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Zum Massaker von Acteal II/IV

La Jornada vom 21.12.2004
Angeles Mariscal, Tuxtla Gutiérrez
übersetzt von J.P.

 
Mindestens 70 der inhaftierten Indígenas beteuern ihre Unschuld.
Las Abejas beharren darauf, dass es sich um eine "Verbrechen des Staates" handelt.

Mindestens 70 der zur Zeit für ihre vermeintliche Schuld am Massaker von Acteal inhaftierten Indígenas beteuern ihre Unschuld. Unterdessen bekräftigt die Gruppe von Vertriebenen, bekannt als Las Abejas, dass die geistigen Urheber nicht ermittelt werden und der mexikanische Staat sich weigert, mehr anzuerkennen, als ein Zusammenstoß "zwischen Brüdern", und schließlich, dass die Taten Teil eines staatlichen Verbrechen im Kontext der Krieges niederer Intensität handelt, der in Chiapas seit dem bewaffneten Aufstand von 1994 existiert.

In den Jahren nach dem EZLN-Aufstand, so die Las Abejas, hat der mexikanische Staat auf seinen drei Regierungsebenen, die in den indigenen Gemeinden auf natürlicher Weise existierenden religiösen und politischen Unterschiede geschürt und gefördert, um eine Spaltung sogar zwischen nahen Verwandten zu erreichen.

In der Region der Los Altos von Chiapas, und hier in den Gemeinden des Landkreises Chenalhó, wurden am 22. Dezember 1997 diese Unterschiede zwischen den indigenen Unterstützungsgruppen der PRI, sowie den bundesstaatlichen Polizeikräften und des Militärs, und den Sympathisanten der Diozöse San Cristóbal de las Casas, sowie der EZLN,zum Anlass zu 34 Zusammenstößen, mit dem Ergebnis von mindestens 18 Toten auf der Seite der "Paramilitärs" und neun Toten auf der anderen Seite.

Später erfolgte das Massaker, dass laut dem mit den Untersuchungen beauftragten Generalbevollmächtigten der Republik, als ein Racheakt für den von Prozapatistas getöteten Indígena namens Agustín Alvarez Secum gelten sollte.

Das Geschehen lässt sich aus einer Vielzahl von Gewalttaten in den Monaten zuvor, sowie aus den internen Konflikten in den Gemeinden ableiten. Und nicht zuletzt waren mindestens 300 Personen, die ihre Ursprungsgemeinden verlassen mussten, am Vorabend des Massakers in der Gemeinde Acteal eingetroffen.

Laut den Erklärungen einiger der für ihre vermeintliche Schuld an den Taten inhaftierten Indígenas, hat Antonio Vázquez Secum, Vater des verstorbenen Agustín Alvarez Secum, einige Verwandte des Opfers und Personen anderer Gemeinden einberufen, um mit ihnen den Racheakt abzustimmen.

Sieben Jahre nach diesem Ereignis, haben nur 5 der insgesamt während der Prozessjahre 103 Gefangenen ihre Beteiligung gestanden. In einer im März 2002 herausgegeben Erklärung, zu einem Zeitpunkt als ein Bundesrichter anordnete, den Strafprozess wegen der zahlreichen Unregelmäßigkeiten neu aufzurollen, entschuldigten sie sich bei den anderen Inhaftierten und erklärten, dass die anderen an den Taten Beteiligten sich immer noch in Freiheit befänden.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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