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Die aktuelle ila (Nr. 446) zum Thema »Kartoffeln« und der erste ila Podcast

ILA vom 17.06.2021

  ila 446Liebe Freund*innen, Kolleg*innen und Lateinamerikainteressierte

»Du Kartoffel!« - Wer ist hier die Kartoffel?

Unsere aktuelle ila (Nr. 446, Juni 2021) widmet sich der Superknolle aus den Anden. Bei der Erstellung des Heftes haben wir mal wieder viel gelernt! Außerdem: Kolumbien - Massenproteste und Repression; Mexiko: Europareise der Zapatistas; Chile - Linke Mehrheit im Verfassungskonvent u.v.a.m.!

Und wir möchten darauf hinweisen, dass unser erster ila-Podcast online steht, und zwar zum Thema unseres Mai-Schwerpunktes: »Baile Funk«
https://www.mixcloud.com/ila_bonn/ila-der-podcast-der-informationstelle-lateinamerika-1-baile-funk/?fbclid=IwAR1wLLv_YeQrBdd8OgEpuYYZm8dPRQzm4MAsw5VMqfhQ2D22JlJ0s18kwrU

Aus dem Editorial der aktuellen ila:

»(...) hier lebende Migrant*innen aus den Andenländern [können das] überhaupt nicht verstehen [dass Deutsche manchmal als ›Kartoffeln‹ bezeichnet werden], schließlich sind die Kartoffeln keineswegs ›urdeutsch‹, sondern kommen aus den Hochgebirgsregionen Südamerikas, wo sie bis heute das wichtigste Grundnahrungsmittel sind. Das dort früher auch gerne gegessene andine Korn Quinoa können sich die meisten Bolivianer*innen und Peruaner*innen wegen der weltweiten Nachfrage und der dadurch angezogenen Preise längst nicht mehr leisten.

Erst nach der spanischen Eroberung des Inkareiches kamen die ersten Kartoffelknollen nach Europa. Doch es dauerte noch zwei Jahrhunderte, bis sie sich schließlich durchsetzten und zum wichtigsten Grundnahrungsmittel für die ärmeren Bevölkerungsgruppen wurden. Zum elementaren Bestandteil der deutschen Küche wurden sie erst durch die verschiedenen ›Kartoffelbefehle‹ des preußischen Königs Friedrich des Großen ab 1746. Um Preußen — vor allem aus militärischen Gründen — landwirtschaftlich autark zu machen, hatte der König verfügt, dass alle Bauern und Bäuerinnen auf einem festgelegten Teil ihrer Flächen Kartoffeln anbauen mussten. Wer dem nicht folgte, musste mit drakonischen Strafen rechnen. Denn er/sie gefährdete die Ernährungssicherheit. Mit der Knollenfrucht konnte man auf der gleichen Fläche doppelt so viele Kohlenhydrate erzeugen, das heißt Leute satt bekommen, wie mit dem Getreideanbau.

(...) der weltweite Siegeszug der Kartoffel ist ungebrochen. Dass sie im 20. und 21. Jahrhundert auch in Regionen und Ländern gegessen wird, in der sie vorher keine Rolle spielte, verdankt sie einer Erfindung aus Belgien, den Pommes Frites. Sie sind heute weltweit, vor allem in der Fast-Food-Küche (wenn man das denn als »Küche« bezeichnen will), omnipräsent. Da Pommes Frites überwiegend als vorgebackene Tiefkühlware gehandelt werden, wurde das kleine Belgien zu einem der wichtigsten Kartoffelexporteure weltweit, so wie die Schweiz dank der Nespresso-Kapseln zum weltweit größten Kaffee-Exporteur (in Umsatzzahlen) aufstieg.

Die größten Kartoffelproduzenten sind indessen China und Indien, in Lateinamerika werden rund ein Viertel der auf der Erde angebauten Kartoffeln geerntet. Anders als die bekanntesten Agrarexportprodukte aus dem Subkontinent wie Kaffee, Bananen, Ananas, Mangos, Spargel oder Äpfel werden die Kartoffeln besonders in den Andenländern überwiegend auf kleinen und sehr kleinen Flächen angebaut. Diese Produzent*innen erhalten — im Gegensatz zu den großen agroindustriellen Exportbetrieben — in den meisten Ländern kaum öffentliche Unterstützung. Die meisten Campesinos und Campesinas leben unter extrem schwierigen Bedingungen. Und doch sind sie es mit ihren winzigen Flächen (die meisten bewirtschaften weniger als zwei Hektar), die nicht nur sich selbst, sondern auch einen Großteil der Bevölkerung in den Städten ernähren.«

Der Schwerpunkt der ila 446 hat einen Umfang von 35 Seiten (das gesamte Heft 58 Seiten) und kann zum Preis von 6,00 Euro bei der ila (Heerstraße 205, 53111 Bonn, Tel 0228-658613, E-Mail vertrieb (AT) ila-bonn PUNKT de   , Internet: www.ila-web.de) bestellt werden.

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[i] Hinweis: Chiapas98 ist ein ehrenamtliches, nicht-kommerzielles Projekt. Sollten Sie nachweislich die Urheberrechte an einem der von uns verwandten Bilder haben und nicht damit einverstanden sein, dass es hier erscheint, kontaktieren Sie uns bitte, wir entfernen es dann umgehend.

 Quelle:  
  https://www.ila-web.de/ausgaben/446 
 

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