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Nachrichtenzusammenfassung

News vom 01.08.2001
Estación Libre
übersetzt von Dana

 
Das Anti-indigene Gesetz
Politische Gefangene
Internationales Militärtraining & fortgesetzte Zusetzung der Gemeinden
Zivilmobilisierungen in Chiapas

I. Das Anti-indigene Gesetz

A. Die Anti-indigene Reform wird Gesetz

Die PRI-PAN Mehrheit im Kongress hat das indigene Bartlett- Cevallos-Gesetz, trotz der Unregelmässigkeiten in dem Abtimmungsprozess von neun Staaten am 18. Juli offiziell ratifiziert. Anführer der Eilaktion waren die Senatoren Bartlett und Cevallos, die das Datum und die Reihenfolge der Kongressdiskussion änderten und die Kontroverse über die notwendige 2/3 Mehrheit die in 9 Bundesstaaten nicht erzielt worden ist beiseitewischten. Bald darauf verkündete die Fox- Regierung, "politische Richtlinien zur Förderung des allgemeinen Wohlstandes der indigenen Gemeinden und Völker zu implementieren ...", trotz der breiten indigenen Opposition gegen genau diese politische Richtlinien.


B. Konstitutionelle Unregelmässigkeiten

Zahlreiche Gruppen, einschliesslich 53 NGOs, machen sich nun daran die Konstitutionalität der Reform im Licht dieser Unregelmässigkeiten anzufechten (Proceso, 20. Juli). Ein grundsätzlicher Punkt ist, dass die Mehrheit der mexikanischen Staatkongresse eine 2/3 Mehrheit benötigen um eine Abstimmung offiziell zu machen. Obwohl 17 von Mexicos 31 Staaten die Reform vorgeblich bewilligt haben, haben in Wahrheit nur 8 von ihnen die nötige 2/3 Mehrheit bei der Abstimmung erzielt -- weit von den notwendigen 16 Staaten entfernt.

Wäre die Verfassunswidrigkeit der Abstimmungen vor der Ratifizierung formell angefochten und diskutieret worden, wären die verbleibenden vier Staaten (Chihuahua, Tamaulipas, Baja California, und Yucatan) wichtige Schlachtfelder für die Bewilligung des Gesetzes geworden. Die Eilratifikation erfolgte jedoch bevor eine formelle Anfechtung eingereicht werden konnte.

Jetzt, drei Monate nachdem die Mehrheit der PRD-Senatoren im Bundeskongress zugunsten der Bartlett-Cevallos Reform gestimmt haben, machen die PRD-Anführer eine Kehrtwende und fördern eine gesetzliche Anfechtung durch das Oberste Gericht. Anscheindend "muss nur 1/3 eines Bundesstaatskongresses zustimmen, um die Abstimmung über Verfassungswidrigkeit des indigenen Gesetzes durchzusetzen". Die Gouverneure von Oaxaca und Chiapas, José Murat Casab und Pablo Salazar Mendiguchía besprechen öffentlich ebenfalls die Möglichkeit einer gemeinsamen Anfechtung der Konstitutionalität des insigenen Gesetzes. Pablo Salazar bemerkte, dass die Ablehnung des Gesetzes in Oaxaca, Guerrero und Chiapas, die drei Staaten mit der grössten indigenen Bevölkerung, die Reform grundsätzlich ungültig macht (21 Juni).


C. Fragen der Repräsentation

Wie auch immer, was die Parteiführer und Gouverneure nicht besprechen, ist die Tatsache dass die San Andres Vereinbarungen von zum grössten Teil nicht-indigene Senatoren modifiziert und abgestimmt werden, womit ein System verstärkt wird, in der die marginalisierten Minderheiten effektiv von den politischen Entscheidungen die sie direkt beeinflussen ausgeschlossen bleiben.

Die letzten zwei Staaten die das Gesetz bewilligt haben, Michoacan und Nayarit, bieten zwei Beispiele von nicht-indigenen Senatoren die es einfach nicht kapieren. Am 12. Juli traf sich das Kongress von Michoacan im Geheimen für vier Stunden und stimmten trotz der breiten Opposition für die Reform. Indigene Gruppen bemerkten, das sogar die national angeordneten Foren zur Diskussion des Gesetzes es unterliessen, die Antwort(en) der indigenen Völker zu berücksichtigen. Der Purpecha PRIista Alejandro Aviles bekämpfte öffentlich das Gesetz, und erklärte, dass den indigenen Völker den Eintritt in die Diskussion um die Gesetzesreform verweigert wurde, obwohl sie "ihre Basis" sind (13. Juli)

In Nayarit wurde das Gesetz nach 7 Stunden Diskussion und trotz der Abwesenheit von 37 Kongressabgeordneten, die die Kongresssitzung verliessen, bewilligt. Zahlreiche PRIistas entschieden, angeblich unter Berücksichtigung der Diskussionsforen die mit den lokalen indigenen Gruppen durchgeführt worden waren, dass die Gelegenheit für ein solches Gesetz "nie wieder kommen könnte" und stimmten für die Reform. Der PRIista Carillo Chavez bemerkte, dass die "indigenen Völker nicht länger warten wollen... wenn es nicht klappen sollte, nun Geserte können verbessert werden". (13 Juli)

In Antwort auf die Unterminierung der indigenen Selbstbestimmung, die von der kürzlich bewilligten Reform dargestellt wird, wird das Netzwerk der Gemeindeverteidiger von Chiapas (Red de Defensores Comunitarios) eine Klage vor der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO) wegen Mexicos Verstoss gegen die ILO-Konvention 169 ausfüllen. Die Gemeindeverteidiger von Chiapas, ein Netzwerk indigener Menschenrechtsverteidiger, die 7 Regionen von Chiapas repräsentieren, machen sich an die Aufgabe, die mexikanische Regierung dazu zu bringen die Konvention zu erfüllen die sie in 1989 unterzeichnet haben, und die internationale gesetzliche Standards für indigene Rechte stellt. Das Verteidigernetzwerk gab ebenfalls bekannt, dass sie eine gesetzliche Anfechtung der Verfassungsrechtsmässigkeit der Reform unterstützen werden.


II. Politische Gefangene

Beamte der Lokal- und Bundesregierung weigern sich weiterhin die 9 verbleibenden zapatistischen Gefangene freizulassen, trotz der breiten Unterstützung ihrer Befreiung. Sogar COCOPA-Präsident Arely Madrid (aus Chiapas), versucht die Unachgiebigkeit der Regierung zu decken, indem er verkündete, dass die legislative Körperschaft trotzdem weiterhin daran arbeiten wird den Dialog zwischen der Regierung und der EZLN wiederzubeginnen, obwohl zwei zapatistische Gefangene nur geringe Chance haben freigelassen zu werden (29 Juni)

In Antwort auf die Unachgiebigkeit der Regierung rief die Organisation der zapatistischen politischen Gefangenen La Voz de Cerro Hueco "als Protest gegen die Lügen der Regierung" einen Hungerstreik aus (24 Juli). Sie forderten die bedingungslose Freilassung der verbleibenden 9 zapatistischen Gefangenen, erklärten ihre Ablehnung der Bartlett-Cevallos Reform, und ermutigten alle politischen Gefangene in Chiapas sich den sechs Hungerstreikenden aus Tuxtla Gutierrez, Chiapas und Tabasco anzuschliessen.

Lokale Gefängnisautoritäten versuchten den Streik dadurch zu verhindern, dass die den Arm eines Gefangenen verdrehten und androhten die anderen zu verprügeln und zu trennen, mit der Behauptung Anordnungen ihrer "Vorgesetzten" zu folgen. Die Gemeindeverteidiger von Chiapas und andere politische Gefangene denunzierten öffentlich die Misshandlung der Gefangenen durch die Gefängnisautoritäten, und forderten die Entlassung des Gefängnisgeneraldirektors. Gouverneur Pablo Salazar tut nichts um die Misshandlung im Gefängnis zu denunzieren, noch um den Generaldirektor dafür zu bestrafen diese zuzulassen.

Den 6 streikenden Angehörigen der Stimme von Cerro Hueco in Tuxtla Gutierrez, Chiapas und Tabasco, schlossen sich sofort 42 Gefangene aus dem San Cristobal Gefängnis, und 30 aus Yajalón an. Sie hielten ihren Hungerstreik bis zum 30 Juli aufrecht (120 Stunden), um die Freilassung aller politischen Gefangenen zu fordern.


III.Internationales Militärtraining & fortgesetzte Zusetzung der Gemeinden

A. Internationales Training zur Aufstandsbekämpfung für mexikanische Soldaten in Chiapas

Hinter der von Fox aufrechterhaltenen Friedensfassade geht die Ausbildung des mexikanischen Militärs zur Aufstandsbekämpfung munter weiter. La Jornada berichtet, dass die berüchtigten, menschenrechtsverletzende Kaibiles die mexikanischen Streitkräfte in Chiapas seit dem Erscheinen der EZLN ausgebildet haben, und dies auch weiterhin tun. Laut der Aussage eines guatemaltekischen Kaibil wurden bei mindestens zwei Gelegenheiten die Mexikanischen Luftsonderstreitkräfte (GAFES) und der Marinesonderstreitkräfte (GANFES) trainiert; erstere wurden 1994 gegründet, die zweiten in 1998. Diese Quelle gab auch zu, dass der "schlechte Ruf" den sich die Kaibiles erworben haben die mexikanischen Verantwortlichen zwinge dieses Training im Verborgenen abzuhalten.

GAFES und GANFES Programe sind so sehr angewachsen, dass inzwischen jedes der 12 Militärdistrikte und die 44 Zonen des Landes ihr eigenes haben. Mexikanische Militärbeamte gaben bekannt, dass bis 1998 6 Kommandanten, 400 Offiziere und 135 Soldaten die Schule für Sonderstreitkräfte absolviert haben, während 86 Offiziere zu Ausbilder für Sonderstreitkräfte ausgebildet wurden. Die GANFES befehligen alleine seit 1998, ebenfalls insgesamt 144 Schiffe auf nationaler Ebene, unterstützt von Hubschrauber und Bodenfahrzeuge. Des weiteren werden jedes Jahr schätzungsweise 12 Soldaten zu einem 8-Wochen langen antiguerrilla "Überlebenstraining" in den Guatemaltekischen Dschungel geschickt. Befragte Soldaten erklärten darauf vorbereitet worden zu sein subversive Gruppen in schnellen Aktionen "einzudämmen" und sie wenn nötig "auszulöschen" (La Jornada, 26 Juni).

Aufstandsbekämpfungstraining für das mexikanische Militär ist nichts aussergewöhnliches, in einer Zeit in der Regierungen in ganz Lateinamerika immer mehr Gewalt einsetzen um mit indigenen Problemen der Marginalisierung, Armut und Ungerechtigkeit fertigzuwerden. Einem Bericht der Paginas, Semanario Sureno zufolge, hat es in den letzten fünf Jahren ein dramatisches Ansteigen des Militärtrainings in der U.S. School of the Americas gegeben. In 1995 führten Chile, Kolumbien, und Bolivien die Liste der Länder deren Soldaten die in der SOA ausgebildet wurden an. In 1996 trat Mexico an die Stelle von Chile und Kolumbien, als das Land, das die meisten Soldaten zur Ausbildung schickte, und hatte in 1997 alle anderen lateinamerikanische Länder mit 231 mexikanische Soldaten in der Ausbildung zahlenmässig dramatisch überflügelt (15 Juli). Diese Verstärkung des Trainings zur Aufstandsbekämpfung reflektiert die Konzentrierung der Regierung auf die gewalttätige Befriedung von Gemeinden im Widerstand als Priorität.


B. Anhaltende Mobilisierungen von Militär, Polizei und Paramilitärs

Gewalt und Belästigungen gegen Gemeinden im Widerstand durch Militär, Polizei und paramilitärischen Streitkräfte sind in Chiapas seit März 2001 kontinuierlich gewachsen. Die wachsende Präsenz von Soldaten und bewaffnete Gruppen in ländlichen Gemeinden hat nicht zur Verschärfung bereits existierenden Spannungen geführt, sondern dient gleichzeitig auch als ständige Erinnerung an die Staatsgewalt. Die folgenden Beispiele sind Ausschnitte aus nur wenige von Dutzenden Denuncias aus ganz Chiapas:

− In Roberto Barrios, autonomes Bezirk von Trabajo, machen Mitglieder von Paz y Justicia Todesdrohungen, rauben Häuser aus, töten Schafe und halten Scheingerichtsverhandlungen gegen EZLN Unterstützungsbasen ab. Sie versuchen die lokale autonome Schule und Klinik zu sabotieren und setzen die Einwohner unter Druck um die Progresa-Unterstützung der Regierung zu akzeptieren. Ein betrunkener Paz y Justicia Mitglied erzählte 3 zapatistischen Campesinos, dass alle Mitglieder seiner Gruppe $30,000 Pesos erhalten haben, und alles was sie tun müssten wäre es sie zu töten. Am nächsten Morgen fanden die drei bedrohten Campesinos eine Machete und tote Hühner vor ihrer Haustür (11.Juli)

− In San Jose, autonomes Bezirk von Francisco Gomez, fielen paramilitäre Gruppen in Häuser ein, auf der Suche nach einem Gefangenen der angeblich von zapatistischen Unterstützungsbasen festgehalten sein sollte. Porfirio Jimenez, einer der Anführer der Paramilitärs versuchte ein 15-jähriges Mädchen zu vergewaltigen, während andere einen ansässigen Mann angriffen. Andere Angehörige der Paramilitärs nahmen eine kranke Person aus der Gemeinde zum Gefangenen und raubten 1.500 Pesos (16. Juli)

− In dem autonomen Bezirk von Vicente Guerrero installierten ca 40 Soldaten am 14 Juli um 20:00 Uhr einen militärischen Kontrollpunkt auf einer lokalen Strasse. Die Soldaten zwangen die Passagiere eines Trucks auszusteigen und unterzogen sie einem intensiven 30 minutigen Verhör über ihrem Herkunftsort, Ziel und den Dingen die sie transportierten. Sechs Tage später veranstalteten ein Hubschrauber und ein kleines Flugzeug des Militärs Überflüge über die Gemeinden von Clavo, Berea, Nuevo Yajalón, Sinaí, Lázaro Cárdenas, Vista Hermosa und Victorico R. Grajales, und terrorisierten lokale Familien. Zwei Tage später verschaffen sich Militärangehörige unerlaubt Zutritt in San José Usumacinta (CCDN-07/23). Das Netzwerk der Gemeindevertediger von Chiapas ersuchte die Nationale Menschenrechtskommission öffentlich diese Zone im Auge zu behalten, da die Gemeinden grundsätzlich incomunicado sind. (* Den Informationen einer italienischen Delegation nach die in Vicente Guerrero von PRIistas aufgehalten wurde, war die verstärkte militärische Präsenz auf Gerüchten über die Anwesenheit eines EZLN Comandante in der Gegend zurückzuführen. Dieser Vorfall überschneidet sich mit dem neulichen Antrag die Haftbefehle gegen die EZLN wieder in Kraft treten zu lassen — Dana)

− In Santa Cruz, autonomes Bezirk von Trabajo, erschienen 6 Fahrzeuge voller Soldaten die in bester CIA-Handbuchmanier für Aufstandsbekämpfung soziale Dienstleistungen anboten (z.B. Haareschneiden, kostenlose Medikamente, medizinische und zahnärztliche Untersuchungen). Autoritäten erklärten dass die Einwohner die Militärs nicht in ihre Gemeinden eingeladen hätten, und sie dort nicht wollten (CCDN-07/26). Ähnliche Operationen wurden in América, Nuevo Mundo, und Luis Echeverría im Bezirk von Salto de Agua durchgeführt.

− In Tzintul, Bezirk von Teopisca, wurde am 23/24 José Anastasio Méndez Ruiz von der Bezirkspolizei festgenommen und gefoltert. Anscheinend wurde Jose Mendez angewiesen nach Teopisca zu gehen weil seine Tochter schwerkrank sei. Bei seiner Ankunft um ungefähr 22:30 am 23 Juli, schaffte ihn die Bezirkspolizei zum Büro des Agenten der Staatsanwaltschaft. Sechs Polizisten prügelten auf verschiedene Stellen seines Körpers ein, und stülpten ihm eine Plastiktüte über den Kopf um ihn zu ersticken, um ein Geständnis zu erpressen. Nachdem er ohnmächtig wurde, zerrten sie ihn in eine Zelle. Die Gemeindeverteidiger von Chiapas bemerkten, dass diese Polizeiaktion eine offene Verletzung der Artikel 16 und 20 der mexikanischen Verfassung ist, die Folter verbieten.

− Im Ejido Barrio San Jose, Bezirk von Marques de Comillas, überfielen während einer "Rettungsaktion" die von einer Zeitung als "intelligent, ohne Verwundete oder Tote" bezeichnet worden ist, 500 Sicherheitspolizisten Gemeindemitglieder auf brutalster Weise, schlugen einen Mann zu Tode, raubten Häuser aus, vergifteten Wasser- und Nahrungsvorräte mit Gas, und verprügelten mehrere ansässige Frauen (27 Juli). Mitglieder der Regionalen Indigenen Campesino und Arbeiter Bewegung (MOCRI) hatte 6 Beamte des Sekretariats für Soziale Entwicklung (SEDESOL) festgenommen, um grundsätzlichste Dienstleistungen für die verarmten Gemeinden zu fordern, und sie in dieser gemischten Gemeinde versteckt. Lokale Familien erwarteten scheinbar eine Verhandlung mit der Salazar-Administration, als ohne vorherige Warnung Hubschrauber auf die Gemeinde niederstiegen, Sicherheitspolizisten Türen eintraten, und willkürlich Dutzende Männer, Frauen und Kindern ergriffen und verprügelten. Die Polizei griff MOCRI-Angehörige und nicht-Angehörige ohne Unterschied an, und verhaftete willkürlich 63 Personen, einschliesslich 14 Minderjährige, einen älteren Mann und die Mutter eines Kleinkindes. Drei Personen wurden so schwer verprügelt, dass sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten, während 70 andere in die nahegelegenen Berge als Vertreiebene flüchteten, zu verängstigt um zu ihren zerstörten Häuser zurückzukehren. 49 sind verschwunden.


IV. Zivilmobilisierungen in Chiapas

Zum ersten Mal seit der Inauguration von Pablo Salazar Mendiguchía, kritisieren Bürgerorganisationen die Salazar Administration öffentlich dafür, für ihre ständige Bevorzugung von Polizeigewalt statt Verhandlungen mit Gemeinden im Widerstand, der willkürlichen Verhaftung von Mitglieder radikaler Organisationen, der Zurückhaltung politischer Gefangenen, und der Übersehung von Gefängnismisshandlungen. Märsche und Sit-ins in Ablehnung der von Salazar angeordneten staatlichen Repression sozialer Organisationen und seiner neoliberalen Tendenzen (beispielhaft vorgeführt von seiner Hofierung internationaler Geschäftsinteressen in Chiapas, der Fördeung von Bracero-Programmen für Migranten, und der Implementierung des Puebla Panama Planes (PPP) ohne die Gemeinden von Chiapas zu konsultieren) sind nun alltäglich.


A. Mobilisierung der EZLN Unterstützungsbasen und Sympathisanten am 30 Juli.

Einen Monat nachdem mehr als ein tausend Menschen in Ocosingo gegen das indigene Gesetz marschiert sind (25 Juni), blockierten tausende Zapatistische Unterstützungsbasen und Sympathisanten am 30 Juli Strassen an fünf zentrale Punkte in Chiapas. Organisiert von den Regionalen Koordinationen der Zivilgesellschaft im Widerstand, benutzten die Demonstranten Stöcke und Steine um die Strecken der Autobahnen zwischer Tuxtla Gutierrez-Angostura, Comitan-Cuidad Cuauhtemoc, San Cristobal de Las Casas-Comitan, Oxchuc- Ocosingo, und Tila-Petalcingo, für ungefähr 8 Stunden friedlich zu blockieren. In einem vorbereiteten Statement erklärten indigene und Campesino Organisationen, dass Regierungsbeamte die "von einer neuen Demokratie sprechen... lügen, da sie sich in Wirklichkeit verschrieben haben, gegen Volks- und soziale Bewegungen mit militärer und polizeilicher Gewalt vorzugehen..."

Die Demonstranten erklärten ihre völlige Ablehnung des kürzlich bewilligten Gesetzes für indigene Rechte und Kultur, da es eine "Gegenreform ist und die den Geist der San Andres Vereinbarungen und des COCOPA-Vorschlages ignoriert." Sie forderten die Rückkehr der 49 verschwundenen Gemeindemitglieder von Marques de Comillas, die Freilassung der 9 zapatistischen politischen Gefangenen (zusätzlich zu mehr al 100 anderen politischen Gefangenen in Chiapas), und die Demilitarisierung von Chiapas und Mexico. Weiterhin riefen die Demonstranten zur Aufhebung der Haftbefehle gegen soziale Aktivisten, freie Schulausbildung, faire Preise für den Kaffee, Mais und Bohnen die die Campesinos produzieren, ein würdiges Gehalt für Farmarbeiter, und die Legalisierung des Bodens, das von verschiedenen Gemeinden besetzt worden ist.


B. MOCRI Entführung von SEDESOL Beamten

Am 21 Juli entführen und nehmen Mitglieder der Regionalen Indigenen Campesino und Arbeiter Bewegung (MOCRI) 6 Beamte des Sekretariats für Soziale Entwicklung (SEDESOL) als Geisel, dieselbe Abteilung die auch regierungsbetriebene Zentren in die geräumten Militärbasen in der Konfliktzone einrichtet. Im Tausch für die Geisel verlangen die MOCRI-Mitglieder weiterführende Schulen, die Instandsetzung zentraler Strassen, die Installierung von Elektrizität für die Gemeinden von Benemérito de las Americas und Marques Comillas, und eine Trinkwasserversorgung. Um eine Festnahme durch die Polizei zu vermeiden, reichen die MOCRI Mitglieder die SEDESOL Beamten Alexis Salinas, Ricardo Estrada Soto, Jorge Alberto Cruz, Gustavo Espinosa, Rocío Hernández Torres und Silvia Solís López von einer Gemeinde zur anderen weiter.

Nachdem die MOCRI Mitglieder zwei Unterhändler von SEDESOL und dem indigenen Büro weggeschickt hatten , weil diese sich weigerten ohne Anwesenheit der Polizei zu "verhandeln", verkündete Salazar durch das Radio, dass seine Regierung "keine Erpressungen oder Verletzungen des Staatsgesetzes durch soziale Organisationen tolerieren wird." Er entsendete über 500 Sicherheitspolizisten in einem Versuch die Regierungsbeamten "wiederzuerlangen" und die soziale Organisation von Marques de Comillas wie oben beschrieben zu dezimieren.


C. OCEZ Märsche und Sit-ins

In typischer staatlicher Übertreibung wurden 300 Militär- und Judicialpolizisten ausgeschickt um 13 Mitglieder der Campesino Organisation Emiliano Zapata (OCEZ) für die angebliche Ermordung von 8 Angehörige der San Bartolomé de los Llanos Allianz in Venustiano Carranza am 19 April festzunehmen ( 25 Juni). Die Polizei bentzte eine Liste von 20 Verdächtigen, die angeblich von den drei Überlebenden aufgestellt worden sein soll, die die Gesichter ihrer Angreifer in Wirklichkeit niemals gesehen haben. Die Sprecher der Casa Del Pueblo machten die Presse darauf aufmerksam, dass die 13 Campesinos nicht für den Mord verantwortlich sind, und erklärten, dass die lokale Regierung nach "Sündenböcke" suchte (25. Juni).

Vier Wochen später blockierten OCEZ Mitglieder alle Hauptstrassen nach Venustiano Carranta für vier Tage, um die Freilassung der drei verbleibenden (Verdächtigen) zu fordern (23-27 Juni). Ein OCEZ-Sprecher berichtete, dass die drei Campesinos von der Judicialpolizei unter dem Befehl des Generalstaatsanwaltes Mariano Herrán Salvatti, physisch und psychisch gefoltert wurden. Am Freitag,27 Juni, am selben Taf an dem Staatsbeamte laut Verfassung die Gefangene freilassen müssen wenn kein Beweis ihres Schuldes gefunden werden kann, präsentierte Herrán Salvatti die Aussage eine taubstummen Mannes, der das Verbrechen angeblich beobachtet hatte. Unter Anklagen von OCEZ-Mitgliedern, dass dieses Beweis fabriziert worden ist, wurden die drei Campesino ins Gefängnis von Cerro Hueco transportiert und die Mobilisierung aufgelöst (27 Juli).


Quellen:

Presseerklärungen der Gemeindemitglieder von Chiapas,
La Voz de Cerro Hueco, und autonome Bezirke von Chiapas,
La Jornada, El Proceso, La Reforma, El Universal, AP, Excelsior,
Cuarto Poder, und Mexico Solidarity Network



Estación Libre is a people of color organization in San Cristobal de Las Casas, Chiapas working to promote Zapatismo inspired community organizing in the US and Canada. We also maintain a permanent working space in San Cristobal, Chiapas for use by activists from communities of color. We can be contacted at:
e-libre-at-tao.ca

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