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Massive Umweltschäden durch Tren Maya befürchtet

Poonal vom 14.02.2021

  Das Biosphärenreservat Calakmul, in dem sich auch die Reste der großen Maya-Stadt befinden / Foto: Karina Lerdo de Tejada via Flickr (CC BY-NC 2.0)
Das Biosphärenreservat Calakmul, in dem sich auch die Reste der großen Maya-Stadt befinden / Foto: Karina Lerdo de Tejada via Flickr (CC BY-NC 2.0)


(Mexiko-Stadt, 8. Februar 2021, desinformémonos).- Der Bau und Betrieb des geplanten Maya-Zugs (Tren Maya) auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán könnte in mindestens 19 Fällen zu massiven Umweltschäden führen, hervorgerufen durch Infrastruktur- und Immobilienprojekte, die das Megaprojekt begleiten. Davor warnten Expert*innen in mehreren Studien der staatlichen mexikanischen Behörde zur Tourismusförderung Fonatur, wie die Zeitung El Universal berichtete.

Die Orte, die demnach von den geplanten »Entwicklungsschwerpunkten« (polos de desarollo) am meisten betroffen seien, wären das Biosphärenreservat Calakmul, Escárega im Bundesstaat Campeche; Palenque in Chiapas und Mérida in Yucatán.

Laut der Fonatur-Studien sei das Ziel, »nachhaltige Gemeinden« nach dem Vorbild des Urlaubsorts Cancún im Bundesstaat Quintana Roo zu bilden. »Vieles ist improvisiert, es ist besorgniserregend, dass eine territoriale Neuordnung von dieser Gößenordnung geplant wird«, kritisierte hingegen die Forscherin Violeta R. Núñez von der mexikanischen Universität UAM (Universidad Autónoma Metropolitana). »Die Entwicklungsschwerpunkte sind das große Geschäft des Tren Maya und im Endeffekt wird versucht, 19 ‚Cancunes’ zu reproduzieren, eine Ausplünderung der Natur.« Über die Entwicklungsschwerpunkte selbst gebe es kaum konkrete Informationen, fügte die Forscherin hinzu. »Laut einer von der Regierung finanzierten Studie geht es hauptsächlich darum, all diese Gebiete in den Markt zu integrieren; es wird viel von Wirtschaftlichkeit, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit gesprochen.«

Wettbewerbsfähigkeit ökologisch sensibler Gebiete

Núñez kritisierte das Ausmaß der Improvisation beim Management des Megaprojekts. Dies zeige sich etwa dadurch, dass die Armee am Bau des Projekts beteiligt werde und dass Präsident López Obrador im September 2020 gesagt habe, dass »die Entwicklungsschwerpunkte nichts mit dem Zug zu tun haben und nicht Teil des Projekts sind, während der Direktor von Fonatur, Rogelio Jiménez Pons weiter auf die Entwicklungsschwerpunkte besteht und diese auch weiterhin auf der offiziellen Website des Tren Maya stehen.« Der Tren Maya wäre das erste Mal, dass »das Kapital in Lateinamerika eine soziale und nachhaltige Entwicklung propagiert, die die Umwelt nicht schädigt«, fügte Núñez ironisch hinzu.

Laut der Fonatur-Studien könnte das Megaprojekt allein für das Naturschutzgebiet Calakmul zur größten Gefahr werden, »wenn es das ungeordnete Wachstum des Siedlungsgebietes und die übermäßige Ausbeutung des Naturschutzgebietes für den Tourismus fördert.«

Bisher hat Fonatur acht solcher Entwicklungsprojekte vorangetrieben: Cancún, Ixtapa, Los Cabos, Huatulco, Loreto, Marina Cozumel, Litibú und Playa Espíritu. Davon gelten zwei bereits als ökologisch gescheitert, nämlich Litibú und Playa Espiritú. Aus den Fonatur-Studien geht außerdem hervor, dass im Entwicklungsgebiet Cancún in den vergangenen 40 Jahren 77 Prozent der Wälder und 64 Prozent der Dünen verloren gegangen sind.

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