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Die Andere Kampagne

 

Zwischenbericht 11

News vom 17.04.2006
tierr@

 
Bild Ostula, Michoacano: 10 Punkte-Forderungen gegen eine falsche Zivilisation
Cuyutlán: Luftverschmutzung und Kerbs; was für ein "Fortschritt"
Der Staat MICHOACAN: "Dritte Welt" für Indigen@s

Ostula, Michoacan; 01.April 2006. Die Entwicklung des Tourismus in dieser Region hat die Indigen@s von ihren ursprünglichen Heimatorten wie Aquila, Coahuayana, Huizontla und Coalcomán de Vázquez Pallares am Pazifikende, in die Trockenheit der Gebirge und die rauhen Gefilde von West- Michoacano verdrängt. Der "Kommandant Derer von Unten", wie der Represäntant Tacho aus Huizontla, Marcos begrüsste, wurde von Hunderten Indigen@s empfangen. Der Delegierte Null wurde von Repräsentanten der Region Michoacano, Autoritäten der Nahuas von Ayotitlán (Jalisco) und verschiedenen Wixaritari-Gemeinschaften aus Jalisco und Durango begleitet. Einer ihrer Sprecher erklärte: "Alle Gemeinschaften der indigenen Völker haben dieselben Probleme. Wir müssen für die Gemeinden kämpfen. Deshalb werden wir "die Andere" begleiten."

"Marcos ist heute nicht das Wichtigste", sagte ein Mann aus Ostula, der das Mikrophon ergriffen hatte, um auf die Probleme mit dem Eisenhüttenwerk Hylsa aufmerksam zu machen, über dessen Zahlungen die Führer der Coordinadora Nacional Plan von Ayala (CNPA) und Aquila verhandeln, die aber als viel zu niedrig erachtet werden. Ein anderer Sprecher aus Pómaro, verlas ein Dokument und erbat von der "Anderen Kampagne" und Marcos, sich dem genannten Indigen@- und Campesi@-(Bauern-) Projekt in seinen 10 Punkten anzuschliessen: Die Erfüllung der Abkommen von San Andrés; Souveränität der Nation und ihrer (Volks-)Gemeinschaften; die Neuverhandlung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens ( TLC/ALCA ); die Revision des Verfassungsartikels 27 und die Aussetzung der salinistischen Reform, zur Wiedererlangung sozialen Eigentums/ Eigenständigkeit. Weiter wurden integrale politische, kulturelle und soziale Rechte der Gemeinschaften eingeklagt; ein Budget, das den Notwendigkeiten der Bauern, nicht der Politiker, entspricht; eine Agenda der Biosicherheit, welche den Einklang mit der Natur garantiert und transgege Organismen untersagt; eine Agenda der Legislativen, welche die sozialen Rechte wiederherstellt; eine neue Verfassung und die Achtung der Strände als an den Pazifischen Ozean angrenzend ( "damit es Frieden gibt" ).

Allein im Bezirk von Aquila gibt es 50 in den Bergen verstreute Gemeinden, wo der Analphabetismus gross und die Landwirtschaft prekär ist, wo die Kunsthandwerker keinen Ausweg bzw. Zugang haben und keine öffentliche Dienste existieren. Diese Gemeinschaften bleiben von der vom Drogenhandel und rassistischer Gewalt verheerten Hauptstadt des Staates, Morelia, abgeschnitten. Für sie ist es einfacher nach Colima zu reisen, um der "Zivilisation" zu begegnen. Der Besuch der "Anderen Kampagne" wurde als aufmunternd und sehr wichtig empfunden.

CUYUTLAN... Die drei Ebenen der Regierung bewirken über die Expansion der Unternehmen, die Bedrohung der Gemeinden durch Ausraubung, Kontaminationen, Krankheiten, Vertreibung, Idenditätsverlust, dem Verschwinden ursprünglicher Arbeit und der Desintegration der Familien...im Namen des Freien Marktes und Anreizen für Investoren. Marcos nahm Bezug auf die Luftverschmutzung durch Wärmekraftwerke ( "Ich erwähne z.B. Salamanca, Guanajuato, wo fast in jeder Familie ein Mitglied an Krebs erkrankt ist ) und durch andere Energiegewinnungsanlagen. Ausserdem unterstrich er, dass die grossen Hoteliers absurderweise viel weniger Energiekosten zu tragen haben, als die Bevölkerung, weil sie subventioniert werden und erzählte als Beispiel die Geschichte des Wassers von El Batán (Querétaro), wo die Unternehmer beschlossen hatten, für ein Hotel, eine Plantage und Industrienlagen, die Bevölkerung zu vertreiben...

"Viele sagen,wir sind nicht gegen den Fortschritt. Wir schon. Denn der Fortschritt ist ein Fortschritt derer von oben, die sich auf Kosten unseres Elends entwickeln. Wenn sie von Fortchritt reden, so meinen sie den der Reichen und nicht den unsrigen." Der zapatistische Delegierte warnte."Sie werden die Lagune in einen Hafen verwandeln. Mit diesem kommen die Schiffe und mit ihnen die Matrosen, die Kantinen und die Drogen. Es wird keine Kultur kommen, nein, sondern Zerstreuung für die Mannschaften. Sie werden Euch Eurer Land nehmen, euré Häuser, eurén Kleinhandel zerstören, eu’re Schulen, euré Zukunft und Geschichte, euer Leben. Der Plan hinter diesen Wärmekraftwerken, der Zerstörung der Lagune und dem Bau des Hafens, ist die Zerstörung des Gemeinschaftsleben."

"Wir werden nicht aufhören sie zu fragen: Wieviele müssen noch sterben? Wieviele Fälle von Krebs noch mehr? Wieviele Kinder mit Lungen- oder Hauterkrankungen, damit Nein! gesagt wird? Wenn wir uns aber organisieren, wird Campos ( Ort ) wieder, was es war, ein Lieferant von Früchten und Fisch, anstatt von Krankheiten!" http://clajadep.lahaine.org/articulo.php?pe57&more=1&c=1

Laut der Nationalen Komission für Entwicklung indigener (Volks)-Gemeinschaften(CNDI) ist MICHOACAN neben Oaxaca, Chiapas, Chihuahua und Nayarit einer der fünf Staaten mit der grössten Marginalisierung und Armutsrate der Indigen@s in Mexiko. Die Region ist voll von Land-und Holzkonflikten, Gewalt und Ausgrenzung, die sich beständig verschlimmern.

Auch das Sekretriat für soziale Entwicklung ( Sedeso ) stuft die Region der Gemeinden Cherán, Nahuatzen, Los Reyes, Chilchota, Quiroga, Tingambato, Aquila und la Cañada de los Once Pueblos als Zone höchster Marginalisierung ein: 48% der Indigen@s sind von Armut betroffen. Die CNDI beziffert in Michoacán eine indigene Bevölkerungrate von 500.000 EinwohnerInnen, d.h. 1/4 der Bevölkerung des gesamten Staates, von denen 30% AnalphabetInnen sind. Mehr als jeder/de Zweite empfängt einen Lohn unterhalb des Existenzminimums. Dem hinzu kommt, dass ca.85% keine Gesundheitversorgung erhalten, 84% nicht an die Kanalisation angeschlossen sind und 34 % keine Wasserversorgung besitzen.

Laut der depremierenden, weltweiten Statistiken steht Mexiko bezüglich der Armut seiner Ethinien auf Platz 54 von 173 Ländern. Michoacán ist davon eine der ärmsten und rückschrittlichsten Regionen. Ausgedehnte ländliche Zonen und ihre indigenen Gemeinden liegen weit unter dem nationalen Entwicklungsdurchschnitt. Unter diesen Bedingungen haben am meisten die Frauen, ältere Menschen und Kinder zu leiden.

Die indigenen Frauen

Aufgrund der Marginalisierung und ererbten Not, welche die Männer dazu zwingt, in anderen Gegenden oder Ländern bessere Arbeitsbedingungen zu suchen, sind aktuell 55.000 Frauen in den Indigen@-Gebieten ausschliesslich mit der Aufrechterhaltung der Haushalte befasst. In Michoacán, so die Beurteilung der Sedeso, hat die Armut ein Frauengesicht: Sieben von 10 Ethnien zugehörenden Frauen leben aufgrund fehlender Arbeitsplätze, Migration und der extremen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, marginalisiert. Obwohl in der Region soziale Arbeitsbekämpfungsprogramme existieren, sind die Ausgrenzung und Diskriminierung der Frauen wegen ihrer Kultur und Sprache, latent. Die Programme beinhalten u.a. Mastviehaufzucht, Nähkurse und das Herstellen kunsthandwerklicher Artikel und werden von der CNDI und der föderalen Sektion der Sedeso betrieben. Sie sollen der Bevölkerung den Impuls zu produktiven Projekten geben. Von 106 Projekten in Koordination mit der Sedesol, betreibt Sedeso aktuell 38 direkt. Die Projekte sind direkt an die Frauen, besonders die Familienoberhäuptinnen, die in Armutsverhältnissen leben, gerichtet.

Landwirtschaftliche Konflikte in den Indigen@-Zonen

Die Meseta Purépecha ist eine der Regionen mit der höchsten, indigenen Bevölkerungsrate und gleichzeitig die, in welcher die landbezogenen Anklagen dieser Gruppen am längsten geführt und am massivsten sind. Laut dem Sekretariat für Agrarreformen sind in dieser Zone aufgrund von 122 Konfrontationen wegen Landbesitzkonflikten, mindestens 300 Tote und tausende Verletzte zu verzeichnen. Die föderale Instanz gibt diesen Staat, wegen des Disputes um 2500 ha Land, als die gewaltreichste Region auf nationaler Ebene an: Der Konflikt in Michoacán dauert schon mindestens 60 Jahre und umfasst mehr als 25.000 Personen aus 17 Gemeinden. Das Agrarsekretariat zählt mehr als 60 Auseinandersetzungen, von denen 29 als rote Brennpunkte angesehen werden.

Indigen@- Bevölkerung in Zahlen

In Michoacán gibt es 25 indigene Gemeinden, mit einer geschätzen EinwohnrInnenzahl von 500.000 Personen, davon sind 52% Frauen. Laut der UNO "weist der Staat städtische und ländliche Armut auf, sowie marginalisierte Indigen@- Bevölkerungen, zu denen vier primäre Ethnien zählen: Mazahua, Nahua, Otomí und Purépecha. Diese Bevölkerungsgruppen leben unter Indikatoren der Unterentwicklung und Marginalisierung, die mit den ärmsten Ländern der Welt vergleichbar sind."

Trotz aller Kontroversen und Attacken zeigte sich dem jetzigen Delegierten Null der Zapatist@s, Marcos, in diesen weiten ländlichen Zonen der Unterentwicklung, der Weg der hoffnungsvollsten Erwartungen an das Leben derjenigen, welche die Ursprünglichkeit und Geschichte Michoacán’s mit ihren Handlungen einklagen. http://clajadep.lahaine.org/articulo.php?pe50&more=1&c=1

fortsetzende Ergänzung von tierr@ 15.04.2006 21:29

Berichte, Hintergründe zur "Anderen Kampagne" siehe: http://www.gruppe-basta.de/

Die Zapatistische Nationale Befreiungsarmee, EZLN ruft in einem Kommunique vom 10. April 06. alle AnhängerInnen der "Sechsten Erklärung", die "Andere Kampagne" und das mexikanische Volk dazu auf, Widerstand gegen die zunehmenden und vertuschten Repressionen gegen die sozialen AktivistInnen und KämpferInnen der "Anderen Kampagne" zu organisieren. In dem vom aufständischen Subcomandante Marcos und der Sechsten Komission der EZLN ( im anderen Morelos ) unterzeichneten Kommunique heisst es, "im gesamten Land gibt es im Zuge des verschleierten, repressiven Klimas gegen "die Andere", eine systematische Verweigerung des Zugangs zu Rechten, die durch die zynische und unmoralische Komplizenschaft der schlechten Regierungen und der Reichsten des Landes geschaffen wird. Die "Andere Kampagne" hat eine grosse Menge von Anzeigen über Belästigungen, Inhaftierungen und Beschlagnahmungen gegen Sympathisanten/tinnen und Änhänger/innen der "Sechsten", sowie gegen andere soziale Kämpfer/innen erhalten. Unserer Auffassung nach, wird der Wahlkampf vom Staat und den Gruppierungen der politischen-und ölonomischen Macht, die ihn lenken und kontrollieren, dazu benutzt, neue Szenarien der Repression zu schaffen. Die Fabrizierung von Vergehen, willkürlicher Freiheitsentzug, Drohungen, Folter, Verschwindenlassen und Mord, ebenso wie die illegale Beschlagnahme von Konten legaler, ziviler und friedlicher Organisationen, die mit sozialen Fällen befasst sind, sind andauernd und definieren die Falschheit der sogenannten "Demokratisierung" des politischen Lebens in unserem Land". Dagegen und im Kampf für die politischen Gef@ngenen, als eine der Achsen der "Anderen Kampagne", hat die EZLN über ihre Sechste Komission den Vorschlag bekannt gegeben, am 13.Mai 06 in San Luis Potosí, eine Versammlung aller Organisationen und Individuen abzuhalten, welche die Menschenrechte verteidigen wollen. Die Organisierung dieses Treffens ist laufend; der entsprechende Kontakt dafür ist: E-Mail-Adresse versteckt; JavaScript wird zur Anzeige benoetigt. Nähere Einzelheiten, Vorschläge und Agenda werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben... Den Aufruf sollen möglichst alle VerteidigerInnen und AnwältInnen ( als Organisation oder Individuum ) der "Anderen" unter enlacezapatista.ezln.org.mx unterzeichnen. Zudem ergeht an Alle ( in Mexiko ) der Aufruf, eine detaillierte Liste der erfahrenen Repressionen zusammenzustellen, für die in Kürze ein Datenformat zur Verfügung gestellt werden wird, das die legale Arbeit derer erleichern wird, die im rechtlichen Bereich für das Andere Mexiko kämpfen. Desde el Otro Morelos. Subcomandante Insurgente Marcos. Comisión Sexta del EZLN. México, abril de 2006.

http://clajadep.lahaine.org/articulo.php?pf01&more=1&c=1

Gleichzeitig versammelten sich von AnhängerInnen der "Anderen Kampagne" gewählte RepräsentantInnen von 46 Nichtregierungorganisationen aus 21 chiapanekischen Gemeindekreisen, auf dem staatsweiten Treffen gegen Repression. Die ca.150 Delegierten beschlossen die Bildung eines Kommunikationsnetzes und ein koordiniertes Antworten auf die repressive Vorgehensweise der verschiedenen Regierungsebenen. Auf dem Forum, das auch gegen das Gesetz Televisa -Tv Azteca, welches die grossen Kommunikationskonsortien begünstigt, gewandt war, wurden zudem die Repressionen gegen die Zahlungsverweigerer der gestiegenen Strompreise angeklagt und diejenigen verteidigt, die sich weigern, an dem zu Landraub führenden Agrarzertifizierungsprogramm teilzunehmen. http://clajadep.lahaine.org/articulo.php?pf20&more=1&c=1

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