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Gespräche mit dem »Delegierten Null«

junge welt vom 06.01.2006
Gerold Schmidt, Mexiko-Stadt

 
Erfolgreicher Start der zapatistischen Rundreise durch Mexiko.
Subcomandante Marcos wirbt für linke Ideen

Einmal mehr zeigten die mexikanische Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) und ihr Sprecher, Subcomandante Marcos, in den vergangenen Tagen, daß mit ihnen noch zu rechnen ist. Zum Start der sechsmonatigen Rundreise durch das ganze Land mobilisierten der als »Delegierter Null« auftretende Marcos und mehrere der EZLN-Comandantes zu Jahresbeginn etwa 20000 Menschen in der chiapanekischen Kleinstadt San Cristóbal. Die Stadt hatte vor zwölf Jahren beim Beginn des Zapatistenaufstandes weltweit für Schlagzeilen gesorgt.

In Palenque, einem durch seine Maya-Pyramiden bekannten Ort, begleiteten ebenfalls tausende Menschen die zapatistische Karawane. »Palenque ist keine Ruinenstadt, wir Mayas leben noch«, so Marcos vor der Menschenmenge. Die Karawane wird sich noch bis kommenden Montag im Bundesstaat Chiapas aufhalten. Dann verlassen die Zapatisten mit Marcos an der Spitze ihr Stammgebiet und machen auf der Halbinsel Yucatán Station.

Linke Kräfte bündeln

Den Großteil der ersten Tage verbrachte der Delegierte Null bei langen Gesprächen mit örtlichen Gruppen der Zivilgesellschaft, die sich der im Juni 2005 von der EZLN veröffentlichten »6. Erklärung aus dem lakandonischen Urwald« anschlossen. Nach diesem Muster wird voraussichtlich die gesamte Reise durch die 31 mexikanischen Bundesstaaten und die Hauptstadt ablaufen. Unter dem Motto »die andere Kampagne« will die EZLN die linken und antikapitalistischen Kräfte im Land bündeln. Langfristig ist eine grundlegende Verfassungsreform anvisiert. »Die andere Kampagne« soll Mexiko »von unten her durchschütteln, es auf den Kopf stellen«. Sprecher Marcos wies jedoch darauf hin, dies werde »langsam, sehr langsam« vonstatten gehen.

Wie bei den Zapatisten keineswegs überraschend, fehlte auch die medienwirksame Inszenierung nicht. Teile der bisherigen Wegstrecke legte Marcos mit einem schwarzen Motorrad zurück. Augenzwinkernd erinnert er damit an die Reise Che Guevaras quer durch den Subkontinent vor gut 50 Jahren. Der Delegierte Null will es immerhin bis zur nördlichen Grenzstadt Tijuana schaffen.

Detaillierte öffentliche Politikanalysen hat Marcos bisher unterlassen. Mit Bezug auf die in einem halben Jahr anstehenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sprach er von Wahlzirkus. Den mit Ausnahme der linksmoderaten PRD zwischen allen etablierten Parteien und führenden mexikanischen Unternehmern kürzlich geschlossenen »Pakt von Chapultepec« bezeichnete der Zapatistensprecher als »Antithese zur 6. Erklärung«. Konkrete Kritik richtete sich an die Partei der institutionalisierten Revolution (PRI), deren indigene Mitglieder er aufforderte, der Partei den Rücken zu kehren.

Bewußte Verdrehung

Das politische Establishment reagiert auf die neueste zapatistische Initiative ähnlich wie auf deren zweiwöchigen Marsch nach Mexiko-Stadt vor knapp fünf Jahren. Dabei wird der friedliche Charakter der Rundreise unterstrichen und, wie beispielsweise vom Kardinal Norberto Rivera, bewußt falsch dahingehend interpretiert, daß die EZLN die Waffen niedergelegt habe. Auch die klerikal-konservative PAN-Regierung unter Präsident Fox findet offiziell fast nur Lob für das EZLN-Vorhaben, ihre Ideen »auf politischem Weg« vorzutragen. Gleichzeitig weiht Fox genau in diesen Tagen Infrastrukturprojekte in indigenen Gemeinden ein und verspricht finanzielle Unterstützung.

Derzeit genießt die EZLN-Kampagne relativ großes Medienecho. Trotz ihres anderen Ansatzes wird sie allerdings in wenigen Tagen zumindest in der Öffentlichkeit in direkter Konkurrenz zum Wahlkampf der Parteien stehen. Dann endet die sogenannte Weihnachtspause, zu der die mexikanische Wahlbehörde die Präsidentschaftskandidaten verpflichtete.

In den sechs Monaten des Marsches von Marcos und seinen Anhängern müssen zumindest erste Grundlagen für eine geeinte, antikapitalistische Linke geschaffen werden. Die Meßlatte legte Marcos im alternierend mit Krimiautor Paco Ignacio Taibo II geschriebenen Romans »Unbequeme Tote« an. Dort heißt es: »Was länger dauert als sechs Monate, ist entweder eine Schwangerschaft
oder nicht der Mühe wert.«

 Quelle:  
  http://www.jungewelt.de/index.php 
 

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