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EZLN: Hin zum Puy Ta Cuxlejaltic (1), CompArte des Tanzes und dem Zweiten Internationalen Treffen der Frauen, die kämpfen

Aus dem Notizheft des Gato-Perro, Katze-Hund

EZLN vom 11.09.2019
übersetzt von lisa - colectivo malíntzin

  11. September 2019

Aus dem Notizheft des Gato-Perro, Katze-Hund:
Hin zum Puy Ta Cuxlejaltic (1), CompArte des Tanzes und dem Zweiten Internationalen Treffen der Frauen, die kämpfen

1993, vor 26 Jahren, arbeiteten die zapatistischen Frauen das »Revolutionäre Frauen-Gesetz« aus. In einem seiner Absätze zeigten sie ihr Recht auf, zu studieren, zu lernen… — »bis hinzu Chauffeurinnen, Fahrerinnen zu sein«. So laut dem öffentlichen Brief des verschiedenen SupMarcos von vor 25 Jahren, in dem er an die Entstehung dieses Gesetzes und an den Part, den die verstorbene Comandanta Ramona und die Comandanta Susana an dessen Schaffung hatten, erinnerte. Vielleicht wird bei einer anderen Gelegenheit vom Warum dieses Wunsches der zapatistischen indigenen Frauen die Rede sein. Jetzt aber präsentiert Ihnen/Euch die Comisión Sexta des EZLN ganz exklusiv: Vorschauen oder Ausschnitte oder Trailers eines der Dokumentar-Filme, die die Terci@s Compas als Premieren-Aufführungen zu einem noch nicht bestimmten Termin zeigen werden. Nun dann‚ mal los.

»… UND BIS HINZU CHAUFFEURINNEN ZU SEIN«
Ein Dokumentarfilm, vollständig gedreht — in jeglichem Sinne — in den Bergen des Südosten Mexikos, im Jahr 2019. Dieser Film — Skript, Regie, Produktion wurde erstellt von zapatistischen Frauen — versammelt einige Szenen aus der Vorbereitung der Compañeras Choferas Zapatistas (2) . Länge: unendlich. Format: weiß nicht. Klassifizierung: Z (so wie es sein soll). Wird weder bei Netflix, Amazon Prime ausgestrahlt, noch in TV Apple oder HBO oder Fox gezeigt, noch in… wie hießen noch die anderen?… Nun gut, na eben diese da. Auch nicht in Kinos. Nur in den zapatistischen Caracoles. Auch beim Zweiten Internationalen Treffen der Frauen, die kämpfen? Soll ich es so sagen?… Ok, aber nicht Datum und Ort bekannt geben?… Oh, nun gut... Sie werden sich darüber beschweren, wir sollten es nicht so spannend machen… Nicht einmal eine Fährte aufzeigen… nein, nicht Reifenspuren, sondern eher die Spur einer Idee? Im Dezember?… Diesen Jahres?… Hallo?… Hallo?… Hallo?… Sehr deprimiert?… Sie gingen weg, aber wenn ich Euch‘s sage: Sie schauten nicht gerade deprimiert aus… Sie hatten etwas von Herausforderung, Herausgefordert sein, von Rebellion, nun, von Zapatismus in ihrem Blick. Anmerkung: Während der Dokumentarfilm-Produktion wurde kein einziger Mann misshandelt…, nun ja, doch; aber es wurde nur sein Ego verbeult… Ah, und einige Männer fielen hin als sie vor einer Compañera flüchteten, die über irgendwelche ihrer Sprüche sich erzürnt hatte. Nein, ich nicht, ich schaute schön von weitem zu, mich hat kein Knüppelschlag erwischt… ajúa! (3)

Synopse: Apokalyptische Version. Ein Virus, hergestellt in den Laboratorien der Illuminaten, verbreitet sich in den Bergen des Südosten Mexikos. Aus irgendeinem merkwürdigen Grund trifft er nur die Gesetzes-Übertreterinnen der sich selbst so bezeichneten Zapatistas (4). Der Virus bringt sie dazu, Dinge außerhalb jeglicher Vernunft und Logik zu tun; sie rebellieren, leisten Widerstand. Er gibt ihnen ein, in ausschließlich für Männer bestimmte Aufgaben- und Arbeitsbereiche einzudringen. In diesem Dokumentarfilm versammeln sich einige Augenscheinlichkeiten ihrer Disziplinlosigkeit, ihres Ungehorsams; und man sieht, wohin es die Zapatistinnen führt, um frei zu sein — nun gut, Sie werden es nicht glauben — bis dahin Chauffeurinnen zu sein. Habe ich es nicht gesagt? Hören Sie, es gibt einfach keine Werte mehr.

Synopse: »Es gibt kein Happy End«. Eine Gruppe von zapatistischen indigenen Frauen sagen sich und sprechen es aus: »Ya basta!«. Sie rebellieren und möchten frei sein, bis hin Chauffeurinnen zu sein. Eine Gruppe unerschrockener und mutiger Männer, Parteianhänger, haben sich entschieden, sie herauszufordern; sie verspotten und bedrohen sie. Sie fordern die Frauen dazu auf, in die Küche zurückzukehren und Kinder zu kriegen. Die Übertreterinnen der patriarchalen (und der Transit-) Gesetze gehen in Konfrontation. Es verlieren die Männer; die Frauen gewinnen. Nun gut, es hilft alles nichts, darum sage ich ja: Es gibt kein Happy End.

Synopse: »Sie machten weiter«.
(Aus einem unveröffentlichten Interview mit einem Fahrlehrer der Chauffeurologie):
Nun gut, also die Fahrlehrer sagten, sie werden nur zeigen, wie die »estanquitas«, die Pick ups, gefahren werden, weil diese am meisten in den Comunidades, in den Gemeinden, benutzt werden. Die Compañeras sagten jedoch: Nein, was soll das, sie wollen außerdem auch die Mechanik lernen. Hilft alles nix, jetzt auch noch die Mechanik. Gut, bis dahin alles noch im grünen Bereich. Den Skandal gab‘s dann als sie meinten: Jetzt auch noch den Guardián (Wächter) und die Guardiana (Wächterin); das sind zwei Sechs-Tonner-LKWs. Die Compañeras sagen dazu: »Camionzote dicker LKW«. Und damit: Rom brennt! wie der Verstorbene (SupMarcos) gerne zu sagen pflegte — denn Sechs-Tonner sind nicht für jede, für jeden. Selbst die männlichen Chauffeure vermeiden es, mehr als Drei-Tonner zu fahren; es sind ja keine Spielzeuge. Nun, wir dachten, na jetzt ist aber gut; es wird ausreichen, wenn sie lernen, diese zu starten. Aber denkste! Sie machten weiter bis hinzu die Lkws zu warten. Nein, von wegen sich zufrieden geben. Jetzt wollen sie lernen, troceros, Holztransporter zu fahren, na diese, auf denen Baumstämme transportiert werden. Wo kriegen wir denn jetzt einen Holztransporter her? Noch nicht mal im Traum. Außerdem wollen sie dann nachher noch einen tortón, einen Sattelzugschlepper oder Trailer fahren lernen. (…) Ah, aber es ist nützlich, denn es muss ja Material zu den Caracoles transportiert werden. Es wird gesagt, dort wird das Filmfestival stattfinden und die Compañeras werden dort ihr Treffen mit den anderen Frauen machen. Und es wird von einem speziellen CompArte des Tanzes gesprochen; na, Tanzstücke und so was. Nein, ich kann nur »Die mit der Roten Schleife« (5) tanzen. Wie ein Rehlein zu springen oder sich mit Tüll zu behängen, das ist nicht meine Sache. Aber sie können dir mit reinem Herumgetanze eine Geschichte erzählen. Nein, steppen kann ich auch nicht, oder ich kann es, wenn es Schlamm gibt und dann noch der Reifen platt ist; ja, was willst du dann machen, außer zu steppen und aufzustampfen. Ja, hier waren die Tercias (6), die einen Film machen über die choferas, die Chauffeurinnen. Die Tercias meinten, es sollten Witzeleien gemacht werden; das heißt, wie man so sagt: Scherze. Denn wenn nicht, würde der Film sehr traurig werden; die Rebellion jedoch sei fröhlich, sagten sie. Also musste man so was machen, als wenn sie gegen was prallen würden. Häh? Ach, die Compañera chofera, die mit dem Auto in Richtung von uns Männern fuhr, das war wohl nicht geplant. Ich glaube, die Compañera dachte, man habe sich sehr über sie lustig gemacht, und somit gib‘s ihnen! — richtete sie das Auto gegen uns. Wir alle rannten, aber nicht wegen dem Auto, sondern weil wir den Blick der Compañera chofera wahrgenommen hatten. Das heißt, man sah, ihr Blick war zornig; das Seltsame war jedoch, sie lächelte dabei. Sie sind sehr anders, die Compañeras.

Synopse: Version »Scheiß Typen«. Während des zweiten Kurses erzählten uns die Compañeras, dass in ihren Dörfern, die Parteianhänger ihnen manchmal (dumme) Sprüche zurufen und sie verspotten, wenn sie mit dem Auto der Comunidad üben. Und somit sagten sie uns, wir Lehrer der Chauffeurologie sollten es so machen wie die Parteianhänger: Dumme Sprüche machen und sie verspotten. Ja, um sie auch darin zu trainieren. Das heißt, wir haben geschauspielert, wie man so sagt, und wie es uns die Teresa und der Cochiloco erklärt haben.

(Anmerkung: Der Sprecher bezieht sich auf die Schauspielerin Dolores Heredia und den Schauspieler Joaquín Cosío und deren Filmrollen in Capadocia und in El infierno. Die Zapatistas nennen die Filmschauspieler nicht mit ihrem realen Namen, sondern mit einem ihrer Filmrollen. Beim ersten Filmfestival im November 2018 nahmen sich die Teresa und der Cochiloco — jeder für sich — Zeit und Form, um sich mit den Insurgentas und Insurgentes (7) im Privaten zu unterhalten, währenddessen sie sich mit Truthahn-Tamales (8) vollstopften. Diese beantworteten alles, was sie gefragt wurden. Was sie mit der Teresa — als Frauen, die wir sind (9) — besprachen, das wissen nur sie. Auf jeden Fall gingen die Tamales zu Ende; sie ließen mir nicht eine einzige übrig. Ende der Anmerkung.)
Nun, sie sprachen uns von, wie man schauspielert; das heißt, sie erklärten uns, das Schauspielen sei nicht real, jedoch musst du so handeln als sei es real, als sei es wahrhaftig so. Nun denn, so machten wir es. Einige Compas taten sogar so als ob sie besoffen wären, aber das war nur für die Schauspielkunst. Ah, aber als die Compañera mit dem Schlagstock ausstieg, da war nichts mit Schauspielerei oder so, da hieß es, rennen, denn vielleicht hatte die Compañera vergessen, es sei ja alles nicht real, wir seien doch Compañeros und wollte uns (wirklich) eins drübergeben. Ich rief ihnen noch zu, dass mit einem Stück Karton oder mit einer gefalteten Zeitung… Aber was willst du machen, wenn sie ein Eisenrohr ergreifen. Das tut weh. Häh? Nun ich sah, sie waren froh, weil sie gemerkt hatten, ja, sie können. Nicht mit Worten, sondern in der Praxis haben sie es gezeigt. Jetzt wird das Problem in ihren Dörfern liegen. Stell dir vor, die Sachen kommen an und den LKW fährt auf einmal eine Frau. Den Parteianhängern wird der Mund offen stehen, und die Compañeras werden ihnen zurufen: »Scheiß Typen!« Äh? Nein, wir nicht, wir sind Compañeros; die anderen, das sind die scheiß Typen. Nun, das ist nicht das Gleiche.

Synopse: Version »Filtration«. Hör mal, das hier wirst du aber nicht aufschreiben. Denn wir Compañeros Lehrer waren später beschämt als es um die Praxis des Filter-Wechsels ging. Eine Compañera, mit ihrem nagua (10) und all dem, machte dies in kurzer Zeit. Danach gingen wir Lehrer los, um den Filter eines LKWs des Rats der Guten Regierung zu wechseln. Verflixt und zugenäht, wir waren sechs, eine halbe Stunde und wir hatten es immer noch nicht geschafft. Wir waren schon dabei, die Compañeras um Unterstützung zu bitten. Letztendlich schafften wir es glücklicherweise. Wenn nicht, was für eine Beschämung wäre das gewesen. Um so schlimmer, wenn es in dem Film, den die Tercias gerade machen, gekommen wäre.

-*-

(Einfügung von drei Video-Transkriptionen:)

Kurzfilm1 Chauffeurinnen:

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- Sprecherin: Heute am 2. September 2019 befinden wir uns im zweiten Workshop der Compañeras Chauffeurinnen. In dieser kleinen Reportage können wir sehen, wie die Compañeras lernen, Autos zu fahren, sowie ein bisschen über Mechanik lernen.

- Compañera: Das Erste, was wir tun müssen, ist, das Auto zu überprüfen, die Motorhaube (zu öff-nen), um zu sehen, ob es Bremsflüssigkeit hat, die Kupplung, ob der Kühler Wasser hat und ob die Autobatterie fest eingesetzt ist.

Ja, es ist wichtig, es zu erlernen, denn es ist eine Arbeit, die wir Frauen nie gemacht haben.
Es ist ein Bedürfnis, eine Notwendigkeit, weil wir damit nicht immer von den Männern abhängig sein werden, und weil wir auch Neues machen müssen, das wir vorher nie gemacht haben. Darum verändern wir die Welt, das Leben.

- Frage: Was wirst du üben?
- Compañera: Jetzt werde ich Kreisverkehr üben, mit vier Fahrbahnen, vier Einfahrten und vier Ausfahrten.

- Frage: Ist es das erste Mal?
- Compañera: Ja.

Man hört Männer kommentieren und ermutigende Parolen rufen.

- Compañera: Frauen und Männer haben denselben Wert und dieselben Rechte. Und nur weil wir Indigene (Frauen) und von der Farbe unserer Mutter Erde sind, bedeutet das nicht, dass wir nicht repräsentieren können. Vorwärts, Frauen der Erde, wir werden triumphieren!


Kurzfilm 2 Chauffeurinnen:

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- Compañera: Jetzt werden wir die Wartung dieses Lastwagens durchführen. Denn dieser LKW wird in den neuen (autonomen) Zentren eingesetzt werden, deshalb muss er sicher und in gutem Zustand sein.

Ich schaue nach, ob sich auch nichts hier drinnen befindet, damit nichts passiert beim Kippen des Fahrerhaus. Ich muss jetzt in Leerlauf stellen. So muss es sein.

So wird es geöffnet. Bevor der Lastwagen losfährt, muss ich auch die Reifen überprüfen, ob sie genug Luft haben.

Diese Gaffer hier sollen die Reifen putzen gehen. Verzieht euch!

Es ist auch sehr wichtig zu wissen, ob die Ersatzteile, die der Lastwagen mit sich führt, in Ordnung sind.

Zuerst werden wir absichern …

Warum ist es wichtig, zu überprüfen?
Es ist wichtig, damit wir gut an unser Ziel kommen. Wenn wir etwas transportieren müssen oder Compañeros wohin fahren…, damit kein Unfall oder irgendetwas mit dem Auto passiert. Wir müs-sen überprüfen, ob alles gut funktioniert, damit wir gut an unser Ziel kommen.

- Compañera zu einem männlichen Compañero: Hast du keine andere Arbeit zu erledigen?

Wir lernen alles …

- Stimme eines männlichen Compañeros: Ah, das ist Mechanik …

- Antwort der Compañera: Das ist nicht Mechanik, das ist Elektrik.

Wir werden es jetzt auseinander nehmen. Wir werden nun das Auto, das nicht funktioniert, über-prüfen, um gemeinsam mit dem Kollektiv der Compañeras zu sehen, warum es nicht anspringt. Deshalb haben wir es hierher zur Werkstatt gebracht. Compañeras, reicht mir mal das Werkzeug, ich brauche den Imbusschlüssel 14. Nun werden wir es montieren. Wir haben den Anlasser über-prüft. Jetzt werden wir es ins Auto einsetzen.

Wir sind hier versammelt - mit verschiedenen Sprachen, Bekleidungen und Kulturen.
Wir möchten wissen, was Ihr, die Ihr hier versammelt seid, macht.

Wir haben uns hier versammelt, die Fahrschülerinnen aller zapatistischen Caracoles. Als Fahr-schülerinnen bereiten wir uns hier auf die Fahrpraxis vor, sowie auf die Mechanik, weil wir ge-sehen haben, dass es notwendig ist, fahren zu lernen. Damit nicht nur die Männer fahren können. Aber innerhalb der Arbeit, die wir machen, befinden sich auch die Compañeros, die es uns zeigen.

Wir als zapatistische Frauen wollten diese Arbeit machen, weil wir fühlen, dass wir bereits die Freiheit, das Recht und die Pflicht haben, sie zu tun. Wir müssen wahrhaftig organisiert sein und haben sehr viel Arbeit, nicht nur als Chauffeurinnen. Es ist viel Arbeit, Zeit, Anstrengung und Auf-opferung, die wir auf uns nehmen müssen, um diese neue Welt zu erschaffen, so wie wir sagen.
Wir laden Euch ein, zusammen mit uns zu kämpfen, damit Ihr Euch als Frauen organisiert.
Wir wissen, dass es nicht leicht ist, aber es ist auch nicht unmöglich.


Kurzfilm 3 Chauffeurinnen:

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- Frage: Compañeras wo fahrt Ihr hin?
- Antwort: Wir werden lernen, den ´Guardián` [großer Lastwagen] zu fahren. Ja, wir können es!
(Lachen der Compañeras)

- Frage: Compañera, was wirst du jetzt machen?
- Antwort: Ich werde jetzt diesen großen Lastwagen fahren.

Männer, ungläubig: Was hat sie gesagt? Haha … dass sie den Lastwagen fahren wird …

- Eine Compañera zur Chauffeurin: Compañera, und deine Tochter?
- Antwort: Ah, habe ich fast vergessen.
- Darauf die Antwort der anderen Compañera: Mach dir keine Sorgen!

Männer pöbeln rum und machen sich lustig.
Die Compañera beschimpft diese Männer und verscheucht sie.

Eine andere Compañera steigt aus dem Transporter aus, mit einem Schlagstock geht sie auf die Männer zu, und ruft: Scheiß Typen! Diese rennen daraufhin weg...

Am Schluß: Ein großer Applaus für die Compañeras.
(Ende der Transkription)

-*-

Einige Rezensionen innerhalb der Fachpresse:
»Nichts zu machen, wir kleinen Machos haben verloren, again, wieder einmal. Aber wir kehren wieder, auch wenn wir jedes mal weniger werden. Wenn wir gestern tausende waren, so sind wir heute ein mieses Kontingent derjenigen, die versuchen, das Unvermeidliche zu verhindern.«
Der SupMarcos (drei Meter unter der Erde), im Kulturteil der nicht veröffentlichten Zeitschrift: »Saurer Pozol« (11).

»Nicht alles ist verloren. Wir hegen immer noch die Hoffnung, dass die Compañeras Tercias ihren Dokumentarfilm nicht rechtzeitig zum zweiten Festival Puy Ta Cuxlejaltic fertig stellen. Was würden Pedro Infante und José Alfredo Jiménez (12) sagen, um nicht vom verstorbenen SupMarcos zu sprechen? Was für eine Beschämung, was für eine Schande, was für ein Ding!«
Der SupGaleano in der Rubrik: »Taubenzüchter der Welt, vereinigt Euch!« der exklusiven Film-Zeitschrift: »Den Film habe ich schon gesehen«.

Beglaubigt.

Der Gato-Perro am Lenkrad… Was war nochmal die Bremse und was das Gas-Pedal?…
Huch!… Jesses! Jetzt heißt es laufen…

Einige Zeit später…

Die Insurgenta Erika: »Compañero Subcomandante Insurgente Moisés, der Rat der Guten Regierung meldet, es gab einen Zusammenstoß zwischen dem Guardián und der Guardiana, und man weiß nicht, wer die eine mit dem anderen zusammen prallen ließ das heißt, die Guardiana auf den Guardián und ihm so das Hinterteil verbeulte.«

Der SupMoy: »Wo ist der SupGaleano?«

Die Erika: »Weggelaufen mit dem Gato-Perro. Ich glaube, sie es waren es; ich habe es ihrem Blick entnommen, dass sie was ausgefressen haben.«

Und währenddessen hoch oben auf einem Ceiba-Baum…

Der SupGaleano zum Gato-Perro: »Und ich habe dir gesagt, zuerst den Gang raus. Jetzt fehlt nur noch dass es regnet und dann haben wir den Salat.«

Der Gato-Perro zum SupGaleano: »Wau, miau, grrrr.«

Und es fing an zu regnen, heftig, als ob die Wolken der Erde zuriefen:
Wach auf!

Es sind die Berge des Südosten Mexikos; es ist Chiapas; es ist Mexiko; es ist Lateinamerika;
es ist die Welt, es ist September 2019 — und ja, es regnet.

übersetzt von lisa-colectivo malíntzin. videos transkribiert/übersetzt von nadine.

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Anmerkungen der_die Übersetzer_in:


(1) tsotsil; übersetzt: Muschelschnecken-Haus unseres Lebens; zapatistisches Filmfestival
(2) Verbleibt im Original, weil es so schön klingt; übersetzt: Compañeras zapatistische Fahrerinnen
(3) berühmt-berüchtigter Ausruf des mexikanischen Film-Machos und Sängers Eulalio ’Lalo’ González, El Piporro
(4) der damalige Präsident Mexikos, Gotari de Salinas, bezeichnete 1994 die Zapatistas als Gesetzes-Übertreter.
(5) La del moño colorado: sehr populärer Schlager, nicht nur bei den Zapatistas
(6) Compañeras der zapatistischen Medien: L@s Terci@s Compas
(7) Mitglieder_innen der militärischen Selbstverteidigungsstruktur des EZLN
(8) im Original: tamales de tuluc; tuluc (tsotsil): Truthahn; tamales: Maispastete, eingeschlagen und gedünstet in einem Mais- oder Bananenblatt.
(9) Im Original: como mujeres que somos: feststehende Formulierung, wenn die Compañeras zapatistas von sich und von anderen Frauen als kämpfende, organisierte Frauen sprechen
(10) eine Art Wickelrock
(11) Pozol agrío: Getränk aus Mais-Masse, vermischt mit Wasser, leicht fermentiert
(12) mexikanische Film-Stars; hombre!

 Quelle:  
  http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2019/09/11/del-cuaderno-de-apuntes-del-gato-perro-rumbo-al-puy-ta-cuxlejaltic-el-comparte-de-danza-y-el-segundo-encuentro-internacional-de-mujeres-que-luchan/ 
 

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