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Paz y Justicia droht Zapatisten zu "verschwinden"

La Jornada vom 21.09.2001
Korrespondent, Hermann Bellinghausen
übersetzt von Dana

  Salto de Agua, Chiapas. 20 September Der allererste paramilitärische Angriff gegen zapatistische Sympathisanten ereignete sich in diesem Bezirk, Anfang 1995, in der Gemeinde von Lote 8. Genau wie der Neueste, am 20. August, in San José Bascán, als vier Familien von PRIistas der Emiliano Zapata Ejidal Union vertrieben wurden, mit der Komplizenschaft der PRD-Organisation Kichañob.

Währenddessen denunzierte das Netzwerk der Gemeindeverteidiger für Menschenrechte von Salto de Agua-Palenque, die Zerstörung eines Strassenabschnittes, der zu der Gemeinde von Roberto Barrios führt, "der von der Bevölkerung die der EZLN Unterstützungsbasis angehört repariert wird." Diese in flagranti aufgedeckte Tat, wurde von Mitglieder von Paz y Justicia aus dem Puyipá Ejido verübt.

Das Netzwerk denunzierte Angriffe "von paramilitärischen Paz y Justicia Gruppen, die Aktionen androhen und der lokalen Bevölkerung Schaden zufügen, ohne eine rechtmäßige Intervention der staatlichen und nationalen gesetzlichen Institutionen."

In einer öffentlichen Denuncia am 13. September erklärte das Netzwerk: "In Anbetracht, dass es [das Netzwerk] die Präsenz von paramilitärischen Gruppen denunziert, und die ständigen Aktionen dieser Gruppen — die in den letzten Monaten zugenommen haben — dokumentiert hat, erhebt es aufs schärfste Protest gegen die mangelnde Aufmerksamkeit der Sondereinheit der Generalstaatsanwaltschaft für die Untersuchung Bewaffneter Gruppen, für die Aktivitäten paramilitärischer Gruppen im Bundesstaat von Chiapas, die ihre Straflosigkeit weiter ermutigt."

Exile ohne Ende

Es ist seltsam durch dieses Bezirk zu reisen — traditionell in der Macht der PRI — und zu sehen, dass das sichtbare Wahlfieber allen anderen Parteien gehört: die PRD, PAN, PT, PVEM. Die "tricolor" ist am wenigsten sichtbar. Nichtsdestotrotz geht die Einschätzung einiger Beobachter, wie der Gemeindepriester von Salto de Agua, dahin, dass die PRI gerade aus diesem Grund gewinnen könnte. "Die Opposition ist sehr gespalten," sagte er. Zusätzlich dazu könnte die Verwirrung über die alten und die neuen PRIs die an alle anderen Parteien anbändeln die Stimmenthaltung in Oktober ankurbeln, die ohnehin als hoch erwartet wird. Oder sie könnte in post-elektorale "Zwischenfälle" zwischen den verschiedenen offiziellen Gruppen gipfeln, ob mit Paz y Justicia assoziiert oder nicht.

Pater Carlos Salcedo Palacios erklärte sich bereit mit der La Jornada zu reden, und er bot uns ebenfalls eine köstliche und exotische Rio Tulijá Schildkrötensuppe an, die das Geschenk eines Gemeindemitgliedes von Salto de Agua gewesen ist. Obwohl er erst ein Jahr danach in diese Gemeinde angekommen ist, erinnerte er sich daran, dass Loma 8, in dem Teil der zu Toquiapa Bascán gehört, der erste Ort gewesen ist, an dem Morde, Drohungen und Vertreibungen stattfanden, in Februar 1995.

Angetrieben von dem nationalen Aufruhr nach Zedillos Militäroffensive am 9. Februar, erklärten die Indigenas der Zivilgesellschaft "dass sie alle Marcos waren." Vier Jahre lang blieb die Gruppe in einer kleinen Berglichtung versteckt. Nun sind sie zurückgekehrt, mit vier Tote in ihrer Trauer, und viel Sorge über ihre Sicherheit und Zukunft.

Pater Salcedo glaubt jedoch, dass die Situation in Salto de Agua nun weniger ernst ist. Die Anzahl der vertriebenen Familien ist kleiner als noch vor wenigen Jahren. Eine Gruppe Vertriebener gründeten ein neues Dorf in Tumbalá, und andere Vertriebene sind sporadisch zurückgekehrt.

In diesem Bezirk hat das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas die Fortdauer vertriebener Familien in San José Tzibalch’en, La Trinidad, dem Dorf von San Marcos und Jilumil festgestellt. Aber nun müssen die frisch Vertriebenen von San José Bascán dazugezählt werden. Sie sind nicht die gleichen, die an diesem selben Ort ihre Heime und Angehörigen vor sechs Jahren verloren haben.

Salcedo zufolge ereignete sich das Phänomen der Vertriebenen gleichzeitig hier und in dem benachbarten Bezirk von Tila. Da gab es die große Konzentration von Flüchtlinge in Jolnichtié (Tila). Familien aus Progreso und Nueva Preciosa begannen ein Exil, der zumindest für die Menschen aus Progreso, noch nicht geendet hat. "Es gab Gefangene aus Salto de Agua, sie waren in Cerro Hueco. Die Regierung von Julio César Ruiz Ferro wusch sich angesichts der Gewalt die Hände in Unschuld. In August 1997 verstärkte sich die Gewalt, es gab mehr Vertriebene."

In 1998 begann der Rückkehrsprozess der "Selbst-Vertriebenen", wie sie offiziell bezeichnet wurden: Familien aus Tila und Salto de Agua, die ohne ihre Rechte zurückkehrten, um sich zu versammeln, sich zu organisieren und zu protestieren. "Sie mussten sehr still bleiben, damit sie ihnen nicht ihre Häuser wegnehmen würden," sagte der Priester.

Salto de Agua war einst eine wichtige Eisenbahnstation der Coatzacoalcos — Mérida Linie, eine der wenigen Eisenbahnenklaven auf indigenem Gebiet in Chiapas. Heute ist die Station ein Friedhof für Züge, und kaum eine Zuflucht für Flüchtlinge. Ein Mädchen verrichtet ihre Arbeit während die auf ein Stück einer Steinbank sitzt, auf dem was einst das Plattform gewesen ist. Es verursacht ein Gefühl der Immobilität, als ob die Zeit in diesem Bezirkshauptort aufgehört hat zu fließen. Aber das ist eine Illusion: das Leben in Salto de Agua geht weiter und verändert sich, auf schnelle und gefährliche Weise, genau wie in der übrigen nördlichen Region des Staates, wo der Exil der Indigenas im Widerstand nicht geendet hat, genauso wenig wie die Gründe die ihn verursacht haben.

Zerstörte Strasse

Betreffend des Falles der zerstörten Strasse in Roberto Barrios (der neueste von mehreren Zwischenfällen dort in diesem Jahr), riefen die Ejido Autoritäten die zivilen und landwirtschaftliche Autoritäten des Puyipá Ejido zusammen, von wo die Angreifer — Juan Díaz Alvaro und Pascual Díaz Alvaro — stammten.

Dort, informierte das Verteidigernetzwerk, "erschien Señor Miguel Arcos Alvaro, der sich selbst als Delegierter von Paz y Justicia identifizierte, vor einer Gruppe von 15 Personen."

Die Verantwortlichen für den Schaden, und der Delegierte dieser paramilitärischen Gruppe, "kamen überein, dass die Strasse die gebaut wird allen Gemeinden in der Gegend zugute kommen wird, und sie einigten sich auf den Gebrauch von Steinen und andere Materialien für diesen Zweck. Sie verpflichteten sich, durch einen Akt der Vereinbarung, zu reparieren was zerstört worden war." Die Opfer jedoch denunzierten: "Die Gruppe Paz y Justicia repariert die zerstörte Strasse nicht nur nicht, sondern hat angedroht sich zu organisieren um zapatistische Unterstützungsbasen zu entführen und zu verschwinden. Sie drohen auch den Gemeindelastwagen von Roberto Barrios zu entwenden, und sie zu vor dem Gerichtsminister in Palenque zu beschuldigen Verbrechen zu verüben."

Sie fordern, dass die Bezirks- und Staatsautoritäten intervenieren, um die Vereinbarung die zerstörte Strasse zu reparieren zu erfüllen, und "machen den Delegierten von Paz y Justicia für alle Gewalttaten verantwortlich."

 Quelle:  
  http://www.jornada.unam.mx/ 
 

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