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Drogenkrieg führt zu Streit mit der US-Regierung

Poonal vom 01.02.2005

  (Mexiko-Stadt, 31. Januar 2005, poonal).- Am Ende hat sich sogar die Kirche beschwert. Mexiko sei nicht allein verantwortlich für die unsichere Situation, die der Drogenhandel schaffe, erklärte Kardinal Rivera Carrera am Sonntag (30. Januar) in Mexiko-Stadt. Schuld am dem immensen Geschäft sei der hohe Konsum in den USA, ergänzte Felipe Arizmendi, der Bischof von San Cristóbal de las Casas.

Der Hintergrund der Geschichte, die selbst die mexikanische Kirchenwelt in Aufregung brachte: Nachdem als Rache für eine Antidrogenoffensive der Regierung Mexikos sechs Gefängniswärter im nordmexikanischen Matamoros ermordet wurden, hatte der US-Botschafter Tony Garza den mexikanischen Verfolgungsbehörden "Unfähigkeit" im Kampf gegen die Drogenkriminalität vorgeworfen. Die Regierung in Washington warnte ihre Bürger angesichts der "schlechten Sicherheitssituation" vor einem Grenzübertritt gen Süden, da kriminelle Organisationen ein "Machtvakuum" geschaffen hätten. Das mexikanische Justizsystem bezeichnete das State Departement als "schwach und ineffektiv".

Mexikos Regierung reagierte mit ungewohnter Schärfe auf die Kritik. Die Vorwürfe "reflektierten in keiner Weise die Situation im Land", erklärte der gemeinhin US-treue Präsident Vicente Fox. Innenminister Santiago Creel stellte klar: "Hier regieren immer noch wir Mexikaner" und verwies auf die steigende Drogennachfrage in den USA. "Und wenn wir von Gewalt sprechen, müssen wir auch von der Gewalt sprechen, die unsere Migranten erleiden müssen," ergänzte Creel. Viele Linke befürchten nun noch mehr Druck von Seiten der USA. Die Rede von gefährdeten US-Bürgern, schlechter Sicherheitslage und unkontrolliertem Drogenhandel erinnere "unausweichlich an den Fall Kolumbien, wo die USA ihre permanente militärische Präsenz mit dem Vorwand der Drogenbekämpfung rechtfertigt", kommentiert die linke mexikanische Tageszeitung La Jornada.

Der Krise der beiden Staaten geht eine Offensive der mexikanischen Regierung gegen einige inhaftierte Drogenbarone voraus. Spezialeinheiten von Armee und Polizei besetzten in den letzten Wochen mehrere Hochsicherheitsgefängnisse, einige Drogenbosse wurden in andere Knäste verlegt. Bis zu 700 Soldaten und Polizeibeamte in schusssicheren Westen, unterstützt durch Panzer, ließ man auffahren, um die Gefängnisse unter Kontrolle zu bekommen. Daraufhin wurden nahe einer Haftanstalt in Matamoros sechs Wärter ermordet aufgefunden. "Dies ist ein Versuch, den Staat herauszufordern, eine Reaktion auf die Entschlossenheit, mit der wir das organisierte Verbrechen bekämpfen," erklärte Fox.

Die Eskalation der Gewalt begann bereits am letzten Tag des vergangenen Jahres. Am 31. Dezember wurde im Hochsicherheitsgefängnis La Palma eine der wichtigsten Personen des mexikanischen Drogengeschäfts ermordet. Er war offenbar Opfer eines Krieges verschiedener Mafia-Organisationen geworden. Die nahe Mexiko-Stadt gelegene Haftanstalt war schon länger fest in der Hand der "Narcos". Nachdem die Führer des Golf-Kartells, Osiel Cárdenas Guillén, und des Kartells von Tijuana, Benjamín Arellano, in La Palma inhaftiert wurden, zogen ganze Familienclans ins nahegelegene Tal von Toluca, um bei ihren Angehörigen zu sein und die Geschäfte mit diesen zu organisieren.

Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten denn auch große Mengen Waffen, Handys sowie ein Videoband, auf dem der bisherige Gefängnisdirektor Guillermo Montoya zu sehen ist, während er außerhalb der Anstalt mit prominenten Drogenhändlern Gespräche führt. Cárdenas und Arellano hätten quasi "auf Befehlsebene" die Führung in La Palma übernommen, ließ ein Sicherheitssprecher der Regierung wissen. Montoya wurde entlassen, gegen ihn wird weiter wegen seiner Kontakte zur Mafia ermittelt. Die Nationale Menschenrechtskommission informierte indes darüber, dass in mindestens 13 Gefängnissen Mexikos "autonome Regierungen" einflussreicher Gefangener das Geschehen bestimmen.


Quelle: poonal
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