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aufgebrachte Menschenmenge während des Aufstandes der APPO 2006 in Oaxaca

© 2006 · Hinrich Schultze · dokumentarfoto.de

Oaxaca - Zahlen und allgemeine Informationen

Oaxaca
Oaxaca in Mexiko
Karte Mexikos
Oaxaca hervorgehoben
HauptstadtOaxaca de Juárez
Fläche93.952 km²
Einwohnerzahl3.801.962
Bevölkerungsdichte37 Ew./km²
Gouverneur
(2010–2016)
Gabino Cue Monteagudo
(Movimiento
Ciudadano)
Bundesabgeordnete (11)PRI = 11
Senatoren
 
Movimiento
Ciudadano = 1
PRD = 1
ISO 3166-2MX-OAX
Postalische Abk.Oax.
Regierungs-Websitewww.oaxaca.gob.mx
Oaxaca ist einer der 32 Bundesstaaten von Mexiko. Er liegt im Süden der mexikanischen Isthmus von Tehuantepec. Im Nordwesten grenzt der bergige Staat an Puebla, im Nordosten an Veracruz, im Westen an Guerrero und im Osten an Chiapas. Im Süden grenzen ihn rund 600 km Küste von dem Pazifik ab. Seine Fläche beträgt etwa 94.000 km² womit er 4,8% der Fläche Mexikos einnimmt. In Oaxaca leben 3,51 Mio. Menschen. Er beherbergt über 16 verschiedene Volksgruppen und ist daher einer der multikulturellsten Bundesstaaten. Genauso wie andere Staaten des Bundes, besitzt Oaxaca eine eigene Verfassung, ein Strafgesetzbuch und ein eigenes Wappen.

Name

Der Name Oaxaca ist abgeleitet von dem unter aztekischen Herrschaft im XV. Jahrhundert gebräuchlichen Huâxyacac aus der Nahuatl-Sprache. Unter Hernán Cortés war die Region nach der andalusischen Stadt Antequera benannt und kam erst 1532 durch die Stadterhebung durch Karl V. zu seinem heutigen Namen. Huâx bedeutet Weißkopfmimose, eine Pflanze die in der Region sehr verbreitet ist, yaca bedeutet wörtlich „Nase" oder auch „an der Spitze“, die Nachsilbe ist c steht für tepec was soviel wie "Ort" oder „Platz“ heißt. Demnach würde das ganze als „Huax yaca tepec" nämlich „der Ort an der Spitze der Weißkopfmimose“ bedeuten. Eine sprachliche Anpassung der spanischen Eroberer hat dann zum aktuellen "Oaxaca" geführt. In den indianischen Sprachen sind folgende Namen gebräuchlich: La’A’ oder Lula’A in zapoteco, Nunduva oder Ñundua in mixtekischer Sprache und weitere.

Geographie

Oaxaca liegt auf der Kreuzung dreier Bergketten: Der Sierra Madre Oriental, der Sierra Madre del Sur und der Sierra Atravesada. Daher ist sein Terrain sehr rau und gebirgig mit einem großen gemäßigten Haupttal. Die durchschnittliche Höhe beträgt 1.500 Meter über dem Meeresspiegel. Der wichtigste Fluss ist der Papaloapan, der von den Flüssen Tomellín und Santo Domingo gespeist wird. Der höchste Berg ist der Cerro Nube (Quie Yelaag in Zapoteco). Er liegt in der Sierra Madre del Sur und seine Spitze ist mit 3750 Metern die 11. höchste in Mexiko.

Klima

Durch seine komplizierte Geographie ist Oaxaca einer der Bundesstaaten, der viele unterschiedliche Klimazonen hat. Von eisigen Berggipfeln über die heißen, trockenen Wüstenregionen bis zur tropisch-warmen Küste ist alles anzutreffen.

Geschichte

Die erste sesshafte Besiedlung des fruchtbaren Oaxaca-Tals, einer Hochebene, die zahlreiche Höhlen aufweist, wird von US-amerikanischen Forschern durch Radiokohlenstoffdatierung auf ca. 1500 v.Chr. datiert. [2]. Wahrscheinlich waren die ersten Siedler Olmeken.

Circa um 200 v.Chr. wurde der Berggipfel von Monte Albán (weißer Berg) wahrscheinlich von Zapoteken abgetragen und die ersten Tempel wurden errichtet. Zwischen 200 v. Chr. und 300 n. Chr. dehnten sie ihren Einfluss auf ganz Oaxaca aus.

Zwischen 300 und 700 war die Stadt auf ihrem Höhepunkt und die Zapoteken beherrschten von dort aus ihr ganzes Reich in Mittelamerika. Nachdem die Zapoteken aus unbekannten Gründen um 950 Monte Albán verließen, wurde es von den Mixteken übernommen. 1458 besetzten die Azteken unter Moctezuma I Oaxaca. Der Nachfolger Moctezumas I errichtete einen Militärposten und die gesamte Region geriet in die Tributpflicht der Azteken.

Der spanische Eroberer Hernán Cortés eroberte 1521 das Tal von Oaxaca und bekam es 1528 von König Karl V. als Dank für die Eroberung Mexikos geschenkt. Dies machte ihn zu einen der reichsten Adligen Spaniens und er bekam den Titel "Marqués del Valle de Oaxaca". Im Jahre 1544 wurde mit dem Bau der Kathedrale in Oaxaca Stadt begonnen. 1812 wurde Oaxaca durch die Rebellen um José María Morelos eingenommen. Von 1847 bis 1852 war der spätere mexikanische Präsident Benito Juárez Gouverneur von Oaxaca. Sein bedeutendstes Zitat lautet „El respeto al derecho ajeno es la paz“, was so viel bedeutet wie „Friede ist der Respekt gegenüber dem Recht des Nächsten“. Dieser Satz ist auch in überdimensionalen Lettern auf einem Berg der Hauptstadt angebracht.

2006 entwickelte sich aus einem Protest der Lehrergewerkschaft in Oaxaca Stadt ein landesweiter Aufstand, der durch die Asamblea Popular de los Pueblos de Oaxaca koordiniert wird und die Absetzung des Gouverneurs fordert. Im Zusammenhang damit wurde die Hauptstadt des Bundesstaates 5 Monate lang von Aufständischen der APPO besetzt gehalten.

Politik

Die staatliche Exekutivgewalt wird vom Gouverneur des Staates ausgeübt. Er hat das Recht, den Regierungsgeneralsekretär und "... allen anderen Sekretäre sowie öffentliche Organe der Regierung des Staates zu benennen..." [3] und Gesetzinitiativen vor der Legislative vorzustellen. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Innerhalb dieser Periode besteht außer im Todesfall keine Möglichkeit der Abwahl. Die Legislative wird vom Kongress des Staates gestellt. Sie besteht aus 42 Sitzen; 25 von relativer Mehrheit gewählte Abgeordnete und 17 von verhältnismäßiger Vorstellung gewählte Abgeordnete. Die Kammer wird jede drei Jahre erneuert, die staatlichen Abgeordneten können in aufeinander folgenden Perioden nicht wieder gewählt werden. Die Richterliche Macht des Staates wird vom Obersten Gerichtshof, von den Richtern der ersten Instanz und den Geschworenen ausgeübt. Der Oberste Gerichtshof wird von Justizbeamten und Richtern geleitet. Die Justizbeamten werden vom Gouverneur des Staates ernannt. Die Amtszeit beträgt fünfzehn Jahren und sie können wiedergewählt werden.

Wirtschaft

Der Hauptwirtschaftssektor ist die Landwirtschaft. Im Staat wird Zuckerrohr, Zitronen, Apfelsinen, Luzerne, Gerste, Mais, Avocado, Pinienzapfen, Reis, Melonen, Aloe, Kaffee und Tabak angebaut. Der Tourismus wird in vier Teilgebiete untergliedert:
− Strände und natürliche Sehenswürdigkeiten: Bahias de Huatulco, Puerto Escondido, Santa María del Tule, Hierve el Agua, Guilá Naquitz, Gheo Shih, usw.
− Öko-, alternativer und Abenteuertourismus: Boot- und Kajakfahren, Sportfischen, Camping, Bergradsport, Abseilen, ländlicher Tourismus, usw.
− Feste und Feiern: Semana Santa, Guelaguetza, Velas Istmeñas, Todos Santos, Noche de Rábanos, Virgen de Juquila, Virgen de Guadalupe, Virgen de la Soledad, Santo Cristo de Tlacolula, etc.
− Archäologische Zonen: Monte Albán, Mitla, Yagul, San José Mogote, Dainzú, Yucuita, Yucuñudahui und Zaachila

Kommunalstruktur

In Oaxaca gilt die Gemeinde als Grundlage der politischen-amtlichen Organisation. In Mexiko gibt es eine insgesamt 2 438 Gemeinden [4], davon besitzt Oaxaca 570 (fast 25 %). Die Gemeinde wird um ein Rathaus gegründet, das auf demokratischem Weg oder von Gebräuchen und Gewohnheiten gewählt werden kann. Oaxaca ist zudem in 30 Wahlbezirken gegliedert, jeder Bezirk besitzt ein Richter und eine Amtsverwaltung.

Die Gebräuche und Gewohnheiten

Von den 570 Gemeinden von Oaxaca richten sich 418 (fast 75%) nach dem Gebrauchs- und Gewohnheitssystem und nur 152 nach dem Parteiensystem [5]. Die Gebräuche und Gewohnheiten werden von der Dorfgemeinschaft bestimmt. Dies gibt ihnen Identität und trägt dazu bei uralte Sitten, Gebräuche und die eigene Sprache zu erhalten. Die kommunalen Regierungen werden von keiner Partei gestellt. Die Gemeinschaft wählt sie für das Amt durch die Volksversammlung. Die Volksversammlung ist die größte einheimische Autorität. In ihr versammeln sich alle Oberhäupter der Familie und Dorfältesten. Sie wählen dann im Konsens die Regierungsvertreter, vom topiles, einer Art Polizisten, bis zum Dorfvorsteher (Bürgermeister). Die Amtszeiten sind nicht einheitlich. Das Amt ist eine Pflicht und Ehre, aber kein Vorrecht. Der Gewählte arbeitet für das Wohl der Gemeinschaft und erhält keinen Lohn.

Dieses Modell geht auf das XVI. Jahrhundert zurück, als die spanischen Kolonisatoren die kastilischen Gemeinden einführten und so die ursprünglichen, örtlichen Traditionen verändert wurden, so dass jedes der Völker eine etwas andere Form entwickelte, seine Gebräuche und Gewohnheiten auszuüben.

Kultur- und Naturerbe

Die UNESCO hat am 11. Dezember 1987 die Altstadt Oaxaca und die Ruinen von Monte Albán in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Neben dem Weltkulturerbe hat die UNESCO auch weite Teile des Bundesstaates als Biosphärenreservat anerkannt. Im Gebiet von Oaxaca gibt es etwa 200 Arten von Reptilien, 2.204 Pflanzenarten, 530 Arten von Vögeln, 212 Arten von Säugetieren und 93 Arten von Amphibien.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Oaxaca

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