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Kritik am Bericht der Generalstaatsanwaltschaft über Frauenmorde

Poonal vom 28.02.2006
Von María de la Luz González

  (Mexiko-Stadt, 21. Februar 2006, cimac-poonal).- Verschiedene Nichtregierungsorganisationen kritisieren den jüngsten Bericht der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft PGR (Procuraduría General de la República) über die Frauenmorde in Ciudad Juárez und Chihuahua. Dem Dokument lägen viel zu niedrige Zahlen an Frauen verübter Morde zugrunde. Nach Einschätzung der Organisationen werde damit die bestehende Straflosigkeit in der Grenzregion von offizieller Seite zu verschleiern versucht. "Die Bundesregierung unternimmt hier einen weiteren Versuch, die Morde an Frauen unter den Teppich zu kehren. Der Bericht der PGR enthält weder stichhaltige Beweise, noch ist eine strukturierte Methode bei der Untersuchung der Fälle zu erkennen," heißt es in einem offenen Brief, der von der BürgerInneninitiative für die strafrechtliche Verfolgung der Frauenmorde in Ciudad Juárez und Chihuahua und Angehörigen der Opfer unterzeichnet wurde. In einer Pressekonferenz schlossen sich die Organisationen Amnesty International, Katholikinnen für das Recht auf Entscheidung (Católicas por el Derecho a Decidir), Gerechtigkeit für unsere Töchter (Justicia por Nuestras Hijas) und das Netzwerk für Sexuelle Selbstbestimmung und Reproduktionsrechte in Mexiko (Red por los Derechos Sexuales y Reproductivos) der Kritik der BürgerInneninitiative an.

Der am 16. Februar vorgelegte Abschlussbericht der Sonderstaatsanwaltschaft für Ciudad Juárez spricht für den Zeitraum von 1999 bis 2005 von 379 registrierten Morden an Frauen und von 47 als vermisst gemeldeten weiblichen Personen. Erheblich höher sind dagegen die Zahlen, von denen mexikanische und internationale Menschenrechtsorganisationen ausgehen: Hier weiß man von über 400 Morden und 4.456 verschwundenen Frauen.

Der Bericht ordnet 225 Morde, also über 60 Prozent der Fälle, innerfamiliären Konflikten zu und behauptet, in der Mehrheit der Fälle seien die Täter Familienangehörige, Freunde oder Bekannte, die zum näheren Umfeld der Opfer gehörten. Auf diese Weise werde die tatsächliche Dimension der Gewalt gegen Frauen heruntergespielt. Die Organisationen, zu denen auch die Soziologin Julia Monarréz gehört, die den Begriff der systematischen Ermordung von Frauen ins Spiel brachte, forderten von der mexikanischen Regierung, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Regierung solle für den Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit ihrer Bürgerinnen eintreten sowie die Statuten der Verfassung und die von Mexiko unterzeichneten internationalen Abkommen wie die Konvention von Belém zur Abschaffung der Gewalt gegen Frauen erfüllen. Die UnterzeichnerInnen des offenen Briefs sind empört darüber, dass die mexikanische Regierung auf die unzureichende Arbeit der Behörden mit einem laxen "in anderen Ländern gibt es noch mehr Morde" reagierte. Solche Äußerungen seien eine Beleidigung gegenüber den Opfern und deren Angehörigen und spielten die Bedeutung der Mordfälle herunter.

"Wir haben die Vielzahl der Hintergründe der Ermordungen an den Frauen in Ciudad Juárez und Chihuahua niemals bestritten", argumentierten sie. Alarmierend sei außerdem, dass der mexikanische Staat "die von den Organisationen der Zivilgesellschaft vorgeschlagenen politischen Instrumente, um die Morde an Frauen zu stoppen, nicht eingesetzt und die Empfehlungen mexikanischer und internationaler Menschenrechtsverbände nicht berücksichtigt hat. Die Frauen werden selbst in ihren eigenen vier Wänden umgebracht." Es sei ein unbestrittenes Faktum, dass weiterhin Frauen ermordet werden. Allein im Jahr 2005 wurden 31 weitere Frauenleichen gefunden.


Quelle: poonal
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