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Demo in Mexiko-Stadt

News vom 04.10.2005

  Der Demozug startete vom Platz der drei Kulturen, wo sich zunaechst nur ein para hundert AktivistInnen versammelt hatten. Jedoch kommen im Laufe des Demozuges immer weitere Gruppierungen dazu, so dass am Ende auf dem Zócalo ca. 10.000 DemonstrantInnen "einliefen". Kurz bevor die Demo den Zócalo erreicht stoppen die verschiedenen Gruppierungen, zaehlen von zehn runter und rennen Parolen rufend auf den Platz. Dieser Demosport scheint Tradition zu sein und wird "La Entrada" genannt. Im Verlauf der Demo hielten vor allem Ueberlebende des Massakers von 1968 und Angehoerige der verschiedenen Unterstuetzungsgruppen Ansprachen und forderten eine endliche Aufklaerung der Geschehnisse von Tlatelolco. Immer wieder wurde "¡2 de octubre — No se olvida! ¡10 de junio — No se olvida! (2. Oktober — wird nicht vergessen! 10. Juni — wird nicht vergessen!) gerufen.

Mit dem 10. Juni ist besagter Tag des Jahres 1971 gemeint, an dem die erste grosse Demo nach Tlatelolco stattfand und ebenfalls in einem Massaker endete. Denn hinter den überall aufgestellten PolizistInnen tauchten auf einmal andere mit Stöcken bewaffnete Jugendliche auf. Wenig später griffen diese Jugendlichen die DemonstrantInnen mit den Holzknüppeln und mit Pistolen an. Etwa 40 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Wenig später erschien die Armee und sperrte das gesamte Gebiet ab. Lange bestritt sie, etwas mit dem Vorfall zu tun zu haben. Rivalisierende StudentInnen hätten sich eine Straßenschlacht geliefert, so die offizielle Version. Doch die Wahrheit kam nach und nach ans Licht: Die Gruppe bewaffneter Jugendlicher war eine paramilitärische Organisation genannt "Los Halcones" ("Die Falken"), die über die Polizei in Mexiko-Stadt vom Militär gesteuert wurde. Dessen oberster Befehlshaber war der Präsident persönlich: Luis Echeverría.

Noch heute ist der 2. Oktober ein Tag, an dem die DemonstrantInnen regelmaessig Repression erfahren. Sei es durch die Polizei oder durch von der Regierung bezahlte Gruppen von Jugendlichen, "los porros" genannt, die sich vor allem an Schulen und Universitaeten formieren, um die Kontrolle der Bildungseinruichtungen aufrecht zu erhalten und vor allem um die Studierendenbewegung nach dem Streik an der UNAM von 1999 in Schach zu halten. Die porros greifen immer wieder kleine Gruppen von Demonstrierenden auf dem Weg zur oder am Rande der Demonstration an und rauben sie aus. Dies war doch gestern nicht zu beobachten.

Dafuer griff bei der Abschlusskundgebung auf dem Zócalo die Polizei die Demo an und verhafteten einen Aktivisten. Victor Hugo Martinez Ramirez wurde beschuldigt eine Ueberwachungskamera zerstoert zu haben. Die Stadt wurde zwar von ihr "befreit", jedoch weisen AugenzeugInnenberichte und Fotos (Indymedia México) darauf hin, dass die Kamera dort zurueckgelassen worden ist. Ein Zivilpolizist hat sie genommen, in einen Rucksack gesteckt, der dann anschliessend Victor gehoert haben soll. ZeugInnen koenne jedoch bestaetigen, dass Victor zu der Zeit, als die Kamera runtergeholt worden ist, ganz wo anders gewesen ist. Also eine klare Provokation durch die "Sicherheitskraefte". Victor ist zurzeit wieder auf freiem Fuss, jedoch muss er mit einem Gerichtsverfahren rechnen.

Noch zwei kurze Anmerkungen zu den Fotos: die Verherrlichung von Lenin und Stalin repraesentiert nicht die ganze Demo sondern nur einzelne Gruppen, Vermummung ist in México offensichtlich nicht strafbar, und im Verlauf der Demo war die Polizei bis auf einen Hubi sehr zurueckhaltend. Alle Geschaefte auf der Demoroute waren verrammelt, aus Angst vor Ausschreitungen, die es den letzten Jahren an diesem Tag immer wieder geben hat.

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