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PRI-Anhänger wollen autonomen Landkreis Olga Isabel auflösen

 

Zapatistas aus dem autonomen Landkreis Olga Isabel berichten von einem Plan, demzufolge sie ihrer Ländereien beraubt werden sollen

La Jornada vom 04.11.2005
Herrmann Bellinghausen
übersetzt von Katja (B.A.S.T.A.)

 
PRI-Anhänger wollen den autonomen Landkreis auflösen »und alles unter sich aufteilen«, so ein Mitglied des Rates der Guten Regierung

Morelia, Chiapas. 3. November. "Die Anhänger der PRI haben selbst gesagt, dass sie vorhaben, den autonomen Landkreis aufzulösen und alles, was es dort gibt, unter sich aufzuteilen«, so sagte heute Nachmittag ein Mitglied des Rates der Guten Regierung (JBG) »Corazón del Arcoiris de la Esperanza« (Herz des Regenbogens der Hoffnung), als die Aggressionen öffentlich gemacht wurden, denen der Landkreis Olga Isabel ausgesetzt ist und die von der Organisation zur Verteidigung der Rechte von Ind«genas und Campesinos (Opddic) ausgehen.

Die Lage im autonomen Landkreis Olga Isabel »ist ernst«, so wiederholen es die Angehörigen des JBG mindestens dreimal im Laufe des Interviews im Caracol »Torbellino de Nuestras Palabras« (Wirbelwind unserer Worte). Im Monat Oktober nahmen die Feindseligkeiten vonseiten der PRI-Anhänger zu, gedeckt von den Anführern ihrer Organisation und zum Wohlgefallen der Bezirksregierung von Chilón.

Außerdem, so die zapatistischen Vertreter, »hat da auch Luis Demetrio Jiménez, Vertreter der Agrarbehörde in Ocosingo seine Finger im Spiel. Er ist es, der das Problem vorantreibt«.

Nachdem die Opddic ihre Drohung, in die wiedergewonnenen Ländereien der Zapatistas vorzudringen (was für den 18. Oktober angekündigt worden war), nicht wahrgemacht hatte, hat sie weiter Versammlungen in mehreren Gemeinden im Bezirk Chilón abgehalten. »Offensichtlich haben sie uns auch verklagt, denn sie sind auch oft in der Staatsanwaltschaft von Bachajón.« Und erst gestern versammelten sich PRI-Anhänger in Chak Aj’kolá.

Auch wenn die PRI-Anhänger noch nicht angegriffen haben, so haben sie gemeinsam mit ihren Verbündeten von der PRD aus Yomblej «die Grenzsteine in Providencia Chajolá entfernt« und wollen eine Bresche zwischen die Ejidos San Sebastián Bachajón (der PRI angehörig) und Muculum (wo Anhänger der Zapatistas und Mitglieder des CNPI » Nationalen Rats der Indiovölker » leben) legen.

Wie schon in der Talregion von Las Tazas geschehen, als der autonome Landkreis San Miguel bedroht wurde, lädt die Opddic Menschen aus verschiedenen Regionen ein, die »ihre Pläne« unterstützen. Am 16. Oktober versammelte sie in Chilón dreitausend Menschen aus Taniperla, Ocosingo und verschiedenen anderen Bezirken der nördlichen Region. »Einer der Redner ist immer der Anführer Marcelino Sánchez Alvaro«, fügt der Rat hinzu.

Der JBG bekam ein von den Anführern der Opddic unterzeichnetes Dokument in die Hände, worin die Autonomen verschiedener Sachen »angeklagt« werden und sie »gesetzlich« verfolgt werden sollen. »Das ist von vorn bis hinten erlogen, das sind reine Vorwände, damit die Staatsanwaltschaft und die Polizei gegen den Autonomen Landkreis vorgehen können«, sagt » das Dokument in der Hand » ein anderes der mehr als 20 Ratsmitglieder, die heute im Caracol tagen.

"Das war in der Staatsanwaltschaft in Bachajon ausgehängt, aber jemand riss es ab und übergab es den Compa"eros«, fügt er hinzu und macht damit deutlich, dass das Dokument niemals formell übersandt wurde. Darin werden die Zapatistas für verschiedene Vergehen verantwortlich gemacht, die vom JBG bestritten werden. Der junge Zapatista zeigt sich verwundert über die »Sorge« der Opddic um die privaten Interessen der von der chiapanekischen Regierung konzessionierten Baufirmen.

Unterzeichner des Dokumentes sind Jeronimo Demesa Jiménez, Pascual Hernández Gómez und Domingo García Pérez, allesamt Ejido-Vertreter und Mitglieder der Opddic. Die Zapatistas werden u.a. des »Schmuggels von Ausländern und des Versteckens von Illegalen« beschuldigt, was sich deutlich auf die Internationalen Beobachter bezieht, die das zivile Friedenscamp von Olga Isabel besuchen. Ein anderer Vorwurf ist »Raub« von Holz, dabei »sind in Wahrheit sie es, die sich das Holz unter den Nagel reißen wollen, um damit Geschäfte zu machen. Wir, die autonomen Gemeinden, schützen die Umwelt und haben dafür sogar Gesetze«.

Eine Tzeltalin des JBG (fast die Hälfte der Ratsangehörigen sind Frauen) berichtet, dass »das Problem keineswegs neu ist, sich aber verschärft hat, weil die Opddic es so will«. Sie fügt hinzu, dass die autonomen Vertreter den Dialog und eine friedliche Lösung des Konfliktes gesucht haben, »aber man sieht, dass sie so etwas nicht verstehen«.

Der JBG berichtet vom Zapatista Pedro Lopez García aus Olga Isabel, der am vergangenen Freitag in Kojtomil Opfer eines Angriffs wurde. »Er befindet sich in einem sehr kritischen Zustand, im Krankenhaus. Er war drei Tage lang bewusstlos, da er Schläge auf die Brust und den Kopf bekam, und aus seinem Ohr blutete es. Da er noch nicht wieder sprechen kann, wissen wir nicht, wer ihn angegriffen hat und ob der Hinterhalt, in den er gelockt wurde, mit dem Problem in Zusammenhang steht. Einige Tage zuvor hatte López García den Posten des Sekretärs der Organisation der autonomen Kaffeebauern der Region übernommen.

Eine ähnliche Problematik, wo von den Zapatistas im Jahr 1994 wiedergewonnene Ländereien bedroht werden, besteht in Campo Alegre im Autonomen Landkreis 17 de Noviembre. Dort ist der Aggressor die alte CIOAC (Unabhängige Zentrale der Landarbeiter und Campesinos), die der PRD angehört. Sie errichtete um die 30 Häuser und droht nun damit, sich die Maisfelder anzueignen, die derzeit von den Autonomen bearbeitet werden. Nichtsdestotrotz wurde bereits mit der Abholzung begonnen. »Dort wollen sie das Holz ebenso wie in Olga Isabel, um ein schnelles Geschäft zu machen«, kommentiert ein weiteres Mitglied des Rates.

Der JBG versuchte, einen Dialog mit ihnen zu führen. »Sie sagten uns ins Gesicht, dass wir von der Regierung nicht anerkannt sind und sie dagegen vom Bezirkspräsidenten von Las Margaritas (CIOAC-Mitglied) und der Regierung von Pablo Salazar Mendiguch«a unterstützt werden.«

Diese kriegerische Haltung legen die regierungstreuen Organisationen nicht nur gegenüber den Zapatistas an den Tag. Sie haben ebenfalls Auseinandersetzungen mit den Tseltal-Campesinos von XiíNich (im Fall der Opddic) und mit Tojolabales von Jocipac (im Fall der alten CIOAC).

Der zapatistische Rat bekräftigt seine Bereitschaft zu einem Dialog und einer Regelung »unter Brüdern«, aber macht auch deutlich, dass er nicht bereit ist zurückzuweichen: »Wir werden unsere Ländereien mit unseren Rechten verteidigen, und dem Recht, was wir darauf haben«.

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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