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Die gespaltene Paz y Justicia

La Jornada vom 19.09.2001
Korrespondent Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

  Unión Juárez, Sabanilla, Chiapas. 19 September Enigmatisch aber geschwätzig lieferte uns Ciro, ein Campesino aus diesem Ejido, eine Übersicht über die ursprünglich als Paz y Justicia bekannte Organisation. Zuallererst, "ist sie gespalten," sagte er. Diese Einschätzung wird von verschiedenen Beobachtern der Probleme in der nördlichen Region geteilt, sowohl religiöse als auch Nichtregierungsorganisationen. Ciro zeigte ein spezielles Interesse daran mit diesen Korrespondenten zu sprechen.

"Als sich die Spaltung ereignete, in 2000, wollten sie eine andere Organisation bilden. Sie gingen und fragten Sami David die UCIAF zu registrieren (Land- und Forstwirtschaftliche Campesino und Indigena Union), weil sie sagten der Name Paz y Justicia sei belastet worden. Aber die Paz y Justicia Leute selbst waren damit nicht einverstanden. Die einen von der UCIAF, die mit Samuel Sánchez sind, werden die "neue PRI" genannt, aber zuerst schnappten sie nach der Pablo Salazar Mendiguchía Allianz. Jetzt sind sie gegen die Allianz und wollen ihre Organisation registrieren lassen."

Es ist eindeutig, dass die Niederlage der PRI in den lokalen Wahlen die Basen der Aufstandsbekämpfungsgruppe beeinflusst hat, die in der Paz y Justicia Organisation strukturiert sind. Jetzt versuchen die Anführer, und mit ihnen ihre Basis, in einem neuen politischen Umfeld zu überleben. Deshalb geschehen ungewöhnliche Dinge. "Die einen von Paz y Justicia, oder die ’alte PRI’, wollten eine Allianz mit der PRD und der PAN bilden. Da sich die Parteien dieses Mal nicht zusammengeschlossen haben, unterstützen die Paz y Justicia Leute Iver, den PRD-Kandidaten, und die PAN wurde beiseitegeschoben."

Laut Ciro, der sich selbst als PRD-Anhänger bezeichnet, obwohl ihn die Zapatisten der Gemeinde ihn mehr als ein Freund von Paz y Justicia identifizieren, erzählte: "Samuel Sánchez hat sich an die Salazar Regierung angehängt, aber in seinem Gebiet arbeiten sie für die PRI."

Ciro beendet seine Beschreibung der paramilitärischen Wahlen und der Parteiübersicht: "Dann ruft die alte PRI ihre Leute auf für die PRD zu stimmen, und wenn sie die Bezirkspräsidentschaft gewonnen haben, wird es bedeuten, dass sie die ’neue PRI’ besiegt haben. Deshalb hat die UCIAF auch mit der PAN Kontakt aufgenommen. Nur für alle Fälle."

Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas alleine, hat Paz y Justicia für mehr als 40 Morde und eine unbestimmbare Anzahl von Verschwinden in den letzten sieben Jahren verantwortlich gemacht. Paz y Justicia — mit Präsenz in Yajalón, Tila, Salto de Agua, Tumbalá, Palenque und Sabanilla — haben wirtschaftliche Programme, Wahlkampagnen und bewaffnete Aktionen gegen die Zivilbevölkerung durchgeführt. Die PRI-affiliierte Organisation hat die Menschen die aus ihren Gemeinden vertrieben worden waren immer als "selbst-vertrieben" bezeichnet. Laut Paz y Justicia sind sie weggegangen weil sie es so wollten, um mehr Verwirrung zu stiften (nachzulesen im SIPAZ Bericht: "Nördliche Region nahe am Gewaltausbruch", November 1999).

In April 1999, gab ein ehemaliger Radio-Operator für Paz y Justicia einem der Korrespondenten von La Jornada starke Signale: "Es gibt hier weder Frieden noch Gerechtigkeit. Wir hatten nur Brüder die Brüder töteten, alles wegen der Regierung und der Anführer von Paz y Justicia, die die Menschen für ihren eigenen Vorteil ausbeuten. Es gibt Leute die stehlen und töten... niemand kontrolliert sie, nicht einmal ihre eigenen Anführer."

Die internen Konflikte, der Kampf um das Budget, und die Wahlniederlage der PRI im letzten Jahr, haben all die Spaltungen innerhalb dieser Organisation enthüllt, die von der Zedillo Regierung und den Mächten der Ordnung toleriert worden ist. In 1998 prahlte Paz y Justicia sie würden mehr als 200 Gemeinden kontrollieren. Heute sind sich die verschiedenen Fraktionen von der wahren Größe ihres Einflusses nicht im klaren. Die Bezirksregierungen wissen noch weniger, genau wie die nationalen und staatlichen Institutionen die die Organisation seit ihrem Entstehen ermutigt haben. Es ist unwahrscheinlich, dass die Wahlen in Oktober dieses Geheimnis aufklären werden.

Die Logik der Neuanpassung der Paramilitärs ist nichtsdestotrotz makellos: den Staat und seine Programme nicht loszulassen. Ein flexibler, höchst opportunistischer Pragmatismus. Wie sonst könnte man Samuel Sanchez’ Erklärungen als er im letzten November von Albores’ sinkendem Schiff absprang interpretieren? "Ja, es gab eine institutionelle Beziehung mit der Armee, aber wir sollten anerkennen, dass es ihrer Ankunft zu verdanken ist, dass die Gewalt abgenommen hat, weil es in dem Gebiet keine Bewegungsfreiheit gab. Das wahre Problem der Spaltung ist von der Regierung verursacht worden, insbesondere der von Albores Guillen, die der wahre Meister der Bewaffnung und Entwaffnung ist." (Páginas Semenal, 5 November, 2000, Interview mit Daniel Pensamiento).

Nur wenige Tage vor diesem Statement, am 27. Oktober, hatte die Sondereinheit für Verbrechen von Wahrscheinlich Bewaffnete Zivile Gruppen der Generalstaatsanwaltschaft der Republik, Sánchez, einen ehemaligen lokalen PRI-Abgeordneten, und Marcos Albino Torres, ehemaliger Soldat und Ratsmitglied von Tila, zusammen mit andere Mitglieder von Paz y Justicia, für ihre Teilnahme an den Vertreibungen in El Paraíso (Yajalón) festgenommen. Sie wurden des Besitzes von ausschließlich der Armee vorbehaltenen Waffen, des organisierten Verbrechens, Terrorismus, kriminellen Verbindungen, Meuterei, Raub, Sachbeschädigung, Provokation und der Unterstützung eines Verbrechens angeklagt.

Während dieses Interviews erklärte Sánchez, Albores Guillén hätte "eine Gruppe Politiker kreiert, um Paz y Justicia zu spalten und die Kontrolle darüber zu übernehmen." Er erwähnte den ehemaligen Regierungssekretär Alfonso Utrilla und einen Biologen mit dem Familiennamen Castellanos, zusätzlich zu den Bezirkspräsidenten von Tila, Sabanilla und Tumbalá.

"Er verbündete sich auch mit den größten Kaffeekaziken der Gegend, Jorge Utrilla, der nun den radikalen Flügel der Paz y Justicia Organisation leitet," fügte er während den wenigen Monaten seines Aufenthaltes im Gefängnis von Tuxtla Gutiérrez. Die Albores Gruppe hätte versucht "das Chol-Gebiet zu destabilisieren um Pablo Salazar Mendiguchías beginnende Regierung zu unterminieren," beschuldigte er sie.

Diese Anführer und vermutliche Paramilitärs waren für sehr kurze Zeit im Gefängnis. Keine gerichtliche Institution führte eine Untersuchung durch, die für eine Ahndung ausreichend gewesen wäre. Und sie sind zu ihren Aktivitäten zurückgekehrt, als ob nichts passiert wäre. In den letzten Monaten sind sie bei der Gründung einer andere Organisation aufgefallen, die UCIAF, sowie für die Angriffe gegen EZLN Unterstützungsbasen in Roberto Barrios.

Das Netzwerk der Gemeindeverteidiger denunzierte erst letzte Woche mehrere Angriffe von Paz y Justicia Mitglieder in dieser Gemeinde, in dem Bezirk von Palenque, wo sich ein zapatistisches Aguascalientes befindet. Nach Aussage des Netzwerkes, haben die Angriffe von Paz y Justicia in den letzten Monaten erneut zugenommen.

Man sollte sich an dieser Stelle daran erinnern, dass seit dem Beginn des paramilitärischen "Experimentes" in der Konfliktzone, Opfer auf Opfer gefolgt sind, die Vertreibung von Zapatisten weiterging, und niemand diese Leute entwaffnet hat, die für verschiedene Tode, verschiedene Dörfer und für Schäden in Wert von Tausende Pesos an Häuser und Felder verantwortlich sind. Die sind direkt dafür verantwortlich, dass im Norden des Bundesstaates von Chiapas Tausende Indigenas im Exil leben, und dafür, dass es immer noch kein Anzeichen einer tiefgehenden Lösung gibt, nur eine voraussagbare elektorale Entwicklung. Warum hat sich nichts verändert?

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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