, Folter und Tötungen haben sich zwischen 2006 und 2008 versechsfacht. Solche Fälle werden in der Regel von der Militärjustiz untersucht, und Verfahren finden vor Militärgerichten statt, so dass unparteiische und unabhängige Ermittlungen nicht garantiert sind und die große Mehrheit der Täter straffrei bleibt. Den Opfern und ihren Angehörigen wird somit das Recht auf Aufklärung der Taten und Bestrafung der Täter verwehrt. Militärangehörige sind sich der Tatsache, dass man sie in der Regel nicht zur Verantwortung zieht, bewusst.

Die Unterschriftenaktion ist bereits abgelaufen und kann nicht mehr online ausgefüllt werden. Sie wird hier nur noch textlich dokumentiert. UAs verfallen automatisch nach 6 Wochen, manchmal gibt es aber auch ein individuell definiertes Ende der UA.

Protestbrief (korrekte Anrede wird automatisch hinzugefügt)

Permítame que me dirija a Vd. para transmitirle mi preocupación por la seguridad de Cipriana Jurado y otros defensores de derechos humanos.

Pido a las autoridades que garanticen que Cipriana Jurado, y otros defensores de derechos humanos de la Coordinadora de Organizaciones la Sociedad Civil de Ciudad Juárez reciban protección inmediata y efectiva, de acuerdo con su voluntad.

Fuera de eso, exijo una investigación completa, pronta e imparcial sobre el asesinato de Josefina Reyes, que se hagan públicos sus resultados y que los responsables comparezcan ante la justicia.

Con mi mayor consideración

 Zum Auflisten der Anzahl der bisherigen Unterzeichner hier klicken!

Bisher haben 60 Person(en) diese Eilaktion unterzeichnet.

übersetzung

Die Anrede wird automatisch personalisiert hinzugefügt.

ich richte mich an Sie, um Ihnen meine Besorgnis um die Vorkommnisse in Ciudad Juárez zu übermitteln.

Die Menschenrechtsverteidigerin Josefina Reyes ist am 3. Januar von Unbekannten erschossen worden. Sie hatte sich gegen die organisierte Kriminalität eingesetzt und gegen die unzähligen Menschenrechtsverletzungen protestiert, für die das in der Region stationierte Militär verantwortlich ist. Amnesty befürchtet nun, dass weitere MenschenrechtlerInnen in Lebensgefahr sind.

Ich fordere die Behörden auf, sicherzustellen, dass Cipriana Jurado und andere MenschenrechtsverteidigerInnen der Coordinadora de Organizaciones de la Sociedad Civil in Ciudad Juárez unverzüglich ausreichenden und ihren Wünschen entsprechenden Schutz erhalten.

Bitte sorgen Sie dafür, dass umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Tötung von Josefina Reyes eingeleitet wird, dass die Ergebnisse veröffentlicht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

Hochachtungsvoll,

 Quelle:  
  http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-001-2010/menschenrechtlerin-erschossen 
 

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