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Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko lädt Felipe ein

Rundreise des freigelassenen Umweltschützers Felipe Arreaga und seiner Frau Celsa Valdovinos

Mexiko-Koordination vom 16.09.2005

  "Wir sind nach Monaten einer internationalen Kampagne sehr erleichtert über die Freilassung von Felipe Arreaga und freuen uns, ihn zusammen mit seiner Frau Celsa Valdovinos nach Europa einladen zu können. Sie werden sich so von der extrem belastenden Haftzeit erholen und der Öffentlichkeit die Situation der Umweltschützer in Guerrero darstellen können", so Teresa Avila, Koordinatorin der Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko, welche die bevorstehende Rundreise von Felipe Arreaga und Celsa Valdovinos initiiert.

Nach zehn Monaten unrechtmäßiger Inhaftierung musste gestern Felipe Arreaga Sánchez, Mitbegründer der Umweltschutzorganisation von Kleinbauern ("Organización Ecologista de la Sierra de Petatlán") wegen eindeutiger Unschuld aus dem Gefängnis in Zihuatanejo entlassen werden. Er ist ebenso wie seine Frau Celsa, die eine ökologische Frauenorganisation gegründet hat und leitet, Preisträger des angesehenen Umweltpreises "Chico Mendes". Sein Leben lang hat Felipe Arreaga gegen die übermäßige Rodung der Wälder in der Sierra von Petatlán− rund 40% des Waldes fielen in den Jahren 1992- 2000 dem Kahlschlag zum Opfer − und die dadurch drohende Zerstörung des Ökosystems gekämpft. Er störte dadurch die Kaziken, die örtlichen Machthaber, und ihre Holzgeschäfte. Ihm und weiteren 13 Mitgliedern der Umweltschutzorganisation wurde der Mord an einem Sohn des einflussreichen Kaziken Bernardino Bautista Valle untergeschoben. Guerrero zählt zu den mexikanischen Bundesstaaten, in denen die lokalen Kaziken nach wie vor ungebrochenen Einfluss auf Politik, Polizei- und Militärapparat sowie die Staatsanwaltschaft haben. Ein Hauptbelastungszeuge der Staatsanwaltschaft gab schon frühzeitig vor Gericht zu, vom betreffenden Kaziken und einem Angehörigen der Staatsanwaltschaft zu seiner Falschaussage gezwungen worden zu sein. Dennoch wurde die Anklage bis zum Schluss aufrecht erhalten, ungeachtet zahlreicher Zeugenaussagen, nach denen Felipe Arreaga zur Tatzeit an einem entfernten Ort gesehen wurde.

Der Fall sorgte international für Aufsehen, Amnesty International adoptierte Felipe Arreaga bereits im März dieses Jahres als "politischen Gefangenen". "Auch nach der Freilassung sind Felipe Arreaga und seine Frau weiterhin äußerst gefährdet, da die Auftragsmörder der Kaziken vor keiner Gewalttat zurückschrecken", gibt Eckhard Finsterer von MISEREOR zu bedenken. Bei einem bewaffneten Überfall auf einen weiteren Öko-Bauern, Albertano Peñaloza, starben im Mai zwei Söhne desselben im Kugelhagel. Auch Arreagas Frau erhielt bereits Morddrohungen.

"Es geht uns darum, dass Felipe und Celsa für eine Weile Abstand gewinnen zu der Verfolgungssituation in Guerrero und dass hier auch bei Abgeordneten des Bundestages und des Europäischen Parlaments Unterstützung gefunden wird für eine generelle Abschaffung der Gewaltstrukturen in Mexiko", erklärte Harald Ihmig von der Ev. Fachhochschule Hamburg, einer der 13 Mitgliedsorganisationen der Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko.

Für Rückfragen:
Teresa Avila (Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko) Tel: 089-44 22 99 66
Harald Ihmig (KIOS) Tel: 040-6518393
Eckhard Finsterer (MISEREOR) Tel: 0241- 442326

 Quelle:  
  http://www.mexiko-koordination.de/ 
 

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